Vollkommen

Werdet vollkommen wie der himmlische Vater vollkommen ist, das finden wir als Wort Jesu im Matthäusevangelium. Die Bhagavadgita versucht den Menschen zur Vollkommenheit zu führen – auch wenn die ganze Diskussion in einem Kriegsepos vermittelt wird. Konfuzius, der große Weise, versucht Menschen zu bessern, damit sie nicht in ihrer Aggression anderen auf den Senkel gehen. Buddhistische Schriften, wie der Pali-Kanon, geben Regeln, mit denen Mönche, Nonnen und Laien erzogen werden, eine höhere Ebene anzustreben über Askese, bewusstes Leben… Und der Koran? Die Hadithen? Ich habe den Eindruck, die vesuchen nur die menschliche – besser: die männliche – Aggression zu kanalisieren bzw. einzuschränken. Aber soll der Mensch laut Mohammed wirklich besser werden? Soll er eine höhere spirtuelle Ebene erklimmen? Soll er ein anderer werden, der mit allen rücksichtsvoll umgeht, nicht nur mit dem eigenen frommen Clan ? Soll er einer werden, der sich zurücknimmt, der seine gewalttätigen Triebe einschränkt? Diese höhere Ebene, die andere Religionen erstreben, finde ich im Koran nicht. Kann mich jemand eines besseren belehren?

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Christentum-Islam

Immer wieder lese ich in den Blogs, dass Religion = Religion ist. Wer für den christlichen Glauben wirbt, sieht sich angesichts des Islam dem Vorwurf ausgesetzt: Teufel mit Beelzebub austreiben zu wollen. Das ist freilich für denjenigen so, der nicht genauer hinschaut. Genauso gut kann man sagen: Pflanze ist Pflanze – da gibt es keine Unterschiede. Nur – wer das sagt, disqualifiziert sich selbst. Es macht schon einen Unterschied, ob man eine Buche vor sich hat, einen Blumenkohl oder eine Rose. Manchen mag alles egal sein. Aber das spricht ja nicht für den, dem alles egal ist. Das Einzige, das den Religionen gemeinsam ist, ist, dass Menschen sich von einer Macht/von Mächten abhängig wissen, die außer ihm steht/stehen. Nicht mal das – ist Schicksalsgläubigkeit auch Religion? Wie dem auch sei: Für Menschen ist relevant: Welche Auswirkungen haben Religionen auf die zwischenmenschlichen Beziehungen, auf die Gemeinschaft/Gesellschaft? Welche Auswirkung hat eine Religion auf das Individuum? Auf welche Grundlagen beziehen sie sich? Wie sind sie organisiert? Usw. Und da muss man schon ganz schön unwissend sein, wenn man meint, alles sei ein und dasselbe. Stellen wir uns mal vor: Atheisten sagen, Religionen seien von Menschen gemacht. Gut. Atheismus in seinen unterschiedlichsten Ausprägungen ist auch von Menschen gemacht. Von Menschen gemachte Religionen können in die Hose gehen – wie auch von Menschen gemachter Atheismus. Die gemeinsame Basis ist also der Mensch. Von daher könnte es doch gleichgültig sein, ob man Atheist ist oder religiöser Mensch. Fazit: Atheismus und Religionen als von Menschen gemachte Größen sind – um die oben genannte Plattheit anzuführen – alle gleich. Also: Buche = Blumnkohl = Rose.       

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Obama

Obama meint, die USA sei nicht länger eine christliche Nation, sondern eine jüdische, muslimische, hinduistische, atheistische Nation…: http://www.youtube.com/watch?v=tmC3IevZiik&feature=related Er hat Recht. Vor allem die Tradition der Hindus prägt die Gesellschaft der USA immens. (Natürlich weiß ich, wie er das meint… – ist aber dennoch falsch.) (Hinweis von pi.)

