Dorftratsch im Internet + Influencer

Internet ist nichts anderes als Dorf: Tratsch, Klatsch, Boshaftigkeiten, Lügen, Betrügereien, üble Nachrede, Hass, Frotzeleien – aber auch freundlichere, hilfreiche Leute gibt es hier – eben wie im Dorf. https://www.zeit.de/zeit-magazin/2019/25/sylvie-meis-barbara-meier-hochzeit-kleid Man darf nicht überheblich sein, nur weil man heute einen leuchtenden Bildschirm vor Augen hat. Die Menschen vor dem Bildschirm sind dieselben. Die kleinkarierten Hinterdörfler bleiben die kleinkarierten Hinterdörfler. Die freundlichen Hinterdörfler bleiben die freundlichen Hinterdörfler.

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Was die politischen YouTube-Influencer betrifft: Ich denke, da muss sich noch einiges zurechtruckeln: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/boehmermann-trifft-rezo-im-neo-magazin-royale-16235945-p2.html

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Verbote, Verbote, Verbote

Zu welcher Partei passt das?

Egal. Aber hier werden Verbote verteidigt: https://www.zeit.de/kultur/2019-06/konsumverhalten-verbote-gesetze-veraenderungen-gewohnheit-freiheit?wt_zmc=sm.ext.zonaudev.twitter.ref.zeitde.share.link.x

Man müsste entgegnen: Ja klar, Verbote. Was denn sonst? Es braucht nicht weniger Regulierung, sondern mehr. Bitte, bitte noch mehr Verbote! 

Und wer verbietet? Diejenigen, die meinen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben: die Agathokraten.

Man kann die Grundrechte nämlich auch so lesen: Was alles nicht erlaubt ist.

Irgendwie fühlen sich diese Verbieter-Leute so sicher. Morgen kommen andere an die mediale Macht – ob sie dann immer noch die dann von denen durchgesetzten Verbote verteidigen? Das größte Bollwerk gegen Totalitarismus ist schlicht und ergreifend die Freiheit. Und: Aufklärung, liebe Leute, Aufklärung. Mühsam, aber das ist einer Demokratie würdig.

Apropos Verbote: Wer so auf Verbote aus ist, wie die Autorin des genannten Beitrags, muss sich nicht wundern, wenn sie den Befehl bekommt: Hör auf, sowas zu schreiben! Du darfst nicht mehr schreiben! Dann ist sie glücklich? Nein, da sie nicht mehr verbieten darf.

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Fleischhauer verlässt spiegel-online

Was für ein Verlust! Das meine ich nicht ironisch. Aber ich bedaure es nicht, denn er geht nicht ganz weg, er geht zu Fokus. Also bleibt er uns erhalten. Nur, leider, kann er den Spiegelleserinnen und -lesern keinen Spiegel mehr vorhalten. Das ist wirklich ein Verlust. Sie bleiben also jetzt nur noch im Dunstkreis ihrer Sowiesoschonimmergehabtmeinung: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/jan-fleischhauer-letzte-kolumne-auf-spiegel-online-a-1272218.html

Ich glaube, dass viele Menschen in Deutschland über vieles so denken wie ich. Wenn das, was ich schreibe, eine Provokation darstellt, dann vor allem in dem Milieu, in dem ich mich bewege, also unter Journalisten und Journalistinnen beziehungsweise unter Menschen, die dort zu Hause sind, wo auch viele Journalist*innen leben, also in den deutschen Großstadtvierteln, in denen der Anteil von Grünen-Wählern seit Jahren verlässlich bei 40 Prozent liegt.

Die Spiegelleser und -leserinnen dürfen sich also weiterhin in ihrem Stallgeruch/Stallmief wohl fühlen.

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Sanktionen gegen Russland + Konjunktureinbruch + Grüne treiben

Nicht nur der Osten sieht die Sanktionen gegen Russland kritisch. Diese Sanktionen machen keinen Sinn. https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/die-maschinenbauer-kaempfen-um-russland-16234927.html Mein Blog hat das Thema schon seit Jahren. Man muss andere Wege finden und nicht Wirtschaft politisieren.

Irgendwo las ich: Sanktionen und Nordstream 2 wie passt das zusammen? Gar nicht. Aber die Sanktionen sind sowieso nur Fesseln für die Kleinen. Hat eigentlich Exxon inzwischen keine Russland-Kontakte mehr? Wie ist die in Russland errichtete Firma von Mercedes zu beurteilen? Italien und andere Länder wollten die Sanktionen sowieso durchbrechen – machen sie es?

