Auseinandersetzung um den Islam

Ein Beitrag über den Islam. Ein Muslim sagte mir einmal, nachdem er Negatives über den Islam aufgezählt hat: Wenn dass der Islam sein sollte, dann will ich ab sofort kein Muslim mehr sein – aber das ist nicht der Islam. Das heißt: Der Islam wird in dem Beitrag so geschildert, wie ihn (weltweit viele? alle? ein paar?) Muslime nicht sehen wollen, weil er ihnen unmenschlich vorkommt. Somit bleibt es spannend – und es ist gut, wenn darüber diskutiert werden darf (wer bestimmt in einer Demokratie eigentlich, was man diskutieren darf, was nicht?): Wie wollen unterschiedlichste Muslime den Islam sehen? Wie wird er von unterschiedlichsten Nichtmuslimen wahrgenommen? Wie wollte Mohammed, dass der Islam gesehen wird?: https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/spahns-spitzwege/islam-propaganda-und-die-brandstifter/

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Religionsunterricht

Es gibt die Tendenz, alle Religionen im Sinne von bestimmten modernen Sichtweisen zu vereinheitlichen, eine Art liberale Metareligion zu schaffen. Damit nimmt man die Religionen nicht ernst, versucht aber Feuerbach zu bewahrheiten: Der Mensch schafft sich seine Religion.

Nicht Friede, Freude, Einerlei wird dann aber die Folge sein. Denn eine solche von Menschen gemachte Religion vergisst etwas: Sie wird wie alles, was Menschen machen, ins Chaos führen, in Tyrannei und Diktatur. Ansätze sind ja schon sichtbar. Vor allem aber vergessen diejenigen, die das propagieren, etwas: Gott in Jesus Christus.

Es klingt modern, eine moderne Religion schaffen zu wollen, die Gott aus den Himmel holt und den Menschen überschätzt – der Mythos vom Turmbau zu Babel warnt davor. Für viele nur ein Mythos – den man vernachlässigen kann. Es wird sich zeigen – allerdings werden die jetzt Lebenden die Folgen kaum mehr mitbekommen https://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2018-05/interreligioeser-unterricht-schule-konfessionen-verstaendigung

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Religionszugehörigkeit

In Deutschland gehörten laut Statista 2011 61% der deutschen den Katholiken, Protestanten und Muslimen an. Interessant ist in dieser Hinsicht nicht, dass in Westdeutschland in den Flächenstaaten zwischen 60 und 80% der Bevölkerung einer der großen Kirchen angehören. In Ostdeutschland freilich nicht, Sozialismus und Nationalsozialismus haben hier ihre Wirkung. Aber interessant ist, dass die vierte Rubrik heißt: „Konfessionslose, andere Religionen“. Das bedeutet, dass eine eindeutige Sicht über Konfessionslose gar nicht vorliegt, sondern Freikirchler, christliche Sondergruppen, Buddhisten, Hindus – und eben Atheisten zusammengefasst werden.

Wikipedia ist da für 2016 genauer – wobei wohl auch nur geschätzt: Alle Christen in Deutschland ca. 60% – Muslime ca. 5,7 % und alle anderen Religionen ca. 1% und Konfessionslose ca. 36%. Wobei Konfessionslose vermutlich keine homogene Gruppe sind, sondern äußerst vielfältig. https://de.wikipedia.org/wiki/Religionen_in_Deutschland

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Verhaftung von Menschenrechtlern + Antisemitismus ist Gotteslästerung + Muezzin statt Glocken

In Saudi Arabien werden Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten verhaftet: http://www.fr.de/politik/saudi-arabien-herber-schlag-gegen-frauenrechte-a-1509995

Der saudische Chef muss das machen, damit seine islamistischen Untertanen wieder beruhigt werden, und diejenigen eins auf den Deckel bekommen, die in Aufbruchstimmung waren und mehr an Öffnung erwarten, das geht ihm dann doch zu weit. Das ist politische Taktik. Die erfordert, dass man andere opfert. Alter Trick. Zeigt aber, dass man noch immer nicht über die archaische Zeit hinaus ist!

