Kramer – thüringischer Verfassungsschutz Chef

Da wären doch alle sehr zufrieden, wenn Kramer der Chef des Verfassungsschutzes werden würde – Maaßen-Nachfolger. Ich schrieb es schon im September. Er bringt sich auch öfter medial ins Spiel – oder wird ins Spiel gebracht. Kann ich nicht so richtig unterscheiden. Ist das Zufall?

Die Linken wären nicht dafür – sie sind sowieso gegen den Verfassungsschutz: https://www.thueringen24.de/erfurt/article215324333/Quelle-Wikipedie-Linke-attackiert-Thueringer-Verfassungsschutz-Chef.html

Aber auch dann noch, wenn der Verfassungsschutz die Linksextremen in Ruhe ließe und sich auf die Rechtsextremen konzentrieren würde? Ließen sie dann mit sich reden? Würde zwar der Gesellschaft schaden – aber der Kampf heute gilt Rechts(extremen) nicht Linksextremen, wenn man so die Statements von Politik und Medien wahrnimmt. Dass die Gesellschaft genauso auch durch Linksextreme zerstört wird, gerät immer weiter aus dem Fokus.

Übrigens: Kramer ist auch im Stiftungsrat der Amadeo Antonio Stiftung. Das prädestiniert: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/wir-ueber-uns/gremien/

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Verrücktheiten – das Gute am Kirchentag + Christenverfolgung nicht dramatisieren + Kinderinnen + Kirchentag Rückblicke

Das Gute am Kirchentag: Er lässt so manche Verrücktheiten ins Zentrum rücken: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/evangelischer-kirchentag-genderwahn-verunstaltet-liederbuch-15036612.html

  • Aber all diese Verrücktheiten haben auch die Kraft, die Menschen von den Kirchen zu entfremden. Nicht vom Glauben. Im Gegenteil. Aber die Modernistischen in der Kirche und der Kirchenspitze die leben in einer Blase und merken gar nicht, dass sie im Grunde von dem konservativen Engagement lebt. Was wir sehen können ist, dass nicht nur in der AfD, sondern dass aufgrund vieler Verrücktheiten der Ruf: Raus aus dieser Kirche weithin erschallt.
  • Ich bin einmal gespannt, ob wir in der Statistik des nächsten Jahres wieder eine Austrittswelle sehen können. Diesen haben wir dann weniger den Atheisten zu verdanken, weniger der finanziellen Frage, sondern den Modernistischen, die auf Kosten der Tradition und auch des Glaubens ihren Irrwitz durchzusetzen versuchen.
  • Ich bin gegen einen Kirchenaustritt. Die Kirchengeschichte zeigt viele solcher Verirrungen und Dummheiten, sie zeigt, wie ganze Kreise und auch in den Führungsspitzen den Versuchungen erliegen. Aber Gottes Geist führt die Kirche immer wieder zurück. Aber: Unter vielen Schmerzen derer, die unter diesen Verrücktheiten leiden müssen. Zudem bin ich gegen einen Kirchenaustritt, weil ich meine, man darf die Politik nicht über die Gemeinschaft des Glaubens stellen.
  • Man darf den modernistischen Ideologen in einer Kirche nicht so viel Macht einräumen. Man tut es nur dann, wenn man selbst keinen Maßstab mehr für das hat, was dem Glauben entspricht und was nicht. Eine intakte Kirche wäre all diesen Sondermeinungen gegenüber kritischer.
  • Auch hier wieder das Aber: Nationalistische und rassistische Gruppen, Gruppen, die weitere rechtsextreme/faschistische Tendenzen haben, neigen dazu, die Kirche zu meiden, weil sie international ist, weil sie die Würde aller Menschen betont, weil sie versucht, dem Individuum wie der Gemeinschaft gerecht zu werden, weil sie durch Gott und Jesus Christus mit den Juden verbunden ist… Von daher darf man sich auch von diesen nicht unter Druck setzen lassen. Das sind für mich aber auch keine Konservativen, sondern es handelt sich um modernistische Ideologien – allerdings auf der rechtsextremen Seite. (Wobei freilich nicht jeder politisch motivierter Kirchenaustritt und jede Kritik an Kirche rechtsideologisch begründet sein muss – das versteht sich von selbst.)

