Kunst-Betrachtung 1

Kunst ist ein wesentlicher Teil unserer Kultur. Vielleicht geht sie im Alltagstrubel unter. Aber zu sehen, dass Menschen so frei sind, die Welt – wie sie sie sehen – in Freiheit interpretieren zu dürfen, in Liebe sehen zu können, ist irgendwie erhebend. Sicher ist es anmaßend, sagen wir: eine Blume malen zu wollen, einen Baum fotographieren zu wollen und zu meinen, man habe die Blume, den Baum erfasst. Das weiß selbstverständlich jeder Maler, jede Fotographin, dass das nicht geht. Und so sehen wir uns selbst in den Gegenständen die wir abbilden. Man findet sich in der Abbildung selbst wieder, seine Stimmung, seine Offenheit, Freiheit, Liebe, aber auch Ängste, Spannungen, Ärgernisse – das, was einen emotional nahe kommt. In so manchem Bild (auch im Ballett, das ich immer mal wieder in den Blog gestellt habe) spürt man den weiten Geist des Menschen, spürt man, dass das, was außer seiner selbst liegt (Blume, Baum, Mensch …) in ihn hineinkommt, ihn prägt, ihn beeinflusst. Ich finde so faszinierend, welche geistige Symbiose Menschen mit Dingen eingehen können, die außerhalb ihrer selbst liegen – der Mensch sieht sich durch Gegenstände oder durch andere Lebewesen definiert. Und dann die Musik. Was ist das eigentlich – Musik? Was kann sie sein? Warum kann sie die Seele zum Klingen bringen? Warum können Bilder, die wunderbar die Seele des Fotographen / der Malerin widerspiegeln – die Seele des Betrachters zum Schwingen bringen? Wie können Bilder von Menschen das Herz berühren? Wir dürfen uns die Kunst nicht nehmen lassen. Nicht vom Alltag, nicht vom Ärger, nicht von Ideologien.
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Kunst-Betrachtung 2

Neulich habe ich in einem Radio-Interview einen Kunstkenner sagen hören, dass er abstrakte, gegenstandslose Kunst favorisiere, weil sonst alles schon gemalt sei. (Ich möchte, was abstrakte / gegenstandslose Kunst betrifft, nur auf www.ariadne.at verweisen.) Ich muss gestehen, dass ich eine solche Aussage nicht verstehe. Sicher ist eine Tulpe schon zig mal gemalt. Aber da es der Maler ist, durch dessen Filter die Tulpe geht, der Maler mit seinem großen und kleinen Können, mit seiner Emotion angesichts der Tulpe, mit seiner Laune, die er gerade mit sich herumträgt – unabhängig von der Tulpe, ist die Tulpe zwar schon zig mal gemalt, aber es ist doch immer wieder eine andere Tulpe. Sehen wir die Stilleben der Blumen an, die ich vor ein paar Tagen in den Blog gestellt habe: überall wimmelt es von Vasen und Blumen – aber jede ist doch einmalig. Ich mag auch Maler, die das Seelenleben bewusst gebrochen wiedergeben, wie Picasso, oder Maler, die kunstvoll das Leben in seinen Traumspannungen zeichnen, wie Dali oder Magritte. Oder wie kunstvoll sind die „Glasbruchstücke“ eines Franz Marc, mit denen er Tiere darstellt. Das heißt, es geht nicht nur um die Kunst, die Gegenstände malt und indirekt den malenden Menschen widerspiegelt, seine ganz persönliche Handschrift, sondern auch um die bewusst gestaltete Kunst, Kunst, die meint, Unbewusstes so darstellen zu können als sei es bewusst.
Ich denke, ich schweige lieber erst einmal, bevor ich mich ganz als Kunstlaie oute – und genieße das, was ich genießen kann.    
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Kunst-Betrachtung 3

Wenn man sich ein wenig für Kunst interessiert und herumstöbert, dann stößt man gerade auch bei Zeichnungen und Fotographien auf Künstler, die eher die Abgründe des Menschen, seine dunklen Sehnsüchte und Verhaltensweisen darstellen. Auch das ist Kunst – wobei ich nicht verhehlen muss: Wie es auch – selbstverständlich in meinen Augen – oberflächliche „schöne“ Kunst gibt, so auch banale Darstellung dieser Abgründe. Was halte ich für banal? Das in Worte zu fassen ist sehr schwer. Bilder, die das zeigen, mag ich hier nicht in den Blog stellen, sonst ist er nicht mehr jugendfrei. Aber mir fällt auf, dass eine Darstellung wie die andere ist – aber die eine ist vielleicht durch das Gefühl und den Verstand des Künstlers gegangen, wird geprägt von Liebe und Ehrfurcht, von Freude am Menschen – die andere ist einfach nur platt, simpel, verrät einen Menschen, dem es nicht um Kultur (selbstverständlich: wie ich sie verstehe) geht, sondern nur um die Befriedigung irgendwelcher Instinkte. (Wobei ich das von „in Szene gesetzte Träume“ unterscheiden möchte.) Das, was ich sagen will, mit Worten auszudrücken, ist sehr schwer und ich begebe mich da auch aufs Glatteis. Ich denke freilich, dass Leser und Leserinnen meines Blogs wissen – ahnen, was ich meine. Ja, sicher, schon in der Schule haben wir über solche Kunst (auch literarische) diskutiert und festgestellt: Es ist alles nur eine Frage des jeweiligen Betrachters und der Zeit in der er lebt. Aber heute frage ich mich: Ist es das wirklich? Man kann sich auch einreden: Es sind alles Bilder, alles von Menschen gemachte Bilder, alle wollen was ausdrücken, alle sind gleich viel wert … – aber lässt sich unser innerstes Wesen (unsere Seele) wirklich austricksen? Wissen wir nicht doch irgendwo in unserem Hinterstübchen: Ja, das ist wirklich Kunst, diesen Künstler würde ich gerne kennenlernen, darüber würde ich mich gerne unterhalten … – und den anderen, der sich vielleicht auch als Künstler sieht, aber nur platt, banal ist, an dem habe ich wirklich kein Interesse. Da ist mir selbst ein Mausklick zu schade. Nur: Man findet die guten Künstler allein dann, wenn man Seiten über Seiten gewälzt hat – wie kostbare Nadeln im Misthaufen. 
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Kunst-Betrachtung 4

