Sterbehilfe

Wir haben sicher alle Angst davor, sterben zu wollen und nicht zu dürfen: http://www.jesus.de/blickpunkt/detailansicht/ansicht/-/177985witwer-verklagt-deutschen-staat-wegen-sterbehilfe-regelungen.html – nicht zu dürfen, weil einem keiner dabei hilft. Die Gesellschaft hat Angst davor, dass wenn man Sterbehilfe freigibt, Menschen unkontrolliert ermordet werden können. Denn entsprechend hat auch das Individuum Angst davor, trotz gesetzlicher Regelungen, einmal getötet zu werden, weil es andere so wollen: die Kinder haben das Haus schon verkauft, weil sie dachten Opa wird gestorben, oder weil er für die Krankenkasse zu teuer wird, oder dass ein innerer Druck errichtet wird: Du bist Schuld daran, wenn die Familie unter deinem Zustand leidet… http://www.cdl-rlp.de/Unsere_Arbeit/Sterbehilfe/Sterbehilfe-in-Holland.html

Christen treten für eine Kultur des Lebens ein, das heißt in diesem Fall: Die intensivste Betreuung von Schwerstkranken durch Hospize. http://de.wikipedia.org/wiki/Hospiz Freilich: Christen wissen auch, dass sie, wenn sie gestorben sind, gut bei ihrem Herrn aufgehoben sind.

Statt sein Denken darum kreisen zu lassen: Wie kann mein querschnittsgelähmter Partner möglichst gut gestorben werden – kann es auch darum kreisen: Wie kann man seine Seele aufrichten, dass er als querschnittsgelähmter Mensch noch leben möchte? http://de.wikipedia.org/wiki/Joni_Eareckson_Tada Oder Ärzte in den Niederlanden fordern Sterbehilfe an Säuglingen. Wie wäre es Nick Vujicic ergangen? http://www.youtube.com/watch?v=78Rv0__WcvA Sicher sind beide Ausnahmerscheinungen. Aber sie zeigen, dass man sich solche Entscheidungen nicht zu einfach machen darf.

Grundsätzlich: http://www.ekd.de/gesellschaft/pm137_2004_rv_kommentar_azm_sterbehilfe.html – aber dazu muss sich in unserer Gesellschaft einiges ändern. Keiner, der nichts mehr tun kann, der nicht mehr für die Gesellschaft nützlich sein kann, sollte sich selbst als minderwertig ansehen; niemand, der auf die Hilfe anderer angewiesen ist, sollte sich als minderwertig ansehen – und die den Hilflosen umgebenden Menschen sollten auch das Gefühl geben: Du bist nicht weniger Wert als wir alle, die wir nicht auf die Hilfe angewiesen sind. Dem Hilflosen kommt genauso viel Würde zu wie dem, der nicht hilflos ist. Ich vermute, dass eine destabiliserte Psyche wesentliche Grundlage für das Begehren von Sterbehilfe ist. Christen dürfen wissen: Wenn sie auch mit ihrem Körper nichts mehr tun können, wenn ihr Körper massivst verfällt und das Leiden auch den Verstand bestimmt – wenn der Verstand noch einigermaßen hell ist: Sie können beten. Und wenn der Verstand selbst einschläft, dann dürfen sie wissen: Der Geist Gottes betet in mir und seufzt durch mich. Freilich ist auch Angst vor Schmerzen ein Grund, für Sterbehilfe einzutreten. Doch Schmerzen können vielfach genommen werden. Und Schmerzen in den Griff zu bekommen – das lernt die Medizin immer besser zu bewerkstelligen.

Impressum auf www.wolfgangfenske.de

Film am Freitag

Ein sehr trauriger Film, es geht um ein krebskrankes Mädchen, das in der Klinik einen Jungen getroffen hat, der dann stirbt: http://www.youtube.com/watch?v=uY3Yo_OjuMU&feature=related Ich setze den Film in den Blog, weil ich es spannend finde, wie dieses Thema umgesetzt wird.

Es gibt viele Seiten im Internet, die Eltern helfen wollen, wenn sie ein Kind verloren haben. Auf diese Seite möchte ich hinweisen, auf der Eltern über ihre Kinder schreiben können: http://www.leben-ohne-dich.de/ukinder1.htm oder eigene Internetseiten angeben: http://www.veid.de/gedenkseite_links.0.html Sachlichere Hilfestellung: http://www.verwaiste-eltern-muenchen.de/cms/

Impressum auf www.wolfgangfenske.de

Sterben in Würde

„Ein Mythos oder romantischer Wunschtraum ist auch die Idee vom würdigen Sterben, welches dem Sterbenden sie Wahrung seiner Autonomie bis zum letzten Atemzug gestatte. … Gerade der heute beschworene natürliche Tod ist nicht selten ein höchst inhumaner und grausamer Tod“ – weil der Mensch ihm ausgeliefer ist, auch wenn er nicht will und die Art zu sterben, kann er sich nicht aussuchen. Er ist nicht frei. Die Würde ist ihm genommen. (Körtner: Bedenken, daß wir sterben müssen. Sterben und Tod in Theologie und medizinischer Ethik, Beck 1996,28) Ich denke, man kann auch in Unfreiheit Würde haben; und: die Menschen haben alles zu tun, dass sie in dieser Situation der Unfreiheit soweit es ihnen möglich ist, Würde ermöglichen. Und darum sind Hospize so sehr wichtig. http://de.wikipedia.org/wiki/Hospiz Und: Sich selbst töten ist nicht würdiger, sondern steht unter dem Zwang, sterben zu müssen – nur der Zeitpunkt und die Art kann mehr oder weniger selbst bestimmt werden. mehr oder weniger darum, weil auch Suizid unter einem gewissen Zwang steht. Ein Christ weiß: Ob wir leben oder sterben, wir liegen in Gottes Hand – auch wenn er es zum Zeitpunkt des Sterbens nicht direkt wahrhaben kann oder will – die Hand des liebenden Gottes trägt ihn.  

