Rousseau + Weizsäcker

Jean-Jacques Rousseau wurde heute vor 300 Jahren geboren (28.6.1712). 100. Geburtstag hätte der Physiker und Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker gefeiert (28.6.1912).

Zu Rousseau: Der Mensch ist frei und gut – lebt fast instinktiv. Er ist egoistisch – im positiven Sinn, denn er muss ja überleben; er hat Mitleid – denn er mag keinen anderen leiden sehen und er strebt nach Vervollkommnung. Doch dann begann das Malheur: Ressourcen werden knapp, er muss sich mit anderen arrangieren und wird selbstsüchtig. Die Gesellschaft macht den guten Menschen kaputt. Aber der Mensch will zum Guten erzogen werden.

Von daher wünsche ich Euch: Viel Spaß dabei, Euch durch Medien und andere schlaue Menschen erziehen zu lassen. Die Gesellschaft wird vielleicht doch noch gut… – so gut, wie der Einzelne im quasi-instinktiven Zeitalter noch gewesen ist: Bienen, Ameisen, Erdmännchen, Nacktmulchen gleich.

[[Nachtrag: „Den Wunsch, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, verdanken wir ihm…“ http://www.welt.de/kultur/history/article107282707/Warum-wir-alle-nicht-Papst-sondern-Rousseau-sind.html Echt? Das kann man auch nur sagen, wenn man nur bis zu Rousseau denkt. Aber vor ihm gab es auch schon Menschen – naja, ein paar.]]

Zu Weizsäcker s.: http://www.welt.de/kultur/history/article13680234/Carl-Friedrich-von-Weizsaecker-hat-wohl-gelogen.html – aber ich denke, dass das nicht alles ist, was über ihn gesagt werden darf. Er mag gelogen haben – aber er hat mit seinem neuen Leben viele Menschen beeindruckt und ihnen auch die Augen geöffnet. Er war Pazifist, forderte von der Wissenschaft, Verantwortung für ihre Forschung zu tragen, setzte sich für eine globale Ethik ein – Vernunft anwenden in allen (nicht nur in wissenschaftlich-technischen)  problematischen Bereichen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/carl-friedrich-von-weizsaecker-tod-eines-mahners-und-vordenkers-a-480059.html s. vor allem auch: http://www.cfvw.org/ Dem egoistischen Interesse der Kulturen muss man die Einheit der Welt entgegenstellen. Ihm konnte die Veränderung der Welt vor der nahenden von Menschen gemachten Katastrophe nicht schnell genug gehen – aber er hatte auch etwas gegen die Selbstgerechtigkeit der Weltverbesserer.

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Vernunft + Vernunft

Zur Diskussion zwischen Habermas und Benedikt XVI.: http://www.kath.net/detail.php?id=33053 Ist der Riss zwischen Weltwissen und Offenbarungswissen zu kitten? „Der Papst fordert die Denker dazu auf, angesichts der objektiven Schwierigkeiten der säkularisierten Vernunft diese mit einem Glauben kommunizieren zu lassen, der in eine größere Vernünftigkeit eingeschrieben ist.“

Uanbhängig von dem, was diese beiden großen Denker zu dieser Frage denken: Die säkularisierte Vernunft kann nur eine Einheit postulieren, wenn sie alles, was diese Einheit zu stören scheint, ausklammert – so die Vernunft, die Offenbarungswissen einbringt. Diese säkularisierte Vernunft, die nicht in der Lage ist, hier eine Brücke zu schlagen, sieht sich angesichts all der unterschiedlichsten und widersprechendsten Antworten der säkularisierten Vernunft zu allen möglichen relevanten Fragestellungen (z.B.: Was ist der Mensch?) vor einem großen Dilemma: Vernünftig müssen auch Ansichten sein, die sich ausschließen – und das kann zur Folge haben: Alles ist irgendwie richtig. Und diese Folge widerspricht dem Anspruch der säkularisierten Vernunft,  alles im Griff zu haben.  Denn das ist ja der Haupteinwand der säkularisierten Vernunft gegen die aus der Offenbarung Gottes lebenden Vernunft, dass sie Gott und alles, was damit zusammenhängt, nicht so im Griff hat, dass sie Gott in die säkularisierte Vernunft einbringen kann. Kurz gesagt: Die von der Offenbarung redende Vernunft kann Gott nicht sprachlich beweisen – sie hat Gott also nicht im Griff. Und weil sie Gott nicht im Griff hat, hat sie vor der säkularen Vernunft keine Daseinsberechtigung. Aber die säkulare Vernunft zerfasert sich – und damit hat sie ihre eigenen Grenzen erreicht. Man kann natürlich sagen: Alle haben ein Stückchen Richtigkeit usw., dann muss man aber die aus der Offenbarung heraus redende Vernunft auch gelten lassen. Ebenso dann, wenn man sagt: Alle Äußerungen der Vernunft sind menschlich – gehören zum Menschen. Aber das kann ein Denken, das von der Vernunft ausgeht, nicht so recht auf sich sitzen lassen.

