Übergriffig + Regierung vor Gericht + Für einen guten Zweck + Migrations-Feigenblatt + Diskriminierung von Männern + Älteste Python der Welt in Deutschland + Keine online Geschenke!

Keine Christmetten – der Bayerische Staat verbietet es – das ist übergriffig: https://www.kath.net/news/ So der katholische Bischof.

Und was sagt der Evangelische – was sagt Bedford-Strohm?: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2020/12/16/diese-regeln-gelten-fuer-weihnachtsgottesdienste/?

Und was macht die Westfälische Landeskirche? Man nennt es wohl vorauseilenden Gehorsam.

Wie dem auch sei: Im Internet kann man sehr viel Versuche von Christen finden, um Weihnachten nicht einfach von Corona bestimmen zu lassen, sondern von Jesus Christus!!! – Aber das ersetzt leider keine Gemeinschaft, die allerdings in diesem Jahr auch in Gottesdiensten nur angedeutet ist. Der Mensch hungert nach Präsenz, nach körperlichen Kontakten.

Übrigens wundert sich Peter Hahne über Unkenntnis der Weihnachtsgeschichte: Maria und Josef allein zu Haus? https://www.kath.net/news/73770 Es wundern sich noch mehr über das, was uns da in die Suppe gebrockt wird: https://www.welt.de/wirtschaft/article222614882/Corona-Der-Steuerzahler-hat-allen-Grund-den-Kopf-zu-schuetteln.html

Die Politik hat entschieden – warum auch immer – nun müssen wir das Beste daraus machen. Da wir flexibel sind, wird es den Meisten von uns auch gelingen. Es bleibt nur zu hoffen, dass Zukunftsängste nicht den Weihnachtsbissen im Hals stecken lassen.

Wie sagte schon Spahn sinngemäß: Wir werden einander viel zu vergeben haben. Dazu gehört auch sowas: https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/alexander-wallasch-heute/angela-merkel-psychologen-kritiker/ vgl. auch: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kommentar-zur-corona-politik-keine-klare-linie-17105317.html

Regierung vor Gericht

Ein vietnamesischer Priester bringt die lokale Regierung vor Gericht: https://www.persecution.org/2020/12/11/vietnamese-priest-sues-church-church-property/

Für einen guten Zweck

Hat diese Frau den Überfall von Rechtsextremisten nicht für einen guten Zweck möglicherweise erfunden? https://www.abendzeitung-muenchen.de/muenchen/neonazi-ueberfall-auf-linke-aktivistin-war-erfunden-art-692066

Migrations-Feigenblatt

Wenn man den Beitrag liest, könnte man meinen, das Ergebnis der Kommission stand fest – bis die bösen Abweichler kamen – schon als eine Minderheit mit Feigenblatt-Funktion? – und alles durcheinanderbrachten. https://www.cicero.de/innenpolitik/exklusiv-integrationskommission-bundesregierung-streit-gescheitert-integrationspolitik/plus?

Diskriminierung von Männern

Das ist doch ungerecht – oder? Auch Männer dürfen nicht diskriminiert werden! https://www.faz.net/aktuell/politik/frankreich-90-000-euro-bussgeld-wegen-diskriminierung-von-maennern-in-paris-17105165.html

Älteste Python der Welt in Deutschland

Die älteste Python wurde in der Grube Messel entdeckt. Das Fossil ist etwa 47 Millionen Jahre alt. Interessant finde ich, dass damals noch Pythons und Boas in einem Gebiet gelebt haben, während danach die Pythons in Afrika/Asien und die Boas in Amerika lebten: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/region-und-hessen/fossil-von-aeltestem-python-der-welt-in-grube-messel-gefunden-17104745.html

Warum das? Die Frage gilt es noch zu klären. Erst einmal wundert man sich, dass dem so ist.

Keine online Geschenke!

Man solle keine Online-Geschenke kaufen, sagt Laschet. Lieber Gutscheine vom Friseur nebenan. Recht hat er! Nur, den haben sie ja geschlossen. Hm: https://www.welt.de/politik/deutschland/article222524978/Armin-Laschet-ruft-dazu-auf-keine-Weihnachtsgeschenke-online-zu-kaufen.html

Online Geschenke – ich habe einen Tipp: https://spendenshop.tdh.de/ Ein Moskitonetz, eine Ziege, Getreidesaatgut als Spende verschenken: bei Terres des Hommes; Entenfarmen, Obstbäume, Ausbildung usw. kann man hier verschenken: https://www.worldvision.de/spenden/das-gute-geschenk

Das schließt natürlich nicht aus, dass man einen Friseur-Gutschein verschenkt oder einen von einem Restaurant von nebenan usw. Aber solche genannten Gutscheine – sind Thema, Anlass für Gespräche… – gute Gespräche (vielleicht) zu Weihnachten.

