Goethe und Gott

Wenn ich ein bisschen Goethe so überblicke, dann ist zu der Frage folgendes zu sagen:

  • Das Göttliche spielt für Goethe eine Rolle – nicht Gott.
  • Das Gefühl spielt für Goethe eine Rolle – nicht christlicher Glaube.
  • Der Glaube an sich selbst als Menschen spielt für Goethe eine Rolle – nicht der Glaube an Gott in Jesus Christus.
  • Was er selbst für richtig hält spielt für Goethe eine Rolle – nicht die Offenbarung.
  • Das sittliche Prinzip spielte für Goethe eine Rolle – nicht die christliche Moral.
  • Die christliche Liebestat und die Erhöhung der Erniedrigten spielte für Goethe eine Rolle – nicht Tod am Kreuz – das war zu niedrig – und Auferstehung Jesu Christi für den Menschen.
  • Die gefühlte Offenbarung des Göttlichen in der Natur, zu der der Mensch als besonderes Wesen gehört, spielt für Goethe eine Rolle – nicht das Bekenntnis: Gott in Christus.
  • Nicht Gott – die erhabenen antiken Götter sollen es sein (die spätere Generationen durch erhabene germanische Götter ersetzen).
  • Anbetungswürdig und göttlich ist das sittliche Prinzip in Christus – nicht Gott in Jesus Christus.
  • Das Unverständliche muss unausgesprochen bleiben, spielt für Goethe eine Rolle – nicht der Versuch, das Unaussprechliche in Worte zu fassen, das endet in Phrasen.
  • Er lebt aus der christlichen Tradition – er bildet als Genie seine eigene Tradition.
  • Goethe stand sich einer Gottesbegegnung selbst im Wege. Er war sich selbst zu groß in einer großmütigen Demut: Gott ist zu groß, als dass man ihn mit der Vernunft erfassen kann.
  • Goethe sah sich nicht als Atheist – auch nicht als Rationalist. Auch methodischer Atheismus war nicht sein Ding: Goethe sah sich als Goethe und der unbekannte alle Natur durchwaltende Gott ist größer.
  • Obwohl Gott sich in Jesus Christus schon längst gezeigt hat. Aber den wollte/konnte Goethe nicht sehen. War er ihm zu gering? War er ihm zu groß? War er zu allgemein?

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Christlicher Glaube sprengt Todesgrenze

Ephraim/Ephräm der Syrer (+373)

Von ihm gibt es zahlreiche Hymnen unterschiedlichen Charakters. Viele Hymnen (mit Hinweis auf die Melodie) reagieren auf die Angriffe auf die Stadt Nisibis (heute: Nusaybin, 85.000 Einwohner; bewohnt von Kurden an der türkisch-syrischen Grenze). Diese Stadt wurde von Sapor einem Herrscher Persiens und Christenverfolger belagert und aus christlicher Perspektive wunderbar gerettet. Andere Hymnen besingen die hervorragenden Bischöfe von Nisibis, andere wenden sich gegen Irrlehrer und den Kaiser Julian, der sich gegen Christen gewandt hatte.

Diese Hymnen schildern aktuelle historische Ereignisse. Diese Geschichts-Hymnen sind sehr lang und versuchen, das Leiden ethisch zu reflektieren. Auch im zweiten Nisebenischen Hymnus haben wir wie Sib. VIII einen Akrostichon: Die Buchstaben der Zeilenanfänge lauten übersetzt: Unsere Stimme o Nisebener klagt. Eine Strophe lautet (80ff.) (zitiert nach BKV):

„Sicher ist, daß jener Gütige kein Wohlgefallen hat an Heimsuchungen, die zu allen Zeiten eintreten, obgleich er selbst sie schickt: unsere Sünden sind  die Ursachen unserer Qualen. Kein Mensch darf den Schöpfer beschuldigen, er ist es, der uns beschuldigen kann; denn wir haben gesündigt und ihn zu zürnen genötigt, obgleich er es nicht wollte, und zu strafen, obgleich er kein Wohlgefallen daran hat.“ Der Hymnus schließt (124ff.): „Lasset uns also mit dem vergangenen das Zukünftige abwenden; lassen wir uns belehren durch das Erlebte, um Kommendes zu vermeiden; seien wir eingedenk dessen, was vorangegangen ist, damit wir Zukünftigem entgehen.“