Übrigens: Nett finde ich die Aussage bei Wikipedia: „Die Vernunft ist das oberste Erkenntnisvermögen, das den Verstand kontrolliert und diesem Grenzen setzt bzw. dessen Beschränkungen erkennt.“ Ob Otto Normalphilosoph, der sich vom säkularen Denken leiten lässt, das unterstreichen kann?

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Ethik

Ein paar Happen zum Thema „Ethik“:

Sokrates (469-399) / Platon (428/7-348/7) haben sich in Fragen der Ethik sehr hervorgetan. Vor ihnen wurde gefragt: Wie kann man gut leben? Antwort: Man kann gut leben, wenn man sozial eingebunden ist. Sozial ist man eingebunden, wenn jeder das in ihm angelegte Lebensziel perfektioniert. Bei Platon wird die Tugendlehre betont: Tapferkeit, Besonnenheit, Gerechtigkeit – kurz: Man muss das Gute erkennen, die Idee des Guten, das vollkommene Gute – und sein Verhalten entsprechend ausrichten. Was die Idee des Guten ist, das weiß der philosophisch Denkende, der Freund der Weisheit (Philo-Sophie).

Aristoteles (384-322), der dritte große Philosoph der Griechen, sieht als Lebensziel das Glück an. Um das zu erreichen ist die Lebenserhaltung notwendig – aber vor allem auch die Vernunft. Vernunft und Lebenserhaltung müssen in Einklang gebracht werden. Aber da nur die Götter glücklich sind, muss man sich als homo politicus mit den anderen Menschen arrangieren, um möglichst viel Glück erreichen zu können.

Der vierte große Denker: Epikur (341-271/0). Lust ist Ziel des gelungenen Lebens. Man hat Epikur lange missverstanden – aber in der Auseinandersetzung mit ihm ist die Philosophie weiter gekommen. Es geht Epikur nicht um Sex, um Vergnügen – sondern um: Seelenruhe, Lust der Seele. Und diese Seelenruhe wird durch viele Ängste gestört. Was bringt Lebensglück? Die Ängste zu bekämpfen – und Epikur bekämpft sie so: Schmerzen sind auszuhalten, wenn man tot ist, spürt man nichts mehr, Götter strafen nicht – und alles was man zum Leben wirklich benötigt ist eigentlich doch recht wenig. Also im Grunde muss man diese vier Ängste bekämpfen – hat man diese Ängste bekämpft, lebt man in Lust.

Die Hand wird voll: der fünfte große Denker – der zumindest durch seine Schüler großen Einfluss bekommen hat, ist Zenon von Kition (333/2-262/1). Die von ihm ausgehende Gruppe ist die der Stoiker, die auch die frühen christlichen Denker intensiv beeinflusste: Selbsterhaltung und Vernunft – das kannten wir schon von Aristoteles. Nur hier wird das ein wenig anders betont: Die Vernunft muss lernen, sich dem Grundprinzip der Welt – der Vernunft, der Ordnung – anzupassen, sich in sie eingliedern mit dem Ziel, sich zu vervollkommnen, indem man diese Anpassung immer stärker beherrscht. Und je mehr man diese Vervollkommnung erreicht hat, desto gelassener wird man – auch angesichst des Todes. Und wesentlich: das gilt für alle Menschen, es gilt nicht nur für die Elite (vgl. Epikur), das gilt den Sklaven wie den Herren, den Philosophen wie den Händlern – jeder hat Teil an dieser göttlichen Weltordnung. Diese Sicht hat viele große Menschen beeinflusst: Seneca, Epiktet, Mark Aurel (auch wenn Mark Aurel aus politischen Gründen gegen diese Prinzipien handelte).