Datenschutzerklärung: https://www.wolfgangfenske.de/ ; https://weihnachtenmit.wolfgangfenske.de/

Spahn und Corona + Geschichtsunterricht + Vegan unterjubeln + Medien Kontrolle + Tagesschau vom Dienstag + Aserbeidschan + Nigeria

Wer angesichts der Erkrankung eines anderen Menschen hämisch reagiert, wie wohl auf die Erkrankung Spahns hämisch reagiert worden ist, sollte sich in 14tägige Quarantäne begeben, um seine kranke Seele zu kurieren. Ich befürchte, die Zeit wird nicht reichen.

*

Interessanter Geschichtsunterricht. Vielleicht sollte Alexander Wendt Redenschreiber für Steinmeier werden: https://www.tichyseinblick.de/meinungen/der-geschichtsschinder-geht-um/

*

Von ihm auch ein Beitrag zur Trennung des Fischer-Verlages von Monika Maron: https://www.publicomag.com/2020/10/wer-bleibt-der-wechselt-die-seiten/

Dazu auch: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/der-verlag-s-fischer-trennt-sich-von-der-autorin-monika-maron-17011747.html

*

Ich staune, wie gut vegetarisches Essen schon vielfach ist. Man merkt nicht, dass es kein Fleisch ist, es ist nur gewürztes und gefärbtes Ei. Entsprechend dürfte es auch mit veganem Essen sein: Bald schmeckt man gar nicht mehr, dass es vegan ist. Wenn also die Soße der Currywurst so scharf ist kann man eigentlich alles als Currywurst verkaufen. Ist doch egal. Die Menschen merken es ja doch nicht. Also: Alles in Butter? Nein. Man müsste, wenn das Überhand nimmt, auch gleichzeitig bestimmte chemische Zusätze verkaufen, damit sie keinen Mangel leiden. Zudem ist es Betrug: Man spiegelt dem anderen was vor, was es nicht ist. Wir sollten frei entscheiden können, was wir essen. Nudging auf allen Ebenen, das heißt, dem anderen etwas unterjubeln, was er bei vollem Bewusstsein eigentlich gar nicht möchte, halte ich für ein Übel, das einer Demokratie nicht würdig ist. Genauso ist es mit dem Hallal-Essen oder ähnlichen Sachen. Jeder muss wissen, was er zu sich nimmt.

*

Gut, wenn Medien einander kontrollieren und auch kritisieren: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/die-sueddeutsche-zeitung-entschuldigt-sich-bei-igor-levit-17013081.html

Und hier kontrolliert ein Leser die FAZ: https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/das-wars-warum-ich-mein-f-a-z-abonnement-gekuendigt-habe/

Wie bei Wikipedia und bei allem: Man muss Bescheid wissen, wenn man die Beiträge liest, um unterscheiden zu können, was richtig und was falsch ist.

*

Tagesschau vom Dienstag brachte in einem großen Zeitrahmen Corona, Corona, Corona. Dabei gibt es sonst noch Wichtiges auf der Welt: Zum Beispiel die Kämpfe Aserbeidschans gegen Armenien, oder: Die Demonstrationen in Lagos. Manchmal ist die Tagesschau ein Trauerspiel für diejenigen, die gerne wissen wollen, wie es auf der Welt zugeht.

Datenschutzerklärung: https://www.wolfgangfenske.de/

Gendersternchen + Nationalsozialismus + Fleißige Chinesen + Spleeniger Beitrag + Corona WarnApp + Unfall wegen Demo + Kampf gegen die Bevölkerung

Ich frage mich noch immer, warum das Gendersternchen heißt, weil das Gendersternchen die Gemeinten verkleinert. Oder liegt das am „das“ Gendersternchen? Denn wenn es Stern hieße, wäre das wieder ein „der“. Und das wäre männlich… Aber wie dem auch sei: Der Beitrag ist interessant und grundlegend: https://www.cicero.de/innenpolitik/gendersternchen-generisches-femininum-narzissmus-sprache

Allerdings sei noch das Schreckliche angemerkt: Das Wort „Mensch“ – es bedeutete ursprünglich „mannhaft“.

Das, was unsere Politik – in diesem Fall unsere Justizminister*In Lambrecht – macht, ist nichts anderes als Populismus. Und dieser ist bekanntlich nicht vom „gründlichen Denken“ bestimmt.

*

Ein guter Beitrag zum Thema Zeit des Nationalsozialismus: https://www.cicero.de/innenpolitik/nationalsozialismus-in-deutschland-demokratie-neonazis-weimarer-republik

Was ich noch erwähnenswert finde, wird im Text angedeutet, dass ich den Eindruck habe, dass alle möglichen Leute und Gruppen ihre Wünsche und Erwartungen einer guten Gesellschaft auf die NSDAP und besonders auf einzelne Protagonisten, so Hitler, projiziert haben. Je mehr dann erkannt wurde, dass die Protagonisten und die Partei dem nicht entsprachen, desto schwerer wurde es dann jedoch, deren Fängen zu entkommen. Ich habe in meiner Beschäftigung zum Thema „Gott in Gedichten“ im 20. Jahrhundert vielfach eine große Resignation ab ca. 1937 wahrnehmen können https://gedichte.wolfgangfenske.de/19-20-jh/

Manche haben früher erkannt, dass ihre Erwartungen nicht realisiert werden – manche erst später zu Beginn der Kriegsverluste. Manche haben schon früh erkannt, dass der Weg in die Barbarei führte, weil sie nicht ihre Erwartungen in den Mittelpunkt stellten, sondern das, was von Hitler und Konsorten geschrieben und gesagt worden war, so Paul Schneider oder katholische Intellektuelle. Also Menschen, die einen festen Maßstab hatten. Natürlich auch Kommunisten als ideologische Konkurrenz zu den Nationalsozialisten. Auch sie hatten einen Maßstab.