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Antisemitismus ist Gotteslästerung – wird aber kirchlich wohl nicht intensiv beachtet: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2018/05/23/alan-posener-christlicher-antisemitismus-in-der-kirche/

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In einer schwedischen Kleinstadt wurde angeblich der Muezzinruf erlaubt – der Glockenklang wurde vor Jahren verboten: http://www.kath.net/news/63874

Kann ich verstehen: Der Muezzinruf klingt so schön exotisch nach Urlaub.

(Gab es das nicht schon einmal vor ein paar Jahren?)

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Flüchtlingsrat verteidigt sich + Vodoo-Welt – Welt der Dämonen

Der Flüchtlingsrat verteidigt sich – verteidigt sich? bestätigt im Grunde die Vorwürfe, wenn man dem Beitrag glauben schenken darf: https://www.focus.de/politik/deutschland/hilfe-bei-untertauchen-vor-abschiebungen-nach-schweren-vorwuerfen-von-csu-politiker-jetzt-rechtfertigt-sich-fluechtlingsrat_id_8915534.html

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Die Welt, in der wir leben – auch das: https://mobile.nytimes.com/2018/03/24/opinion/sunday/voodoo-curse-human-traffickers.html

Menschen, vor allem Frauen, die als Prostituierte von Menschenhändlern nach Europa gebracht werden, stehen unter einem Voodoo-Fluch. Das heißt: Die Menschen gehören den Menschenhändlern. Aber nun hat ein Voodoo-Priester diesen Fluch für ungültig erklärt. Es ist ein richtiger Schritt. Aber ob der wirklich den Menschen Freiheit bringt? Menschen, die bis in ihre tiefsten Tiefen in den Fesseln dieser alten Religionen verstrickt sind, werden auf diese weise vermutlich nicht gelöst werden. Ich habe einmal von einem Christen gelesen, der auch von diesen Fesseln des Fluches und der Ängste vor Fluch und Geistern gelähmt war. Befreiung brachte erst der Glaube an den Befreier Jesus Christus, der die Dämonen verjagt und die Ahnengeister beherrscht.

Wir im so genannten aufgeklärten Westen können uns kaum vorstellen, was da alles abgeht. So genannter aufgeklärter Westen darum, weil auch bei uns esoterische Fesseln – bis hin zum puren Aberglauben, der längst verbannt schien – immer stärker Menschen bestimmt.

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Begrenzung der Zuwanderung – manche haben den Durchblick – und der lässt andere wie zornige Rumpelstilzchen in der Gegend rumhüpfen: https://www.focus.de/politik/deutschland/linken-fraktionschefin-wagenknecht-spricht-sich-fuer-begrenzung-der-zuwanderung-aus_id_8913001.html

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Gelogen?

  • Hat Platon gelogen, wenn er Sokrates viele Diskussionen in den Mund legt?
  • Haben die Schüler des Buddha (Siddharta Gautama) gelogen, wenn sie ihr Denken Buddha sprechen lassen?
  • Haben Schüler des Paulus gelogen, wenn sie in seinem Namen Briefe schreiben?
  • Hat Matthäus gelogen, wenn er aus Worten Jesu die Bergpredigt formuliert?

Man muss die anderen Sitten beachten:

  • Es war eine Ehre, wenn man sich ganz klein machte und dann Briefe im Sinne des Lehrers formulierte, um ihn leuchten zu lassen.
  • Schüler Buddhas haben anderes Interesse, als Siddharta Gautama darzustellen – es geht um Buddha, also um die Darstellung der Erleuchtung und der Gedanken des Erwachten, der ja nicht der einzige Erwachte ist. Von ihm geht die Erwachung und die wahre Lehre aus – die andere fortschreiben. (Man lese nur einmal die Reden des Buddha in dem ReclamHeftchen!)
  • Was Platon betrifft – er verschränkt Reales mit Fiktivem: Diogenes Laertios überliefert, dass Sokrates nach der Lektüre des Lysis gesagt haben soll: „Beim Herakles, wieviel hat der Junge bloß über mich zusammengelogen.“ – Aber: Dieser Spruch ist vermutlich auch „gelogen“, obgleich er Wichtiges wiedergibt. Aber was will Platon? Darauf kommt es an und war Welt bewegend.
  • Und das gilt in etwa auch für Matthäus – in etwa darum, weil jede dieser Arten mit Welt und Sprache umzugehen, nicht 1:1 übereinstimmen, Traditionen… – : Die Anwesenheit des auferstandenen Jesus Christus, die Gabe des Geistes Gottes ist zu berücksichtigen und somit das, was er im Blick hat und bewirkt hat.