Mit diesen fünf Denkern ist die allgemeine Richtung für spätere Zeiten vorgegeben. Der Weg ist die Vernunft – aber dieser Weg gabelt sich in zwei Folgewege:

  • gibt es eine Grundidee (Platon), ein Grundprinzip (Stoa), das die Ethik prägt, vorgibt? – Diesem Gedanken folgen spätere Christen bis in die Gegenwart hinein;
  • muss die Ethik eher innerweltlich erklärt werden (Aristoteles, Epikur)? Diesem Gedanken folgen vor allem neuzeitliche Denker, die das religiöse Element stärker ausklammern.

Nicht, dass damit alle Aspekte schon vorgegeben sind. So hat zum Beispiel Augustin (354-430) gesehen, dass der Mensch in seiner Natur vorherbestimmt ist – dass er aber einen Willen hat – mit den Stoikern -: sich dem Wollen Gottes anzupassen. Und dieses – nennen wir es Grundprinzip – ist die Liebe. Es wird deutlich, dass hier unterschiedliche Traditionen miteinander verbunden wurden: Griechische Philosophie, Altes Testament, Lehre Jesu Christi. Anders als bei den griechischen Philosophen steht auch ein wichtiger jüdisch-christlicher Aspekt bei Augustin im Vordergrund: Nicht der Verstand erarbeitet sich das Göttliche – sondern Gott offenbart seinen Willen.

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Nietzsche

Nietzsche war kein großer Denker http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article13377631/Nietzsche-war-kein-grosser-Denker-Wirklich-nicht.html – sehe ich auch so. Nur er hat seine Zeit gespürt – und hat geschrieben, was so mancher zu denken begonnen hatte. Zum Beispiel: Was Jean Paul noch als Alptraum formulierte (Rede des Toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei), das hat Nietzsche als Realität formuliert: Gott ist tot. Er hat auch die philosophisch langatmig formulierte Kritik am christlichen Glauben, die schon ein wenig älter war, mit neuen knallhart formulierten Sentenzen aufgefrischt. Und er hatte dabei einen neuen Maßstab: Seinen eigenen Zerfall kompensierte er mit Größenwahn – und musste darum die Christen, die „kleine“ Leute betonten, verachten. Nichtsdestotrotz: Ich mag vieles von Nietzsche. Sein verachtendes Auge sah vieles, er nahm es ehrlich war – was meistens verschwiegen wurde und verschwiegen wird. Die Gottesdunkelheit führte ihn zum Übermenschen. Er konnte das Nichts nicht ertragen. Auch andere Nihilisten können das Nichts nicht ertragen – und gleiten ab in die faschistischen linken wie rechten Ideologien. Nihilistisch sein Leben verbringen – das kann sicher kaum ein Nihilist. Und da Nietzsche körperlich nicht mehr in der Lage war, etwas zu unternehmen, wirkte er mit Worten.

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Ethik und Reli

Ich finde diese Interpretation interessant: http://www.kath.net/detail.php?id=31943

>“Ich befürworte das sehr – denn Ethik-Unterricht ist für mich das jammervollste, was man sich vorstellen kann: Es gibt ja keine Basis. Im Religionsunterricht lernt er wenigstens etwas, an dem er sich abarbeiten kann.“ Einstimmig auch das Urteil von Matussek und Taschner über den „neuen Atheismus“. Dieser bediene sich „uralter Argumente“, so Taschner, und sei „wenig spannend“. Wenn man gegen die Lehre der Kirche argumentieren wollte, so empfehle er eine theologische Argumentation, „da sind die Waffen der Kirche gegen sich selbst viel schärfer als der Rückgriff auf die Naturwissenschaften“. Matussek ergänzte dazu, es sei „frappierend, mit welcher Bravour die ‚Neuen Atheisten‘ das Fest ihrer eigenen Unfreiheit feierten“ und sich selbst auf „chemo-physikalische Prozesse reduzieren“. Der eigentliche Fels des Atheismus bleibe – so Taschner und Matussek – das Theodizee-Problem, also die Rechtfertigung Gottes angesichts der Realität des Leidens in der Welt.<

