Wahrheit und Sinn

Gedanken zu Wahrheit und Sinn:

  • Hängen Wahrheit und Sinn zusammen?
  • Ohne Wahrheit kein Sinn?
  • Ohne Sinn keine Wahrheit?
  • Nur wenn es die Wahrheit gibt – gibt es den Sinn des Lebens.
  • Wenn es den Sinn des Lebens gibt – gibt es auch die Wahrheit.
  • Einen Sinn, den ich mir individuell gebe, ist letztlich kein Sinn – ich empfinde ihn nur als einen solchen.
  • Eine Wahrheit, die ich individuell als Wahrheit ansehe, ist letztlich keine Wahrheit – sie ist eine, die mit mir zerfällt.
  • Wahrheit und Sinn – beide sind größer als das Individuum.
  • Wären sie nicht größer, wären sie nicht Wahrheit und Sinn.
  • Sie wären individuelle Ansichten oder individuelle Zielsetzung, variierend wie der Mensch im Laufe seines Lebens variiert.
  • Darum lehnt man die Suche nach Wahrheit und Sinn ab, da man es nicht kann, individualisiert man sie. Warum? Weil sie mit der Frage nach Gott verbunden sind.
  • Gott – das darf heute nicht sein.
  • Das ist die Wahrheit heutzutage – die es ja nicht geben kann, wenn es keine Wahrheit gibt.

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Witzig: besonders kritisch

Witzig ist,
dass der heute als besonders kritisch gilt,
der das glaubt,
was die Mehrheit glaubt:
an Nichts.
Humus.
Pseudowissenschaftlich.
Seelenlos.
Der Mensch nur eine Art evolutionärer Affe.
Frei im Raum des Nichts.

Die Kritischen müssten
sich selbst gegenüber
kritischer sein.

Die Kritischen müssten
der Welt gegenüber
kritischer sein.

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Der Blog wird voraussichtlich erst am Samstag wieder bestückt werden.

Wenn die Gottheit ihr verjagt

Wenn Ihr Gott verjagt, kommen die Gespenster: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/hoch-schule/neues-von-den-germanen-5-warum-schwaermen-rechtsextreme-fuer-fruehgeschichte-16090600.html

Wie sagte schon Werfel: Der Nihilismus hat zwei Kinder: Nationalsozialismus und Kommunismus.

Inzwischen können weitere Kinder genannt werden, die als Religionsersatz Herzen und Hirne einfrieren.

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Der Blog wird frühestens am Mittwoch wieder bestückt werden.

Terrorangriff in Neuseeland

Es ist wieder entsetzlich, was – wie es im Augenblick aussieht – Rechtsextremisten/Rassisten für ein Blutbad in Neuseeland angerichtet haben.

Darin sind sich alle Extremisten gleich: in der barbarischen Feigheit. Sie morden wehrlose, ahnungslose Menschen. Schlimm ist darüber hinaus, dass man sich vorstellen kann, dass ideologisch verhärtete Wirrköpfe, diese Feiglinge als Helden feiern könnten.(*)

Zorn und Wut kochen in mir hoch – gleichzeitig das Wissen, dass ein solches Gift in den Köpfen nicht neutralisiert werden kann.

Man kann nur dafür kämpfen, dass Hass, Selbstgerechtigkeit, Überheblichkeit, Gewalt, Ausgrenzung in einem selbst keine Wurzeln schlagen können – und man muss versuchen, in seinem kleinen Einflussbereich in der Gesellschaft, zu verhindern, dass diese Wurzeln schlagen können. Es gilt: Miteinander das Trennende angehen – und das Trennende nie wichtiger werden lassen als das Miteinander.

So ehrt man die Opfer – so ist Unmenschlichem der Boden zu entziehen, damit es keine neuen Opfer gibt. Und die Trauernden: An sie fest denken – und sie hinein nehmen ins Gebet.

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(*) Nachtrag (16.3.): Als ich das schrieb, war das noch nicht bekannt: https://www.tagesschau.de/ausland/neuseeland-171.html

Auferstehung

Der Ostermontag ist der Tag, an dem sich Christen an die Begegnung der Emmaus-Jünger mit Jesus erinnern.

Schauen wir die Geschichte von den Emmaus-Jüngern an (Lukasevangelium 24,13ff.): Der Glaube an den Auferstandenen ist ein Prozess. Nach einem Dialog, nach Belehrung ist ein Zeitpunkt gekommen, in dem die Jünger den Auferstandenen an einem ganz bestimmten Erlebnis, in einer ganz bestimmten Situation erkennen.