Komplex ist die Welt der Religionen (und der Philosophie), die Sprache des Menschen, sein Denken, sein Sich-Verorten in der Welt.

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Evolution der Religion

Dass es eine Evolution der Religion gibt, ist nicht neu. Ebenso ist nicht neu, dass die heiligen Schriften ein Tagebuch der Menschheitsgeschichte sind (vor allem auch die der Hindus). Neu und interessant ist, wie der Beitrag aus GEO (01/2018) die Entwicklung des Gottesbildes darstellt – und das unter Einbezug der Kultivierung des Menschen. Die Intellektuellen Israels haben den Monotheismus gegen den Polytheismus durchgedrückt. Dieser Gott war der Herrscher der Geschichte – er machte was er wollte. Und das zu erkennen war gut, weil dadurch die Vielfalt gebändigt wurde. Dieser Gott war für Gutes und Schlimmes zuständig. Dieser Gott konnte aber die persönlichen kleinen Individual Götter nicht ersetzen, er war zu weit weg. Darum hat man den Gott persönlich nahe kommen lassen (Psalmen). Der nächste Schritt war, dass man erkannte: Man kann diesem Gott begegnen, indem man sich moralisch einwandfrei verhält – dann wird er einem Gutes geben, wenn man sich nicht moralisch gut verhält,  bekommt man Schlechtes. Da es auf der Welt nicht so zuging, also: gute Menschen haben Übles erfahren und üble Menschen Gutes, hat man die Belohnung bzw. Bestrafung ins Jenseits verfrachtet. Dann wurde der Teufel ins Spiel gebracht, der das Schlechte von Gott abzog und es ermöglichte, Gott als den lieben Gott anzusehen. Und dann kam das böse Christentum und hat eine Entwicklung des Gottesbildes keinen Raum mehr gelassen dadurch, dass es die Bibel kanonisierte und festschrieb.

Interessant ist diese Darstellung, weil sie eben Religion und Entwicklung der Menschheit seit ca. 4000 Jahren zusammenführt. Aber die Stringenz funktioniert nicht. Man kann nicht einzelne Punkte aus der Geschichte herauslösen und sie dann fein säuberlich hintereinanderlegen. Was man zum Beispiel in der Evolution des Menschen versuchte und nun auch revidieren muss, das ist auch in solchen kulturellen Fällen zu beachten. Denn die unterschiedlichsten religiösen Aspekte kamen ja nicht allein aus Israel. Man hatte Bekanntschaft mit anderen Religionen gemacht (Ägypten/Babylon…) und das hat man dann gefiltert – aus seiner religiösen Perspektive heraus, also man hat nicht alles übernommen! – und seinem Gottesbild weiterführend angepasst. Es gab Fortschritte, Rückschritte, vieles war gleichzeitig vorhanden. Und das gab es auch nach der Kanonisierung der Bibel. Denn das wird dem Christentum ja immer vorgeworfen dass es nicht mehr biblisch sei, dass es sich so verwässert habe, dass es gar nicht mehr Christentum zu nennen sei. Aber der Kanon ist ein Maßstab geblieben, an dem viele Neuerungen gemessen wurden und auch werden. Zudem: der Hinduismus zeigt ganz andere Aspekte auf, trotz ähnlicher sozialer Entwicklung. Trotz dieser und anderer anzubringender Kritik, ist das ein lesenswerter Beitrag.

