Finanzhaie

Was geht uns Deutschen die Schweiz als souveränes Land an? Was geht uns Liechtenstein an? Ich finde dieses potente Gehabe des Finanzministers und seiner Mitarbeiter äußerst geschmacklos (diplomatisch genug ausgedrückt?). Sollte man nicht zusehen, dass es im eigenen Land besser zugeht? Wobei ich a) den Finanzminister als einen der fähigsten Politiker unseres Landes in der Gegenwart halte (keine Satire) und b) entgegen allen Vermutungen keine Millionen ausgelagert habe, auch keine Tausend – äh: manchmal sieht es selbst im Portomonaie leer aus. Und c) Ich Steuerflucht auch als kriminell ansehe – aber d) anderen Ländern ihre Souveränität nicht genommen werden darf, weder militärisch noch finanziell und wirtschaftlich. Ich weiß: Ich bin ein Träumer.

Was soll man sagen

Was soll man dazu sagen: Da werden uns jahrelang die amerikanischen Verbraucher als Vorbild vor Augen gemalt und dann? Diese Verbraucher tun wenigstens was für die Wirtschaft. Sie machen sogar Schulden, nur damit die Wirtschaft angekurbelt wird. Und die tumben Deutschen legen das Geld auf die Bank. Leute, gebt mehr aus! So hieß es in den Zeitungen, in Zeitschriften, im Fernsehen, aus dem Mund von Fachleuten und Politikern … Und jetzt? Jetzt fallen dieselben über die amerikanischen Verbraucher her. Auf unsere Kosten haben sie Schulden gemacht! Diese Übeltäter! Man mag sich am Liebsten mit Grausen abwenden: Was für Heuchler! Aber so sind wir, wenn wir ohne Selbstachtung sind. Wenn sie wenigstens sagen würden: mea culpa – ich habe mich auch geirrt. Soviel Selbsterkenntnis ist dann wohl doch zuviel verlangt. Vor allem, weil es politisch nicht opportun ist. 

Die bezahlten Denker

Jeder irgendwie vernünftig denkende Mensch ahnte oder wusste: Das geht nicht gut! Einerseits wird gesagt: Wir brauchen Akademiker – und auf der anderen Seite führt man Studiengebühren ein. Und welt.de berichtet, dass zigtausend nicht studieren, wegen der Gebühren. Da fragt man sich doch: Was denken sich eigentlich die Experten, die Leute in den Ministerien, die fürs Denken bezahlt werden? Aber schön, dass die Zahlen jetzt schon kursieren, bevor alles den Bach runter geht, bevor es zu spät ist. Oder denken sie jetzt, sie müssen die Zahlen erst mal schön rechnen, bevor sie veröffentlicht werden?  

Bänker – Ackermann

Ich hätte mir nie gedacht, dass ich mal dazu komme, den Herrn Ackermann von der Dt. Bank zu verteidigen. Da gibt er ein wenig von seinem Geld ab – weil alle davon sprechen, dass Bänker zu viel bekommen, und dann fallen sie alle über ihn her. Dass die Kollegen über ihn herfallen, hätte man sich ja noch denken können, weil sie sich ärgern, dass sie nicht auf die gute Idee gekommen sind, aber auch der normale Journalist empört ist? Was haben die denn erwartet: Ackermann will Gutes tun – und als solches soll man es auch stehen lassen. Es hat doch wohl keiner erwartet, dass dieser Mann das ganze System ändern kann. Wenn ich etwas verstanden habe, dann das, dass die Krise eine des Systems ist. Und nun sprechen alle von Vertrauen, obwohl keiner weiß, wie das System zu ändern ist, weil ja die gesamte Wirtschaft – und damit auch unser Lebensstandard/Wohlstand – auf diesem System basiert. (Es sage keiner: Ich bin nicht wohlhabend – wie schnell kann eine Gesellschaft wieder von Hunger, von Gewalt bestimmt werden. Es ist gerade mal 100 Jahre her, dass Menschen aus diesen Gründen in unserem Land nicht mehr weiter wussten.) Und wenn dann von berufenen Kreisen die Gehälter usw. der Bänker in den Mittelpunkt gerückt werden: die sind ärgerlich und unverhältnismäßig, aber doch wohl nicht der eigentliche Fehler im System. Und gerade die Staaten: Sie haben ihre Schulden. Wer gibt ihnen denn das Geld für die Schulden? Sind sie nicht ein Teil des Crashs, eben wegen ihrer Schulden? So sind ja auch die Milliarden-Bürgschaften eben Geld, das gar nicht da ist. Und so finde ich es absonderlich, wenn gut meinende Menschen sich wundern, dass die Staaten so viel Geld locker machen, und es doch hätten den Armen geben können. Ich bin wahrlich kein Finanzmensch, sondern nur stiller Beobachter. Aber wie soll einer, der etwas von der Sache versteht bzw. zu verstehen meint, glauben, dass Nichts (Bankenverluste) durch Nichts (Staatsverschuldung) gefüllt werden kann? Und wenn Politiker jetzt mehr kontrollieren wollen – wie war das mit dem Bock und dem Gärtner?  

