Reza Aslan – Gewalt

Reza Aslan sieht in Jesus den Gewalttäter, einen Gotteskrieger – weil er selbst Gewalt affin ist: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/washington-videoaufnahmen-sorgen-fuer-empoerung-schueler-erklaert-sich-a-1249063.html

Jesus verzerren – sich in Jesus spiegeln – das kann man an vielen kuriosen Büchern erkennen, denen es mehr auf ihre Gedanken ankommt als auf die Texte des Neuen Testaments – oder einfach auch einen Jesus produzieren, so aus dem Ärmel heraus: https://www.zeit.de/2013/33/jesus-biografie-gotteskrieger

Dass sich alle Historiker selbst in dem Jesus spiegeln, den sie im Neuen Testament wahrnehmen, dürfte sich inzwischen herum gesprochen haben. Aber: Es gibt Menschen, die sich damit auseinandersetzen, sich dessen bewusst sind, viele dieser Selbstspiegelungen wahrnehmen und in ihr Bild zu integrieren versuchen. Das verhindert solche Einseitigkeiten.

Davon zu unterscheiden ist der glaubende Mensch, der im Geist Gottes das Neue Testament liest und sich aus diesem Geist heraus dem Jesus des Glaubens öffnet.

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Theodizee 13: Willi Graf

Ich hatte begonnen herauszuarbeiten, wie Mitglieder der Weißen Rose mit dem Leiden umgehen (Theodizee 1-12). Zusammengefasst und ergänzt ist es hier zu lesen – die Einleitung gibt Grund und Intention meiner Darlegung „authentischer Theodizee“ wieder: https://evangelische-religion.de/theodizee-sophie-scholl.html Es fehlte, soweit ich sehe, nur noch Willi Graf. Das hole ich hiermit nach:

Willi Graf (* 2. Januar 1918) ist katholisch geprägt worden. Seine religiöse Erziehung sieht er kritisch: „Urteilskraft und lebendige Überzeugung aber haben wir nicht mitbekommen, um eventuell in der Lage zu sein, diese Weltanschauung zu verteidigen… In Wirklichkeit ist Christentum ein viel schwereres und ungewisseres Leben, das voller Anstrengung ist und immer wieder neue Überwindung kostet, um es zu vollziehen.“ (6.6.1942). Er macht sich viele Gedanken: „Gerade das Christ-Werden ist vielleicht das allerschwerste, denn wir sind es nie und können es höchstens beim Tode ein wenig sein.“ (15.6.1941)

Willi Graf ist im Saarland aufgewachsen und war trotz des gesellschaftlichen Drucks nicht in der Hitlerjugend, aber der katholischen Jugendarbeit treu. Er begann sein Medizinstudium, wurde wegen „bündischer Umtriebe“ inhaftiert, wurde von der Wehrmacht eingezogen, kam als Mediziner an die Uni München und somit in Kontakt mit der Weißen Rose. Er wirkte mit im Widerstand und wurde kurz nach Hans und Sophie Scholl zusammen mit seiner Schwester, an die viele der folgenden Briefe gerichtet waren, festgenommen. Er wurde im April zum Tode verurteilt, wurde aber nicht sofort hingerichtet, weil die Gestapo Informationen über „Mittäter“ erfahren wollte. Seine Schwester Anneliese hat nach dem Krieg Briefe und Aufzeichnungen herausgegeben.

Als er 1943 in Haft war, schrieb er: „Mit dem Tod beginnt erst unser wahres Leben, diese Gedanken sind mir immer schon vertraut gewesen und waren und sind mir bewußt. Euch aber bleibt alles Leid und der Schmerz, aber der Glaube und das Gottvertrauen muß Euch Stärke und Kraft bringen…“ (8.5.1943) Dass in Gottes Hand das Schicksal liegt gibt Mut „alles andere daneben wird ja so unwichtig und bedeutungslos“ (1.8.1943). Ähnlich schrieb er am 9.10., fügte aber noch hinzu: „Das Bewußtsein, daß wir in Seiner Hand sind, wächst eigentlich erst recht im Leid und manchmal ahnen wir Seine Nähe ganz besonders“. Aber er muss sich dazu immer wieder durchringen: „Das zu ertragen ist nicht leicht, aber mit seiner (sc. Gottes) Hilfe wollen wir es immer wieder versuchen“ (26.9.1943). Schon Ende 1941 formulierte er in einem Brief aus Russland, dass man in aller Sinnlosigkeit bestehen müsse, dass man den Sinn suchen müsse – aber dass man ihn erst im Tod finden werde (30.12.1941). Diese Ahnung von Sinn wird in seinen letzten Briefen immer deutlicher. Am 10.9.1943 kommt seine Sicht sehr ausführlich zum Tragen, indem er sein Leiden, sein Kreuz mit dem Kreuz Jesu verbindet und „fast froh“ ist, nachzufolgen. „Wir wollen versuchen, dieses Kreuz nicht nur einfach zu ertragen, sondern zu lieben und immer vollkommener zu leben im Vertrauen auf Gottes Ratschluß.“ Der Tod ist nicht das Ende, „sondern ein Durchgang, das Tor zum wahren Leben.“ In seinem letzten Brief weist er auf die Arie von Händel, Messias hin: „Ich weiß, daß mein Erlöser lebet.“ und übergibt Psalm 90 als eine Art Vermächtnis – denn in allen Briefen bezieht er die Adressaten mit ein: Wir. So auch in diesem letzten Brief: „Wir werden uns wiedersehen am Thron des Ewigen.“ Am 12.10.1943 wurde er hingerichtet.