Impressum auf www.wolfgangfenske.de – http://literarisches.wolfgangfenske.de/3.html

Heilung

Warum hat Jesus geheilt? Weil er sich mit dem Leiden der Menschen nicht abfinden wollte. Die Heilungen sind ein Protest, der sich gegen Gott richtet: Gott, warum lässt du das zu? Schau, ich tu was dagegen, warum du nicht?

Ist das Jesus? Nein. Denn er handelt ja im Einklang mit Gott. Gott wendet sich in Jesus gegen das Leiden – aber warum nur in Jesus? Warum haut er nicht auf den Tisch und sagt: Leiden, Sünde, Tod, jetzt ists Schluss! Ich will nicht, dass meine geliebten Geschöpfe so leiden müssen? Er tut es nicht, und darum schlagen Leiden, Sünde und Tod zu und treffen Gott selbst in seinem Sohn, und in jedem, der leiden muss.

Und seitdem hat sich nichts geändert. Außer das Gravierende: Wir wissen durch Jesus, dass Gott mit uns leidet, dass er uns beaftragt, das Leiden zu bekämpfen, wo es nur geht, Verantwortung zu übernehmen, zu tragen, zu handeln.

Leiden, Sünde, Tod werden zuschlagen, wieder und wieder. Aber die Schutzhülle, die Glaubende – und ich denke auch: Leidende – schützt, führt sie in Gottes Gegenwart. Dem Karfreitag folgt Ostern.

Zu wenig. Ja, denke ich auch. Aber immerhin – das ist sicher: „Ich bin bei euch alle Tage“, sagt derjenige, der das Leiden, der Sünde und Tod überwunden hat. All das muss nicht mehr allein ertragen werden. Auch wenn wir meinen, es zu tun. 

Impressum auf www.wolfgangfenske.de 

Depressionen

Depressionen – Krankheit der Seele. Wie bei manchen Krankheiten des Körpers sollte man sofort zum Arzt gehen. Auch bei Depressionen, auch wenn sie irgendwann wieder vergehen. Man will sie doch nicht chronisch bekommen?

Impressum auf www.wolfgangfenske.de

Leiden an den Kindern Gottes

Ich begegne so manchem Menschen, der aus Schmerz, den Kinder Gottes ihnen zugefügt haben, die Kirche verlässt. Der Mensch sieht nur bis zu diesem Christen – und Gott verschwindet für ihn. Häufig darum, weil sich dieser Christ (auch als Teil der Institution) in seiner Schuld sehr groß macht, sich in seiner Arroganz und Lieblosigkeit aufplustert, so sehr aufplustert, dass Gott hinter ihm nicht mehr gesehen werden kann. Es ist nicht jeder Mensch in der Lage, diesen fehlbaren Christen zu durchschauen, sodass man hinter ihm noch ein Zipfelchen von Gottes schützenden Mantel oder einen Strahl von Gottes Licht sehen kann. (Freilich bleibt immer die bange Frage: Bin ich für den einen oder anderen Menschen auch einer, der sich zwischen ihn und Gott schiebt? Der verantwortlich dafür ist, dass der andere Gott nicht mehr sehen kann?) Von daher: Schaut hinter uns Christen, wenn wir uns vor Gott stellen. Wenn Christen mauern, und in ihren Mauern keine Türen lassen, brecht sie ein, damit ihr Gott sehen und zu ihm gelangen könnt. 

Impressum auf www.wolfgangfenske.de – Ausweichblog: www.das-und-dies-wf.de 

religionen + katastrophen

Daniele Dell´Agli warnt angesichts von Katastrophen, sich zu schnell Gott zuzuwenden: http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article6988155/Wie-Religionen-von-Katastrophen-profitieren.html . Er kommt mit seiner Warnung zu spät. Haben nicht Forscher schon entdeckt, dass Glaube evolutionäre Vorteile bringt? Er hilft zu stabilisieren. Ob seine Tippschen zur Stärkung des geistigen Immunsystems gegen diese uralte Hilfe ankommen?

Noch eine Anmerkung: Es gibt Situationen, in denen der Mensch für das Göttliche und für Gott offener wird. Es wäre schade, wenn er seine geöffnete Seele mit solchen Lumpen zustopfen würde.

Leiden

Wie kann Gott Leiden zulassen? Wenn man bedenkt, was alles Leiden verursachen kann, kann man diese Frage nicht mehr stellen. Nicht nur anerkannt große Leiden, sondern auch die vielen alltäglichen Leiden sind für den, der sie gerade erfährt, groß. Es müsste eher die Frage nach der Leidensfähigkeit gestellt werden. Wie kann Gott Leidensfähigkeit zulassen? Wenn es diese jedoch nicht mehr gäbe, wären wir noch Menschen? — Das soll kein Versuch sein, die Theodizee-Frage zu beantworten. Ist nur ein Gedanke. 

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de