Gibt es christliche Kunst? Es gibt viel Kunst mit christlichen Motiven – aber christliche Kunst? Ich erwähnte, dass das Betrachtete immer durch den Filter des Künstlers geht – und wenn der Künstler ein Christ ist, dann wird das auch seine Kunst beeinflussen. In welcher Form? Das hängt von seinem Glauben ab. Interessant finde ich hier, dass auch viele gegenwärtige Künstler, die christliche Themen wiedergeben – ich möchte es sagen, ohne abwerten zu wollen – in meinen Augen kitschig sind. Macht eine liebende Haltung kitschig? Ich weiß es nicht. Das gilt nicht allein fürs Malen, sondern auch fürs Schreiben. Wie schwer ist es, Gedichte aus der Perspektive des Glaubens zu schreiben, Texte, die um Glaubensthemen kreisen, ohne dass sie kitschig werden. Ob mir das immer gelungen ist? Ich denke manchmal, dass all das, was Gefühl hervorrufen möchte, indem es etwas gefühlig abbildet, in mir eher das Gefühl hervorruft, kitschig zu sein, als wenn das Gefühl durch einen Bruch hervorgerufen wird. Ist Kitsch in der Kunst überhaupt ein Thema? Für mich schon, weil es auch das eigene Schaffen betrifft. Es ist wie mit der Rhetorik: Gute Rhetorik erkennt man daran, dass man sie nicht auf den ersten Blick erkennt. Merkt man die Rhetorik – je nach Grad – sträuben sich einem die Nackenhaare. Entsprechend ordne ich auch Kunst ein. Kitsch ist für mich „Rhetorik, die man erkennt“.

Ich wünsche gute Gedanken bei all der Kunst und all dem Kitsch, die ich immer wieder mal in den Blog stellen möchte. Denn es gibt mehr als Politik.
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Zum Sonntag 37

Ich wünsche Segen allen, die das Leben suchen.

Ich wünsche Segen allen, die sich dem entgegenstellen, was den Tod fördert: Lieblosigkeit, Ungerechtigkeit, Willkür, Angst, Zorn, Gewalt …

Ich wünsche Segen allen, die Jesus Christus, das Leben, gefunden haben – dass sie fröhlich sind, dass sie mutig sind, dass sie sich nicht fürchten, wenn sie sich dem entgegenstellen, was den Tod fördert. Denn der Geist des Lebenden ist mit ihnen.

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Meditationsthema für den Tag 10

(Wiederholung!: Im Alten Ägypten konnte man auf Grabsteinen Rätselworte finden, damit die Vorübergehenden auch etwas nachzudenken haben; ebenso geben Gurus ihren Schülern magische Schlüssel-Worte weiter oder Zenmeister geben ihren Schülern ein Wort, ein Satz (Koan), damit sie beim suchen der Lösung Erleuchtung erfahren. Ich bin kein alter Ägypter, kein Guru und kein Zenmeister – aber dennoch gebe ich gerne Worte weiter, an denen man lange herumrätseln kann – Worte, die Schlüssel sein können. Zu welchem Schloss? Wohin führt die Tür? Das kommt auf das Wort an. Heute biete ich an:)

Gott, mein Weg …

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Religiöse Verwahrlosung

Lesenswert sind die beiden Artikel von Kewil über religiöse Verwahrlosung. In dem einen berichtet er von einen Journalisten der FAZ, der Christentum und Judentum soweit zurückfahren möchte, dass sie mit dem Islam kompatibel werden (http://fact-fiction.net/?p=2107), in dem anderen geht es um Protestanten, die nicht mehr zu zentralen Glaubensaussagen stehen (http://fact-fiction.net/?p=2106), und auch nicht mehr in der Lage sind, für ihre eigene Kultur einzutreten (ob das nur für Protestanten gilt?).

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Terroris

Die kleinen Terroris, die wollen nicht beißen, die meinens nur gut. Und dann zünden sie Autos an – na ja, gezündelt hat jeder mal. Zwar nur Holzstöckchen – die sind halt weiter, wenn sie Autos anzünden. Aber so schlimm wie andere sind sie nicht, nein, nein. Lasst sie doch spielen! http://www.welt.de/politik/article3532343/Welle-linksextremer-Gewalt-rollt-durch-Berlin.html Und noch ein Terrori ist so knuddelig. Dass man sich überhaupt über ihn ärgern kann – das ist doch voll unverständlich: http://www.ksta.de/html/artikel/1239100947740.shtml (gefunden über pi). Und dann tun sich die lieben linken Terroris und der knuddelige Osama zusammen – und spielen gemeinsam Städte versenken. Wie süß. Aber wirklich böse Spielverderber sind die da, denen muss man das Handwerk legen – Polizei, herbei ….: http://www.welt.de/politik/article3532112/Piusbruderschaft-will-zu-Ostern-Juden-bekehren.html

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