Lungen der Heilig Kreuz Kirche + Bewundernswerte Inderin

Ein sehr interessantes Kunstwerk! https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/kirchenfenster-mit-aufnahmen-von-lungenfluegeln-16781377.html

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Ein 15 jähriges Mädchen hat ihren gehbehinderten Vater 1200 km durch Indien auf dem Gepäckträger gefahren: https://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/15-jaehrige-radelt-verletzten-vater-1200-kilometer-durch-indien-16783673.html

Hier weitere Infos – sie will ihre Schulausbildung fortsetzen – sie hatte sie wegen Geldmangels abbrechen müssen: https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/indien-15-jaehrige-radelt-verletzten-vater-heim-1200-kilometer-

Nachtrag: Gewalt gegen Frauen in Indien: https://www.spiegel.de/politik/ausland/indien-gewalt-gegen-frauen-und-maedchen-ist-alltaeglich-a-6fa33d92-a024-4227-be9b-bfd3afdd011b

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Musik: zitieren ohne Zitat zu erkennen + Kunst-Lähmung

Schon witzig, das Urteil: Man darf zitieren ohne dass der Durchschnittsbürger das Zitat erkennt: https://www.tagesschau.de/inland/sampling-bgh-101.html

Im Grunde geht es wohl darum, dass man noch ein Musikstück schreiben darf, denn jedes hat Noten. Jeder könnte kommen und sagen, die Abfolge: do re mi sei von ihm geklaut worden. Aber wenn es heißt: do do re mi do – dann ist das geklaut. Darf nicht sein.

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Kurios finde ich das Urteil. Ich beschäftige mich mit alten Gedichten: http://gedichte.wolfgangfenske.de/ In diesen werden andere zitiert, modifiziert… – Gedanken werden der jeweiligen Zeit angepasst usw. usw. usw. Es gehört ja auch zur Kunst, dass man andere wahrnimmt, sich mit ihnen auseinandersetzt, sie zu übertrumpfen sucht. Nicht im bösartigen Sinn, sondern in dem sportlichen Sinn: Ich kann es besser…

Klar, heute geht es um Geld. Um viel Geld. Aber es wird die Kunst dabei vergessen.

Wer es heute wagt, eine Melodie zu komponieren, ist immer gefährdet, weil er nie weiß, ob irgendjemand schon einmal ähnliche Schnipsel komponiert hat. Vielleicht hat sich ein solcher Schnipsel einmal in der Kindheit ins Ohr gesetzt, man weiß es aber nicht mehr – und zack: unerlaubt kopiert. Aber der Schnipsel ist dann Teil eines neuen Kunstwerkes geworden. Das Argument gilt heute nicht mehr. Irgendwann gilt das auch für Bilder. Zwei Farben zusammengeführt – zack, kopiert, Anklage, Strafe… Irgendwann? Hatte nicht einmal ein englisches Mädchen etwas gemalt, der Vater hat es mit einem bestimmten Titel veröffentlicht, dann kam eine große Filmgesellschaft…?

Copyright soll den Künstler schützen. Bewirkt aber in solchen Ausmaßen das Gegenteil – eine Lähmung der Kunst.

In was für eine Zeit entlassen wir unsere Kinder. Ein Kunst-Korsett. Sie werden sich nicht mehr bewegen können – der Kommerz hat zugeschlagen.

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Evangelisches Gesangbuch + Gotteslob

Ein paar hilfreiche und wichtige Seiten:

a) zum Gotteslob: https://www.mein-gotteslob.de/lieder/index.html

b) zum Evangelischen Gesangbuch: https://www.die-bibel.de/shop/bibeldigital-evangelisches-gesangbuch-elektronisch-3.1-2085 Weniger ansprechend und noch ausbaufähig als die katholische Seite: https://www.liederdatenbank.de/songbook/8984 Es geht natürlich auch so – also im Sinne von früher – : https://www.ekhn.de/glaube/glaube-leben/musik/gesangbuch-und-beiheft/gesangbuch.html

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Christliche Hymnen, Lieder, Gedichte (7)

Wir kommen nach Nord- und Mitteleuropa. Das Konzil von Tours 813 war wegweisend. Zwar wurde schon vorher in der eigenen Sprache gedichtet, aber das Konzil trennte zwischen Latein als Zeremonialsprache und der romanischen Sprache als Volkssprache bzw. hob die Bedeutung der jeweiligen lokalen Sprachen. Im Folgenden sei auf die alte englische christliche Tradition hingewiesen.