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Apropos Käßmann-Bonmot: Ich las sogar Kommentare, die meinen, die AfD würde aufgrund des Käßmann-Satzes Stimmen verlieren, vor allem, wenn Käßmann gegen die AfD klagen würde. Zudem: Auch Gerichte dürften den Satz von Käßmann dann genauestens lesen. Das könnte dann auch nach hinten losgehen. Von daher würde ich Frau Käßmann nicht raten zu klagen. Wenn sie es täte – wäre die Reaktion des Gerichtes sicher sehr spannend.

Hier der Vorwärts zu dem Thema: https://www.vorwaerts.de/artikel/afd-gegen-margot-kaessmann-rechten-wahrheit-verbiegen

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Noch eine Frage – neben das Käßmann-Bonmot – ist das so gesagt worden? Wie ist das gemeint? In welchem Kontext wurde es gesprochen? Bischof Dröge soll gesagt haben, man solle die Christenverfolgung nicht dramatisieren. http://www.kath.net/news/59740 Welche meint er? Die in Deutschland? Die in Europa? Die in den islamischen Staaten? Die in Teilen Indiens? Die in China, Nordkorea, Kuba?

Gebet von Open Doors für verfolgte Christen: https://www.opendoors.de/nachrichten/aktuelle-meldungen/tausende-beteten-beim-open-doors-tag-2017-fuer-verfolgte-christen

Zu dieser Fragestellung auch: https://jobo72.wordpress.com/2017/05/29/kritik-berechtigte-und-unberechtigte/ – wobei ich noch nicht herausgefunden habe, in welchem Kontext er das gesagt hat, was er meinte.

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Und noch eine Klarstellung: Göring-Eckhart hat von Kinderinnen und Kindern gesprochen – versteht das aber als eine Ironie gegen die 68ger, denn es handelt sich um ein Zitat von Liedermachern „Circus Lila“ http://faktenfinder.tagesschau.de/inland/gruene-kinderinnen-kinder-101.html

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Zu Kirche und AfD bzw. zu AfD und Kirche: http://www.idea.de/gesellschaft/detail/afd-sprecher-meuthen-margot-kaessmann-ist-keine-aufrechte-christin-101201.html

Apropos AfD: Ist aufgefallen, wie sehr die AfD ins Zentrum des Interesses dadurch gerückt wird, dass sie auf dem Kirchentag – als Gegner – im Zentrum stand?

Die beste Werbung für die AfD sind doch noch immer die Gegner.

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Verschiedene Besucher und Besucherinnen des Kirchentags schauen zurück: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/05/29/ein-kritischer-blick-zurueck/

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Als Beobachter möchte ich sagen: Es wäre segensreich, wenn die Kirche wieder Gott zur Sprache bringen würde – und das mit demselben Elan wie sie von sozialen Fragen erregt ist.

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Rechte Mythologisierungen + Nationalismus

In diesem Beitrag geht es um:

Der aus Völkerpsychologie, Geschichtsmythologie und Abendlandkitsch zusammengeschraubte Glaube an die identitäre Wesenhaftigkeit von Völkern und Nationen. Es ist die Sehnsucht nach einer völkischen, verzauberten Welt, in der sich Interessen aus der Abstammung ableiten.

Nils Markwardt: Im Geisterreich des Völkischen http://www.zeit.de/kultur/2017-04/politische-mythologie-rechtspopulismus-identitaere-bewegung-heimat-volk-fakten/seite-3 Dass er das so formuliert, wie er es tut, gehört zu unserer „beglückende(n) nationale(n) Identität“.