Obama 2: Er oder seine Berater sind …Genies. Um das gegenwärtige Israel klein zu kriegen, geht er nach Buchenwald, um zu zeigen, dass er die ermordeten Juden ehrt. Denn das will einen Spaltpilz unter die Juden tragen: Obama ist übel, weil er Israel kleinkriegen will – Obama ist ein guter Mann, weil er extra nach Buchenwald fährt. Gibt es in den USA mehr Israelanhänger oder Juden, die sich stärker um die Erinnerung drehen? Hoffentlich lassen sie sich von der Politisierung des Holocaust nicht spalten. Hat er wirklich gesagt: „Ich will keine gelben Betonmischmaschinen mehr in den Siedlungen Israels sehen? – wie gestern in den Nachrichten gesagt wurde. Solche Aussagen wären eines Alleinherrschers würdig, aber nicht eines Menschen, der die Demokratie verteidigt.

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Christen-Nichtchristen 2

Wissenschaft gäbe es auch ohne das Christentum, so hätten Chinesen das Schwarzpulver erfunden usw. Nun, ein Christ, der sagt, dass es Wissenschaft nur gibt, weil es Christentum gibt, ist genauso neben der Spur, wie der Nicht-Christ, der sagt, Christen hätten mit Wissenschaft nichts zu tun, weil bisher keine Pfarrer einen Nobelpreis für Naturwissenschaften bekommen hätten. Solche Argumentationsstrukturen entbehren jeglicher geschichtlichen und im Grunde auch jegliche ernst zu nehmende Grundlage. Nun, ich weiß nicht, ob ein Pfarrer einen Nobelpreis für Naturwissenschaften bekommen hat – was ja freilich auch vollkommen gleichgültig ist, weil die Nobelpreisträger selbst sehr bescheidene Menschen sind: Sie wissen, dass ihre Auszeichnung Folge vieler Forschergenerationen sind. Der Nobelpreisträger steht auf den Schultern von anderen Forschern – und hier gab es viele naturwissenschaftlich interessierte und weiterführende Theologen. Aber auch kleine Dinge, die das Leben erleichterten sind in unserem Kulturraum in Klöstern konzentriert und weitergeführt worden. Oder: Wissenschaftler wurden theologisch gebildet, bevor sie in eine wissenschaftliche Richtung weitergeganen sind. Wer kann und mag da so genau sezieren, was nun Folge seiner christlichen Bildung ist oder nicht. Was das Christentum freilich genommen hat, das ist die Angst vor Naturgöttern. Das finden einige heute nicht so gut: Steckt im Baum ein Gott, muss man ihm anders begegnen als wenn er „nur“ Geschöpf ist. Natur wird entsakralisiert und das bedeutet, sie wird für neutrales und angstloses Beobachten und Handeln zugänglich. Immer wieder wird auch behauptet, dass das Christentum Obduktionen/Sektionen verboten habe. Sicher, der einflussreiche Augustinus hat sich dagegen ausgesprochen, weil Sektionen nicht den ganzen Menschen erkennen lassen, nur seinen Körper – aber soweit ich gesehen habe, gibt es dagegen keine offiziellen Stellungnahmen und in manchen Gegenden wurden sie praktiziert in manchen nicht: Man hatte Scheu häufig vor dem Körper. (Wobei ich kein Fachmann für dieses Thema bin: Ich lasse mich gerne eines anderen belehren.)   

Mir ist klar: Auch moderne Atheisten müssen sich irgendwie in der Geschichte verorten können und suchen darum ihre „Heiligen“ – wunderschön sichtbar an den Humanisten der Gegenwart, die alle möglichen Vorläufer für sich vereinnahmen. Aber das ist soziopsychologisch verständlich. Das tun alle. Nur sollte man heute den Mechanismus durchschaut haben. Ja, sicher, Christen haben das auch gemacht – sind ja auch Menschen… oder? Kleine Überraschung noch am Schluss: Schwarzpulver-Erfindung in China? Zweifel werden angemeldet: http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzpulver Nur am Rande: Ab wann waren Christen schon in China? Soweit ich weiß schon ab dem 7. Jahrhundert – nachweisbar. Überall müssen die Kerle doch die Finger drin haben…

