Herumgebastele an Sprache macht sprachlos + Rassismus + Selbstbewusstsein

Bald wagt man wohl gar nichts mehr zu sagen in der Welt der political correctness. Wie schön, wenn manche sprachlos wären. Aber Nein*in könnte vielleicht das letzte Wort sein, das sie noch zu äußern wagen. https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/das-sprachdiktat-des-vermeintlichen-antirassismus-16853596.html

Was ich neulich auch bedenklich fand: In einem Artikel stand Weiße und Nichtweiße – wohl weil man das Wort Schwarze vermeiden wollte. Das bedeutet letztlich: Rassismus pur, da die ganze Welt nur noch weiß oder nichtweiß ist. Das ist auch der Fall, wenn man nun beginnt, Schwarze aus der Werbung zu entfernen. Man macht Schwarze dann unsichtbar. Andererseits nimmt man sie im Kontext von Weißen überall herein – um die Gesellschaft daran zu gewöhnen – auch eine Form von Rassismus, da man überhaupt auf die Hautfarbe achtet.

Rassismus ist ein großes Übel. Political correctness auch, wenn es verhindert, die wahren Probleme wahrzunehmen, weil man an Marginalien kleben bleibt, wenn man jedes Fitzelchen auf die Goldwaage legt, missverstanden oder nicht. Bleibt nur zu hoffen, dass das eine beachten (wachsam sein gegenüber kleinen Unsicherheiten) nicht das andere (wachsam sein gegenüber den vielfältigen Problemen und Menschenrechtsverletzungen weltweit) ausschließt. Dass nicht alle Kräfte veräußert werden mit manchen gesellschaftlichen Diskussionen. Ist natürlich einfacher, als einen wachsamen Blick für weltweite Probleme zu haben.

Apropos Redskins, die Mannschaft, die nicht mehr so genannt werden darf. Vielleicht sollte man daran denken, dass Iren, die in den USA ja sehr dominant sind, vielleicht die Namengeber waren? Dann dürfte man den Namen vermutlich beibehalten, da die Iren über alle Rassismus-Fragen erhaben sind. Und was sagt uns das?

Es ist wichtig, das Selbstbewusstsein zu stärken. Alle Idioten, die einen erniedrigen wollen, auch als solche ansehen und erhobenen Hauptes weiter gehen. Denn Erniedrigungsversuche haben nicht nur mit Rassismus zu tun, ebenso mit Sexismus – und Machtspielchen irgendwelcher kleiner Potentaten, die im Alltag überall begegnen, Menschen, die meinen, klüger zu sein, gesunder und schöner zu sein als andere, Menschen meinen, herumpöbelnd groß und wichtig zu sein. Man muss lernen, auch wenn es schmerzt, darüber zu stehen. Es schmerzt, weil wir anerkannt sein wollen, angepasst, dazugehörend. Auch von/an/zu Idioten?

Allerdings darf eine Gesellschaft nicht zulassen, dass Idioten eine Weltanschauung, eben die rassistische… gesellschaftspolitisch zur Macht verhelfen. Da muss dann der Einzelne von der Gesellschaft beschützt werden. Das ist mit der Stärkung des Selbstbewusstseins zu verbinden.

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Teuflische, brutalasoziale Menschen

Wer sich mit teuflischen Menschen einlässt,
muss sich nicht wundern, wenn er zum Teufel geht.
Wer sich mit brutalasozialen Menschen einlässt,
muss sich nicht wundern, dass er unter die Räder kommt.

Wer warnt die Menschen rechtzeitig?
Jugendsünde, eine Dummheit, eine Nachlässigkeit – verstricken im Netz der Spinne.
Häufig können sie sich aus der Gewalt nicht mehr lösen.
Bitteres Lehrgeld. Zu bitter für ein Leben.

Häufig können sich die Gefangenen allein aus der Gewalt nicht mehr lösen.
Sie sind allein.

Mitleid?

Auch der brutalasoziale Mensch kann sich selbst von sich nicht lösen.
Auch er: Allein.

Mitleid?

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Kontaktbeschränkungen einfach so + Legitime Kritik + Kritik an Medien

Einfach so: Kontaktbeschränkungen bis 29. Juni verlängert. Einfach so. Mit Sinn und Verstand?

Hoffentlich handeln die Länder selbständig nach Lage der Dinge.

Denn Kontaktbeschränkungen sind ja nicht einfach politische Spielereien, die man mal so einfach verkünden kann.

