Europa

Thomas Löffelholz in welt. online: „So ein Europa braucht kein Mensch“: >Da ist es: Unser Europa! Kaum läuft etwas schief, kaum bekunden die Bürger in Irland, dass sie nichts mehr verstehen, da lässt Brüssel einen Sturzbach von Verboten, Geboten, Anordnungen, Untersuchungen auf Europa niedergehen. Warum? Um das Leben besser zu machen, zum Beispiel durch die rollstuhlgerechte Einebnung der Stufen vom Nordkap bis zum Vesuv! Oder durch die Bestimmung, dass künftig europaweit ein privater Vermieter verklagt werden kann, wenn er nicht an jemanden vermietet, der ihm zu jung, zu alt, zu krumm, zu dumm, zu laut erscheint. Jüngst hat sich Brüssel zwar der Unvernunft seiner Untertanen gebeugt und eine Richtlinie zurückgezogen, die es Bauarbeitern verbieten sollte, mit nacktem Oberkörper im Sonnenschein zu arbeiten. Aber Brüssel gibt nicht auf. Nach dem Nein der Franzosen und Niederländer hatte man „Entbürokratisierung“ versprochen. Ein Vizepräsident, Günter Verheugen, wurde beauftragt, und er versprach, 222 EU-Rechtsvorschriften und 1400 Rechtsakte bis 2008 in den Papierkorb zu werfen. Acht Milliarden an Bürokratiekosten würden eingespart. Doch von ein paar Heldentaten abgesehen – wie der Abschaffung der „Astlochrichtlinie“, die die Anzahl der erlaubten Astlöcher in einem EU-Brett regelt –, arbeitet Brüssel nur an einem: am Ausbau der real existierenden Bürokratie.<

Eine Art Dschihad?

„Die Kanzlerin“, schreibt der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe, „stellt sich gegen die Wünsche der katholischen und evangelischen Kirche, irakische Christen, die in ihrer Heimat unter Verfolgung leiden, in Deutschland zügig aufzunehmen.“ (aus: www.pro-medienmagazin.de) Dazu passt die Meldung: Ein irakischer Flüchtling berichtet Ende Juni in Damaskus von systematischer Diskriminierung von Christen bei Ausreisevisa- und Asylgesuchen. … In Botschaften und beim UN-Hochkomissariat für Flüchtlinge (UNHCR) würden Formulare von Christen zerrissen, solche von Muslims sofort angenommen. Jede christliche Familie könne diese Erfahrung bestätigen … Ein christlicher Leiter erklärte, die Angestellten seien Muslime und wollten nichts von Christenverfolgung im Irak hören. (open doors 9/08 Seite 8.) Man hört nun, dass auch irakische Christen nach Deutschland flüchten dürfen. Wieweit das der Wahrheit entspricht, wird hoffentlich beobachtet werden. Freilich ist es traurig, dass sie überhaupt herkommen müssen.

Zur Situation von Christen im Irak s. http://ekklesia-nachrichten.com/Irak+Vater+und+Sohn+im+Nordirak+ermordet+weil+sie+Christen+sind — und über die Toleranz gegenüber von Christen in der Türkei: http://www.welt.de/politik/article2501751/Christen-in-der-Tuerkei-beim-Gebet-festgenommen.html

PS: ich schrieb vor ein paar Tagen in dem Blog, dass ich, je mehr ich mich mit dem Islam beschäftigt habe, desto größere Bauchschmerzen bekommen habe. Wohl nicht nur ich. Was Mohammed betrifft: www.presseportal.de/pm/7861/1262035/gruner_jahr_geo

Notiz

In dem Artikel: „Was die Deutschen von Demokratie halten“ (welt.online) fand ich den Satz: „Zudem müssten Politiker den Menschen, die sich auf der Verliererseite sehen, stärker das Gefühl geben, sich für sie einzusetzen, sagte Niedermayer.“ – Ist die Formulierung nicht nett? Politiker müssten das Gefühl geben … – und dann wird es wieder gut mit dem Demokratieverständnis. Der Artikel insgesamt ist „voll“ lesenswert. Was da für ein Bild gezeichnet wird! Wer ist unzufrieden mit der Demokratie im Land? Die Armen, die ein wenig staatsväterliche Zuwendung brauchen …  

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Es ist gefährlich, was anderes zu denken als alle denken, sagte er.  Dann sagte er fröhlich: Die Gedanken sind frei … Da kam der kleine Selbstzensor und – schwupps, weg waren sie – die freien Gedanken.