Die Sanktionen dienen im Grunde nur der US Wirtschaft – und natürlich China, wie es im Artikel heißt, aber auch Russland selbst, weil es vom Westen unabhängiger wird. Solche Sachen scheinen die Sanktionierer nicht zu berücksichtigen, sondern noch im alten Fahrwasser der Wirtschaftsmacht von anno dazumal nachzuträumen. Die gegenwärtige Welt sieht anders aus. Ganz anders. Wie mit kritischen politischen Fragen umgehen? Darum sollte sich die Politik bemühen – aber die Wirtschaft ist ein stumpfes Mittel geworden.

Warum – und diese Frage stelle ich auch schon seit Jahrzehnten – wird Russland sanktioniert wegen der Krim, nicht aber China wegen Tibet? Das sind allein wirtschaftspolitische Gründe, so mein Verdacht, die mit Realpolitik nichts mehr zu tun haben.

Wissenschaft ist sowieso autark – siehe ISS usw. Da arbeitet man zusammen – unabhängig irgendwelcher Sanktionen.

Weil ist auch gegen Sanktionen. Sehr gut, damit kann man das nicht nur als Ossi-Thema herabstufen: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/streit-in-der-spd-ueber-sanktionen-gegen-russland-16235590.html

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Vielleicht ist eine Konjunkturdelle auch heilsam, weil sie die Leute endlich aus ihren Träumen rausreißt und in die Realität zurückholt. Wohlfahrt kommt nicht aus dem Staatssäckel, sie ist abhängig von kluger Wirtschaftspolitik: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/konjunktur/enttaeuschende-konjunktur-oekonomen-erwarten-wachstumsflaute-16234971.html

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Grüne treiben in ihrer Euphorie die Politik vor sich her. Ob etwas vernünftig ist oder nicht, ob etwas nachhaltig ist oder nicht, realistisch machbar ist oder nicht, von der Gesellschaft akzeptiert wird oder nicht (sie haben ja nur gerade mal 20%), ob es sich rechnet oder nicht: Es wird in den Ring geworfen und die maßgeblichen Politiker müssen aufpassen, dass sie sich nicht treiben lassen, sondern verantwortlich, die gesamte Gesellschaft, auch die Stillen im Land berücksichtigend, fördern: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/gruene-kinderliebe-16235421.html

Von daher ist es gut, dass die SPD endlich die Grünen als politischen Gegner entdeckt hat: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/schaefer-guembel-gruene-betreiben-populismus-wie-afd-16235987.html Sie muss es allerdings klug tun, da Medientreibende ja doch auch giftig sein können, wenn ihre Lieblinge angegriffen werden.

Stunden später: Sag ich doch – Schäfer-Gümbel wird kritisiert, er reduziert seine Kritik: https://www.tagesschau.de/inland/schaefer-guembel-gruene-populismus-103.html

Und hier sieht man Kritik an ihn, eben weil er die Grünen kritisierte: https://www.tagesschau.de/kommentar/schaefer-guembel-kritik-101.html

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Verschwörungstheorien + Geburtenplanung in Afrika

Verschwörungstheorien findet man doch nicht nur mit Blick auf den Islam. Den Fokus darauf zu richten, ist selbst wieder eine Art Verschwörungstheorie. Man muss nur einmal das Netz mit Blick auf viele „Naturfreunde“ und Firmen-Hater – kurz: Natur-Retter – durchstöbern. Was da nicht alles behauptet wird und herumkursiert – und sogar die Politik zu bestimmen versucht. https://www.nzz.ch/feuilleton/die-neue-art-der-verschwoerungsteorie-es-zaehlt-die-krude-behauptung-ld.1485263

Von daher ist dem Papst, der das wohl allgemein gehalten hat, eher zuzustimmen. https://www.nzz.ch/panorama/papst-warnt-vor-kultur-der-beleidigung-ld.1487896

Allerdings spricht er von einer „Kultur der Beleidigung“. Der Begriff „Kultur“ ist natürlich dehnbar. Aber ich würde doch von einer Unkultur reden, damit nicht ein gutes Wort einen schalen Beigeschmack bekommt.

Wir stoßen hiermit auf ein menschliches Phänomen, das schon die 10 Gebote ablehnen: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden… Und dieses „Phänomen“, falsch Zeugnis zu reden, ist überall erkennbar – auch in den seriösen Medien, dort sind es Spekulationen, Vermutungen, Überlegungen, die nicht die Realität wiedergeben, sondern sie zu verändern suchen. Wir finden das überall, wenn es darum geht, Meinung zu machen, zu manipulieren, Menschen zu erziehen – man denke nur an das hofierte Nudging. Und so lange der Mensch nicht seine Gesinnung ändert, können auch die Plattformen der Sozialen Medien hier nicht korrigierend eingreifen. Wie könnten sie auch.

