Wert 2

Die Ansicht, dass wir Menschen nur dann wertvoll sind, wenn wir etwas leisten, liegt ja nicht allein in unserer Erziehung. Das liegt auch schon in der Menschheitsgeschichte verborgen. Wann kann ein Stamm überleben? Wenn alle etwas dazu beitragen. Jeder Leistungsträger in einem Stamm ist wertvoll – wer nichts leistet, der gefährdet den Fortbestand des Stamms, zumindest in Notzeiten. Von daher ist auch die Gruppe, in der wir leben, jeweils auf Leistung getrimmt. Doch was ist Leistung? Nahrung suchen, Nahrung herstellen, Nahrung züchten und verarbeiten. Kleidung herstellen, Häuser, Arbeitsgeräte. Feuerhersteller… Ist der Philosoph Leistungsträger? Ist der Künstler Leistungsträger – sei es der Maler, Dichter, Musiker? Ja, sie wurden es, als der Mensch es sich leisten konnte. Inzwischen sind auch diejenigen Leistungsträger, die Nippes produzieren, weil sie eben zwar nichts zum Überleben des Käufers beitragen, aber das Bruttosozialprodukt steigern. Was Leistung ist, ist eine Frage der Definition. Dann werden Leistungsträger Menschen, die zuhören können, Mut machen können… – also Pfarrer/Priester, Psychologen… Im christlichen Glauben leisten auch Menschen einen Beitrag für die Gruppe, für die Menschheit, die für die anderen beten. Menschen, die auf den ersten Blick nichts für den Fortbestand der Gruppe leisten können, haben ihren Wert allein dadurch, dass sie Ebenbild Gottes sind und als solches geschützt werden müssen. Und den Menschen als Menschen selbst wichtig zu nehmen, das lernen wir dann von Jesus. Und diese Errungenschaft ist immer sehr gefährdet, weil sie allen menschheitsgeschichtlichen Erfahrungen zuwiderläuft. Wenn eine Gesellschaft Menschen verachtet, die in ihren Augen keine Leistung erbringen – dann werden auch die Leistenden verachtet: als Menschenmaterial, mit dem man unmenschlich umspringen kann: Hungerlöhne, keine soziale Absicherung, wer krank wird, hat keinen Anspruch mehr auf einen Arbeitsplatz, wer es nicht mehr bringt, fliegt… Achtung gilt nicht dem Menschen, sondern seiner Leistung – auch – und da täusche sich keiner: an den höchsten Stellen.

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Wert 1

Ein Mensch ist wertvoll – auch wenn er nichts leistet. Theoretisch wissen wir das. Doch das gesamte Leben wird anders gelebt. Von Kind auf wird der Mensch gelobt, wenn er Gutes getan hat. Dann fühlt er sich wertvoll. Wenn er voran kommt, fühlt er sich wertvoll. Wenn dann auf einmal in das Leben etwas einbricht, das eine Leistung verhindert, eine Leistung, die vor den Augen anderer und vor den eigenen Augen bestehen kann, dann sehen wir uns als wertlos an: wenn Krankheit uns niederwirft, Trauer, Behinderungen, psychische Dunkelheiten, Versagen, berufliches Desaster… Und dann sagt der Verstand: Du bist genauso wertvoll wie vorher, dann sagt der Glaube, du bist genauso wertvoll wie vorher… Aber wir haben es seit der Kindheit anders gelernt und anders praktiziert – und dann sollen wir es aufeinmal akzeptieren? Das ist wie der Wandel eines Weltbildes. Aufeinmal muss alles, alles mit anderen Augen gesehen werden. Alles. Und das kostet Zeit, kostet Kraft, kostet Kopfzerbrechen, das zu lernen ist ein hartes Stück Arbeit: sich ganz abgeben zu können. Und nun falle ich wieder in das Leistungsdenken zurück -: und das ist eine immense Leistung. Wie man jahrelang für seinen Beruf lernen musste – und immer wieder lernen muss; wie man jahrelang Erfahrungen in seinem Hobby sammeln musste – und immer wieder neue Erfahrungen sammelt, so ist das auch in dem Lebensabschnitt, der das herkömmliche Leistungsdenken vom Thron stürzt. Es ist ein langer Prozess, in dem man wirklich von Herzen, mit allen Sinnen, mit dem Verstand erkennt: Ich bin wertvoll – auch wenn ich in den Augen anderer nichts leisten kann. Ein Prozess, der immer wieder neu erlernt werden muss – wie man sich auch im Beruf, beim Hobby weiterbilden muss. Vielleicht öffnet diese Erkenntnis aber auch jetzt schon das Auge für die Menschen, die sich wertlos fühlen. Können wir immer wieder den Teufelskreis der Leistungs-Gesellschaft durchbrechen? (Fortsetzung folgt.)