Ein minilanger Prozess wird im Johannesevangelium beschrieben: Maria sieht, aber erkennt nicht, macht sich ihre Gedanken, spricht viel – und auf einmal aufgrund der Anrede Jesu: Erkennen! (Johannesevangelium 20,11ff.)

Auch Paulus ist in diese Reihe einzuordnen: Er verfolgt Christen, hat sicher mit zahlreichen von ihnen gesprochen, darüber nachgedacht, hat alles abgelehnt und für dumm und gefährlich angesehen – und dann vor Damaskus das Erkennen!

Und so erging und ergeht es zahlreichen Menschen durch die Jahrhunderte und in aller Welt. Gott erhebt auch sie aus dem Staub – in den sie sich hinein erniedrigt haben. Sie verstehen nichts – und verstehen dann auf einmal doch alles.

Manche sagen: Ich glaube nicht an die Auferstehung. Macht nichts. Der Glaube kann nicht erzwungen werden. Was vielleicht Voraussetzung ist: In Ablehnung oder Wohlwollen – die Beschäftigung mit Gott in Jesus Christus. In der Ablehnung und in der Beschäftigung ist man mit dem Auferstandenen schon auf dem Weg. Und dann? Irgendwann macht es mehr oder weniger deutlich: Klick. Und man sagt: Nicht verendet der Mensch – der Mensch wird vollendet! Gott sei Dank. Und: Man sagt nicht mehr: Ich glaube an die Auferstehung oder ich glaube nicht an die Auferstehung, sondern: Ich glaube an Jesus Christus, den Lebendigen, der mich ins Leben gerufen hat.” (März 2016)

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Erasmus und christliche Ethik

„So ehren wir Christen die Lehre Christi, und wir benehmen uns so, als ob es nichts Wahnwitzigeres, nichts Verächtlicheres gäbe und nichts, dessen man sich mehr schämen müsse, als wahrhaft und aus ganzem Herzen ein Christ zu sein…“. (Handbüchlein des christlichen Streiters [H. Schiel] 124)

„Christus ist in den Augen der Welt so verächtlich geworden, dass es für schön und herrlich gilt, nichts mit ihm zu tun zu haben, und dass jeder um so verachteter ist, in je engerer Verbindung er mit ihm steht“ (140) – es geht um Namens-Christen, die nicht üblen Christen, wie sie selbst welche sind, Vorwürfe machen, sondern den Christen, die sie darauf hinweisen, dass ihr Verhalten übel ist.

Kurz: Erasmus hält Christen den Spiegel vor. Das sowohl den Raufbold-Christen als auch den Fürsten: Sie stehen nicht über dem Recht. Christus ist ihr Herr und sie sollen nur das wollen, was Recht ist. Er spricht alles Mögliche an – selbst Majestätsbeleidigung: Verbrecherische Fürsten beleidigen die Majestät. Der Fürst ist der Diener des Volkes – sagt er mit Matthäus 20,25f. (Das ist also keine Idee des aufgeklärten Friedrich II. der Große. Das hat über 250 Jahre vorher schon Erasmus gesagt – vor ihm vermutlich schon andere, die Jesus ernst genommen haben.) Vor Augen führt er auch, dass Menschen das Wort Jesu so verdrehen, dass es ihnen passt, statt sich von dem Wort zur Umkehr bewegen zu lassen.

Was soll also ein Mensch tun? Viele Details werden genannt. Am Schluss aber heißt es: „Geselle dich zu den Menschen, in denen du das wahre Bild Christi erkennst. Wo es dir aber an Menschen fehlt, durch deren Verkehr du besser wirst, da entzieh dich nach Möglichkeit dem Umgang mit den Menschen und ziehe die heiligen Propheten, Christus und die heiligen Apostel zum Gespräch heran.“ (188)

*

Massive Kritik an alle möglichen Menschen finden wir auch in seinem „Lob der Torheit“. Aber am Ende kritisiert er nicht nur, sondern zeigt, warum er wen kritisiert: Es geht ihm um richtige christliche Moral. Er setzt den Frommen der Menge entgegen. An seinem Maßstab, Jesus Christus, werden sie alle gemessen: Priester, Päpste, Philosophen, Menschen des normalen Volkes usw. usw. usw. Wer Erasmus allein als Kirchenkritiker sieht, hat das Büchlein nicht bis zu Ende gelesen.

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