Für Schüler mag Ethik-Unterricht interessant erscheinen, weil ihnen das, was sich Menschen alles so ausdenken, unbekannt ist. Man geht auf unbekanntem Terrain weiter – und manche finden das spannend – andere sehen das freilich nur als dummes Geschwätz, weil es eben mit Schule zu tun hat. Aber diejenigen, die Ethik interessant finden, die kommen noch nicht soweit, das Fach als jammervoll anzusehen. Ethik ist ja im Grunde nur eine Verlegenheitslösung gewesen: Wie bringt man Schüler unter, die keinen Religionsunterricht besuchen wollen? Wenn Ethik ein positives Ziel hat, dann gerät das Fach leicht unter Ideologieverdacht.

Religionsunterricht: Auch hier ein entsprechendes Bild: Manche Schüler sehen das als Geschwätz an, manche finden es interessant, weil sie sich auf neuem Terrain bewegen. Und interessant finde ich an dieser Diskussions-Darstellung (s. Link), dass nicht die Letztbegründung der Religion als positiv hervorgehoben wird, sondern, dass man sich daran abarbeiten kann – und sich an dem Anspruch der Religion abarbeiten, das führt das Individuum weiter.

Was die Ethik betrifft: Man sieht als Konsequenz der Philosophiegeschichte: Jeder Mensch denkt halt  unterschiedlich, seiner Zeit entsprechend – und ich denke halt so wie ich es tue. Was solls. Das heißt: Man hat keinen Maßstab, keinen Standpunkt, von dem man aus das Eine oder Andere annehmen, ablehnen kann – außer eben: Ich sehe das anders. In der Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten philosophischen Positionen soll sich der Schüler eine eigene reflektierte Position erarbeiten. Und das ist doch schon mal etwas – das man nicht unbedingt als „jammervoll“ bezeichnen kann.

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Sex-Sklavin

Ich las das neulich schon auf Englisch – und dachte trotz meiner Englisch-Kenntnisse, ich habe etwas nicht verstanden. Aber ich habe es wohl doch verstanden. Dann kann man noch denken, dass sich das irgendein Knallkopp ausgedacht hat, um den Kuwaitis zu schaden: http://zoelibat.blogspot.com/2011/06/sexsklavinnen-im-islam.html Eine kuwaitische Frau fordert angeblich, dass muslimische Männer die Möglichkeit bekommen sollen, Frauen aus europäischen Gefägnissen freizukaufen, um Sexsklavinnen zu haben. Ungläubige Sexsklavinnen sind freilich im Islam – geschichtlich gesehen – nichts, das einen wundert, steht doch im Koran schon von ihnen geschrieben. Und das wurde auch durch die Jahrhunderte praktiziert. Aber dass eine Frau aus der Gegenwart solches zu fordern scheint, zeigt doch, wie untermenschlich manche aus diesem Kulturkreis denken.

Aber ich befürchte, der Gedanke wird für viele Zeitgenossen etwas Reizvolles haben: Haben die Frauen es als Sexsklavinnen nicht besser als als Gefängnisinsassin? Vor allem: In Kuwait werden sie versorgt, haben Männer, die sie mit Haut und Haar begehren, liegen dem Staat nicht auf der Tasche, ebenso der Krankenkasse und Rentenversicherung nicht, außerdem haben sie – ist das für die Frauen nicht schön! – doch ihre überraschenden Abenteuer… –  wenn man schon Behinderte abtreibt, weil sie der Gesellschaft auf der Tasche liegen, wenn man schon Alte am liebsten der Euthanasie zuführen möchte, weil sie nichts mehr zum Bruttosozialprodukt beitragen – dann können doch auch Frauen, die man in den Ländern nicht verwenden kann, nach Kuwait verschifft werden?

Ich befürchte, dass manchen das Ungeheuerliche dieser in extremistischer Form betriebenen Weltanschauung immer noch nicht unter die Haut gehen wird. Es gilt Anwalt für die Menschenwürde zu sein, für die Kultur des Lebens: sei es bei den Ungeborenen, sei es bei den Alten, sei es bei den Frauen und Kindern. Übrigens heißt es, dass die Sexsklavinnen über 15 Jahre alt sein sollten. Was für ein Fortschritt – auch in diesem Kulturkreis.