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Reli-Islam

Ich fand in einem Reli-Buch folgende Aussagen: „Gemeinsamkeiten zwischen Christen und Muslimen“:
„- der Glaube an einen einzigen Gott.
– Gott hat Eigenschaften, die die von uns Menschen übersteigen (Allmacht, Allwissenheit, Güte, Gerechtigkeit,…).
– Anfang und Ende der Welt in Gott: Gott hat die Welt erschaffen und wird sie erlösen.
– Menschen, die gestorben sind, sind in Gottes Hand.
– es gibt eine eigene >Heilige Schrift<.
– man kann zu Gott beten und soll sein Leben nach dem Wort Gottes gestalten.“
Alles richtig. Wirklich. Alles richtig. Nur: Jeder Punkt, ja, fast jedes Wort wird von beiden Religionen unterschiedlich interpretiert. Nur davon steht nichts im Reli-Buch. 

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Basteln

In FR-online gibt es einen Artikel von Necla Kelek: „Wir basteln uns eine Moschee.“ Neulich fragte ich Jugendliche, was sie über den Islam wissen. Als Antwort bekam ich: Im Religionsunterricht haben wir mal eine Moschee gebastelt. Wenn ich fragen würde: Was wisst ihr vom Buddhismus, käme sicher heraus: Buddha war ein dicker Mann, der lächelnd in manchen Zeitschriften sitzt. Was wisst ihr vom Hinduismus: Die essen keine Kühe; und was wisst ihr vom Christentum? In manchen Landstrichen kann man wohl hören: Da steht so ein großes Gebäude im Dorf herum mit einem Hahn auf dem Turm. Es gibt Gruppen, die in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eine immense Bedeutung haben und haben werden – ist das gut, wenn sie nicht wahrgenommen werden? Nein. Wer gesellschaftspolitische Ereignisse nicht wahrnimmt, wird deren Spielball. Impressum auf  www.wolfgangfenske.de

Kreuz

Darüber würde ich gerne mehr erfahren: Kardinal Lehmann und der ehemalige Chef der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sollen den Hessischen Kulturpreis bekommen. Ihn sollte aber noch der muslimische Orientalist Navid Kermani bekommen – doch wurde sein Name zurückgezogen, weil Lehmann und Steinacker gegen dessen Interpretation des Kreuzes sind. — Darüber würde ich also gerne mehr erfahren als FAZ-online preisgibt… Und schaue unter http://www.ekhn.de/ nach. Und dort erläutert Steinacker seine Ablehnung: >Grundlage des Dialoges kann nur sein, dass man sich gegenseitige das Recht auf Selbstinterpretation zubilligt und dies nicht als blasphemisch (gotteslästerlich) denunziert. Wenn Narvid Kermani in der Neuen Züricher Zeitung die Ablehnung der Kreuzestheologie für sich drastischer formuliert: „Gotteslästerung und Idolatrie!“ eröffnet er den Dialog nicht sondern beendet ihn.< Und: >Der gekreuzigte Christus ist das Zentrum meines Glaubens. Ich habe Verständnis dafür, dass Muslime das anders sehen. Aber ich habe kein Verständnis dafür, dass ein Muslim, der mit mir für Toleranz und Respekt gegenüber dem ihm Fremden geehrt werden soll, mein Glaubenszentrum als Gotteslästerung bezeichnet. Ich tue dies im umgekehrten Fall auch nicht über islamische Glaubensinhalte. Deshalb bitte ich um Verständnis, dass ich mich außerstande sehe, mich zusammen mit dem Autor dieses Artikels für einen toleranten interreligiösen Dialog als Lebensleistung, wie die Absicht des Preises ist, ehren zu lassen.< Soweit Auszüge aus der Begründung Steinackers. Ich muss gestehen: Ich verstehe das nicht ganz, denn Christen wissen doch, dass Muslime den Kreuzestod Jesu und das Bekenntnis, dass er Gottes Sohn ist, als Gotteslästerung ansehen. Ich verstehe ja auch so manches von dem, was Mohammed gesagt hat, als Gotteslästerung, so zum Beispiel – sanft gesagt: – die gesamte Abgrenzungsterminologie. (Und: Freilich muss ich gestehen, dass mir ein Zusammendenken von Allah und Gott, den Jesus Vater nennt, unmöglich ist.) Warum nicht wahrhaftig sagen, was man denkt? Die Kunst des Dialogs besteht doch gerade darin, dass man sagt, was man denkt – und dennoch miteinander redet. Natürlich dem anderen die Selbstinterpretation lassen – die nimmt man ihm doch nicht, wenn man sagt, was man selbst glaubt, und dass man den Glauben des anderen nicht teilen kann. Übrigens: Wie will Steinacker unter dieser seiner Bedingung eigentlich mit Atheisten reden, die ja noch weniger Blätter vor den Mund nehmen?  Impressum auf  www.wolfgangfenske.de

