Ältester Brief eines Christen

Der Brief eines Christen wurde entdeckt, evtl. aus der Zeit um 230 nach Christus: https://www.jesus.de/uni-basel-entziffert-weltweit-aelteste-handschrift-eines-christen/

Mich stört die Art der Veröffentlichung massiv. So was an Öffentlichkeitsheischerei ist für Wissenschaftler peinlich. Zudem: Das wird nur gesagt, weil viele keine Ahnung haben und Medien beeindruckt werden sollen.

Natürlich gab es nicht nur Christenverfolgungen bis 312 n.Chr. Man weiß seit langem, dass sie nur lokal waren, mal verbreiter mal weniger verbreitet. Mal mit Anlässen, mal ohne. Schon im NT weiß man von Lydia und anderen Reichen, die den Gemeinden ihre Türen geöffnet haben.

Das soll aber nicht den Wert dieses Briefes schmälern. Allerdings finde ich ihn sonderbar. Dass dieser Christ gerade einen Bruder hatte, der Paulus hieß. Das scheinen überhaupt Paulus-Fans gewesen zu sein, denn dass der Brief von einem Christen geschrieben wurde, wird aufgrund dieser Worte angenommen: „Ich bete, dass es Dir gut geht im Herrn.“ Eine Familie von PaulusFans in Zentral-Ägypten (Fayyum).

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Missbrauch: Kirche

Missbrauch hat es gegeben und zwar schon vor 1946 – und eben auch vor 1968. Die Sache ist nur: Vor 1968 galt es als Sünde. Um 1968 herum, gab es ideologische Gründe, mit der die Sünde als legitim verteidigt werden konnte: Es galt in manchen Kreisen als moderne Pädagogik. Das ist das Problem zumindest aus meiner Sicht. Sie gab Handwerkszeug an die Hand, um die Sünde nicht mehr Sünde nennen zu müssen. Die übliche Strategie: Etikettiere Sünde um – und dann ist sie erlaubt und sogar notwendig, zum „Erhalt des Friedens“, „um Menschen Gutes zu tun“, „ist ja nur natürlich“, „um die Welt zum Guten hin zu verbessern“ usw. usw. usw. https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/missbrauchs-forscher-kritisiert-benedikt-xvi-und-beichte

Ein paar Tipps für solche, die es nicht mehr wissen: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/cohn-bendits-paedophile-aeusserungen-danys-phantasien-und-traeume-12164560.html und: https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article138531446/Das-schmutzige-Geheimnis-der-linken-Paedagogik.html (hier ist von „Missbrauchsideologie“ die Rede) – und noch ein Text: https://www.fr.de/wissen/vorzeige-paedagoge-relativiert-sexuellen-missbrauch-10982208.html Spannend finde ich in diesem Beitrag diese Aussage:

„Hartmut von Hentig MUSS der Preis für besondere pädagogische Leistungen aberkannt werden, da die Wissenschaft geklärt hat, dass ,kindgerechte Pädagogik‘ und Pädokriminalität sich ausschließen.“

Und was lesen wir hier? Nicht mit Blick auf die Katholische Kirche https://www.zeit.de/2019/26/kindesmissbrauch-odenenwaldschule-evangelische-institutionen-kirchentag/seite-3 :

Hartmut von Hentig wiederum war zwei Jahre Lehrer am Birklehof, bevor er 1963 – unhabilitiert – eine Professur an der Universität Göttingen bekam. Picht, Becker und Hentig gehörten zu einer aufgeklärten, linksliberalen Elite. „Protestantische Mafia“ hat der Soziologe Ralf Dahrendorf dieses Netzwerk einmal genannt, im Kontrast zur kleinbürgerlich-katholischen Welt Konrad Adenauers.

Es ist eben ein Unterschied, ob man aus kirchlicher Sicht etwas als Sünde bezeichnet, oder ob das, was Sünde ist, verharmlost wird. Und das ist eben in diesem Zeitraum um die 68er geschehen. Und die Sünder in der Kirche haben sich diese ideologische Entschuldigung angeeignet. Das geht ja auch auf anderen Gebieten schon seit 2000 Jahren so.

So einfach, wie der eingangs genannte Forscher, kann man sich die Kritik an Benedikt XVI. nicht machen.