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Beten

Beten mit Kindern hilft, auch wenn man nicht an Gott glaubt: http://www.pro-medienmagazin.de/paedagogik.html?&news[action]=detail&news[id]=2544 Das Gebet als psychisch relevante Handlung gibt es auch als Empfehlung auf vielen anderen Gebieten: Gebet fördert zum Beispiel das Erinnerungsvermögen, es beruhigt die ruhelose Psyche… – und wenn es dann wirklich noch einen Gott gibt, dann ruft das arme Menschenkind im Gebet nicht einfach in einen leeren Raum, sondern dann ist auch einer da, der hört. Vielleicht sollte das aus psychischen Gründen betende Menschenkind auch mal in die Stille hören – ob es da vielleicht eine Stimme vernimmt? „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch stärken.“ – Nein, kein Wort von Sokrates oder Mao oder Che XY – Jesus Christus sagt es im Evangelium.

 (Warum ich Sokrates, Mao usw. erwähne? Weil manchmal Jesusworte in der Presse veröffentlicht werden, diese aber einem anderen zugeschrieben werden. Ob Jesus einmal auf sein Copyright bestehen wird?)

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Fragen der Woche

Wenn ich einem Menschen nicht vergeben kann – dann beherrscht er mich. Gibt es Menschen, die meine Seele in diesem Sinn gefesselt haben? Kann ich Möglichkeiten erkennen, mich von diesen Fesseln zu lösen?

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Nachgedacht

Ich habe gestern mal wieder – mit Hilfe von J.R. nachgedacht – so ein wenig. Eigentlich möchte ich in meinem Blog nicht nur negative Dinge darstellen, sondern auch auf positive Traditionen hinweisen, auf all das Gute, das Schöne, das uns umgibt. Doch wie schnell ist man dann doch wieder dabei, in all diesem Ärgerlichen, dem Übel zu versumpfen, den verbalen und tatkräftigen Brutalos zu viel Raum zu geben. Aber dieses Ärgerliche, das Üble usw. sind nur ein Teil des Alltags, ein Teil unserer Gesellschaft. Überall gibt es auch einzelne Hoffnunsgzeichen, Zeichen dafür, dass Menschen sich nicht verblöden lassen wollen, sich dagegen wehren, für blöd verkauft zu werden, dass sich Gleichgesinnte, die für diese Gesellschaft nur das Beste wollen, sammeln – auch wenn es immer noch zu wenig sind.

Und wie gehts weiter? Mit dem Blog wie bisher auch – nur hoffentlich mit viel mehr Hinweise auf mutige Menschen, auf Menschen, die angesichts all des Übels nicht aufgeben, sondern fröhlich ihren Beitrag dazu leisten, dass es besser, menschlicher wird. – Und leider gehört eins dazu: Über das Übel zu informieren, Verschleierungen benennen…, damit immer weniger sagen können: Das habe ich ja gar nicht gewusst.