Bänker + Vertrauen 2

Ich finde so interessant, dass die Kategorie „Vertrauen“ in der letzten Zeit so in den Vordergrund gespielt wird. Sicher: Der Normalbürger – also ich – muss vertrauen können. Aber dass das eine Kategorie ist, die auch im Geschäft zwischen den Banken zählt. Ich dachte immer: Geschäft ist Geschäft. Ich gebe dir – gibst du mir. Wenn du nicht geben kannst – dann nehme ich es mir. Und nun: Alles ist nur noch am Vertrauen. Bänker vertrauen anderen Bänkern nicht mehr, Bürger vertrauen dem Staat, – äh: den erschrocken agierenden Politikern, Bänker vertrauen der EZB, weil sie es untereinander verloren haben – dabei: wer sitzt denn in der EZB? Bänker – natürlich auch Politiker: Und kann man denen wirklich vertrauen, die alle Verantwortung den Bänkern zuschieben, obwohl sie doch überall die Finger drin haben? Wer hat eigentlich diese Vertrauensseligkeit aufgebracht.     

Bänker + Vertrauen

Ich habe studiert. Ich habe keine Ahnung von der Einkommenssteuererklärung. Ich brauche als Freiberufler kompetente Hilfe dazu. So wie mir geht es vielen. Ohne Fachfrau/-mann steht der Laie mit einem Bein im Gefägnis, wenn er die Erklärung ausfüllt, hörte ich mal. Wenn wir davon schon keine Ahnung haben, obwohl ich auch von mir behaupten kann, dass ich nicht gar zu dämlich bin, wie sehr geht es uns mit Beratung von den Banken. Aber wahrscheinlich haben die Berater auch keine Ahnung, sondern kennen nur das, was ihnen an Material vorgelegt wurde: Lernt das auswendig, lernt das vermitteln und Geld fließt. Damit gehen sie dann zu denen wie mir, die noch weniger Ahnung haben als sie selbst, und erzählen blumig und schön Märchen vom großen Schatz. Sie lassen träumen – und bluff, sind die Träume vom großen Geld geplatzt. Nur dass keine falsche Vorstellung von mir aufkommt: Ich bin kein unmittelbar Leidtragender der Bankenkrise. Mein Tipp: Menschen, die mit virtuellem Geld hantieren, sollten auch nur solches verdienen. 

Genauso mit anderen Dingen: Telekom. Anruf: Sie können noch mehr sparen, wie ich an meinen Unterlagen sehe. Oh, sparen klingt gut. Unterlagen – meine vorhanden! Die hat also Ahnung. Beratung am Telefon. Ja sicher nehme ich den neuen Tarif. Dann stellt sich nach einer Weile heraus: Neue Telefongebühren kommen noch zu den alten dazu, weil erst vor ein paar Wochen ein längerfristiges Spar-Angebot angenommen worden ist. Alles rückgängig gemacht. Siemens, wie Telekom, große Firmen … Vertrauen? Nur in Banken verschwunden? (Vorsicht: müder Kalauer!) Oh, wer merkelt was!  

