Sonntag

Ein Plädoyer für den Sonntag: http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news[action]=detail&news[id]=5625 Manche ärgern sich über den Sonntag: Langweilig! Man kann kein Geld ausgeben! Man weiß nicht, was man so machen soll! – Das wird sich wieder ändern. Das nicht unbedingt aus Glaubensgründen, sondern weil man die Familie wieder entdeckt. Weil man sich freut, sich endlich einmal unbegrenzt dem PC-Spiel… widmen zu können. Weil man spazieren gehen, schlendern, chillen will… Gut, dass der Sonntag in vergangenen Sonntags-feindlichen Zeiten nicht ganz abgeschafft wurde. 73% sind für den Beibehalt des Sonntags in der klassischen Form.

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Sonntag 2

Auf pi finden wir ein Interview mit Hans Peter Raddatz. Ein sehr pessimistisches Interview. Am Liebsten möchte man Herrn Raddatz empfehlen, ein paar Wochen frische Luft zu holen, in den Bergen und an der See herumzuwandern. Er sieht alles ziemlich verkrampft – so empfinde ich das. http://www.pi-news.net/2011/09/raddatz-demokratischer-faschismus/#more-209206

Meine Stellung: Eine Gesellschaft lebt vom Austausch der Meinungen, mal haben die eine Mehrheit, mal jene. Mal haben die Einen Medien und Macht auf ihrer Seite – mal die anderen. Es ist ein ständiges Verwirbeln, es herrscht Durcheinander, Gesellschaft ist chaotisch. Menschen denken, Menschen lenken, Menschen die denken, sie lenken, denken oft nur, dass sie lenken. Menschen, die nicht müde werden zu agieren, obwohl sie denken, dass andere lenken, beginnen zu lenken, ohne es zu denken. Was will ich damit sagen? Jeder soll das Seine dazu beitragen, dass die Welt besser wird. Jeder hat da jedoch sein eigenes Rezept. Und vielleicht findet das Rezept immer mehr Anhänger, vielleicht auch nicht.

Die Geschichte des christlichen Glaubens ist auch eine Lehrmeisterin gegen die Resignation und den Pessimismus:

a) eine kleine verfolgte Minderheit kann sich (gewaltlos) durchsetzen, wenn sie ehrlich, sozial ist und tapfer in Gottes Spuren geht, an ihm glaubend festhält, sich von ihm leiten und stärken lässt;

b) auch wenn es lange dauert – und viel mächtigen und niederträchtigen Widerstand hervorruft, wird sich Gottes Wille immer wieder auf einer höheren Ebene durchsetzen (s. Nationalsozialismus und Kommunismus sind vergangen, der Glaube an Jesus Christus erstarkte, in Islam-Staaten regen sich trotz massiven Bedrängnissen viele Christen). Gott hat Geduld mit uns Menschen – warum sollten wir keine mit unseren Mitmenschen haben?

c) Menschen haben im Grunde ihres Herzens Sehnsucht nach Ehrlichkeit, sozialem Engagement und Gottes Willen; man muss sie locken, diese Sehnsucht auch in die Tat umsetzen – was dieser Mann aus Nazareth im Staub und in der Hitze Galiläas vor 2000 Jahren auch getan hat und damit trotz aller Anfeindungen, Verfolgungen usw. eine unvergängliche Bewegung hervorgerufen hat. Gott hat Liebe zu den sehnsuchtsvollen und vor lauter Sehnsucht überall herumirrenden Menschen – warum sollten wir keine Liebe haben?

d) Man muss also weiter schauen können als nur auf die Fehler der kleingeistigen Zeitgenossen – auch wenn sie sich noch so aufplustern, sei es mit Machtgehabe, mit Geldausgabe, mit hysterischem Geschrei und blinder bzw. kalkulierter Gewalt; darüber hinaus sollte man sich bewusst sein: Alle suchen nach dem besten Weg und man kann mit ihnen fröhlich und munter aber auch zornig angesichts all der ideologischen und religiös-ideologischen Borniertheit den Weg suchen helfen;

e)  manchmal ist es besser, sich die Zeitschrift Landlust http://www.landlust.de/ oder wie sie alle heißen zur Hand zu nehmen oder auf einen Mittelaltermarkt zu gehen, die kleinen alltäglichen Straßen- und Volksfeste genießen, die KünstlerInnenausstellungen, Landfrauengruppen, Gottesdienste und Gemeindefeste – da bekommt man einen ganz anderen Blick auf die Bevölkerung als wenn man nur auf diese kleinen medialen und politischen Schreihälse schaut.

f)  Wie sagte der große Theologe Karl Barth (der auch dem Nationalsozialismus und den ihm zugeordneten falschen Christen die Stirn bot): Es wird regiert – Gott ist es, der seinen Menschen immer wieder auf die Finger klopft, mit Not und Schmerzen – und sie werden immer wieder zur Besinnung kommen – bis er selbst alles zur Erfüllung bringen wird. Bis dahin tun Christen das, was sie in Gottes Namen für richtig halten.

g) Ich wünsche Euch dazu Gottes Segen.