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Dieser Beitrag zum Thema Geburtenüberschuss zeigt den Traum eines Europäers auf. Mehr nicht. Wie kann Geburtenüberschuss in Afrika minimiert werden? https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/studie-zu-afrikas-zukunft-geburtenrueckgang-ist-notwendig-16233134.html

  1. Kindersterblichkeit muss zurückgehen,
  2. Folge: aktive Kinderplanung,
  3. bessere Bildung für Frauen,
  4. bessere Einkommen, bessere Lebensperspektive.
  5. Folge: aktive Kinderplanung,
  6. Gleichberechtigung von Mann und Frau,
  7. Zugang zu Familienplanungsmethoden.

Wie kann man 1+3+4+6 hin bekommen? Das ist ja gerade das Problem. Auf die Idee sind sicher schon viele gekommen. Aber die Realisierung ist nicht möglich. Möglich ist nur 7. Aber das wird dann nicht gemacht, wenn die anderen Bedingungen nicht stimmen.

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Nutella

Was für ein Artikel! Es wird über ein Werk in Frankreich berichtet, in dem die Arbeiter massiv höheren Lohn fordern. Und er schließt mit einem für dieses Thema kuriosen Angabe: Aus wie viel % Zucker und Fett diese Köstlichkeit (die ich nicht esse, weil ich lieber Gelee esse – hat wohl auch nicht weniger Zucker) besteht. Hat mit dem Thema nichts, aber auch gar nichts zu tun. Warum wird der Satz an den Beitrag angeschlossen? Ein Nutella-Hasser? https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/groesste-nutella-fabrik-der-welt-steht-schon-wieder-still-16219342.html

Vergleichbar mit: Ein Bericht über eine Auto-Luxusfirma. Und am Ende steht dann drohend: Aber die Autos bestehen auch aus Rohstoffen.

Manche Schreiber sind unfreiwillige Witzbolde – oder doch freiwillig satirisch?

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Kohleausstieg + Hartz IV + Greta nimmt ein Jahr schulfrei + Stern-Propaganda + Marien-Käfer + Fliegen für die Umwelt

Raus aus der Kohle – raus aus AKWs – und rein in die Abhängigkeit.

Gegen den Kohleausstieg wenden sich Abgeordnete: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unionspolitiker-rebellieren-gegen-plan-zum-kohleausstieg-16213332.html

Für Kohleausstieg aber gegen Ausstieg aus den AKW: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/auto-verkehr/vw-chef-diess-wenn-uns-der-klimaschutz-wichtig-ist-sollten-die-kernkraftwerke-laenger-laufen-16214991.html

Warum Sozialverbände für den Ausstieg aus der Kohle sind, erschließt sich mir nicht. Lassen sich blenden von ungelegten – apokalyptischen – Eiern?

40 Milliarden für 4 Länder – 20 Jahre lang. Bedeutet: 10 Milliarden pro Land. Bedeutet pro Jahr? – Nicht besonders viel. Aber man lässt sich gern blenden von großen Summen. Ich gestehe: Ich bin kein Mathe-Genie. Hoffe, dass diejenigen, die das errechnet haben, Genies sind.

Und das mit der CO2 Steuer – alles Zukunftsmusik, die nicht unbedingt so klingt, als sei die Folge wirklich sozial. Es geht allerdings nicht nur darum, sozial zu sein, sondern auch darum, Arbeitsplätze zu sichern, die Wirtschaft nicht zu gefährden, eine gefährdete Wirtschaft lässt Menschen verarmen. Und verarmte Menschen heißt nicht, dass alle arm sind, sondern nur viel mehr. Und diese Menschen können sich Lebensqualität, so wie wir das heute interpretieren, abschminken. Man riskiert sehr viel, wenn die CO2-Sache nicht gut gemacht ist.

Lieber schnell als gut – dürfte das garstige Lied von engstirnigen Ideologen sein, denen die Gesellschaft nicht am Herzen liegt, sondern ihre Ideologie.

Wer werden die Leidtragenden sein? Die Jugendlichen, die heute denen hinterher rennen, die unqualifizierte Parolen in die Welt setzen.

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Als die SPD Hartz IV beschloss, tat sie das, weil sie von der CDU/FDP vor sich her getrieben wurde. Das wurde dann für die SPD ein Debakel, obgleich das Land davon profitierte.

Heute wird die CDU/SPD-Regierung von den Grünen vor sich her getrieben. Das Debakel wird kommen. Ich befürchte: Dieses Mal für Land und Leute.