PS.: Noch immer: 35% der Menschen wagen es nicht, „nein“ zu sagen, wenn es darum geht, auf Befehl Menschen zu quälen: www.welt.de/vermischtes/article2487625/Wie-normale-Menschen-zu-Folterknechten-werden.html Wie würde ich reagieren? Und ich befürchte: In einer Gruppe würden noch mehr mitmachen. — Auf Anfrage zu Köln: Was da am Samstag (20.9.) abgelaufen ist, dazu finden sich viele Erlebnisberichte, Beurteilungen und Videos auf www.pi-news.net. Um es wieder zu sagen: Es wäre schön, wenn auch andere Medien auf das undemokratische Verhalten hinweisen würden. Vor allem werden alle gutmeinenden, friedliebenden Demonstranten, die ihre Meinung gegen die Kongressteilnehmer kundtun wollten, auch nicht ernst genommen, wenn ihre freie Meinung mit undemokratischen Mitteln unterstützt wird.   

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Als sich ein pensionierter Theologe frömmer äußerte als die Frömmigkeitszensoren es erlauben, sagte ein Kollege: Der ist pensioniert – jetzt kann er das sagen.

Man reibt sich verwundert die Augen und denkt: Was für arme Kreaturen sind doch die Selbstzensoren.

PS: In einem Blog fand ich den Hinweis auf das Interview mit einem höchstrangigen Demokraten, der das sagt, was in meiner Predigt angesprochen wurde: Was ich sage, das muss demokratisch verteidigt werden. Was Andersdenkende sagen, muss verhindert werden – aber gleichzeitig müssen Probleme ernst genommen und diskutiert werden: www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/850025/ Überrascht, wer dieser Demokrat ist? Nicht wirklich, oder?

Signal von Köln

Manche wissen nicht, was in Köln seit Wochen vor sich geht. Ein Tipp – sehr emotional – aber was bleibt manchem anderes übrig, als mit Worten seinem Zorn Ausdruck zu verleihen oder seine Traurigkeit angesichts des Zustands unserer Demokratie, weil andere eben die geballte Macht einsetzen. Ich weise auf diese Seite hin, weil hieran deutlich wird, wie sehr öffentliche Medien sich von der Propaganda einspannen lassen und damit auch Teil der Propaganda sind. Man mag zu ProKöln stehen wie man will – aber das Grundgesetz sieht vor, dass jeder seine Meinung äußern darf. Und das steht auf der Kippe. Man merkt das auch an ganz anderen Themen. Jeder, der ein wenig vom Mainstream abweicht, wird diffamiert – irgendwann wird es auch der letzte merken. Spätestens dann, wenn er Angst bekommt, den Mund aufzumachen.

Nachtrag: Ich sehe, dass sich auch andere unwohl fühlen. So war die Tagesschau vom Samstag ziemlich neutral und ließ Gegenstimmen Raum, die FAZ ist kritisch und ebenso ein wenig welt online. Hoffentlich wagen sich immer mehr aus der Deckung, die Demokratie ist ein zu kostbares Gut, das nicht von Machthabern (z.B. OB Schramma und seine Mannen) und Mainstream Medien beherrscht werden darf.

Noch ein Einwand

Noch einem Einwand muss begegnet werden: Ich habe nicht von Muslims, sondern von Moslems gesprochen. Vor nicht langer Zeit nannte man Muslims/Moslems noch Mohammedaner. Jedes Wort wird erst dann als diskriminierend empfunden, wenn mit dem Wort diskriminiert wird. Oder? Nein, immer dann, wenn einer denkt, ich werde mit dem Wort diskriminiert – oder einer denkt, mit dem Wort könnte ein anderer diskriminiert werden. Bald wird auch das Wort Muslim als diskriminierend angesehen, und wir müssen wieder ein neues Wort lernen – und das geht immer schneller so …  Irgendwann weiß keiner mehr was eigentlich „erlaubt“ ist und was nicht. Das betrifft auch andere Gruppen. Und dann wird einfach „Südländer“ gesagt, und die traditionellen  „Südländer“ (Italiener, Griechen, Spanier) finden das wiederum gar nicht lustig – und außerdem ist das diskriminierend, weil es südeuropäische Menschen von nordeuropäischen Menschen unterscheidet, wo doch alle gleich sind.

Auf diese Weise wird übrigens auch die Identifikation der Gruppen, die sich jeweils als solche bezeichnen oder bezeichnet werden, aufgehoben: Sie müssen sich ständig umorientieren. Ob das nicht ebenso diskriminierend ist?