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Amok

Der Einfluss von PC-Spielen auf Amoktäter ist nicht so groß, wie gedacht http://www.welt.de/wissenschaft/article4439391/Einfluss-von-Computerspielen-wird-ueberschaetzt.html – wer hätte das nicht schon vorher gedacht! In der Hilflosigkeit vor der gewalttätigen menschlichen Psyche sucht man Schuldige. Und da kamen diese Spiele gerade recht. Wobei ich sehe, dass diese Spiele nicht ganz so harmlos sind: Sie können schon die Seele vergiften – aber der konstruierte ursächliche Zusammenhang war sicherlich falsch. (Auch wenn die Studie wieder manipuliert gewesen sein sollte – weiß man das heutzutage angesichts so manchem käuflichen Wissenschaftlers?) Apropos vergiften: Man schaue sich mal an, was es an Sex-Darstellungen usw. im Internet gibt. – Besser man lässt es, aber der einfache Zugang zu solchen Seiten vergiftet sicher die Seele so manches Jugendlichen. Er würde sich sicher mit Grausen abwenden – wenn der Konkurrenzdruck untereinander nicht so groß wäre. 

Die Seele muss nach Höherem streben – aber es ist leichter, sie in den menschlichen Sumpf zu treten. Dieses Körnchen muss in die Seele gepflanzt werden: Lass deine Seele nicht klein und schwarz und niederträchtig machen – sondern mach sie groß, immer größer, schöner, bunter, licht.

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Höhepunkte

Ich bin immer einer, der sagt: Verachtet mir den Alltag nicht. Er ist sehr wichtig: die alltäglichen Abläufe, viele Dinge tun, ohne nachdenken zu müssen, die Länge der Strecken im Haus zu kennen, dass man sie schon im Finstern gehen kann ohne anzuecken… Aber der Alltag muss auch immer mal wieder durch kleine Höhepunkte durchbrochen werden, damit das Leben nicht im alltäglichen Gewurschtel vorbei geht: kleine Höhepunkte die ich mir selber gönne, Höhepunkte, die ich mit meiner Familie und meinen Freunden setze, Höhepunkte in meinem Leben mit Gott… Solche kleinen Höhepunkte sind so wichtig…

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Kritik

In der FAZ gibt es einen Artikel über den Umgang mit Kritik: Wie kritisiert man richtig, wie gehe ich mit Kritik um.

Wie kritisiert man? Da wird unter anderem genannt: Vor der Kritik einen Hinweis geben – Den zu kritisierenden nach Erklärung für sein Verhalten fragen – sachlich und genau erklären, was man kritisiert – „Ich“ sagen – Maßnahmen vereinbaren.

Und wie gehe ich mit Kritik um? Ruhe bewahren – konkrete Beispiele erfragen – wilde Rechtfertigungen vermeiden – welcher Punkt ist brauchbar? – Unsachliches ignorieren.

Was man nicht alles schon weiß – aber doch nicht in der Lage ist, es umzusetzen. Oder?

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Worte

Morgen-Gedanken für C.P. 
– Steht uns das Wasser bis zum Hals, hält uns der Lobpreis Gottes im Geist darüber.
– Muscheln mögen keine Perlen. Perlen erinnern Muscheln an ihren eigenen kommenden Tod.
– Auch Missionare müssen auf Gottes Willen achten, darauf, ob sie schweigen oder reden sollen, achtsam hören oder posaunen, in der Stille handeln oder öffentlich. Auch Missionare müssen auf Gottes Willen hören, damit sie nicht ihren eigenen tun.

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Störungen

Störung a: Jeder Lärm, den ich nicht selber mache, stört.

Störung b: Ists Kinderquietschen, Vogelsang – alles stört. Wer sich von allem gestört fühlt, das andere tun, sollte mal sein Nervenkostüm stärken. Manchmal hilft Besinnung weiter, sich enthektiken, Seelenstörungen aufdecken.

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