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Greta nimmt ein Jahr schulfrei. Wird das auch bei denen auf Gegenliebe fallen, die so fleißig und eifrig das Schulschwänzen am Freitag verteidigten? Zum Glück werden da nicht so viele Kids auf Abwegen geraten, weil sie wissen, wie wichtig Bildung ist, damit man sich nicht so leicht verschaukeln lässt.

Freilich darf man Bildung nicht allzu hoch ansehen, wenn man die Schulschwänz-Apologeten ansieht.

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Die Zeitschrift „Stern“ hat ein Cover, das der puren Propaganda in Richtung apokalyptische Angstmache ist:

„Rette ihn, wer kann! Warum wir Käfer, Falter Bienen brauchen. Und was wir für die Insekten tun können.“

Auf dem dazugehörigen Bild ist ein halber Marienkäfer zu sehen. Sind Marienkäfer gefährdet? Das ist wirklich noch nicht zu mir gedrungen. Da hat man wieder ein Symboltier gewählt, um die Gemüter zu erhitzen (wodurch die Erderwärmung nicht dezimiert, sondern gesteigert wird). Hätten lieber einen Ölkäfer nehmen sollen. Den habe ich in meinem Leben erst einmal gesehen. Und zwar tot. Auch mir geht es um Insekten. In meinem Garten finden sie ein Paradies vor – hoffe ich. Aber man darf nicht mit Fake News kommen.

Schützt die Läuse an den Balkonblumen der Stadt! So müsste ein Motto der Insekten-Bewegung lauten.

Apropos Marienkäfer: Warum sind sie ein Glückssymbol? Sie haben ihren Namen von Maria, der Mutter Jesu. Sie sollen ein Geschenk von Maria sein und die sieben Punkte des Siebenpunkt-Marienkäfers weisen auf die sieben Tugenden der Maria hin: Liebe, Demut, Sanftmut, Geduld, Keuschheit, Friede, Selbstlosigkeit. (10 Tugenden: Reinheit, Umsicht, Bescheidenheit, Vertrauen, Hingabe, Gehorsam, Armut, Geduld, Barmherzigkeit und Liebe.)

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Das ist eine tolle Idee: Im Urlaub in der ganzen Weltgeschichte herumfliegen, um zu schauen, wie es am jeweiligen Urlaubsort um die Umwelt bestellt ist: https://www.achgut.com/artikel/oeko_urlaub_auf_den_malediven

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Nahles + Medien

Gestern hatte ich das Thema: AKK – Rezo und Medien. Ein ähnliches Theaterstück inszenieren Qualitätsmedien mit Blick auf die SPD:

Wahlen gingen verloren – hat man schon vorher gewusst. Man spekulierte über Nachfolger*innen für Nahles. Vor den Wahlen. Dann nach der verlorenen Wahl tritt Nahles die Vorwärtsverteidigung an. Alles ist erstaunt, weil sie das nicht erwartet hatten. Sie hatten vermutlich gedacht: Nach den Wahlen destruieren wir Nahles, bis sie aufgibt. Doch sie ging einen anderen Weg. Nun mussten sich die medialen Regisseure erst einmal was Neues ausdenken. Und was sie sich ausgedacht haben, lesen wir hier: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-chefin-andrea-nahles-unter-druck-sozialdestruktive-partei-deutschlands-a-1269898.html

Das ist der Schlusssatz des Beitrages – und was will der Autor damit sagen?

So weit werde es aber nicht kommen, beschwichtigen die Gegner der Parteichefin. Die Unzufriedenheit mit Nahles und der Leidensdruck in der Fraktion sei so groß, dass sich schon jemand finden werde.

Ich hoffe nur, dass die SPDler vernünftig genug sind, und dieses Schmierentheater nicht mitspielen. Wenn sie nicht mitspielen, werden die medialen Revoluzzer noch einige Zeit in ihre Blätter blasen – aber irgendwann wird ihnen die Luft ausgehen, weil sie eine andere Spielwiese für ihre Machtgelüste erkannt haben.

