Mensch

Der Mensch ist ein faszinierendes Wesen: Man kann ihn hassen, ihn lieben und beides gleichzeitig – und ist doch selbst einer.

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Tipps

Wie kann ich die Quelle der Kraft finden? Ein paar Wegweiser:

– Eine regelmäßige Zeit finden, an der ich die Quelle aufsuchen möchte, eine ungestörte Zeit – und ist sie auch noch so kurz: im eigenen Haus, auf der Parkbank, im Aufenthaltsraum…

– Tief durchatmen, bewusst und ohne Ziel: durchatmen. Wer den Weg zur Quelle schon kennt, kann beim Atmen ein stilles Herzensgebet sprechen. Zum Beispiel beim Einatmen: „Danke“ – beim Ausatmen „Gott“, oder in Not: „Hilf mir – Gott!“

– Ein Symbol das mir wichtig ist, vor mich legen oder in der Hand halten, und sei es verborgen in der Hosentasche, als Kette…: ein Kreuz vielleicht, das ich mir nur für den Gang zur Quelle ausgesucht habe, einen Engel -als Boten Gottes -, eine Taube zur Erinnerung der Gegenwart des Gottesgeistes…

– Ein Wort, das ich mir vorher ausgesucht habe, in Gedanken Schluck für Schluck trinken. Zum Beispiel: „Der Herr ist mein Hirte“ (Psalm 23), „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgeschichte 5,29), „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“ (Jesaja 43,1) Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern das Licht des Lebens haben.“ (Johannesevangelium 8,12).

– Wenn es möglich ist, die Augen schließen, und mir die Quelle der Kraft vor Augen malen.

– Die Augen öffnen, tief durchatmen und sagen: „Gott, auf ein Neues – mit Dir!“ oder: „Gott, weiter gehts – in Deiner Kraft!“

– Wenn es möglich ist, kann man auch mehrmals am Tag zur Quelle gehen und trinken. Selbst am Schreibtisch, am Esstisch in der Kantine, auf der Toilette auch: Gott ist überall gegenwärtig und ansprechbar. Habe ich sie entdeckt, ist die Quelle der Kraft überall. Ich muss nur trinken.

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Wort am Mittwoch

Wer Menschen missachtet – missachtet Tiere; wer Tiere missachtet, missachtet Menschen. Ich weiß: Ich werde heute sicher in ein Wurstbrötchen beißen. Beschämt gestehe ich meine geliebte Inkonsequenz.

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Chaos

In der Antike sprach man von Chaosmächten, die immer wieder die Menschheit heimsuchen. Wir haben zurzeit täglich mit diesen Chaosmächten zu tun: Finanz- und Wirtschaftskrise, die Technikgläubigkeit gerät an ihre Grenzen (Vulkanstaub und Ölpest), Politiker, die versagen, und Kirchenvertreter, die nicht ihrem Auftrag / ihrem Herrn folgen. Verhaltensweisen von Kulturen machen sich gewalttätig breit, denen man nicht zu begegnen weiß, weil alles so auf die Gesellschaft einstürmt. Es gibt keine Zaubermittel, die das alles bannen.

Es gibt mühevolle Kleinarbeit, die man all dem entgegenhalten sollte:
– Gleichgesinnte suchen, sich untereinander vernetzen und gegenseitig helfen; 
– sich der eigenen Kultur und Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft, dem Glauben und der Ethik erinnern, sie bewusst machen, sie wertschätzen,
– sich nicht kleinmachen lassen, selbstbewusst und selbstsicher auftreten, auch wenn das Geschrei mancher andersdenkender Gruppen groß ist;
– Unrecht beim Namen nennen, Lieblosigkeit aufdecken, Zukunftspläne, die in Sackgassen laufen werden, benennen, gesunden Menschenverstand anwenden, sich möglichst nicht medial täuschen lassen…

– Und sich nicht an die Chaosmächte im Innern verkaufen lassen: Angst vor dem, was kommen kann, Lähmung vor dem, was man befürchtet, Starren auf das, womit man bedroht wird, ungehemmtes Zittern vor Dunkelheiten – dagegen zu halten: sich langsam berappeln, sich deutlich machen: Ich bin ein kleines Licht – aber ich bin ein Licht. Solange ich lebe bin ich warm – und andere kommen, um sich an mir zu wärmen – dann können wir uns gegenseitig wärmen; einander die Hand reichen: zu zweit, zu dritt, als Kette ist es leichter, sich gegenseitig Kraft und Mut zu geben.
– Es gibt wunderbare Menschen, die in der Vergangenheit in Chaoszeiten ihre mutigen Akzente gesetzt haben, sich von ihnen ermutigen lassen (Literatur, Biographien, Gemälde, Musik), das sind alles Wege, die wir langsam aber sicher gehen können. Auf diesem Weg wünsche ich Euch viel Gelassenheit, Freiheit, Eifer, Gemeinschaft und auch Freude.  