Was ich allerdings nicht so absolut sehen würde. Nationalsozialisten hatten alles mögliche für ihre Ideologie zusammengeklaubt, mit einer erstaunlichen Adressatenbezogenheit. Aber diese hatte schon einen Roten Faden, war also nicht vollkommen willkürlich.

*

Ein Beitrag über die fleißigen Chinesen: https://www.cicero.de/aussenpolitik/china-weltmacht-diktatur-wirtschaft-europa-feuer-des-drachen-thomas-reichart

*

Was ist das denn für ein spleeniger Beitrag? https://www.spiegel.de/kultur/feiern-trotz-corona-was-tun-wenn-nebenan-die-party-steigt-a-1882dca1-4d3f-416c-b0b6-d8f117d3bcce Der Hinweis auf die falsche Tat eines Polizisten – ist wohl kaum mehr an… – sag ich nicht – zu toppen. Polizeibashing mit Blick auf Corona – was hat beides miteinander zu tun? Nichts. Nur irgendwas dahingeschmiert – oh sorry – dahingetippt, damit irgendwelche Gleichgesinnte was zu grinsen haben?

*

Noch einmal Corona – dieses Mal die Warn-App: https://www.spiegel.de/netzwelt/web/corona-warn-app-das-teure-vergessene-mammutprojekt-a-39837ed8-adb0-4259-b98c-f5b417669efa

*

Ich lebe gesund. Ich habe eine E-Zigarette mit Bio-Frucht-Geschmack. Oder wie kann man sich das Verhalten Jugendlicher vorstellen? Ich stehe auf bunt – darum lasse ich mich auch gerne von Buntem verführen? Ein Augenöffner zum Thema E-Zigarette: https://blogs.faz.net/schlaflos/2020/10/13/vaping-statt-rauchen-das-maerchen-vom-harmlosen-genuss-5386/

*

Wegen einer Demo auf der Autobahn ist ein schwerer Unfall passiert. Ich hoffe, dass die Leichtsinnigkeit solcher Aktionen auch die ihnen gebührende Quittung bekommt. Diese Menschen müssen irgendwann einmal einsehen, dass man auch Verantwortung trägt: https://www.spiegel.de/panorama/hessen-schwerverletzte-bei-unfall-auf-a3-in-hessen-nach-protest-a-ceceaebc-15b3-46ee-9235-96abbee66c1b Dieser Beitrag https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/der-dannenroeder-forst-und-die-grenzen-der-gewaltlosigkeit-16999846.html ist angemessener als der zuerst genannte apologetische Beitrag auf spiegel-online.

(Nachtrag 14.10.: Die Aktivisten protestieren gegen die Darstellung der Polizei: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/region-und-hessen/initiative-dannenroeder-wald-rechtfertigt-sich-nach-unfall-auf-a3-17000449.html)

*

Und manche kämpfen weiter gegen weite Teile der Bevölkerung: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-energie-und-umwelt/fridays-for-future-fordern-kleinere-wohnungen-16999975.html

Man kann sich vieles vorstellen. Vor allem an der Realität vorbei. Wenn man allerdings andere zwingt, sich meiner Realität zu unterwerfen, dann nennt man das Tyrannei, Diktatur…

Datenschutzerklärung: https://www.wolfgangfenske.de/

Was war 1920?

Was 1920 geschah – ein grober Überblick: https://de.wikipedia.org/wiki/1920

13 Jahre später kam in unserem Land die Diktatur. Von vielen herbeigesehnt.

Was wird in 13 Jahren sein? Eine Diktatur Rechtsextremer? Wohl kaum. Davor hat die Bevölkerung zu viel Angst und ist – zumindest hoffe ich es – menschlicher eingestellt. Aber die brutalen Rechtsextremen von heute schaukeln Kräfte auf der Gegenseite hoch. Eine Verunsicherung der Gesellschaft findet statt. Wer kann sie dann am Besten aufgreifen und politisch gefährlich verwerten – natürlich (wie immer) aus eigener Sicht zum Wohl des Landes und der Menschen weltweit?

Vor jeglichem Extremismus müssen wir auf der Hut sein. Und kommt er noch so sanft und niedlich daher, auf Wellen der Emotionen schwimmend.