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Marta Hiller

In dem Beitrag geht es um die Frage: Was ist historisch wahr? Wie weit kann man Zeitzeugen trauen? https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article195882833/Anonyma-Eine-Frau-zwischen-Vergewaltigung-und-Prostitution.html

Die Frage geht allerdings weiter: Wieweit kann man den Interpreten der Zeitzeugen trauen? Es gibt keine ganz neutralen Menschen, Menschen, die nicht irgendwas irgendwie falsch interpretieren oder es aus ihrer Zeit heraus „neu“ interpretieren müssen, weil sie die Zeit nicht kennen. Selbst die Frage: Warum beschäftigt sich jemand überhaupt mit dem jeweiligen Thema bekommt zur Antwort: Weil diese Person daran Interesse hatte. Und dann Zusatzfrage: Warum?

Das ist nichts Neues. Nur man sollte bedenken, dass auch Quellenstudium nie neutral ist. Und wenn es auch noch so sorgfältig geschieht.

Nur muss sich jeder Leser klar sein, dass Berichte von Zeitzeugen ebenso wenig die eine, „wahre“ Realität abbilden wie Akten, zeitgenössische Zeitungsartikel oder andere Texte. Immer ist Quellenkritik gefordert – nur durch den sorgfältigen Vergleich verschiedener Überlieferungen kann man sich dem wirklichen Geschehen schrittweise annähern. 

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Nietzsche

Reinhold Schneider hat die Gräueltaten der Spanier in Amerika verteidigt – bevor er den christlichen Glauben für sich entdeckt hatte. Er verteidigte sie aus der Perspektive Nietzsches: Der Wille zur Macht bedeutet, dass man sich über andere stellen darf, dass man bereit sein muss, über andere hinwegzurollen, wenn es der eigenen Erhöhung und Durchsetzung dient. In dieser Zeit, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, gab es eine Fülle an Menschen, die Nietzsche bewunderten, der als Gegner mit seinem „Willen zur Macht“ die Christen ins Visier nahm – vor allem diejenigen, die Jesus und Paulus wichtig nahmen.

Dieser Einfluss Nietzsches darf meines Erachtens auch mit Blick auf den Wahn, Deutsche seien Herrenvolk, das herrschen und andere dafür ausnutzen darf, nicht unterschätzt werden. Das hat man nach 1945 besser verstanden. Nietzsche war kein Antisemit – aber er hat einer Gesinnung gehuldigt, die Grausamkeiten welcher Art auch immer legitimierte. Mag eine solche Sicht auch bedeuten, Nietzsche zu trivialisieren, ihn misszuverstehen – wie auch immer – aber diese Wirkungsgeschichte hatte er – und hat sie hoffentlich nicht mehr.

Heute rezipiert man Nietzsche wieder. Die Frage ist, hat man ihn genug gereinigt, damit diese Nebenwirkungen nicht wieder auftreten? Es bleibt ein schweres Unterfangen, da es unter einem zivil-gereinigten Nietzsche immer arg inhuman brodelt.

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Hamas und Israel + Colonia Dignidad + Südafrika-Deutschland

Der Waffenruhe ist nicht zu trauen, weil die Hamas und alle ihr zugeordneten Gruppen ihre Waffen testen. Wie viele schaffen es nach Israel? Wie kann man Israel schwächen? Wie kann man die Angriffe verbessern?
https://www.tagesschau.de/ausland/israel-gaza-waffenstillstand-105.html

Wie kommen diese Terroristen eigentlich an all diese Waffen? Wer ist der Geldgeber? Angeblich blockiert Israel die Einfuhren: Woher kommen die Waffen und die Materialien, diese zu bauen? Angeblich sind die Gaza-Leute so arm, dass sie von Geldgebern unterstützt werden müssen – woher haben sie das Geld, um Waffen zu bauen, statt die Bevölkerung zu versorgen?

Die Bevölkerung ist Terroristen herzlich egal. Sie sollen verhungern – Hauptsache, man kann terrorisieren?