PS.: Ich muss gestehen, dass ich eigentlich „Mohammedaner“ als passendste Bezeichnung ansehe – es sind eben die Anhänger der Lehre Mohammeds/Muhammads oder diejenigen, die der Lehre des Mohammed/Muhammad gehorsam sind. Die Bezeichnung Muslim/Moslem bedeutet, dass sie der Lehre Allahs („Allah“ heißt „Gott“) gehorsam sind, sich ihm hingeben/unterwerfen. Das auszusprechen ist für Christen – gelinde gesagt – etwas eigenartig. Weil Christen ein vollkommen anderes Gottes- und Menschenbild haben, würden wir uns ja gleichzeitig als die bezeichnen, die Gott/Allah nicht gehorsam seien, sich ihm nicht hingeben.

Gedankenlos

Wenn ein Moslem aufgrund seines Islam etwas angestellt hat, sagen Schlaue im Reflex: „Das Christentum ist genauso!“ Da fragt man nach: „Was für ein Christentum?“ Die Antwort kommt prompt: „Das Christentum im Mittelalter war genauso!“ Da fragt man: „Leben wir noch im Mittelalter, dass sich andere so benehmen dürfen?“ Wenn solche hoch-qualifizierten Aussagen kommen, dann frage ich mich weiter: „War das Christentum im Mittelalter wirklich so wie der schlaue Mensch behauptet hat? Weiß er überhaupt etwas vom Christentum im Mittelalter?“ Nein, er weiß nur eins: Das schlimme Christentum wurde durch – die Vernunft – gezähmt. Ein bißchen könnte er heute auch davon gebrauchen. 

Warum nennt man das üble Geschehen nicht einfach: böse. Man versucht es irgendwie zu relativieren oder gar anderen in die Schuhe zu schieben: den Amerikanern, den deutschen Ureinwohnern, den Israelis, den Christen … – nein, der ist es, der es aus seiner Tradition heraus getan hat, ob er sie nun falsch verstanden hat oder nicht – wer mag das schon zu beurteilen?  Es werden nur Sündenböcke gesucht – und zwar unter denen, von denen man meint, sie besser beherrschen zu können. Aber damit trifft man ja nicht die Übeltäter – die laufen, billig entschuldigt, in der Gegend rum.

Links und rechts / rinks und lechts

Wenn alle irgendwie links sein wollen, dann werden auch irgendwann die Linken rechts. Ein alter Kalauer – dennoch drängeln sich alle in der einen Ecke. Ich drängel mich mit. Da ists schön warm und so gemütlich, man ist einer Meinung und gut, ist sich nichts Böses bewusst, denn das tun nur die anderen. 

Auch die Nazis sahen sich nicht nur rechts – sonst hätten sie sich wohl nicht National-Sozialisten genannt. Eigentlich ist das verniedlichende „Nazis“ irreführend. Nicht nur wegen der Verniedlichung. Nasos wäre richtiger. Das war übrigens ein schlauer Zug: Selbst die größten Gegner verniedlichen das politische Übel. Wer hat die Bezeichnung eigentlich geprägt?

Auch Antisemiten gab es nicht nur rechts. Es gibt sie auch noch rechts und links und in der Mitte auch. Ob das unser Geschichtslehrer wusste? Dass es rechte Antisemiten gibt wurde so sehr betont, dass die Linken sich davonschleichen konnten, gegen Israel.

Auch die Konservativen sind nicht sicher. Weil Linke oft konservativer sind als die Konservativen.

Aber lassen wir das. Sonst kommen wir noch ins Grübeln. Halten wir uns lieber an die alt bewährten Schubladen.

Macht euch die Erde untertan

Macht euch die Erde untertan … (1. Mose 1,28). Ein Wort, das dem frisch geschaffenen Menschen im Paradies von Gott zugesprochen wurde – begeisternd auch, weil dem Lustvolles vorangeht: Seid fruchtbar und mehret euch. Als der Mensch dann wegen ungebührlichen Verhaltens – einer Art Sucht nach Macht – aus dem Paradies vertrieben worden ist, hat er natürlich diese Aufträge sehr gerne mitgenommen. Seitdem versucht er Gott die Erde aus den Händen zu reißen und sich in Fragen der Sexualität nicht reinreden zu lassen. Und weil er unter seinem eigenen Tun leidet, klagt er immer wieder: „Dieser Auftrag, Gott, war gar nicht gut!“ Dass er ihn sozusagen aus dem Paradies ergaunert hat, dass er selbst für das Dilemma verantwortlich ist – das verdrängen wir mal lieber ganz schnell.