Datenschutzerklärung: https://www.wolfgangfenske.de/

Deutschland und Digitalisierung + Infantilisierung der Gesellschaft + Die gutesten Menschen

Wenn man alles aus den Händen gibt und Firmen auf sich allein gestellt sein lässt, kann es nicht klappen mit der Digitalisierung. China zieht an allen vorbei, weil es eine Strategie hat. Wir haben keine Strategie. Bei uns kommt es wie es kommt. Und dann werden denen, die die Digitalisierung vorantreiben wollen, noch alle möglichen Knüppel zwischen die Beine geworfen. Das darf man wegen Persönlichkeitsschutz nicht machen, das darf man nicht verlangen, dieses ist verboten, das geht nur mit Unterschriften aller, da muss man Angst haben… Natürlich muss man Persönlichkeit schützen. Aber auch hier: Es dominiert die Lobby-Strategie der Extremen, nicht der Sachlichen. https://www.welt.de/wirtschaft/article216944528/Digitale-Konkurrenzfaehigkeit-China-zieht-an-Deutschland-vorbei.html

Ein Jugendlicher sagte: Wenn ich etwas erfinden würde, würde ich damit in die USA gehen. Diese Sicht sagt doch viel über den Zustand unseres Landes aus.

*

Atom-Müll verbrennen? Während man hier noch sucht, wo man Dreck verbuddeln kann, ist man vielleicht in Russland schon weiter: https://www.berliner-zeitung.de/zukunft-technologie/loesung-des-atommuell-problems-schnelle-reaktoren-fressen-die-ueberreste-auf-li.108528

Wie der Beitrag allerdings sagt: So einfach ist das nicht. Ein Rest bleibt. Aber man ist damit auf gutem Weg. Denn die anderen Staaten haben ja munter AKWs und wir werden wegen der Klimaerwärmung vielleicht auch bald wieder welche haben. Und da benötigt man unbedingt Lösungen, die über das Müll-Verbuddeln hinausgehen.

Übrigens: Die Gorleber können sich freuen – aber die Protest-Nachfolger an anderen Orten stehen schon in den Startlöchern.

*

Zur Infantilisierung der Gesellschaft: https://www.cicero.de/kultur/buchauszug-infantile-gesellschaft-alexander-kissler

Was man auch über den Artikel beobachten kann: Man hat nicht nur keine Ahnung von Kant und co. Man hat auch vielfach keine Ahnung von der Natur – und setzt sich für eine ein, die man aus den Kinderbilderbüchern oder aus Tier vermenschlichenden Filmen kennt.

*

Wo wohnen die gutesten Menschen? Natürlich in Berlin: https://taz.de/Diskussion-um-Strassennamen/!5713124/ Sie wollen die Straße statt nach dem „preußischen Staatsheiligen“ Luther nach der „modernen Heiligen“ Prista Frühbottin benennen. Meine Frage: Wissen sie eigentlich welcher Meinung diese Frau war mit Blick auf die heutigen Themen? Vielleicht ehrt man damit ja eine Antisemitin, eine, die selbst den Teufelsglauben akzeptierte und Geister beschworen, die obrigkeitshörig war, vielleicht war sie selbst stark konfessionalistisch eingestellt und gegen Schwule, vielleicht gar islamfeindlich?

Von manchen Menschen ist es gut, dass man heute nicht allzu viel über sie weiß. Sie haben gute Chancen, dass man Straßen nach ihnen benennt.

Ich würde sagen: Da jeder Mensch Dreck am Stecken hat, wer weiß denn, was sie immer oder mal gedacht haben!, nehmen wir doch einfach Zahlen. Aber natürlich nicht alle Zahlen. Manche sind historisch verbrannt, manche sind religiös festgelegt (wie die 1 und die 3 und die 7 und die 12), oder vom Aberglauben besudelt (wie die 13 oder 666). Aber da gibt es bestimmt kluge Köpfe, die an dieser Stelle reine, unschuldige Zahlen finden werden – zumindest wenn es ab 1 Million geht. Menschen sind immer gefährlich, man weiß nie, woran man ist. Ach so: Tiernamen wären auch gut. Ein Löwe hat zwar auch viele Opfer auf dem Gewissen, wie Elefanten – aber die wissen davon nichts, auch nicht davon, dass sie kein Gewissen haben. Sie leben ganz rein, wie die Natur rein ist, wie die Schnaken und die Zecken rein sind. Auch die Covids…

Datenschutzerklärung: https://www.wolfgangfenske.de/ ; http://blumenwieserich.tumblr.com/

Corona + Kinder + CoronaDemos + Justinianische Pest

Über 230 Jahre mussten die Menschen des 6.-8. Jahrhunderts mit wahrscheinlich Pest-Wellen leben. Sie kamen, sie gingen, sie kamen, sie gingen. Sehr viele Menschen fielen diesen zum Opfer. Leben mit dem Sterben, leben mit dem Tod. Das ist wichtig zu lernen – und unser christlicher Glaube lehrt, damit klug umzugehen. Ebenso wichtig ist es, sich Sterben und Tod nicht willenlos auszuliefern, sondern wie Jesus zeigte, sich dagegen zu wehren, dagegen anzukämpfen. Dazu gehören Mut und Klugheit.

Wir leben in einer Corona-Zeit und wissen noch nicht so recht, was das eigentlich letztlich für Folgen haben wird. Manches zeichnet sich schon ab – und es verspricht nichts Gutes. Vor allem auch zweierlei: Mutige Menschen, die dagegen angehen, Menschen, die unklug handeln und sie zu leichtfertig nehmen.