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Sonntag 3

Menschen klumpen sich gerne zu Gruppen zusammen. Und sie lassen ungern andere Meinungen, Verhaltensweisen in diesen Gruppen zu. Wer es wagt, der bekommt immer Ärger. Nun besteht eine Gesellschaft aus vielen miteinander konkurrierenden Gruppen. Sie alle ärgern einander, weil die andere Gruppe immer auch bedeutet: Achtung! Andere Meinung! Achtung! Anderes Weltbild! Achtung, Achtung, diese Gruppe könnte Gruppenmitglieder von uns abziehen und schwächer machen! Und als je gefährlicher eine Gruppe eine andere Gruppe ansieht, desto stärker wird die andere Gruppe bekämpft. Da scheut man auch vor Falschaussagen, Niederträchtigkeiten, bewusste Verdrehung von Worten und Taten nicht zurück. Und das betrifft alle Gruppen: Wissenschaft genauso wie Politik, das genauso wie Kleingruppen in Schulen und an Arbeitsplätzen, betrifft Künstler, Sportler und auch die gesellschaftlichen Vorgänge durchschauenden Soziologen, betrifft Religionen wie Konfessionen und die Kleingruppen innerhalb von Gemeinden. Wir benötigen die Gruppe zur Selbstbestätigung, als Argumentationshilfe, als Wärme- und Geborgenheitsquelle…

Liebe Christen, in welcher Gruppe Ihr Euch auch befindet: Ihr gehört alle einem Herrn. Und das bedeutet: Von hier aus wird unser Verhalten bestimmt – gegenüber Menschen anderer Gruppen aber auch gegenüber Menschen der eigenen Gruppe. Manche Dinge darf man einfach nicht mitmachen, wenn Jesus Christus wirklich bestimmend ist. Freilich: Je konsequenter wir das leben, desto unheimlicher werden wir den jeweiligen Gruppen, weil wir dazugehören – aber doch nicht so ganz.  Das Bestimmende – und das kennzeichnet uns eben als Menschen, die den Geist Jesu Christi haben – ist aber nicht das Weltbild, die Ideologie der Gruppe, sondern die Vergebung, die Liebe, die alles Gruppendenken sprengt.

Gott segne Euch darin, in Euren jeweiligen Gruppen mutig die Liebe Gottes zu leben.

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Zum Sonntag

Ich bat um Kraft – Gott gab mir Schwierigkeiten, die mich stark machten.
Ich bat um Weisheit – Gott gab mir Probleme, um sie zu lösen.
Ich bat um Wohlstand – Gott gab mir Verstand und Muskeln, um zu arbeiten.
Ich bat um Mut – Gott gab mir Gefahr, um zu siegen.
Ich bat um Liebe – Gott gab mir, verwirrten Menschen zu helfen.
Ich bat um Begünstigungen – Gott gab mir Gelegenheiten.
Ich bekam nichts von dem, was ich wollte – ich bekam alles, was ich benötigte.

(Englisch – gefunden: http://www.sunnytees.com/IrishBlessing.html)

Denjenigen unter Euch, die Gott nur auf diese Weise erfahren, wünsche ich Heute besonders den Segen Gottes: Die Erfahrung seiner Nähe, die Ruhe und Geborgenheit schenkt.

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Segen

Ich wünsche Segen Euch, die Ihr Segen empfangt,
dass Ihr ihn weitergeben könnt.
Weil wir ihn von Gott geschenkt bekommen,
können wir ihn nicht horten,
wir dürfen ihn mit vollen Händen ausgeben.
Die uns gegebenen Gaben:
zuhören, beruhigen, ermuntern,
Wege suchen, tatkräftig helfen, sie zu gehen,
in Ängsten, Sorgen und Trauer anwesend sein,
Versagende und Gefallene aufrichten…

Es gibt so viel Möglichkeiten, anderen zum Segen zu werden:

einfach da sein…

P1000773

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Segen

Ich kam, weiß nicht woher
bin und weiß nicht wer,
leb, weiß nicht wie lang
sterb und weiß nicht wann,
fahr, weiß nicht wohin,
mich wunderts, dass ich so fröhlich bin.
Da mir mein Sein so unbekannt,
geb ich es ganz in Gottes Hand.
Die führt es wohl so her wie hin,
mich wunderts, wenn ich noch traurig bin.
(Hans Thoma in Fortführung eines Mittelalterlichen Gedichts, das auch Luther veränderte:)
… Ich lebe, so lang Gott will,
ich sterbe, wann und wie Gott will,
ich fahr und weiß gewiss wohin,
mich wundert, dass ich traurig bin.

Gott segne Eure Traurigkeit und Eure Fröhlichkeit
mit Seiner Gegenwart.

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Segen

Ich wünsche Segen denen,
die die Lasten ihres Lebens annehmen –
und von ihrer geschenkten Kraft weitergeben können.
Ich wünsche Segen denen,
die ihre Lasten bekämpfen, ablehnen –
dass sie ihr bisschen Kraft mit dem Hadern nicht verschleudern.

Statt auf die Verletzung sehen – auf den schauen, der heilt,
statt auf die Schwäche sehen – auf den schauen, der Kraft geben kann,
statt auf den Schmerz achten – auf den achten, der die Hand auf die Stirn legt,
statt die Zerrissenheit zu betrauern – dem danken, der zusammenfügt, 
statt sich ins Dunkel verkriechen – sich in sein Licht begeben.
Gott segne Euch.

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