Das ist diese Perspektive. Und was sagen Christen dazu? Gott hat sich dem Menschen immer nur soweit zu erkennen geben können, wie der Mensch in der Lage war, ihn zu verstehen. Wenn man einem Säugling mit hoher Mathematik kommt, dann ist er überfordert (ich bin es heute noch). Wenn Gott sich dem Menschen vor 4000 Jahren so offenbart hätte wie man ihn heute erkennen kann, hätte der Mensch nichts kapiert. Vielleicht hat Gott es ja auch gemacht – aber eben: Der Mensch ist nicht soweit gewesen. Und so offenbart sich Gott auch weiterhin, der Maßstab ist für Christen nicht die Bibel als Bibel, der Maßstab ist Jesus Christus, der durch seinen Geist wirkt – und aus diesem Geist heraus auch die Bibel (aus begrenzter menschlicher Perspektive) neu verstehen lässt.

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Religiöse Sprache – Sprachspiele

1.

Unterschiedliche Wissenschaften und Gruppen einer Gesellschaft haben unterschiedliche Sprachen – neben der Alltagssprache. Mathematiker haben eine andere Sprache, Logiker haben eine, Juristen haben ihre Sprache und Mediziner, Psychologen und Naturwissenschaftler welcher Couleur auch immer, Jugend hat ihre Sprache, Alter und dann der Slang, unterschiedliche Kulturen haben ihre Art, Worte zu verwenden und – damit zusammenhängend – zu diskutieren.

2.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Inhaltlich ist das ein vollkommen unlogischer Satz. Was ist Würde? Was/wer ist Mensch? Was bedeutet unantastbar? Würde wird nicht definiert, weil es Menschen ausgrenzen würde. Man kann vor dem Bundesverfassungsgericht klagen, wenn man den Eindruck hat, dass einem die Würde genommen wird. Mensch. Was ist der Mensch? Aus welcher Perspektive? Chemie, Biologie, Soziologie, Religion, Psychologie… Eine Einengung auf eine dieser Sichtweisen wird dem Menschen nicht gerecht. Ein Ausschluss dieser Sichtweisen ebenfalls nicht. Unantastbar? Heißt das: Keiner darf sie antasten? Was heißt das aber, wenn man nicht definiert, was Würde ist, was Mensch ist? Heißt das, dass sie nicht angetastet werden darf, dass sie überhaupt nicht angetastet werden kann? Usw. Gleichzeitig ist das ein wunderbarer Satz, weil er den Menschen – den individuellen Menschen ernst nimmt. Ernst nimmt in seinen eigenen Befindlichkeiten. Er ist nicht nur Teil der Gemeinschaft und als solches wichtig, er ist als Individuum wichtig. Und so lautet die Frage immer – auch wenn wir das nicht alles so genau definieren können -: Wo werden in unserem Land Menschen entwürdigt? In schweren Grenzfällen kommt es entsprechend auch zu heftigen Diskussionen (Abtreibung, Altenpflege, Gefängnissen…).

3.

Wir sind in unterschiedlichen Sprachspielen zu Hause. Und wenn man sich nicht aus der Gesellschaft mit ihrer Alltagssprache ausschließen will, muss man versuchen, so kompatibel wie möglich zu sein. Das ist ja auch die große Angst mancher Wissenschaftler, dass sie sich so von den allgemeinen Menschen abheben, dass sie sie nicht mehr verstehen und darum nicht nur links liegen lassen, sondern sie sogar ablehnen – und damit keine Gelder durch die Politik mehr zugewiesen bekommen. Darum muss die Wissenschaft auch immer versuchen, ihre Sprache in allgemeine Sprache umzuwandeln – in andere Sprachspiele hinüberzuführen. Und das betrifft auch die Religion. Die Religiöse Sprache ist dann kein Problem, wenn Menschen in ihr zuhause sind. Sobald aber der Faden abreißt und keiner mehr die religiöse Sprache versteht, bekommt sie Probleme. Man verwendet Bilder – aber kaum einer weiß mehr, was sie meinen. Und so muss also auch Religion immer wieder versuchen, wie die Wissenschaft, sich in der jeweiligen Alltagssprache vernehmbar zu machen. Wie die Wissenschaft weiterhin Insidersprache ausbildet, so natürlich die Religion. Aber man muss über diese Insidersprache hinauskommen, um den Kontakt zur Alltagssprache nicht zu verlieren. Das betrifft aber auch den Sprung zwischen den Religionen. Wenn der islamische und christliche Kulturkreis aufeinander treffen, dann haben sie nicht dasselbe Sprachspiel (wie auch das Sprachspiel innerhalb der christlichen Konfessionen variiert und mühsam zusammengeführt werden muss) – und diesen anzugleichen dient der Religiöse Dialog.

