Viel Rosa – kein Ebert

Geschichtsklitterung wie sie sein soll, wie aus dem Bilderbuch: http://www.focus.de/politik/deutschland/personenkult-giftmischerin-und-halunken_aid_359391.html – die liebe Rosa, der böse Ebert – oder doch die böse Rosa und der liebe Ebert? Es ist so schön, rosa zu denken. Vor allem, wenn man die Rosa nicht ganz dolle rot sein lässt, wie sie es eigentlich wollte, blutrot, wie ihre Genossen in Russland. Rot wie Blut, das andere verlieren. Rosa Luxemburg war schon cool. Als Mensch ihrer Zeit, in der sich Kommunisten/Sozialisten und Nationalisten einander hochschaukelten, schaukelte sie auf der kommunistischen Seite mit, auf der Seite, auf der auch die Mordsgenossen in Russland die Welt verbesserten. Das Ende war klar: National-Sozialisten schaukelten am höchsten, bis sie alles in den Fall mit hineinrissen.     

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Indianer-Dilemma

Da steht man nun wie die begossenen Pudel mitten im Dilemma. Indianerstämme in Brasilien haben Kind-Tötungsriten. So kann ein Kind zum Beispiel lebendig begraben werden. Nun haben Missionare das an die Öffentlichkeit gebracht http://www.kath.net/detail.php?id=23027 und der Aufruhr unter Indianerfreunden ist groß. Das Dilemma? Indianer sollen ihre Kultur so leben dürfen wie sie wollen, von böser westlicher Kultur und dem damit zusammenhängenden Christentum unverfälscht, wunderbar urtümlich, traumhaft exotisch … – andererseits haben sie auch Verhaltensweisen, die weniger wunderbar und traumhaft sind. Was tun? Die einen sagen: Lasst sie die Kinder töten, das ist halt deren Brauch – die anderen sagen: Nein, auch Kinder haben ein Recht auf Leben. Diese Diskussion ist – sehen wir von allen menschenverachtenden Intentionen ab – spannend, weil sie auch eine Einstellung zeigt, die mit anderen Religionen zusammenhängt: Lasst den Hindus ihre Kasten, lasst den jeweiligen arabischen Stämmen ihre Steinigungen und anderen darüber hinaus ihre Ehren/Schandmorde, lasst den jeweiligen asiatischen Kulturen ihre Frauendezimierungen, lasst den afrikanischen Traditionen ihren angstmachenden Geister- und Dämonenglauben… – es gehört alles zu deren Kultur dazu. Wie sehr unsere Kultur im Gegensatz zu solchen Ansichten das Individuum im Blick hat, dessen Leiden behoben werden muss, wird hieran erkennbar. Das Individuum hat seine Rechte – über Religionen und Kulturen hinaus. So lehrt uns als einer der Ersten Jesus. Es kommt nicht von ungefähr, dass gleichschaltende Ideologien im Christentum ihren Gegner sehen. (Freilich gibt es diese Intentionen, die das Individuum betonen, auch bei den Stoikern usw. – aber die sind nicht mehr so sehr direkt wirksam wie das Christentum. Ihr Einfluss auf die Aufklärung wird ohne Zweifel begründbar sein – aber damit habe ich mich noch nicht beschäftigt. Womit ich mich auch noch nicht beschäftigt habe, wovon aber immer wieder Infos an mein Ohr dringen, ist, dass bis vor wenigen Jahrzehnten auch in unseren Krankenhäusern nicht weniger schlimme Zustände herrschten als bei den Indios – und was ist heute mit den Abtreibungen?)   

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Klöster

Was immer noch in der Öffentlichkeit unterbewertet wird, das ist die große Rolle der Klöster für die Kultur des Abendlandes. Neulich wollte mich ein Mensch darüber belehren, dass Krankenhäuser durch Moslems errichtet worden und dann nach Europa gekommen seien. Nun denn: Krankenhäuser für wertvolle Sklaven und Soldaten gab es schon bei den Römern. Aber Krankenhäuser, die für alle da waren, Weiblein wie Männlein, Reiche und Arme das haben Christen in Vorderasien – lange bevor die Türken und der Islam kamen – entwickelt. Nur reiche Gemeinden konnten sich ein Krankenhaus leisten, weil diese Häuser ja finanziert werden mussten. In Europa herrschte vor allem die Klostermedizin – manchmal mit angeschlossenen Krankenzimmern. An Hildegard von Bingen und ihren Schwestern kommt man ja kaum vorbei. – Aber vielleicht ist das ja ein Thema, das ich mal in den Blog stellen kann. Diese Gedanken kamen mir beim Lesen von: http://www.ekd.de/aktuell/63895.html. Impressum auf  www.wolfgangfenske.de

Heil

„In keinem andern ist das Heil, auch ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.“ Das ist kein Zitat aus der Zeit der Nazidiktatur, sondern ein Zitat aus der Apostelgeschichte – aus der Bibel – und es ist Jesus Christus gemeint. An der Uni-München wurde vor ein paar Jahren auf einem Aushang mal das Wort „Heil“ im Kontext eines biblischen Vortrags zitiert – und ein schlauer (ich vermute) Student meinte, er müsste das als Nazi-Terminologie outen. So geht es uns: 1000+x Jahre Christentum in diesem Land, ein paar Jährchen 1000jähriges Reich, das allen möglichen Gruppen und Traditionen die Vokabeln raubte, und schon wird man von geschichtlichen Analphabeten nicht mehr verstanden. Tja, lieber Kewil, so geht es heute mit unserer christlichen Tradition: http://fact-fiction.net/?p=2249. Nur am Rande: Leider wissen diese Menschen gar nicht, wie sehr sie durch Unwissenheit von dieser Nazi-Zeit abhängig geworden sind. Wer überall Nazis am Werk sieht und sie allerorten (auch dort, wo keine sind) bekämpft, lässt sein Leben von dem toten A.H. bestimmen. Nicht nur das, sondern lässt sich auch von anderen instrumentalisieren. Entsprechend ist es mit anderen Gegnerschaften. Wer nur überall Moslems sieht, der bekommt seine ganze Energie (der Gegnerschaft) nur von ihnen. Nicht die Gegnerschaft sollte das Leben bestimmen, sondern für etwas Gutes sein, für die Wahrheit, die Gerechtigkeit, die Freude, den Frieden, die Liebe, die Musik und die Kunst, den Glauben … Impressum auf  www.wolfgangfenske.de