Zitiert nach: Anneliese Knoop-Graf und Inge Jens (Hgs.): Willi Graf. Briefe und Aufzeichnungen, S. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 1988

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Jordan Peterson

Jordan Peterson, „der einflussreichste Intellektuelle“ (zumindest laut New York Times), ist Psychologe – und spricht intensiv Glaubensthemen an – über die Bibel, Jesus, Gott: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2019/01/04/ich-verhalte-mich-so-als-wuerde-gott-existieren/

In dem Beitrag gibt es eine Menge Infos, die über das Zitat hinausgehen:

Peterson ist nicht der neue C.S. Lewis oder John Lennox. Er ist kein christlicher Apologet im klassischen Sinne. Doch es gelingt ihm, in unverkrampfter und natürlicher Art über die Bibel zu sprechen. Er macht biblische Geschichten aus zum Teil unerwarteten Perspektiven für heute lebendig. Dabei hat er die Aufmerksamkeit von Millionen Zuhörern.

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Lisa&Lena, DJ Ötzi + Allianz-Gebetswoche + C.S. Lewis-Preis

Alle drei, Lisa&Lena/DJ Ötzi, halten mit ihrem Glauben nicht hinterm Berg: https://www.jesus.de/dj-oetzi-ich-glaube-an-gott-ich-glaube-an-jesus/

und: https://www.jesus.de/lisa-und-lena-gewinnen-fernsehshow-und-spenden-das-geld/

Zu nennen ist in diesem Zusammenhang auch Melissa Joan Hart: https://www.pro-medienmagazin.de/medien/fernsehen/2019/01/10/sabrina-darstellerin-findet-frieden-bei-jesus/

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Ab dem 13.1. findet wieder die Allianz-Gebetswoche statt: https://www.jesus.de/allianzgebetswoche-einheit-leben-lernen/

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Der C.S. Lewis-Preis geht in diesem Jahr an eine Roman-Autorin, Julia Gehringer: https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2019/01/10/julia-gehringer-gewinnt-den-cs-lewis-preis-2018/

C.S. Lewis, war Atheist, wurde auch in der Diskussion mit Tolkien (Herr der Ringe, Hobbit) Christ – ein sehr bekannter Christ, weil er die Fragen, die er als Atheist hatte, in seine Werke mit einbezogen hat (Pardon, ich bin Christ. Meine Argumente für den Glauben). Er war Literaturwissenschaftler und Autor, Autor der Narnia-Chroniken.

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Interreligiöser Dialog

Den gestrigen Beitrag zu einem Kommentar möchte ich dadurch hervorheben, dass ich ihn in etwas abgewandelter Form in den Blog stelle:

Zu einem Dialog gehört, dass man von seinem Glauben überzeugt ist. Aus diesen unterschiedlichen Glaubensansätzen heraus gilt es dann den gemeinsamen Weg zu finden, der für die Menschheit zum Guten wird. Zu einem solchen Dialog gehört auch, dass man seinen Glauben kennt, die historischen Bedingtheiten, Parallelelen usw. usw. Zudem weiß ich, warum ich kein Muslim bin, sondern ganz bewusst Christ. Muslimen mag es ähnlich ergehen, so sie ihren Glauben bewusst und frei reflektieren.