4.

Die Religiöse Sprache besteht unter anderem aus:

  • Mythos – das heißt: der Glaube findet mit Hilfe bestimmter Bilder / Sprachmustern aus der jeweiligen Zeit die Möglichkeit, sich vernehmbar und verstehbar zu machen.
  • Gebet – Gespräch (Klage, Bitte, Dank, Hymnus…) mit Gott/Göttern
  • Segen und Fluch – Gnade Gottes / der Götter auf den Mitmenschen und sich selbst legen, sich unter die Schutzhülle Gottes legen – Fluch: Diese Schutzhülle zerstören.
  • Gleichnis – Verknüpfung von Transzendentem mit Immanenten durch Sprache,
  • Bekenntnissen – mit Hilfe der Sprache seiner Zeit und auch der Tradition das Transzendente konstatieren,
  • Argumentationen im Rahmen der Religion – aber eben auch im Rahmen der Alltagssprache. Religiöse Sprache in die Wissenschaftssprache zu transportieren, ist noch schwerer. Religion in die Sprache der Logik – welcher? – Mathematik, Medizin, Psychologie, Linguistik zu überführen – das können im Grunde nur Glaubende, die auch in dieser jeweiligen Experten-Sprache zu Hause sind.
  • Religiöse Sprache besteht auch aus anderen Fertigkeiten: Gesten (z.B. in den Arm nehmen, Hand halten), Mimik, Kunst, Musik, Architektur (Raum schaffen), Farben, Kleidung, Filme, Riten, und was für Christen immer wichtig war (auch wenn manche eher die gegenteiligen Handlungen betonen(*): teilen, sich einsetzen für Arme, Schwache, den Menschen, die Hilfe und Zuflucht benötigen, …

5.

Religiöse Sprache vermittelt auch Sinn des Lebens. Das ist aber nicht allein mit der Religion zu verbinden, sondern auch mit anderen:

  • Gott,
  • König,
  • Vaterland,
  • Familie,
  • Anerkennung in seinem sozialen Umfeld.

Darin sahen viele Vorfahren den Sinn ihres Lebens. König gibt es nicht mehr. Vaterland gibt es noch – und wenn es dem Vaterland schlecht geht, geht es auch dem Individuum schlecht. Von daher ist der Einsatz für das Vaterland auch heute noch für viele äußerst sinnvoll. Einsatz für die Familie, das Überleben des Stammbaumes, damit verbunden auch in höheren Kreisen das Bewusstsein, dass man als Familie zum Wohl der Gemeinschaft (viele auch zum eigenen Wohl) wirken muss.

Heutzutage kam manches pointiert Neue hinzu:

  • Einsatz für die eigene Karriere – damit man Ansehen hat, damit man mehr als ein gutes Auskommen hat, weil Geldbesitz und Freiheit häufig zusammen gesehen werden (also Egoismus bzw. Hedonismus).
  • Einsatz für die Menschenrechte, Einsatz für die Umwelt – das gibt dem Leben so mancher ihren Sinn (Mitleid, „Schleier des Nichtwissens“…).
  • Man setzt sich Ziele – Macht der Religion ersetzt durch Wirtschaftsethik, Wissenschaftsethik, Diskursethik…