Brand Roms

Bei Recherchen darauf gestoßen: Antike Historiker sehen Nero als Brandstifter. Dann kommen ein paar Klugscheißer daher und sagen: Es ist nicht auszuschließen, dass die Christen selber den Brand gelegt haben. Man kann sich so etwas ja halt mal denken und außerdem gibt es Publicity. — Doch was machen diese Burschen damit? Sie machen mal wieder den Täter zum Opfer und das Opfer zum Täter. Wenn es wenigstens ein Zipfelchen an Argument dafür gäbe, dann könnte man ja darüber reden. Aber so ist das nichts anderes, als den Opfern üble Taten in die Schuhe zu schieben. Diese kleinen reinkarnierten Neros möge Nero holen …  )-:  Impressum auf  www.wolfgangfenske.de

Lexikon

Ich finde nicht schlimm, dass in diesem  Lexikon  Namen und Werke von Menschen zu finden sind, die heute von manchen aus politischen Gründen nicht mehr hineingenommen werden würden. Ich finde schlimm, dass in diesem Lexikon nicht die aus ideologischen Gründen fehlenden Schriftsteller ergänzt worden sind. Gut, dass das immer wieder thematsisiert wird: Ideologie und Politik sollten in solchen Werken keine Rolle spielen … – soweit zur Theorie. Äußerst ärgerlich ist, dass ideologische Vorgaben so lange dominant bleiben – auch wenn sie immer wieder angekreidet wurden, kurz: dass das Lexikon vom Verlag nicht um die fehlenden Autoren ergänzt worden ist.
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Mythen

Selten so einen Flachsinn (, der sich als klug ausgibt) gelesen: >Deutschland scheint zu einer „mythenfreien Zone“ geworden zu sein. So jedenfalls formuliert es der Politikhistoriker Herfried Münkler in seinem jüngst erschienenen Buch „Die Deutschen und ihre Mythen“. Deren Missbrauch durch das NS-Regime habe sie als Quelle politischer Selbstvergewisserung des demokratischen Gemeinwesens diskreditiert.<  http://www.welt.de/kultur/article3542126/Wir-stehen-den-Roemern-naeher-als-den-Germanen.html Man kann ja streiten, ob ein Mythos auf historischer Grundlage basiert oder nicht. Man kann darüber auch streiten, ob ein Mythos zu Recht von einem Volk usw. aufgegriffen wird. Aber zu sagen, dass alte Mythen dadurch diskreditiert werden, weil die Nazis sie aufgegriffen haben, zeigt doch, gelinde gesagt, pure Unkenntnis oder Ideologie. Die Nazis haben alles Mögliche aufgegriffen – und darum sollte das nicht mehr berücksichtigt werden? Dass sich irgendwelche ideologischen Verbrecher irgendwas unter den Nagel reißen, diskreditiert doch nicht das, was sie sich unter dem Nagel gerissen haben. Dass sich diese modernen Mythen des Flachsinns nicht mal verdünnisieren, ist doch eigenartig. Da muss man nur sagen: Autobahn. Autobahn geht gar nicht. Darum fahren solche Hirnis wahrscheinlich nur Landstraßen, wobei Nazis wohl auch Landstraßen benutzt haben. Diese einfachen Strickmuster funktionieren nicht. Wenn ein Dichter, ein Philosoph, ein Psychologe in manchen Teilen ihres Denkens und Schreibens den Nazis nahegestanden haben – sind ihre Werke darum nicht zu beachten? (Ich erinnere nur an: Heidegger, Jung, Jünger, Benn …) Oder wenn Nazis Wagner angehimmelt haben – wie steht es mit dem Werk Wagners? (Ich muss gestehen: Ich finde zu Wagner keinen Zugang – aber das heißt doch nicht, dass er abgelehnt werden muss, weil Hitler diese Musik mochte.) Dieses Schwarz-Weiß-Denken zeigt doch immer wieder, in was für kleinkarierten Welten manche leben. Wie ideologisch das ganze ist, zeigt der Schluss-Satz: >Sollte Arminius jedoch als Leitgestalt des Rückzugs in die nationale Selbstgenügsamkeit eine Renaissance erleben, wäre dies alles andere als eine zukunftsorientierte Wiederentdeckung der produktiven Kraft politischer Mythen.< Haben die Nazis anderes gemacht als Mythen ideologisch zu instrumentalisieren? Nun geht man aus ideologischen Gründen gegen irgendwelche Mythen an und schafft neue: Alles Römer … 

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Recherche-Auftrag

Wie kamen eigentlich die Türken in die Türkei? – Was, die lebten nicht schon immer da? – Wer lebte wohl vor ihnen da? Welchen Glaubens waren die Menschen? Und wo sind die ursprünglichen Bewohner jetzt? Fragen über Fragen – es lohnt sich zu recherchieren. Geschichte ist spannend, wirklich.

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