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Erderwärmung

Wir saßen in einem von der Sonne aufgeheizten Raum. Da sagte sie: Und da glauben manche immer noch nicht an die Erderwärmung.

Aber sind die folgenden Sprüche auch so gemeint, wie sie hier rüberkommen? http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2011/06/07/einige-nette-bonmots/

Die Misanthropen sollten mit gutem Beispiel vorangehen und an sich selbst das vollziehen, was sie mit den Menschen vorhaben. Sind sie doch selbst Menschen. Wenn jemand das, was ich sage, fies finden sollte: Ich denke dabei nur an – sagen wir mal kant-isches: Wolle nur das, von dem du willst, dass es allgemeines Gesetz wird. Umgesetzt, lieber Misantrop: Wolle nur das, was auch an dir vollzogen werden soll.

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Philosophie der Angst: Peter Singer

Die linke Zeitung: junge Welt hat einen bemerkenswerten Beitrag zu der Verleihung des Ethikpreises der Giordano-Bruno-Stiftung. Die Giordano-Bruno-Stiftung war schon häufiger Thema dieses Blogs, sie versucht alle möglichen atheistisch angehauchten Geister zu sammeln, ihr Obergeist ist Michael Schmidt-Salomon, den ich auch schon im Blog besprochen habe. Nun: Diese Stiftung wird den Ethikpreis(!) an Peter Singer verleihen. Peter Singer vertritt unter dem Deckmäntelchen des Mitleids eine utilitaristische Ethik: Das heißt, dass Menschen, die nicht allein im Leben klar kommen, die geistig behindert sind, zwar dem homo sapiens zuzuordnen sind, aber keine Person sind – damit auch getötet werden können. Das würde allen besser tun: Eltern wie Gesellschaft – und natürlich auch dem Kind. Die Laudatio wird laut Junge Welt jemand halten, der meint, Vergewaltigung sein eine Fortpflanzungsstrategie erfolgloser Männer: Volker Sommer. Da will Schmidt-Salomon immer so ethisch tun – aber diese ganze gespenstische Szenerie zeigt, in welchen ethischen Bereichen sich dieser Verein bewegt. Mir ist es immer recht, wenn die Gruppen ihr wahres Gesicht zeigen, das sie immer so schön mit hohltönenden Phrasen schminken. Nachdem Kritik aufkam, versucht Schmidt-Salomon aus Peter Singer einen Peter Singer light zu machen. Ob Peter Singer das gerne hört? Nun, Peter Singer hat einen Fanbereich bei den extremen Tierschützern, denn Gorillas usw. sind für ihn eher Person als die Behinderten. Damit hat er einen ethisch blinden Fankreis um sich geschart. http://www.jungewelt.de/2011/06-01/001.php

Was halten wir dagegen? Die Würde des Menschen ist unantastbar. Und da kann kein Peter Singer herkommen, keine Ethikkommission, kein moralisch behindertes Individuum (zum Beispiel das, das seine dementen Eltern mit dem „Gnadentod“ ins Jenseits schicken möchte), da kann keiner herkommen, der nun anfängt, Menschen auszusortieren. Wer schenkt jedem – aber auch jedem Menschen diese Würde? Gott. Wenn Gott keine Rolle spielt, dann fängt man an, herumzudoktern. Ja, der hat Würde, der hat keine Würde, den darf man am leben lassen, den darf man nicht am leben lassen… Da geben sich Atheisten so eine große Mühe, um aller Welt zu zeigen: Wir sind auch ethisch orientiert – und dann schlagen sie diesen Atheisten, die sich redlich Mühe geben, Ethik atheistisch zu begründen, mit dem nassen Peter Singer-Tuch um die Ohren.

Damit sind schwere Fragen angesprochen. Aber eine Gesellschaft, die versucht, die Kultur des Lebens zu verwirklichen, hat die Pflicht, andere Wege zu suchen und zu gehen. Und sie hat die Pflicht, den Menschen zu helfen, die diese Wege gehen müssen (Eltern behinderter Kinder, Familien mit dementen Familienmitgliedern usw.).

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