Das bedeutet, dass Menschen ihren Sinn sehen, unabhängig von den klassischen Religionen, auch wenn sich viele, die sich für Menschenrechte und Umwelt einsetzen, auch religiös sind, wenn manche auch nicht christlich, so doch mit Hilfe eines Flickenteppichs religiöser Wohltaten (Esoterik, Wiedergeburt…) ihr Leben einrichten. Menschen wollen eher wieder auf die Erde kommen, der KarmaGedanke ist manchen angenehmer als der Gedanke, bei einem Gott zu sein, den sie nicht kennen. Oder: Man kann sich selbst sagen: Gut gemacht! Du hast dich für die gute Sache eingesetzt. Nun kannst du ruhig den Weg jeglicher Natur gehen – den des Vergehens -, und dienst recycelt der Natur.

Das bedeutet für die religiöse Sprache: Religion war dafür, dem Leben einen Sinn zu geben, das über das Irdische hinausgeht, zuständig. Das wurde von anderen Sinn-Gebungen ersetzt. Die Frage ist nun – mit Blick auf den christlichen Glauben: Wie können wir unsere Sprache so einsetzen, dass sie Menschen Heimat bietet, dass sie Menschen hilft, den zu erreichen, der die Ursache und das Ziel des Lebens ist? Geht das überhaupt nur mit Sprache – muss man dazu nicht alle Möglichkeiten (s. oben 4.) in Betracht ziehen? Wie kann man darauf aufmerksam machen, dass sie religiöse Ersatzhandlungen verfallen sind, statt sich dem wahren Gott zur Verfügung zu stellen? Aber auch das ist Ausdruck der Zeit: Statt Blumen: Plastikblumen, statt Freiheit: ein Cabrio, statt echte Nahrungsmittel: irgendwelche chemische Schnitzel, statt echten Menschen: Menschen über Geräte (TV, Radio, Handy…)…

7.

Das bedeutet nun: Diese Sprachspiele sind in der Kommunikation zu beachten. Man ist jeweils Teil einzelner Sprachspiele, niemals Teil des gesamten Spiels. Von daher sind Rücksichtnahme, Verstehensversuche angebracht, statt Dominanzgebarens.

 

(*) Geschichtsschreibung betont die Herrscher, die Macht, die Starken. Diejenigen, die im christlichen Sinn tätig waren, kommen im wesentlichen nur durch die Heiligenlegenden usw. in den Blick. Hin und wieder erlauben auch mal andere Infos einen kleinen Einblick in die christliche Alltagswelt. Von daher sind viele auch Opfer der allgemeinen Geschichtsschreibung der Sieger. Heute gehen Bemühungen tiefer: Wie können wir den Menschen des Alltags in der Geschichte auf die Spur kommen? Da hat zum Beispiel die feministische Betrachtung so manches herausgearbeitet, was für Christen wohl noch nicht so vorliegt. Ich muss aber meine Unkenntnis eingestehen. Gibt es eine christliche Geschichtsaufarbeitung „von unten“?

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Verhaltenskodex Religionsausübung

Soweit ich das nach einer ersten Durchsicht sehe, ist dieser Kodex der Hamburger Uni angemessen: https://www.uni-hamburg.de/uhh/profil/leitbild/verhaltenskodex-religionsausuebung.html

Man fragt sich nur: Warum war es notwendig, einen solchen zu erstellen? Wer stellte sich quer? Warum sind wir in einer Situation, in der Selbstverständlichkeiten äußerst genau formuliert werden müssen?

Es ist eine Zeit, in der Ideologen – sowohl religiöse als auch nichtreligiöse – meinen, niemanden neben sich dulden zu können, der ihrer Weltanschauung nicht entspricht.

Und es wird Zeit, dass sich die Mitte der Gesellschaft gegen all diese Ideologen stemmt. Von daher finde ich eine solche Formulierung der Regeln gut.

Wissenschaft und Forschung wird über die Religion – hoffentlich auch über die Weltanschauungen – gestellt. Von daher ist das ein Modell für Unis und Firmen – nicht aber für die gesamte Gesellschaft. Denn in ihr sind sie (und weitere Themen) Teil und Ausdruck der Gesellschaft.

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