Was wir heute mit Blick auf die Zeit des Nationalsozialismus aus der Geschichte lernen wollen, damit so etwas nie wieder passiert, wird hier schon formuliert, allerdings mit Blick auf Gott. Das bedeutet, dass nicht nur bestimmte ideologische Übel vermieden werden sollen, sondern das Verhalten insgesamt dem Willen Gottes entsprechen muss, würde Ephraim uns sagen. Wie oben gesehen: Wir können unsere Zukunft beeinflussen. Sie ist kein Räderwerk, das den Menschen in eine Richtung zwingt, die er nicht möchte.

Sehr zu Herzen gehen seine Klagen angesichts der Pest. Dieses Sterben reflektiert er in einem Gedicht, in dem er schildert, dass alle sterben müssen. Als er an einem Grab darüber nachdachte, erkannte er den „geheimen Sinn“: „Der Tod ist ein Bild der Gerechtigkeit Gottes.“ Diese Erkenntnis mündet dann in die Aussage: „Doch nun lasst den Gesang von hier zu Ende uns bringen; Preist des Gerechten Huld, welcher die Leiber erweckt!“ Er sandte seinen Sohn, litt den Tod, um selbst zu spüren, wie schlimm er für Menschen ist. Seit des Todes und der Auferstehung Christi ist für Glaubende der Tod nur ein Schlummer. In einem anderen Text beschreibt er, wie die Seele sich vom Körper löst. Der Körper ruft der Seele zu: „Im Frieden zieh´, / Geliebte Seel´! / Der uns zum Licht / Berief, errett´/ Uns von der Höll´!“ In einem anderen Lied zur Pest-Zeit bittet er um Rettung, schließt aber: „Preis Dir, Vater und Sohn, von den Lebenden wie von den Toten“. Das heißt: Der Tod der Glaubenden mündet in das Gotteslob. (Texte: Josef Rauchenbichler (Hg.): Gesänge der Heiligen, Landshut 1837)

Auch hier: Grenzen werden gesprengt. Die Grenzen des Todes – sind eingerissen. Tod und Sterben schmerzen Lebende sehr – aber sie münden ins Leben.

aus: https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/gott-in-gedichten/

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Gab es Jesus – gibt es Gott

Frage: Es gibt keinen Beleg, dass es Jesus gibt oder Gott! Warum glauben dann so viele an Gott oder Jesus? Es gibt ja auch keinen Beleg, dass es uns gibt. Frage Bitte Beantworten!!!

Beweise und Glaube

Man kann vieles nicht beweisen, bis man dafür eine Antenne entwickelt hat. Können wir zum Beispiel beweisen, dass in diesem Moment tausende von unterschiedlichen Bildern und Klangwellen durch diesen Raum „fließen“? Das merkt man nur, wenn man Handys, Radios, Fernseher anschaltet. Das Empfangsgerät für Gott ist der „Glaube“.

Aber dennoch machen sich Menschen auch Gedanken. Und man hat im Laufe der Zeiten Gottesbeweise entwickelt. Z.B. Kosmologischer Gottesbeweis…

Sie haben freilich alle einen Haken, weil das, was wir naturwissenschaftlich und logisch als Beweis ansehen, auf Gott nicht zutrifft. Warum? Gott ist Gott. Gott ist nicht Natur, ist nicht Schöpfung. Gott steht außerhalb dessen, was wir Menschen uns logisch und wissenschaftlich denken. https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/gott/philosophie-gottesbeweis/

Darum auch hier wieder: „Glaube“. Wie kommt es zum Glauben allgemein? Ethnologischer Gottesbeweis aus christlicher Sicht: Gott hat uns Menschen eine Ahnung von sich ins Herz/in den Verstand gelegt. Diese Ahnung äußert sich dann in unterschiedlichsten Religionen. https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/gott/spuren-gottes/

Jesus Christus

Dass es Jesus als Mensch gab, das bestreitet kein vernünftiger Mensch mehr. https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/jesus-christus/lebte-jesus/ und https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/jesus-christus/zeugen-fuer-die-existenz-jesu/  Die Frage ist nur: Wer war er als Mensch? Für die Fans war er so klasse, dass sie nicht aufhörten, von ihm zu reden. Für die Gegner war er so bösartig, dass sie ihn töteten. Das heißt: Man wollte, dass man ihn vergisst. Aber man hat ihn nicht vergessen. Glaubende sagen: Weil er auferstanden ist, erinnert er im Glauben Menschen immer wieder daran, dass er ist.