Cædmon ist der erste Dichter der altenglischen Literatur, von dem der Name bekannt ist. Er lebte wohl im 7. Jahrhundert. Neun Zeilen liegen noch vor. In diesen wird Gott als Schöpfer besungen. Aldhelm von Sherborne lebte von 639-709 (?) dichtete allerdings noch auf Latein. Englisches wurde nicht überliefert – obgleich seine altenglischen Lieder noch Jahrhunderte bekannt gewesen sein sollen. Canterbury wurde von ihm zum Zentrum der Bildung ausgebaut. Er soll auch 700 die erste Orgel in England eingeführt haben. Beda Venerabilis lebte von 672-735. Seine Geschichtsschreibung wies neue Wege, er kommentierte biblische Texte, Biographien von Märtyrern und Heiligen und vieles mehr. Zudem hat er den Angelsachsen überhaupt die Schriftsprache schmackhaft gemacht. Von Gedichten ist kaum mehr etwas erhalten. Zitiert sei sein Gebet am Ende seiner Geschichte: »Ich bitte dich, guter Jesus, der du mich wohlwollend die süßen Worte deiner Weisheit schöpfen ließest, laß mich in deiner Güte eines Tages zu dir, Quelle aller Weisheit, gelangen und für immer vor deinem Angesicht verweilen« https://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de/audiences/2009/documents/hf_ben-xvi_aud_20090218.html Sein Totenlied wurde berühmt: Angesichts des Todes ist der klug, der so lange er atmet überlegt, ob er mit seinem Leben Menschen Glück oder Schmerz bereitete. Damit kann er den Weg/das Gericht der Seele nach dem Sterben beeinflussen.

Dream of the Rood (Rood = Kreuz) und Ruthwell Cross

Spannend an dem Gedicht aus dem 8. Jh. (?), das als Vision aufgebaut ist, ist, dass das Kreuzigungsgeschehen aus der Perspektive des Holzes/Kreuzes dargestellt wird. Das Kreuz/Holz und Christus verschwimmen ineinander. Das Kreuz wird geehrt – und es belehrt die Menschen. Ansatzweise haben wir das schon bei Venantius Fortunatus gesehen.

Dem Ruthwell Cross wurden in Runenschrift Zeilen des genannten Textes hinzugefügt: „Krist was on the cross Yet / the brave came there from afar / to their Lord.“ Das reich bebilderte Kreuz wurde lateinisch beschrieben, unter anderem mit: IHS XRS (= Jesus Christus) Richter der Gerechtigkeit. https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuz_von_Ruthwell / https://en.wikipedia.org/wiki/Ruthwell_Cross vgl. auch das Bewcastle Cross: https://en.wikipedia.org/wiki/Bewcastle_Cross

Es gibt einige Gedichtsammlungen aus dem 10. Jahrhundert, in denen auch christliche Gedichte vorhanden sind.

  • So das Exeter Book. Wer sich intensiver damit befassen will, sei auf die Adventstexte hingewiesen: https://en.wikipedia.org/wiki/Christ_I und es geht neben weiteren Texten auch um Christi Wiederkommen und um das letzte Gericht: https://en.wikipedia.org/wiki/Christ_III
  • Das Vercelli Book beinhaltet unter anderem die oben genannten Zeilen des Dream of the Rood und „Seele und Leib“-Texte: Das Leben des Leibes auf Erden hat Auswirkungen auf das Leben der Seele nach dem Tod https://en.wikipedia.org/wiki/Soul_and_Body
  • Das Junius Manuskript (mit vielen Illustrationen). In diesem ist vor allem das Gedicht „Christus und Satan“ zu nennen. Satan und seine Genossen beschweren sich bei Christus – es folgen Auferstehung, Höllenfahrt und letztes Gericht – Jesus holt während seiner Höllenfahrt Menschen aus der Hölle, besiegt Satan auf seinem eigenen Gebiet – Versuchung Jesu durch Satan. https://en.wikipedia.org/wiki/Christ_and_Satan
  • Im Norwell Codex finden wir unter anderem neben biographische Fragmente zu Christopherus und ein Gedicht, das die alttestamentliche Schrift Judith übersetzt, das Heldengedicht Beowulf (8. Jh.). Es verbindet nordische Tradition mit christlichen ethischen Ansätzen.