Ich habe den einen oder anderen Kommentar überflogen – es ist interessant wie argumentiert wird – manche dreschen nur Phrasen, manche argumentieren tiefgehend. Und da findet man dann auch selbstverständlich volle Ablehnung des Nationalismus, wie er üblicherweise gang und gäbe ist. Daneben die Aussage, dass Nationalismus zur Demokratie führte wie wir sie im Augenblick haben. Dieser Beitrag wird damit beendet, dass der Nationalismus-Gegner angesprochen wird:

Aber machen Sie sich keine Sorgen, die Zukunft Europas wird nicht mehr von Nationalstaaten geprägt sein, sondern eher von Verwaltungseinheiten, die aus historischen Gründen die Namen von Nationalstaaten tragen.

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Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen führt zum Nationalismus – zum Nationalstaat – und befreit die Menschen von Familienclans, Feudalherrschern, Stammesgewaltigen usw. Wenn der Nationalismus dann zur Ideologie wird, das heißt, man erhebt sich über andere Nationen, Völker, dann ist er nicht mehr zu tolerieren. Ansonsten gibt es keinen Ersatz – es sei denn, dass Europa zur Grande Nation wird. Aber dann hat man eben den EU-Nationalismus bzw. weitergehend den Europa-Nationalismus. Aber zu diesem Thema habe ich mich schon häufig geäußert: Im Februar: http://blog.wolfgangfenske.de/2017/02/05/nationalismus/ Und hier frage ich mich, welche Identifikationsmuster eine säkulare Gesellschaft zu bieten hat (Kapitalismus gilt nur für die Reichen und diejenigen, die eine Chance auf Reichtum wittern und Geld zum Ausgeben haben, Bildungsbürgertum gilt nur für Bildungsbürger, die von Kindheit so etwas mitbekommen haben, Kommunismus wird stärker die ärmeren Gruppen ansprechen bzw. Jugendliche, die sich irgendwie gesellschaftspolitisch engagieren wollen, bis sie selbst im klassischen Fahrwasser fahren, Menschen aus dem Kulturkreis des Islam sehen stärker in ihrer Religion einen Identifikationspunkt, Nationalsozialisten entdecken das erbärmliche Rassedenken und arbeiten sich selbst daran als Übermenschen, die andere verachten hoch… – kurz: Gesellschaft wird in Gruppen zerrissen, die sich jeweils bekämpfen): http://blog.wolfgangfenske.de/2017/03/07/junge-tuerken-fuer-erdogan-was-kann-nationalismus-als-lebensziel-ersetzen/

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Kirche und Rechtspopulisten

Es ist gut, dass sich die Kirche um das Thema Rechtspopulismus in den Gemeinden kümmert.

Die Frage stellt sich allerdings automatisch:

Als die Linkspopulisten in den Gemeinden dominant waren – hat sie sich da auch um das Thema Linkspopulismus gekümmert?

Es könnte so aussehen, als würde die Kirche nun im Fahrwasser des Linkspopulismus deren Konkurrenten, den Rechtspopulismus, bekämpfen wollen.

Mein Ansatz:

Christen, seid weder rechts noch links. Folgt Jesus Christus nach, was auch immer die Rechten und die Linken sagen. Darum werdet Ihr manchmal den Rechtspopulisten ein Dorn im Auge sein, manchmal den Linkspopulisten. Rechte und Linke kommen und gehen mit den jeweiligen Gesellschaftsstimmungen. Bleibt dem Glauben treu. Er wird bestehen. Auch wenn Populisten, rechts wie links, immer wieder den christlichen Glauben als Hauptgegner ausmachen (selbst innerkirchlich), weil er nicht mit ihnen ins Horn stößt, sondern eigene Wege geht, bleibt an Jesus Christus gebunden. Man denkt immer, die politischen Propagandisten der eigenen Zeit wären in Ewigkeit. Aber wenn man in die Geschichte schaut: Sie haben alle ihre Zeit.