Leider sind auch Kinder davor nicht gefeit: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/superspreader-steckte-hunderte-kinder-in-amerikanischem-sommercamp-an-16885420.html

*

Was die Auflösung der Corona-Demos betrifft: Ich finde diese Demos kurios – aber auch die Auflösung. Die Antirassismus-Demos hat man nicht aufgelöst – aber die Corona-Demos? Verstehe ich nur den klugen Sinn dahinter nicht? Sind manche Demos politisch gewollt, manche nicht? Darf das irgendjemand einfach so entscheiden?

*

Dass die Corona-Zahlen steigen – hängt das nicht mit der vermehrten Testung zusammen? Ist es nicht – zumindest lautete es mal so – gut, wenn viele Corona positiv sind, weil sich dann eine gewisse natürliche Abwehr bildet – wie gut sie dann auch immer ist? Fragen über Fragen…

Datenschutzerklärung: https://www.wolfgangfenske.de/ ; http://blumenwieserich.tumblr.com/

Gott und Geschichte

Für die alten Griechen und Römer machten Menschen Geschichte. Götter wurden integriert, aber die Macher waren Menschen.

Für die Schreiber des Volkes Israel und die Propheten machen auch Menschen Geschichte, aber Gott funkte immer wieder herein, nahm, wenn es sein musste, das Heft selbst in die Hand.

Für uns heute sind die alten Heiden die Vorbilder: Mensch macht Geschichte. Wir haben auch als Christen Angst vor der alttestamentlichen Sicht. Warum? Sie wurde zu oft von falschen Propheten vereinnahmt, auch gut meinende Menschen irrten sich. Sie sahen Gott wirken, doch war er es nicht.

Doch das Problem gab es auch schon im Alten Testament: Wer deutet die Gegenwart richtig? Der Prophet Gottes oder der falsche Prophet? Die Lösung war, soweit ich sehe nie: Gott macht keine Geschichte – da Menschen sich irren können. Die Frage ist: Wen hat Gott berufen, die Geschichte richtig zu deuten?

Und so gab es auch zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus Christen, die die Zeit schon richtig gedeutet haben, gesehen haben, wo alles hinauslaufen wird. Sie wurden missachtet, weil man aus der Zeit heraus lieber den falschen Propheten nachlief. Und dann kam, was die wahren Propheten schon angesprochen hatten: Die wahre Niederlage. Eben, wie Heinrich Vogel sah: Gott lässt sich nicht spotten. (https://blog.wolfgangfenske.de/2020/07/15/kirche-und-staat-3/)

Und dann? Dann sagte man, das könne man so nicht sehen, das habe mit Gott nichts zu tun, lassen wir Gott aus dem Spiel der Geschichte, Männer machen Geschichte und seit ein paar Jahren dürfen auch Frauen mitspielen. Aber Gott?

Und so machen Männer und Frauen Geschichte. Und Glaubende sehen noch immer Gott in ihr wirken. Aber: Pssst, nicht weitersagen, man könnte sich blamieren.

Datenschutzerklärung: https://www.wolfgangfenske.de/ ; http://blumenwieserich.tumblr.com/

Äußere und innere Emigration

Interessant ist es zu beobachten, dass es nach 1945 eine Auseinandersetzung gab, die zunächst die einen für sich entschieden haben.

Und zwar flohen manche während der Zeit des Nationalsozialismus, nicht, weil sie Juden waren, sondern Repressionen fürchteten, wie Heinrich Mann, und andere gingen, warum auch immer, wie Thomas Mann.

Manche blieben.

Nach 1945 wurde denjenigen, die geblieben sind, vorgeworfen, dass sie keine Märtyrer geworden sind, dass sie die Politik der Nationalsozialisten nicht geändert haben. Daraus folgt: Sie waren Mitläufer. Diese Sicht äußerer Emigranten wurde dann vor allem von den inländischen Nachgeborenen aufgegriffen, die alles besser gemacht hätten, wenn sie nur schon gelebt hätten. Alte, die geblieben waren, wurden stigmatisiert – und versanken in der Vergangenheit.

Manche sehen es heute realistischer. Deutlich ist, dass viele von denen, die geblieben sind, nationaler dachten. Sie erhofften sich von Hitler eine nationale Stärkung. Diese bedeutet aus christlicher Sicht eine ethische Verbesserung, also eine Christianisierung der Gesellschaft, aus linker Sicht eine emanzipatorische Veränderung der Gesellschaft.

Es kam, wie wir wissen, alles anders. Aber das sagt nichts über die Qualität dessen aus, was die inneren Emigranten zu leisten imstande waren. Probleme hatten die äußeren Emigranten wie die inneren Emigranten. Die einen mussten zusehen, wie sie im Ausland überleben können, die anderen mussten zusehen, wie sie im Inland überleben können.

Und das ist also dann wieder typisch menschlich: Wir sind die Besseren, sagten die äußeren Emigranten, als alles vorbei war. Die Menschen, die geblieben waren, sagten von den Gebliebenen: Die sind welche von uns, die wissen Bescheid und haben mit gelitten.

