Mathematische Symbole

Der “ “ vom „minus“ kommt wohl von einem Strich über dem „m“ – minus, weniger.

Warum das “ + “ ein Kreuz ist, ist wohl nicht mehr bekannt. Es taucht erst Ende 15./Anfang 16. Jahrhundert auf – in einem Leipziger Werk. Was hat dem Leipziger wohl vor Augen geschwebt, als er das Zeichen als Pluszeichen verwandte?

Das “ × “ als Malzeichen kommt vermutlich vom Andreaskreuz (17. Jahrhundert – Zeichen der Schottischen Flagge, aufgrund einer Legende, laut der einem Heerführer im 9. Jahrhundert erschienen war), was Leibniz durch einen “ “ ersetzt hat, weil das „X“ leicht zu verwechseln war. Leibniz hat wohl auch das “ = “ aus dem Walisischen (16. Jh) auf den Kontinent gebracht. Auch mit einem der Geteiltzeichen hat Leibniz was zu tun. Alle drei stammen aus dem 17. Jahrhundert: “ : ÷ / „. Warum diese Zeichen? Spannende Frage.

Bevor die Zeichen eingesetzt wurden, hat man immer die jeweiligen Worte geschrieben, also 1 minus 1; 1 plus 1…

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Luther – Kohlhase – Jetzt, jetzt, jetzt – sofort

Ich hatte neulich das Thema: Luther und Hans Kohlhase. Dem Letztgenannten wurde durch die Herrscher Unrecht getan – und er rächte sich massiv gegen das erlittene Unrecht. Luther reagierte darauf, indem er Kohlhase schrieb, er solle selbst friedlich bleiben und Gott den Zorn überlassen.

Das heißt: Luther wendet sich mit dieser Begründung gegen die Selbstjustiz – Gewaltmonopol liegt vordergründig beim Staat, auch wenn der ungerecht ist.

Hans Kohlhase ist ein schönes Beispiel dafür: Wer Gott nicht ins Spiel bringt, sieht sein kurzes Leben als Maßstab an: Alles muss sofort geändert werden. Glaubende können da gelassener sein.

Nun denn: Spannend ist diese Frage: Ist Rache Naturrecht – oder das Gewaltmonopol des Staates? Wenn man Fan des Naturrechts ist.

Wie geht ein Bürger vor, wenn dem Bürger durch den Staat Unrecht geschieht – aber es den Gesetzen entspricht. Eine wichtige Diskussion in unserer Kultur seit Jahrhunderten. Wie geht ein Bürger vor, der Jesus nachfolgt?

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Sonderbare Studie: 2. Weltkrieg

Welches Land hat am meisten dazu beigetragen, im 2. Weltkrieg zu siegen? Die Menschen ihrer jeweiligen Nation sehen sich sehr hoch im Kurs. Und das wird in der Studie sonderbarerweise addiert und damit kommt man dann auf eine hohe Prozent-Zahl: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kollektiver-narzissmus-wer-hat-den-zweiten-weltkrieg-gewonnen-16344745.html

Diese Rechenkünste sind – eigenartig. Die Opfer, die dann genannt werden, sollen dann wohl belegen, welches Land tatsächlich viel zum Sieg beigetragen hat.

Solche Rechnungen gehen an der Realität vorbei. Es könnte sein, dass ein einzelner Mensch aus einem sonst unbeteiligten Staat, andere Staaten dazu aufgefordert hat, zu kämpfen. Und sie folgen ihm. Er hat am meisten dazu beigetragen, könnten die Menschen dieses Landes zu recht sagen. Hier zu addieren ist absurd. Es gibt nämlich gar keine Gegenrechnungen. Warum? Weil es keinen Maßstab für eine eindeutige mathematische Lösung gibt.

Sonderbar finde ich auch, dass diese Info in einem Artikel weitergegeben wird, ohne dass die Absurdität einer solchen Studie hinterfragt wird.

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Maya-Mythos

Schritt für Schritt wird der Maya-Mythos, den so mancher hegte, zerstört, der Mythos von den „edlen Wilden“: https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/maya-stadt-witzna-brannte-bei-heftigem-feuer-zur-bluetezeit-der-kultur-nieder-a-1280638.html

Was für eine Überraschung, immer wieder zu entdecken: Auch die Maya waren Menschen, real existierende Menschen, keine süßen Traumfiguren.