Beide Seiten, die ihren Glauben bewusst reflektieren, wissen einander zu schätzen. Zumindest kenne ich Muslime, die Glauben anderer wahrnehmen können und ihn respektieren, wie ich den Glauben dieser Muslime wahrnehme und respektiere. Die Diskussion läuft auf einer anderen Ebene als zum Beispiel mit Atheisten, weil wir eine gemeinsame emotionale religiöse Basis haben. Wenn ich Gebet sage – dann stellen sich bei manchen Atheisten alle logischen Haare zu Berge. Wenn ich mit einem Muslim über das Gebet spreche, dann haben wir eine gemeinsame Verstehensbasis. Da braucht man nicht lange darüber zu reden. Freilich: Es gibt unterschiedliche Riten, Deutungen,… alles richtig. Aber über das, was Gebet ist, muss man nicht mehr diskutieren, das ist eine gemeinsame Voraussetzung. Oder: Was anderen eine Heilige Schrift bedeutet… – auch hier stellen sich bei Atheisten alle rationalen Haare zu Berge. Aber trotz aller Unterschiede zwischen Bibel und Koran, trotz aller unterschiedlichen Ansichten über Wort Allahs/Gottes – man hat ein gemeinsames Gefühl für das, was „Heilige Schrift“ ist. Mohammed hat Juden und Christen massiv kritisiert – wegen ihrer Stellung zur heiligen Schrift. Und Juden und Christen kritisieren Mohammed dafür. Diese Diskrepanz gehört in den Interreligiösen Dialog. Aber dennoch bleibt dieses gemeinsame Wissen von der Bedeutung der heiligen Schrift für die jeweils anders Glaubenden. Wenn wir uns als Menschen ernst nehmen, werden wir auch in menschlichem Sinne miteinander kommunizieren.
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Was den Interreligiösen Dialog betrifft: Christen sind – so sehe ich das auch – ziemlich dominant dabei. Aber treibende Kraft zum Guten sein, dürfte auch in Augen von Atheisten und Säkularen nicht verwerflich sein. Dass ein solcher in einem langen Prozess eingeübt werden muss, ist allen Beteiligten sicher klar. Dieser Prozess kommt in unserer Zeit erst langsam in Gang, nach Jahrhunderten der Differenzen – vor allem begründet durch politische Auseinandersetzungen: islamische Eroberungszüge, europäischer Kolonialismus… – all dieser Schutt muss auch durch Vertrauen bildende Maßnahmen beseitigt werden. Entsprechend wird es auch immer Rückschritte geben, man stößt sich gegenseitig vor den Kopf, Extremisten versuchen klare Tatsachen zu schaffen, indem sie Nichtglaubende vertreiben (wie zurzeit vielfach aus islamischen Ländern) und menschlich Denkende Glaubensbrüder/-schwestern ebenfalls vertreiben oder ermorden. Aber nicht müde werden. Wie heißt die Jahreslosung für 2019 – und sie ist gleichzeitig Auftrag:

Suche den Frieden, jage ihm nach.

Unterscheidung: Radikalkatholik – Neue Rechte – Neonazi

„Eine Handreichung“ für diejenigen, die nicht in der Lage sind, diese zu unterscheiden: https://nolitetimereweb.wordpress.com/2018/12/22/wie-man-rechtsextreme-und-fundikatholiken-unterscheidet-eine-handreichung-fur-die-uneingeweihten/

So eine Darstellung würde man auch gerne mal mit Blick auf die linke Seite der Gesellschaft und Kirche lesen.

Differenzierungen sind nicht jedermanns/jederfraus Sache, weil eine gewisse Unbeweglichkeit sich des Hirns bemächtigte. Es ist einfacher, alle in einen Sack zu stecken und draufzuhauen. Ob also eine solche Differenzierung von unbeweglichen Hirnen verstanden wird? Bleibt zu wünschen.

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Hawking: Hirn-Computer

Hawking soll gesagt haben: Ich sehe das Gehirn als einen Computer, der aufhört zu arbeiten, wenn seine Bestandteile versagen. Es gibt keinen Himmel oder Leben nach dem Tod für kaputte Computer. Das ist ein Märchen für Leute, die sich vor dem Dunklen fürchten.“

Hat Hawking das wirklich gesagt? Wenn das Hirn ein Computer ist – kann er/es dann so etwas von sich geben? Das würde ein Computer nie sagen. 

Zudem: Im Augenblick sagen Computer ja nur das, was ihnen programmiert wurde. Wer hat das denn in Hawkings Hirn-Computer programmiert?

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Fußballer und Gott

Der an Gott glaubende Daniel Didavi meint https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2014/04/03/daniel-didavi-selbstzweifel-durch-glauben-ueberwunden/:

Er bete aber nicht für Siege oder den Klassenerhalt, berichtet Didavi: „Gott spielt nicht für einen Fußball, kämpfen muss man selber.“

Es gibt auch ein neueres Interview mit ihm: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2018/12/07/fuer-daniel-didavi-ist-gott-helfer-in-der-krise/

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Bewundernswerte Menschen

Manche Menschen werden Christen – ohne sich zu outen – weil der christliche Glaube etwas in ihnen auslöst, was die alte Umwelt nicht ermöglicht. Sie spüren, dass etwas falsch läuft, ungerecht, lieblos ist. So habe ich einmal gelesen, dass ein Mann auch darum Christ wurde, weil er sah, dass Christen Männer und Frauen gleich behandeln. Und so fing er an, seinen Töchtern zuerst das Essen bei den Mahlzeiten zu geben, um ihnen zu zeigen, wie wertvoll sie sind. Wenn allerdings Menschen in der Nähe sind, die nicht Christen sind, gibt er, wie es die Tradition verlangt, den Männern und Jungs zuerst das Essen. Er befürchtet nämlich, dass sonst die Gerüchteküche hochkocht und sie bedrängt, eingeschüchtert werden, dass ihnen die Lebensgrundlagen genommen werden, wenn sie nicht wieder in das traditionelle Muster zurückfallen.

Wir erfahren viel zu wenig von solchen mutigen Menschen, Menschen, die eigentlich für nichts gelten, die man gar nicht wahrnimmt, die verachtet werden – die aber einen winzig kleinen Freiheitsraum erkämpfen. Denn wer anfängt nachzudenken, wer beginnt, sich als ein Ich zu wissen, wer bemerkt, dass er in Fesseln lebt, die böse sind, und sich dann durch eine Gottesbindung  versucht, sich zu befreien, durch kleine Taten, kleine Gesten – wie großartig sind solche Menschen.

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