Was mich stört

Mich stört Politik, die Frauen zerreißt, weil sie für Industrie und Dienstleistungen da sein sollen und Kinder bekommen sollen. Dazu s. die Info in www.pro-medienmagazin.de (zu dem Plan, die Erziehungsratgeberin Anna Wahlgren zu eine Diskussion mit von der Leyen zu animieren). Ich kenne viele Familien, von denen ein Elternteil lieber zu Hause bleiben will, um sich um das/die Kind/er kümmern zu können, die aber arbeiten gehen müssen, um das Leben bestreiten zu können. Eltern, die zu Hause bleiben, sind politisch kontra-produktiv, nicht gewollt. Gewünscht werden Eltern, die Kinder bekommen, und dann arbeiten gehen, während sie die Kinder abgeben können. Ich wüsste mal gerne, für wie viel Eltern das Letztgenannte die beste Lösung ist. In der Tagesschau wird ein Paar vorgestellt, das ein kleines Kind hat und die Frau hochschwanger ist. Sie beklagen das geringe Kindergeld. Zu Recht. Und dann sagt sie politisch gewünscht: Auch bessere Kinderbetreuung fehlt. Sicher fehlt die – aber da merkt man die politische Beeinflussung durch die Medien: das war gar nicht das Thema. Medieneinflüssler sind für Betreuung von Außen und gegen Kindergeld – und darum muss dieser Stimmungsmachsatz auch noch schnell eingeflochten werden. 

PS: Falls einer denkt, ich denke: Frauen hinter den Herd! – weil manche denken, und dann denken sie vom anderen das, was sie ihm gerne vorwerfen wollen – also: falls einer denkt, sollte er von mir das Richtige denken; das heißt: Erstmal das zur Kenntnis nehmen, was ich wirklich gesagt habe. Aber hier finden die von mir Falschdenker das, was sie denken, dass ich denke, aber nicht denke: Ahmadiyya http://www.tagesspiegel.de/berlin/Ahmadiyya-Gemeinde-Moscheeneubau-Pankow;art270,2635368.   

PC-Freude

Meine Frau brachte mir eine PC-Hose* mit: „So eine billige PC-Hose gibt es wohl nie mehr! Du kannst sie auch bei offiziellen Anlässen anziehen.“ Bisher war mir bewusst, dass es wichtig ist, eine Hose anzuziehen. Aber nun – nun trage ich stolz die PC-Hose, nicht nur bei offiziellen Anlässen.

* PC – das meint nicht political-correct-Hose, sondern es sind die Anfangsbuchstaben der Firma. Vielleicht werde ich die political-correct-Hose auch mal anziehen. Nur passt sie mir irgendwie noch nicht. Ich brauche immer eine Hose für zwei Beine, um fest stehen und fröhlichen gehen zu können. Die political-correct-Hose ist nur ein Schlauch – und der engt mich zu sehr ein. Außerdem ist man – in ein Hosenbein gezwängt – zu unsicher und benötigt immer die Stützen anderer. Ich liebe die Freiheit.    

PS: Tipps von fact-fiction.net: Wort an die deutschen Bischöfe: http://schroeter.wordpress.com/ Verratene Frauen: http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=21149&CategoryID=91

Geld und Gebet

„Der sympathischste Rat des Abends“  lautete laut faz.net – Kommentar zu Hart aber Fair zum Thema Finanzkrise:

„Auch obligatorisch: der Einzelgesprächsgast, dem sich Frank Plasberg etwa fünf Minuten alleine widmen darf. Diesmal war es der Psychologe Borwin Bandelow, der in „Hart aber fair“ als Angstforscher ausgewiesen wurde und dementsprechend vor allem vor Panik warnte. Für sein eigenes Geldvermögen, so Bandelow, bete er lieber, als es panisch umzuschichten. Das war der sympathischste Tipp, den Plasbergs Gäste zu bieten hatten.“

Ohne Kommentar … – nur eine Frage: Was würde Jesus Christus dazu sagen?

PS: Es gibt eine neue Göttin: www.sueddeutsche.de/panorama/163/313071/text/