Weder in den Sammlungen noch auch sonst legte man sich Grenzen auf. Welche Art an Literatur – es wurde zusammen gestellt.

Cynewulf

Der Autor lebte möglicherweise im 9. Jahrhundert. Von ihm sind vier Texte überliefert. Zwei seiner Texte sind im Exeter Book zu finden (Juliana, Christ II) und zwei im Vercelli Book (Elene, Fates of the Apostles). Drei dieser Werke behandeln das Leiden Glaubender. Cynewulf hat seinen Namen mit Runen in seine Texte eingefügt, womöglich geht es nicht um Copyright, sondern darum, dass die Leser für ihn beten https://en.wikipedia.org/wiki/Cynewulf .

In Christ II (Himmelfahrt), das er in Anlehnung an einer Predigt von Gregor dem Großen gedichtet hat, heißt es: Menschen sollen die Wahrheit suchen; sie kommt von Christus – Engel, die Jesus empor geleiten, fordern dazu auf, bereit zu sein, wenn Jesus wiederkommen wird. – Mit Jubel steigen sie dann in den Himmel auf – die Menschen sind traurig, weil Jesus weg ist – aber Menschen sollen für alles dankbar sein, was Gott ihnen schenkt, auch für die Chance, erlöst zu werden. – Christus schenkt Menschen Weisheit und Begabung zum Singen. – Als nun Jesus nicht mehr bei den Menschen war, begannen die Herrscher die Nachfolger Jesu zu verfolgen. Aber Jesus wird wiederkommen und der „Frühling“ durchdringt die Erde (Hohelied Salomos 2,8). Dann werden sechs High-Lights genannt: (1) Jesus wurde durch die Jungfrau Maria geboren; (2) er wurde in einem Stall geboren; (3) Christus am Kreuz; (4) Grablegung; (5) Höllenfahrt und Auferstehung; (6) Himmelfahrt. – Menschen müssen sich im Sinne Gottes verhalten, denn Christus wird wiederkommen zu richten in Gerechtigkeit. https://en.wikipedia.org/wiki/Christ_II

Texte (Advent, Ascension, Doomsday): http://www.yorku.ca/inpar/Christ_Kennedy.pdf :

Beginn: „Now eagerly in inward thought and wisely seek, thou man of great renown, with understanding heart, that you mayest know aright how it came to pass when the Almighty God was born in purity, when that He shelter sought at Mary´s hand,… Es endet mit der Darstellung, dass des Menschen Leben eine gefährliche Seefahrt ist: „Then help came unto us that the Spirit-Son of God guided us in the harbour of salvation, and granted us grace… Wherefore let us set our hope upon that haven which heaven´s Lord, in holiness on high, hath opened unto us by His Ascension.“

Alcuin

Alcuin war wie viele andere ein Wanderer zwischen Welten. ca. 730 in England geboren, folgte er 782 dem Ruf Karls des Großen und war auf dem Festland sehr wirksam und einflussreich. Im Jahr 804 starb er in Tours als Abt. Er schrieb zahlreiche Werke (Theologie, Astronomie, Mathematik, Rhetorik und andere) und war, wie seine Briefe zeigen, sehr gut vernetzt.

In seinem Hymnus Te homo laudet singt der Mensch als Ebenbild Gottes mit friedlichem und liebendem Herzen und Geist. Es schließt mit der Bitte, Gott möge „die Münder mit Lob füllen, damit wir immer dich lieben“. Gott loben und Gott lieben hängen eng zusammen.

Alcuin und viele andere in diesen Jahrhunderten zeigten, dass Europa keine heute bekannten Grenzen hatte. Man zog von hier nach da, dann wieder weg. Europa: Grenzen los.