Und die Nachgeborenen? Sie sagen: Mit gelitten? Selbst dran Schuld. Hättet ihr nicht mit gemacht, hättet ihr auch nicht mit gelitten. Und: Wenn wir damals gelebt hätten, wäre das alles nicht passiert, wir hätten alles Übel durchschaut – die besten sind wir.

Interessanter Weise traf der Vorwurf nicht alle Gebliebenen. Manche konnten irgendwie ganz schnell irgendwie so aussehen, als seien sie äußere Emigranten gewesen. Aber das ist dann ein neues Thema.

Datenschutzerklärung: https://www.wolfgangfenske.de/

Deutsche Christen – ein Liederbuch

Deutsche Christen werden die Christen genannt, die der Bewegung des Nationalsozialismus offen gegenüberstanden, sie unterstützt haben. Ich hatte sie neulich schon angesprochen: https://blog.wolfgangfenske.de/2020/07/16/es-geht-nicht-um-theologie-es-geht-um-den-menschen/ . Aber auch die Deutschen Christen waren keine Einheitsgruppe. Es gab unterschiedlichste Schattierungen, die auch in den Jahren nach 1933 immer wieder variierte.

Das hatte unterschiedliche Gründe, so zum Beispiel hatte sich jeder das unter der neuen christlich-völkischen, christlich-nationalsozialistischen Bewegung vorgestellt, was ihm lieb war. Manche dachten: endlich mal christlicher Glaube modern, logisch, aufgeklärt, damit zusammen hängt: endlich die Kirche gelöst vom Judentum, dazu gehört: der Staat erkennt uns an als wichtige Kraft in der Volksgemeinschaft… Man hat endlich ein „Glaubens“-Ziel: nicht der Einsatz für Jesus Christus, sondern: die Volksgemeinschaft…

Als manche dann merkten, dass nicht ihre Träume erfüllt wurden, nahmen sie auf unterschiedliche Art Abstand. Auf säkularer Ebene vergleichbar zum Beispiel mit dem Schriftsteller Gottfried Benn http://gedichte.wolfgangfenske.de/gottfried-benn-1886-1956/. Er dachte sich den Nationalsozialismus anders, als er dann kam. Und so wich die anfängliche Begeisterung einer Ablehnung.

Es gab also unterschiedliche Varianten. Wenn wir von deutschen Christen allgemein hören und lesen, dann werden Extreme zitiert. Tischgebete an Hitler, Abendgebete mit entsprechendem Duktus. Aber sie waren nicht alle so extrem.

Mir liegt ein Liederheft vor, das wohl den Deutschen Christen zuzuordnen ist, weil der Herausgeber sich als Teil der nationalsozialistischen Bewegung sieht: Christliche Kampflieder der Deutschen, herausgegeben von Ernst Sommer – allerdings aus dem Jahr 1933. Also aus der Anfangszeit, als noch die unterschiedlichsten Richtungen miteinander rangen.

Dieses Liederbuch ist schon optisch auffällig dadurch, dass es für die Texte keine Verfasserangaben gibt. Die Texte sind aber im Wesentlichen aus christlicher Tradition entnommen worden, vor allem aus der Zeit der Reformation, in der die Auseinandersetzung mit der katholischen Kirche dominant war und dann aus der Zeit des 30 jährigen Krieges. Warum keine Namen genannt werden, erschließe ich mir aus dem Vorwort. Das Volk ist eine Einheit, die „Schöpfer dieser Dichtungen“ waren „christlich-evangelisch, politisch-kriegerisch und volk-gebunden“. „Ein Zeugnis dieses Geistes, der heute in uns Nationalsozialisten wieder lebendig geworden ist, soll dieses Heft sein.“ Das heißt: Nicht das Individuum zählt, sondern der Geist, der die Generation der christlichen Nationalsozialisten mit dem Geist der christlichen Dichter des Volkes vereint. Nicht der Geist Gottes steht im Zentrum, aber das dürften die wenigsten damals wahrgenommen haben. Und so ist auch nicht der Herausgeber, der allerdings genannt wird, derjenige, der die Lieder gesammelt hat, sondern „Die Junge Mannschaft Deutschlands… hat sich dieses Liederbuch geschaffen, um auch im Liede ihrer Haltung Ausdruck zu geben, die fromm und kriegerisch ist wie die der Landsknechte im Mittelalter.“ Was „kriegerisch“ und „fromm“ bedeutet, wird auch sofort erläutert: „Kriegerisch sein heißt: um den politischen Auftrag der deutschen Nation, die Aufgabe des Reiches, wissen und ihn bekennen; und fromm sein heißt: sich für ihn im Gehorsam gegen den Befehl Gottes einsetzen.“

Kurz zum Herausgeber: Ernst Sommer stammt aus der (Finkensteiner) Singbewegung und wollte mit den Liedern die dem Nationalsozialismus zugewandten Jugendlichen missionieren – und noch weiter: den gesamten Nationalsozialismus wollte er zu den protestantischen Wurzeln des 16. und 17. Jahrhunderts zurückführen: „Aber auch unsere Lieder sind nicht minder vollendete Zeugnisse dieses selben Geistes, der der heroischen Größe unserer gewaltigen Zeit so nahe verwandt ist und immer wieder in der Geschichte des Reiches durchbricht und die Welt erschüttert.“ So ist das Liederheft „ein Dank an die Kameraden, die in den vergangenen Jahren den schweren Kampf um das Reich und das Evangelium mitgekämpft haben“ – Kampf um das Reich Gottes? Das „Dritte Reich“? Das Wort Reich hat beide Konnotationen.