Noch gar nicht so lange her, diese Nachrichten:
https://www.tagesschau.de/ausland/gaza-697.html und:
https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-09/vereinte-nationen-eu-palaestinenser-unrwa-unterstuetzung-usa

*

Es war kein „evangelikaler Prediger“, der die Colonia Dignidad gegründet hat. Diese Wortwahl ist wieder einmal polemisch.
https://www.tagesschau.de/investigativ/swr/colonia-dignidad-zahlungen-101.html Richtiger finden wir in Wikipedia die Bezeichnung „Gründer einer christlichen Sekte und totalitären religiösen Gemeinschaft.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Sch%C3%A4fer_(Sektengr%C3%BCnder) Aber grundsätzlich die Frage: Warum Entschädigung? Das kann doch nur Goodwill sein – aber kein Anspruch. Denn die Regierung ist vermutlich nicht für jeden Deutschen verantwortlich, der im Ausland Menschenrechte verletzt. Oder? Das hat zudem nichts mit der Herero-Frage zu tun. Warum wird sie in den oben genannten Beitrag damit verknüpft? Das ist eine rhetorische Frage zu einem rhetorischen Sachverhalt.

*

Das ist eine üble Sache, die hier dargelegt wird, dass Politiker und Journalisten sich vom Apartheitsstaat haben Urlaub bezahlen lassen und entsprechend wohlwollend – wie der Beitrag sagt – für diesen eingetreten sind:
https://www.tagesschau.de/investigativ/report-mainz/suedafrika-propaganda-101.html

Was allerdings wieder verkürzend dargelegt wird: Es gab Gründe dafür, nicht die Sanktionen zu befürworten. Man kann darüber diskutieren. Aber einfach so die Sanktionen als Allheilmittel übler politischer Prozesse zu propagieren, ist kurzsichtig. Ich war in diesen Zeiten noch recht jung, kann mich also nicht mehr so gut erinnern. Aber wurde die Opposition wirklich nicht unterstützt? Woran ich mich noch erinnern kann, das sind die kirchlichen Initiativen, den Handel zu boykottieren.

Zur Politik – ich weise auf diesen Text hin, der Willy Brandt darstellt
https://www.willy-brandt-biografie.de/politik/sozialistische-internationale/ :

Der Kampf gegen die Rassendiktatur in Südafrika ist ebenfalls Teil der SI-Offensive für die Menschenrechte. 1978 nimmt die Internationale direkte Kontakte mit dem ANC auf, der Organisation der schwarzen Südafrikaner. Mitte der 1980er Jahre kommt ein lange skeptischer Willy Brandt schließlich zu der Überzeugung, dass das weiße Apartheid-Regime in Pretoria mit Wirtschaftssanktionen von außen unter Druck gesetzt werden muss.

Interessant ist der Beitrag von 1978 (das daneben abgedruckte Spiegel-Cover ist, obgleich zu einem ganz anderen Thema, zeitgeschichtlich auch beachtenswert):
https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40615961.html

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Goslar-Dom + Notre Dame

Es war einmal ein Dom in Goslar
https://de.wikipedia.org/wiki/Goslarer_Dom . Der wurde vor ca. 200 Jahren abgerissen, und wie ich erfahren habe: Aus den Steinen wurden Militärkasernen gebaut. Da dürfte doch das Herz so manches Antikirchler höher hüpfen. Jede Zeit hat so ihre Prioritäten.

Hoffen wir, dass die Kathedrale Notre Dame wieder erbaut wird, wie sie war und nicht ein neuer Tempel der Vernunft oder ein Tempel des Kapitals oder ein Tempel der Verehrung von welchem Zeitgeist – zum Beispiel der zur Göttin erhobenen Europa – auch immer errichtet wird.

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Irena Sendler + Katholische Kirche im Widerstand

Eine mutige Frau: Irena Sendler. Sie rettete vielen Menschen das Leben – sollte den Nobelpreis bekommen, aber die Nachwelt hielt Al Gore für wichtiger:
https://faithreel.org/nurse-who-outsmarted-hitler-most-courageous-women-century/

Sonderbarer Weise gibt es kaum deutsche Clips über sie. Einen, den ich gefunden habe:

Gibt es den 2009 über sie gedrehten Film in Deutsch?: The Courageous Heart of Irena Sendler. Wohl nicht:
https://www.amazon.de/Irena-sendler-FR-Anna-Paquin

Es gibt ein Buch über sie: Tilar J. Mazzeo: Irenas Liste oder das Geheimnis des Apfelbaums (Heyne 2017)

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Hier gibt es ein paar Informationen über den Widerstand von Katholiken in der NS-Zeit: http://www.kath-info.de/widerstand.html

Hinweisen möchte ich wieder auf Fritz Gerlich: https://www.gerlich.com/

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