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AKK + Rezo + Medien + Friedensjournalisten + Kirchenfinanzen

Was war geschehen. Ein kleiner Youtuber namens Rezo polemisiert gegen CDU, SPD und AfD. Das heißt, er ist grün. Das gefällt dann unseren grünen Qualitäts-Medien und sie sind voll des Jubels: Die Jugend ist gegen CDU! Wow! Alle Qualitätsjournalisten greifen es auf. Jugend ist gegen…, Jugend ist für…! Und dann, dann reagiert die Chefetage der CDU nicht oder nur unwirsch. Das muss man ändern, sagen sich die Qualitätsjournalisten. Und wie? CDU ist hinterwäldlerisch, kapiert nichts von digital, sie reagiert falsch….! Tönt es aus allen Gazetten. Dann kommen all die Influencer-Trittbrettfahrer, solidarisieren sich mit dem glücklichen Youtuber, der jetzt ganz arm geworden ist, weil das alles so furchtbar teuer ist. Sie solidarisieren sich gegen die bösen Erwachsenen – und alle erwachsenen Qualitätsjournalisten springen voller Freude auf: frische Welt rettende Jugend gegen die träge Welt vernichtende CDU. Sie heizen weiter, was das Zeug hält. Und endlich, endlich sagt auch AKK etwas – und zwar das Richtige. Denn dann kann man endlich wieder gegen die Ungeliebte, die es noch wagt, eine eigene Meinung zu haben, herfallen. Ist sie die richtige Kanzlerkandidatin? So wird gefragt. Intendiert wird: Natürlich nicht. Und so geht es landauf und landab. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann krakeelen sie noch heute.

Das ist doch wieder ein wunderbares Polit-Medien-Theater. Wunderbar, weil es für Medienwissenschaftler ein gefundenes Beispiel dafür sein dürfte, wie Medien agieren und agitieren. Man kann es so schön nachzeichnen.

Übrigens: Hybris – gefördert mit freundlicher Unterstützung der Qualitätsmedien: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/die-zerstoerung-der-cdu-rezo-antwortet-der-cdu-16212970.html

Rezo stellt Bedingungen für Gespräch

Hetzen wir sie aufeinander. So haben wir noch länger etwas von der Inszenierung. Übrigens ohne Theatereintrittskarten kaufen zu müssen.

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Ein Flyer landete in meinem Briefkasten: Afrika – Europa? – Ich bin neugierig, denn Afrika liegt mir am Herzen. Dann ist da von Friedensjournalismus die Rede. Ich dachte so bei mir: Wow. Gegen all die Kriegsjournalisten gibt es endlich einmal einen Friedensjournalismus. Der Journalist hat auch einen Namen: Emanuel M. Schlägt man das Faltblatt auf, wird man aufgeklärt, was Friedensjournalismus ist. Sodann dürfen wir staunenden Menschen lesen: „Inwieweit richtet sich Friedensjournalismus von in Europa tätigen Journalist*innen aus Afrika an die Öffentlichkeit in afrikanischen Ländern? Hat er Einfluss auf die politische Debatte in afrikanischen Ländern? Kann er Friedens- und Menschenrechtsbewegungen in Afrika wirkungsvoll unterstützen?“

Es geht also, so denkt man sich als kritischer Leser, um modernen Kolonialismus, der als Friedensjournalismus in Afrika propagandistisch tätig werden soll. Sehr schön! Endlich mal jemand, der den Afrikanern sagt, wie es geht. Dann schaut man auf die Rückseite des Flyers und entdeckt die Veranstalter: kirchliche Gruppen, Bistum Mainz, das evangelische Zentrum für Ökumene, die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland Pfalz und DFG-VK Bildungswerk Hessen e.V. DFG-VK Bildungswerk? „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegnerinnen“ – die haben den „*“ noch nicht inhaliert, sind also gesellschaftspolitisch noch nicht so recht in der Gegenwart angekommen.

Da frage ich mich: Kirchliche Gemeinden werden finanziell an die Kandare genommen – und für so was gibt es Gelder? Glaubensarbeit ist natürlich nicht so Frieden fördernd wie die gesellschaftpolitische Kreation eines Friedensjournalismus. Das ist sarkastisch gemeint. Frieden, Frieden, Frieden! schreien sie – und Krieg kommt, so schon der Prophet Jesaja. Das ist nicht sarkastisch gemeint. Denn ohne Basis, kann es keinen Frieden geben.

Gibt es eigentlich keine Synodalen, die einen kritischen Blick auf die Ausgaben der Kirchen werfen?

Ich wünsche mir Journalisten, die berichten, die aber nicht mit beiden Augen darauf schielen, ganz Afrika umzukrempeln. Das ist Anmaßung, Arroganz, Neo-Kolonialismus. Und solche Journalisten meinen auch, in unserem Land die Politik vor sich hertreiben zu dürfen. Das ist nicht deren Aufgabe.

An alle Friedensjournalisten: Nehmt Ihr eigentlich wahr, was afrikanische Zeitungen so schreiben? Warum sollten sie Euch wahrnehmen, wenn Ihr sie ignoriert?

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