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Chiune Sugihara + Sinti/Roma – Genozid

Chiune Sugihara hat als japanischer Diplomat sehr vielen Juden das Leben gerettet: https://www.spiegel.de/panorama/chiune-sugihara-google-doodle-ehrt-den-japanischen-schindler-a-1279478.html

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Der 2. August ist der Tag, an dem man der Sinti und Roma gedenkt, die in die KZ deportiert wurden: https://www.tagesschau.de/ausland/auschwitz-sinti-roma-101.html

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Ältester Brief eines Christen

Der Brief eines Christen wurde entdeckt, evtl. aus der Zeit um 230 nach Christus: https://www.jesus.de/uni-basel-entziffert-weltweit-aelteste-handschrift-eines-christen/

Mich stört die Art der Veröffentlichung massiv. So was an Öffentlichkeitsheischerei ist für Wissenschaftler peinlich. Zudem: Das wird nur gesagt, weil viele keine Ahnung haben und Medien beeindruckt werden sollen.

Natürlich gab es nicht nur Christenverfolgungen bis 312 n.Chr. Man weiß seit langem, dass sie nur lokal waren, mal verbreiter mal weniger verbreitet. Mal mit Anlässen, mal ohne. Schon im NT weiß man von Lydia und anderen Reichen, die den Gemeinden ihre Türen geöffnet haben.

Das soll aber nicht den Wert dieses Briefes schmälern. Allerdings finde ich ihn sonderbar. Dass dieser Christ gerade einen Bruder hatte, der Paulus hieß. Das scheinen überhaupt Paulus-Fans gewesen zu sein, denn dass der Brief von einem Christen geschrieben wurde, wird aufgrund dieser Worte angenommen: „Ich bete, dass es Dir gut geht im Herrn.“ Eine Familie von PaulusFans in Zentral-Ägypten (Fayyum).

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Missbrauch: Kirche

Missbrauch hat es gegeben und zwar schon vor 1946 – und eben auch vor 1968. Die Sache ist nur: Vor 1968 galt es als Sünde. Um 1968 herum, gab es ideologische Gründe, mit der die Sünde als legitim verteidigt werden konnte: Es galt in manchen Kreisen als moderne Pädagogik. Das ist das Problem zumindest aus meiner Sicht. Sie gab Handwerkszeug an die Hand, um die Sünde nicht mehr Sünde nennen zu müssen. Die übliche Strategie: Etikettiere Sünde um – und dann ist sie erlaubt und sogar notwendig, zum „Erhalt des Friedens“, „um Menschen Gutes zu tun“, „ist ja nur natürlich“, „um die Welt zum Guten hin zu verbessern“ usw. usw. usw. https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/missbrauchs-forscher-kritisiert-benedikt-xvi-und-beichte

Ein paar Tipps für solche, die es nicht mehr wissen: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/cohn-bendits-paedophile-aeusserungen-danys-phantasien-und-traeume-12164560.html und: https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article138531446/Das-schmutzige-Geheimnis-der-linken-Paedagogik.html (hier ist von „Missbrauchsideologie“ die Rede) – und noch ein Text: https://www.fr.de/wissen/vorzeige-paedagoge-relativiert-sexuellen-missbrauch-10982208.html Spannend finde ich in diesem Beitrag diese Aussage:

„Hartmut von Hentig MUSS der Preis für besondere pädagogische Leistungen aberkannt werden, da die Wissenschaft geklärt hat, dass ,kindgerechte Pädagogik‘ und Pädokriminalität sich ausschließen.“

Und was lesen wir hier? Nicht mit Blick auf die Katholische Kirche https://www.zeit.de/2019/26/kindesmissbrauch-odenenwaldschule-evangelische-institutionen-kirchentag/seite-3 :

Hartmut von Hentig wiederum war zwei Jahre Lehrer am Birklehof, bevor er 1963 – unhabilitiert – eine Professur an der Universität Göttingen bekam. Picht, Becker und Hentig gehörten zu einer aufgeklärten, linksliberalen Elite. „Protestantische Mafia“ hat der Soziologe Ralf Dahrendorf dieses Netzwerk einmal genannt, im Kontrast zur kleinbürgerlich-katholischen Welt Konrad Adenauers.

Es ist eben ein Unterschied, ob man aus kirchlicher Sicht etwas als Sünde bezeichnet, oder ob das, was Sünde ist, verharmlost wird. Und das ist eben in diesem Zeitraum um die 68er geschehen. Und die Sünder in der Kirche haben sich diese ideologische Entschuldigung angeeignet. Das geht ja auch auf anderen Gebieten schon seit 2000 Jahren so.

So einfach, wie der eingangs genannte Forscher, kann man sich die Kritik an Benedikt XVI. nicht machen.

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