Wer war er als Mensch? Glaubende sagen: Ein Wunder, ein Geschenk Gottes, das wichtigste Ereignis auf der Welt: Gott wurde in Jesus Mensch. Nichtglaubende sagen das Gegenteil.

Doch wie kommen Glaubende dazu? Einmal aufgrund des soeben Gesagten (Auferstehung). Dann aber auch: Er hat vieles neu geregelt: Wie sollen Menschen miteinander umgehen, damit das Zusammenleben besser wird? Hier hat Jesus Einmaliges geleistet: Liebe – bis hin zur Feindesliebe; Menschen, die nichts galten – sind in Gottes Augen groß und wichtig – und dürfen es auch aus ihren eigenen Augen betrachtet sein; er befreit Menschen von dem, was sie an Üblem fesselt (Vergebung), traut ihnen zu, dass sie sich im Sinne Gottes gut verhalten können. Er nimmt die Angst vor dem Tod. Er hat also auch aus dieser Perspektive des Nichtglaubens viel Gutes gemacht. Weil das Menschen weltweit so sehen, führt er Menschen weltweit zusammen, über alle Grenzen hinweg. Wenn man heute so gerne von Globalisierung redet: Die christliche Gemeinde ist global orientiert von Anfang an… https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/jesus-christus/bedeutung-jesu-gegenwart/ Jesus war nur 1-3 Jahre wirksam – hat mehr Auswirkungen als jeder andere Mensch. Ein ganz kurzes irdisches Ereignis mit einer unausdenkbar großen Strahlkraft.

Ich – der Mensch

Und wenn man anfängt über Gott und Jesus Christus nachzudenken, beginnt man auch über den Menschen nachzudenken https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/mensch/ : Was können wir überhaupt wissen? Was leistet unsere Sprache? Das zeigt die Fragestellung oben so schön: Wenn man über Gott nachdenkt, beginnt man über sich selbst nachzudenken. Von daher: An Gott kommt kein Mensch vorbei: ablehnend, zustimmend, ihn bewusst ignorierend… – und die Frage schließt sich an: Wer bin ich? Wie lebe ich?…

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Friedens-Predigt

Ich finde die Predigt von Georg Christian Richter von 1799 sehr interessant – auch mit Blick auf unsere Vorstellung davon, wie Frieden zu verwirklichen ist / sein sollte: Predigten und Leichenreden Seiten 95ff.:

An der Vorrede wird auch deutlich, wie hart das normale Leben eines Menschen damals war. Georg Christian Richter starb 1803 im 30. Lebensjahr.

Die beiden letzten Predigten zum Thema Sterben und Auferstehen sind schöne Zeugnisse des Glaubens aus dem 18./19. Jahrhundert.

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Christen sind beliebt – wenn sie mitmachen

Christen sind beliebt, wenn sie mitmachen, was man halt so jeweils macht und jeweils in der jeweiligen Moderne so denkt. Wehe, sie machen nicht mit. Dann gibt es Ärger. Das war schon im massiv ideologisierten 20. Jahrhundert so, in den Jahrhunderten davor – und wird sich auch nicht ändern, so lange die Erde uns Menschen beherbergt: https://www.die-tagespost.de/politik/aktuell/Christen-in-Europa-immer-staerker-diskriminiert;art315,203162

Also, was folgt daraus? Nicht mitmachen. Nicht erst Dietrich Bonhoeffer nannte das: Nachfolge. https://de.wikipedia.org/wiki/Nachfolge_(Bonhoeffer)

Spannend ist, dass alle glauben, nicht mitzumachen – indem sie alle mitmachen, nicht mitzumachen.

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