Hier mag nun auch die oben genannte Formulierung auffallen: „gegen den Befehl Gottes“. Das hieß damals etwas anderes als heute. Das hieß „in Aufnahme des Befehls Gottes“. Dennoch möchte ich das im heutigen Sinn aufgreifen, denn es ist ein erschreckendes Liederheft insofern, dass es Gott gegen sich selbst anruft. Das sei ausgeführt.

In diesen Liedern wird sehr intensiv ein Feind in den Blick gerückt, unter dem die Christen leiden. Wer der Feind in der Reformationszeit und dem 30 jährigen Krieg war, das ist klar. Doch wer war dieser Feind in der Zeit von 1933? In Liedern der Bekennenden Kirche ist das auch klar: Hitler und seine Steigbügelhalter, unter anderem die Deutschen Christen sind dieser Feind. Die Deutschen Christen könnten den Feind in den säkular/atheistischen Gruppen der Nationalsozialisten gesehen haben oder auch in den Vertretern der Deutschen Glaubensbewegung, oder aber: jeder konnte als Feind den einlesen, den er wollte. Kampflieder benötigen einen Feind. Letztlich aber wunderte man sich in einer Rezension auch darüber: Diese alten Lieder „sind Lieder einer kämpfenden und leidenden Kirche, die um ihre unlösliche Verbundenheit mit ihrem Volk gerade dann weiß, wenn sie die Reinheit ihrer Verkündigung unerbittlich gegen Menschenlehre und in Verfolgung wahrt. Wir haben heute die Kirche nicht, die sich dieses Heft ohne weiteres zu eigen machen könnte.“ https://zs.thulb.uni-jena.de/receive/jportal_jparticle_00317891

Das Lied vermutlich aus der Reformationszeit (Seite 15): „Wacht auf, ihr werten Deutschen, es ist euch wahrlich not!“ spricht aus, dass Gott Hunger, Krieg und Tod bringen wird, wenn die Deutschen nicht umkehren. „Gott hat euch hoch begabet / vor vielen Völkern schon, / daß ihr bei euch rein habet / sein Evangelion“, so lautet es in der zweiten Strophe. Die dritte Strophe spricht aus, was geschieht, wenn sich die Deutschen nicht dem Evangelium zuwenden, und Buße tun: „mit Krieg und großen Streichen (sc. Schlägen), / mit Krankheit, Seuch und Tod, / mit Hunger und dergleichen / uns bringen in Jammer und Not.“ Die vierte und letzte Strophe, die in dem Heft zitiert wird, fordert nun dazu auf, Buße zu tun, an Gottes Sohn zu glauben, böse Taten zu unterlassen. Aus der Sicht der Nachgeborenen haben gerade die Christen, die den Nationalsozialismus förderten, sich gegen die Lehre Jesu Christi verhalten, haben das Böse gefördert – also sichtbar am vernichtenden Krieg, der dann über Deutschland gekommen ist, so die logische Schlussfolgerung des Liedes. Und das ist erstaunlich und gleichzeitig erschreckend: Wie schwer ist es für Menschen in der geschichtlichen Situation zu erkennen, wer falsche Lehren verbreitet. Ich denke, dass das Vorwort den Schlüssel, wie gesehen, dazu bietet, wenn es den Geist Gottes durch einen anderen Geist ersetzt. Aber solche Feinheiten können viele nicht durchschauen. Sie bleiben kleben an den frommen Worten, merken aber nicht, weil sie in der Zeit stehen, dass diese frommen Worte verführen, merken nicht, wes Geistes Kind sie sind.