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Denk-Snack

Wie kommt es, dass Materie lebendig wird? Geschah das häufiger? Der Philosoph Grünenberg meint: Nein http://www.factum-magazin.ch/wFactum_de/aktuell/2010_05_27_ohne_Beispiel.php. Das ist ja überhaupt die Frage – und darüber hinaus: Es gibt kein perpetuum mobile – wie ist jedoch Bewegung möglich? Apropos Philosophie: Der Mensch besteht ja auch aus Materie – wie kann Materie Geistiges erzeugen? Fragen über Fragen… 

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Denk-Menü

An diesem Samstag gibt es mal kein Denk-Snack, sondern ein ganzes Menü:

Viele von uns sind „realistisch“: Wir sehen die Natur, das Werden und Sterben und Werden und Sterben… Es ist ein Kreislauf, in dem auch wir Menschen eingehen. Aber dennoch gibt es eine Ahnung von einer Auferstehung, von einem Leben nach dem irdischen Leben. Warum?

Wir sehen die Natur um uns herum. Wir spüren das Wasser, wir hören die Vögel, wir staunen über Sonne und Sterne, wir riechen Blumen, wir spüren uns selbst, unsere Liebe, unsere Angst, wir denken unsere Gedanken, wir kennen unser Streben… – wie kann das alles sein? Es kann nicht sein, dass etwas ist. Denn aus Nichts kann nicht Etwas werden. Alles was wir sehen, spüren, hören, riechen, schmecken – das kann nicht sein, genauso wie wir selbst nicht sein können. Und doch sind wir.

Und weil ist, was nicht sein kann – ahnen wir auch, dass nach dem Werden und Vergehen ein neues Werden auf uns warten könnte. Auch das können wir nicht verstehen – aber kann es nicht doch sein, dass wir in ein neues Leben gerufen werden? Manche denken über nichts nach, und lassen die große Kraft des Denkens verkümmern. Manche meinen, dass das, was eigentlich nicht sein kann,  auf einmal da war, irgendwie, man wirds noch herausfinden. Manche meinen, es gibt eine Macht, eine Kraft, ein Ich, das sich alles, was ist, in Liebe ausgedacht hat: Gott. Und muss nicht Gott auch irgendwann einmal entstanden sein? Nein, denn per definitionem bedeutet das Wort „Gott“: Er war, er ist, er wird sein – ewig.

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Ehre – Denk-Snack

Eine Gruppe, die die Ehre ehrt, die eine Kultur der Ehre lebt,

sie spricht nicht schlecht über andere,
sie lässt andere reden und hört zu,
sie sagt das Wort, das aufbaut, hilft, wahrhaftig ist,
sie lässt den anderen Menschen Raum, weiten Raum,
sie freut sich an der Vielfalt der Menschen, den Gedankenreichtum, die aufbauende Kraft, die Phantasie, die Freude, die Gemeinsamkeit,

sie respektiert die Gefühle und wer sie achtet, kann sich auch mal zurücknehmen,
sie überhebt sich nicht über die Irrenden und lässt sie nicht allein,
sie sucht mit den Suchenden und weist behutsam den Weg,
sie wärmt die kalte Hand und das erkaltende Herz,
sie erfreut sich am Leben, ist nicht neidisch auf das Glück anderer, sucht Vergebung und Brücken zu bauen, heilt Zerrissenheit, Schmerz und Wunden.

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Naturwissenschaft-Theologie

Während es den Naturwissenschaften darum geht, die Welt – was die Natur betrifft – zu erklären, soll es der Theologie bzw. dem Glauben darum gehen, den Menschen zu stabilisieren und Wegweisung zu geben. Ist dem so? Versucht die Naturwissenschaft nicht alles in ihre Hand zu nehmen? So zum Beispiel mit der Hirnforschung. Die Hirnforschung erklärt, was das Leben stabilisiert…, die Hirnforschung will erklären, was es mit Glauben auf sich hat – damit verbunden wird Glaube und Gott in Eins gesetzt: Wer Glauben erklärt, meint, Gott erklären zu können… Die Welt, der Mensch, sein Denken und Sprechen, seine Emotionen sind so komplex, dass mir eine Reduzierung auf Naturwissenschaften vorkommt wie die Verwechslung einer Skizze mit der Natur. Oder: Wenn ich mir ein Foto von einem Baum ansehe – ist das der Baum, ist das die Natur? Wir Menschen können uns immer nur ein Bild machen – aber das Dahinter, das Mitgegebene können wir das erfassen? Und: Wer ist das „wir“, das „ich“, das erfasst: Können wir uns von uns selbst so abstrahieren, dass es nicht immer in der Beurteilung des anderen mit hineinspielt? Ich liebe Heraklit (wahrscheinlich weil in ihm jeder hineinlegen kann, was er will 😉 ): „Niemals steigt man in denselben Fluss.“ Warum nicht? a) Weil das Wasser fließt, der Fisch, der soeben da war, nun wo anders ist, wenn er denn überhaupt noch ist, die Sandkörnchen sich verändert haben usw. b) Wenn ich wieder in diesen Fluss hineinsteige: Was hat sich alles an mir verändert? Zellen haben sich erneuert, Haare sind vom Kopf gefallen, ich spüre das Wasser nun wärmer oder kälter, ich habe andere Stimmen von Menschen und Tieren wahrgenommen, andere Düfte… Theologie und Philosophie werden immer auch auf diese Dinge hinweisen müssen. Das Bild, das Naturwissenschaften zeigen, ist immer nur fragmentarisch, weil der Mensch selbst unvollendet ist. Und was hat die Theologie damit zu tun, die Lehre von Gott? Dazu s. den Blogbeitrag: Der/das Fremde (3).

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