Das wäre übrigens etwas, wenn wir schon einmal lernten, wenigstens christlich miteinander umzugehen. Vergebend und nicht vorverurteilend, das Gute unterstellend, sich seiner eigenen Fehlerhaftigkeit bewusst sein, miteinander um den richtigen Weg ringend, nicht hinterhältig über andere schwätzen – sondern miteinander redend, Argumente austauschend. Sich nicht auf Kosten anderer bei Gesinnungsgenossen profilieren wollen. Eben: im Geist Jesu Christi miteinander und mit sich selber umgehen.

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Junge Türken für Erdogan + Was kann Nationalismus als Lebensziel ersetzen?

Angeblich sollen viele junge Türken für Erdogan sein. Warum? Toprak meint unter anderem: Erdogan teilt die Welt in gut und böse auf (Meine Frage: Macht er damit nicht das, was auch unsere Linken so fasziniert: Sie sind die Guten, die anderen sind die Bösen – siehe Gaucks „Dunkeldeutsche“?) Das Demokratieverständnis sei unterentwickelt (Meine Frage: Würde er hier nicht auch so manche auf seine Seite ziehen – allerdings nicht mit Blick auf Türkentum usw., sondern: Bekämpft den Gegner mit allen Mitteln!) „Erdogan inszeniert die Türkei als Großmacht, die unabhängig von der EU ist“ (meine Frage: Was ist, wenn die EU den dreistelligen Millionenbetrag an die Türkei nicht mehr auszahlen wird?). Was Erdogan darüber hinaus geschickt macht, und das wird in dem Beitrag nicht erwähnt: Er bietet sich dar als Einheit nicht nur mit dem Türkentum, sondern auch mit dem Islam. Nationalismus wird mit religiösem Extremismus verbunden. Dem können dann viele nicht widerstehen, vor allem, weil auch innerhalb der türkischen Community Druck gemacht werden kann: Bist du gegen Erdogan bist du gegen Türkentum und gegen den Islam! Und wer will schon als Türke gegen Türkentum bzw. gegen den Islam sein. Dass sich Menschen von solcher billigen Rhetorik beindrucken lassen, das kann man auch in unseren politischen Auseinandersetzungen begegnen.

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Eingangs wird gesagt, dass sich viele Erdogan zuwenden, weil sie in Deutschland Anerkennung vermissen. In unserem Land vermissen sehr, sehr viele Menschen Anerkennung. Werden sie gleich zu Extremisten überlaufen? Muss nur einer kommen und sie bauchpinseln? Diese Warnung muss in unseren Ohren gellen. Denn ich vermute, dass Deutsche, die keine Anerkennung bekommen, hier nicht anders sein dürften, als Türken, die keine Anerkennung bekommen. Interessant finde ich in dem Zusammenhang: Deutschland ist groß – Deutschland ist wer auf der Welt. Von daher werden Höcke und co., die die mangelnde Anerkennung bzw. Zurücksetzung Deutschlands beklagen, kaum durchdringen. Im Augenblick nicht. Sie würden, nach dieser Vermutung dann durchdringen und Gehör finden, wenn Deutschland runterrutschen würde. Von daher muss – um der Zukunft Willen, der Nationalismus zurückgedrängt werden.

Aber er wird nicht durch einen abstrakten Internationalismus ersetzt werden können. Kann Europa an die Stelle treten? Darf Europa an die Stelle treten? Wäre ein europäischer Nationalismus besser als ein Nationalismus, der sich auf einzelne Länder konzentriert? Kann der Stolz sich auf Bildungsbürgertum verlagern – wie es mal war? Die Bildungsbürger haben Adel und Klerus ersetzt, die kümmerten sich ja auch nicht unbedingt um Nationalismus: Wichtig war es, dem Adel zuzugehören und entsprechend Anerkennung zu bekommen.

Für Christen ist die Sache klar: Man freut sich, Christ zu sein.

Aber welche kollektive Identifikationsmuster hat eine nichtreligiöse Gesellschaft zu bieten – wenn auch Karriere/Kapitalismus wegfallen?

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