Es sei auch auf das Lied „Ich bin ein Soldat wohlgemut“ eingegangen. Es ist von Hartmann Schenck aus dem 17. Jahrhundert. Vier Strophen werden zitiert, vier Strophen werden ausgelassen. Welche Strophen werden ausgelassen? Unter anderem Strophe 3: „Ach, großer Schutzherr Israel, / Du Vater aller Güte, / Ach, süßester Immanuel, / Mich doch auch heut´ behüte“. Dieses Liederbuch beinhaltet noch alttestamentliche Begriffe, aber das könnte für die Verfasser zu weit gegangen sein, dass Gott als „Schutzherr“ von Israel bezeichnet wird. Der Soldat von Schenck bittet Gott: „Dass ich betrübe nicht die Leut, / Noch ihnen mög zufügen / Viel Herzeleid, / Das mit der Zeit / Mir bringet großes Grämen, / Darob ich mich / Ganz schimpfiglich / Möcht´ dermaleinst schämen“. Schenck will mit dem Lied Soldaten ethisch erziehen. Geht das dem Herausgeber Sommer zu weit? Sein Ziel ist es, man solle als Soldat tapfer sein, auch wenn andere Angst haben und vielleicht sogar desertieren, solle man heldenhaft kämpfen – darum wird eine entsprechende Auswahl getroffen. Zudem widerspräche das das positive Bild vom Landsknecht. Von daher versteht es sich auch, dass die Strophe 7 weggelassen wird, die das Schlimme ausspricht – und darum nicht sehr Kampf motivierend ist: „Sollt aber wo gefangen ich, / Gequetscht, verwundet werden, / Bekommen irgends einen Stich / Und fallen zu der Erden“. was deutlich wird: Mit diesen Kampfliedern wird 1933 schon der Krieg vorbereitet.

Andererseits haben wir einen prophetischen Blick in der Aufnahme eines Liedes von Johann Rist: „Sichers Deutschland, schläfst du noch? / Ach wie nah ist dir dein Joch, / das dich hart wird drücken / und dein Antlitz dürr und bleich / jämmerlich ersticken. / Wach auf, du deutsches Reich! / Wach auf, du deutsches Reich!“ Weg gelassen wurden zwei Strophen, die es auch in sich haben: „Tolles Teutschland deiner Ruh´ / Eilet Krieg und Aufruhr zu … Alle Kreaturen gleich / Kommen dich zu straffen… Volles Teutschland große Noht / Wird dich martern auff den Tod…“.

Leider habe ich über den Herausgeber kaum etwas in Erfahrung gebracht. Wie hat er die weiteren Jahre bis 1945 beurteilt?

Fazit:

Dieses Liederbuch eines Christen, der sich als Nationalsozialist bezeichnet, hatte das Ziel, den Nationalsozialismus zu christianisieren bzw. den Ansatz der Ideologie, den der Herausgeber als christlich ansah, gegen andere, z.B. säkulare Strömungen, zu unterstützen. Das war, wie wir nun wissen, ein äußerst naives Unterfangen zudem eine Verkennung des real existierenden Nationalsozialismus.

Datenschutzerklärung: https://www.wolfgangfenske.de/

Nationalsozialismus als junge Bewegung + Karfreitags-Tänze

Der Nationalsozialismus sah sich als eine junge Aufbruchsbewegung – als Aufbruchsbewegung der Jungen – gegen alte Männer:

Eine Kampagne gegen Juden im „Reichseinheitsgesangbuch lief auf der vierten Tagung der „Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Gesangbuchreform“ im Juni 1933. Es gab zwar noch eine kontroverse Diskussion zwischen den im Vorstand noch vertretenen Älteren, die in der bürgerlichen Welt der Vorkriegszeit verhaftet waren, und der jungen Generation, die sich der neuen Bewegung hingeben wollte, doch letztlich wurde der Reichsbund für evangelische Kirchenmusik gegründet, der nach der Wahl Ludwig Müllers zum Reichsbischof im Reichsverband für die evangelische Kirchenmusik aufging.“

https://eal.terbuyken.net/Lied_NS-Zeit.pdf (9)

Hitler war, als er 1921 die NSDAP übernommen hat, 32 Jahre alt. Goebbels, Bormann, Himmler, Röhm waren 1933 um die 30; Heß, Rosenberg, Darré, Göring wie Hitler um die 40. Lenin war etwas älter: 1917 war er 47 Jahre alt – allerdings hatte er schon 1903 eine eigene Gruppe gegründet. Trotzky war 1917 Mitte 30, Maos politische Karriere begann, salopp gesagt auch, als er ca. 30 Jahre alt war, ebenso Castro.

Entsprechend waren (auch) Jugendliche begeistert von den Ideologien. So sahen zum Beispiel auch Hans und Sophie Scholl den Nationalsozialismus als eine emanzipatorische Aufbruchsbewegung, bevor sie durch den Glauben erkannten, dass das nicht stimmt. Brechts kommunistische Ära begann auch ungefähr mit 30. Entsprechend werden die Alten immer als Bremser angesehen – es sei denn, sie machen mit.

Alte wie Junge, Junge wie Alte, Männer wie Frauen, Frauen wie Männer können furchtbar in die Irre laufen. Weder Jugend noch Alter schützen vor politischer – und manchmal gefährlicher – Dummheit.

Nur, um das auch noch der Gerechtigkeit halber hinzuzufügen: Auch viele junge Menschen hielten den Verführungen stand.

*

Es ist interessant, was der Dichter Siegbert Stehmann (* geb. 1912, gest. 1945) in seinem Tagebuch im April 1939 schreibt: „Die Zeit, die die Karfreitagsstille diesmal verächtlich durchbricht – das Radio brachte Revuemärsche -, wird vom Ernst (sc. der politischen Lage) überwältigt.“ Der gegenwärtige Kampf gegen Karfreitag – ist also wirklich nicht modern.

Datenschutzerklärung: https://www.wolfgangfenske.de/