Winchester Tropar

Genannt sei das Winchester-Tropar (980/1050). In diesem werden Singstimmen genannt – es ist für die Erforschung mittelalterlicher Musik sehr wichtig. Die Schwanenklage schließt:

Strömet herbei, ihr / Vogelscharen! / Stimmet mit ein: / „Dem höchsten König / Ewiger Ruhm!“

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Christliche Dichter 2

Christliche Schriftsteller 1: https://blog.wolfgangfenske.de/2019/08/10/christliche-schriftsteller/

In der Beschäftigung mit christlichen Schriftstellern erkennt man dann doch zuweilen, dass man die Texte nicht einfach so in die Gegenwart transportieren kann. Die Sprache ist veraltet, der Stil ist vielfach so, dass man die Ernsthaftigkeit nicht dahinter zu spüren vermag, wenn man nicht in der Sprache der Dichter beheimatet ist.

Was man noch zur Kenntnis nehmen kann, das ist, dass sie in ihrer Zeit vielen Menschen aus dem Herzen gesprochen haben, dass sie diese aufgerichtet haben und deren Leben ein Sinn geben konnten. In einer veränderten Situation, ohne Not, Hunger, Kälte, Krieg kann man das nicht mehr so sehr nachvollziehen. Die Frage stellt sich dann gleichzeitig: Sind wir heute in unserer Situation in der Lage, Entsprechendes zu bewirken?

Aber dennoch gibt es auch so manches, was man einfach wissen sollte, manches, was auch heute manchen noch bereichern dürfte.

Als Beispiel für das Gesagte möchte ich Siegbert Stehmann nennen. Er war ein Mann, der in christlich-bürgerlichem Elternhaus aufgewachsen ist und wurde Pfarrer. Er war in der Bekennende Kirche tätig. Dazu später mehr. In diesem Zusammenhang geht es darum, dass er in den skandinavischen Ländern kämpfen musste und nicht nur an der Brutalität der Kampfhandlungen litt, sondern auch an der Grobschlächtigkeit seiner Kameraden. Er fühlt sich zerbrochen. In diese üble Situation hinein kam die Nachricht, dass das von seiner Frau und ihm sehnlichst erwartete Kind, das in der Zeit des Unfriedens ein Zeichen des Friedens sein sollte, kurz nach der Geburt gestorben ist. In dieser furchtbaren Zeit schreibt er, dass ihm die Gedichtzeilen von Rudolf Alexander Schröder begleiten:

„Wem Gott das Recht der Klage gönnt, / der darf sich kaum beklagen, / weil er ihm mit der Plage gönnt / die Schulter, sie zu tragen. / Doch wo das Herz zu Aschen ward, / die Lippe steinern, – trüber / bedünkt kein Schicksal, zehnmal hart: / Verhüllt euch; geht vorüber!“

Diese Gedichtzeilen wurden Siegbert Stehmann zur Hilfe in sehr schlimmer Zeit. Ich denke, dass vielen von uns heute solche Zeilen eher fremd anmuten, inhaltlich wie sprachlich. Das heißt: Die Zeit geht über solche Texte hinweg. Kann es sein, dass sie einmal wieder für Menschen äußerst wertvoll werden können? Vielleicht. Darum sollte man sie nicht dem Vergessen überlassen. (Informationen von Rudolf Wentorf: Dichter der Kirche. Rudolf Alexander Schröder, Jochen Klepper, Siegbert Stehmann, Brunnen-Verlag 1967, dort auch der zitierte Text: 53)

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Selbstgemachte Probleme + Versagende Schule und Goethe

Solche Probleme sind selbst gemacht. Von wem? https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/hoch-schule/schulartwechsel-von-lehrern-fast-hundertprozentige-ablehnung-16343357.html

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Was passiert, wenn Schule versagt: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/protest-gegen-goethe-garten-in-weimar-voller-klopapier-16344883.html

Oder doch anders herum? Wie gut, dass in der Schule noch der gute alte Herr Goethe eine Rolle spielt, sonst hätten sie niemanden gefunden, den sie mit Rollen hätten traktieren können.

Im Ernst: Goethe war ein Unsympath, wenn es um sein reales Verhältnis zu Frauen ging. Es war eine Frage seiner Psyche. Aber zu bedenken ist, warum der Text samt seiner Melodien wirkungsgeschichtlich so eine Bedeutung hat: Es hilft/half Erfahrungen/Leiden zu artikulieren. Wie der Beitrag schreibt, gibt es eine Unmenge an Interpretationen – und es bleibt zu hoffen, dass im Deutschunterricht, falls es noch thematisiert werden sollte, so besprochen wird, wie es angemessen ist: kritisch, bezogen auf üblem menschlichen Verhalten.

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