Kids-Reli

Wie süß sieht little Buddha aus: http://www.kidsweb.de/religionen_spezial/buddhismus/buddha_religionsstifter.html

Eine von allen nicht zeitgenössischen Dingen und unpassenden Ereignissen gereinigte Geschichte kann so schön sein – so wird Kindern Mohammed dargestellt: http://www.kidsweb.de/religionen_spezial/islam/mohammed_der_prophet_gottes.html

Aber soweit ich mir diese Seiten auch zu anderen Religionen angeschaut habe, bieten sie recht ordentliche Informationen – schon gut gemacht. Wobei ich die Bildchen nun ja – naja – finde.  

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Religionen

Religionen können ihre Sprache nur mit Hilfe der vorangehenden Religionen finden. So haben Juden viele Elemente von den Ägyptern und den Babyloniern usw. genommen. Oder Christen haben viel von den heidnischen Religionen übernommen, in die sie Eingang gefunden haben – einfach auch darum, weil diese „Sprache“, die Symbolik bekannt gewesen ist, weil man auf diese Weise mit den Menschen kommunizieren konnte. Spannend ist nun: Was haben die jeweils neuen Religionen übernommen, was haben sie links liegen gelassen? Weise Worte, die zum Beispiel den 10 Geboten nahe kommen, finden wir auch im so genannten ägyptischen Totenbuch – nur viele dieser weisen Worte wurden nicht übernommen, sondern nur eine ganz bestimmte Auswahl (zu beachten ist auch die genaue Frmulierung, die variert!). Oder: In Babylon gab es Gestirne als Götter – im ersten Buch Mose werden die Göttergestirne zu Lampen, die Gott am Himmel anbringt – also nichts ist mehr mit Göttern. Das heißt: Andere religiöse Ansätze werden aufgenommen, aber neu interpretiert. So auch das Christentum: Maria auf der Mondsichel – war früher Isis auf der Mondsichel als Weltherrscherin usw. Aber: Welche Traditionen sind mit Maria verbunden – welche mit Isis? Ebenso haben viele Religionen eine Gottheit als Vater angesprochen – doch der Vater-Gott, wie Jesus ihn sieht, hat ganz andere Qualitäten als die anderen Vatergötter. Warum Jesus Gott als Abba, Vater, angesprochen hat, das können wir nicht mehr sagen, auch nicht mehr sagen, was er genau damit konnotiert hat. Aber im Gleichnis vom Verlorenen Sohn (Lukasevangelium 15) können wir erkennen, dass er mit diesem Vater Annahme und Freude verbindet. Für mich ist somit nicht mehr spannend, was die Religionen gemeinsam haben – gemeinsam haben sie vieles – sondern worauf sie ihre besonderen Wert legen. Und das macht ihren ihr eigenen Charakter aus, das lässt den Geist der jeweiligen Religion erkennen. Das gilt auch für den Islam: Mohammed und co. kannten Juden und Christengemeinden, ich denke auch neben dem Alten das Neue Testament. Doch was rezipiert er, was lehnt er ab? Gott als Vater in dem genannten jesuanischen Sinn lehnt er ab. Was bedeutet das für den Geist dieser Religion, das Gottesbild? (Dieser Beitrag ist eine kleine Anmerkung zu: http://www.kybeline.com/2009/04/07/uber-die-herkunft-der-religionen/#more-3703) Was Voodoo betrifft: Schon sehr früh wurde Jesus als Wundertäter in Zaubergebete eingeflochten, weil die Zauberinnen damit seine Macht anzapfen wollten.  

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