Hier macht es sich die Politik zu einfach – was signalisiert sie damit? Wir nehmen uns selbst nicht ernst? Wir nehmen Eure Kontakte nicht ernst?

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Warum sollte eine Kritik an einer Studie nicht legitim sein? https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/corona-was-ist-dran-an-der-bild-kritik-zu-christian-drosten-a-ce232784-a561-4f14-ad82-db6973be1fb8

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Schön, dass man wenigstens durch diese Krise zur Vernunft kommt: Kritik an Großräume: https://www.spiegel.de/karriere/das-buero-der-zukunft-in-grafiken-erklaert-a-fe4e2128-cd24-4cf7-abc4-5144ea372598

Aber man kann schon wieder absehen: Wenn alles mit viel Geld verändert wurde, dann kommt die wissenschaftliche Erkenntnis: Großräume sind doch besser…

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Auch das ist berechtigte Kritik: https://www.nzz.ch/meinung/kolumnen/liebe-journalistenkollegen-hoert-auf-wahrheitspriester-zu-spielen-ld.1558052?

Darf der das sagen? Was meint er damit? Das kann man unter dem Link lesen:

Das ist umso beschämender, als der klassische Journalismus selbst seine eigene Bullshit-Abteilung kultiviert

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Immunitäts-Ausweis + Clan-Aktivitäten + Umwelt + Um Freiheit ringen + Menschen hängen lassen

Ein Immunitäts-Ausweis ist aus meiner Sicht im Augenblick abzulehnen. Wenn er nur für die gelten soll, die in ein Land reisen wollen, in denen das gefordert wird, okay. Das gibt es ja jetzt schon, dass man sich vor der Einreise in bestimmte Länder impfen lassen sollte. Aber innerhalb des Landes sollte der nicht eingeführt werden. Das wäre dann die Impfpflicht, die zurzeit als Verschwörungstheorie bezeichnet wird – bzw. was gefährlich ist und auch im Beitrag erwähnt wird: dass manche sich dadurch gefährden, indem sie sich dem Virus extra aussetzen.

Damit möchte ich nicht gegen die Impfpflicht argumentieren, die ist mit Blick auf Covid noch nicht das Thema (und sollte wie die Grippeimpfung behandelt werden), sondern nur für Vorsicht plädieren: Was man heute als Verschwörungstheorie bezeichnet, kann morgen eingeführt werden. Damit schafft man kein Vertrauen in der Gesellschaft.

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Irgendwo habe ich gelesen, dass Clans die durch Corona drohende Pleite mancher Restaurants ausnutzen, um sie aufzukaufen. Wenn dem wirklich so sein sollte, hoffe ich, dass man das verhindern kann. Zumindest ist das hier schon einmal gut: https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2020/05/grossrazzia-clans-berlin-kriminalitaet-drogen-.html

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Wenn es in einem Gremium keine abweichenden Meinungen gibt, kann man von ideologischen Zwängen und Gruppendruck ausgehen. Somit ist es gut, wenn ein Gremium abweichende Meinungen nicht nur zulässt, sondern dafür auch vehement eintritt, dass abweichende Meinungen öffentlich geäußert werden können.

Dass das aber mit Blick auf den Sachverständigenrat für Umwelt extra erwähnt wird, zeigt zumindest nach außen hin, dass man bei diesem Rat eine Ideologisierung befürchten muss – was auch der Artikel durchscheinen lässt: Am liebsten würde man diese abweichende Meinung unter den Tisch kehren. Umso bewundernswerter ist die Frau, die hier immer wieder einmal gegen den Strom schwimmt: https://www.tagesschau.de/inland/sachverstaendigenrat-umwelt-103.html

Wenn sich die Einliniegkeit verfestigen sollte, sollte der Sachverständigenrat neu konstituiert werden – mit anderen Personen.

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Freiheit ist ein hohes Gut. Auf allen Ebenen muss eine Gesellschaft immer wieder darum ringen. Und dazu gehört es auch, Andersdenkenden Raum zu lassen. Freiheit darf auch nicht durch Gruppen eingeschränkt werden, die vorgeben, durch die Einschränkung andere paternalistisch zu schützen. Man darf auch nicht vorgeben, in welchem Rahmen Andersdenkende anders denken dürfen. Unsere Gesellschaft benötigt freie Menschen – nur so kann sie demokratisch existieren, nur so kann sie offen und innovativ bleiben. Wie sehr hat man noch vor einigen Jahrzehnten Mitläufer, Autoritätshörige, Wendehälse kritisiert. Heute will man Menschen in eine Richtung trimmen? https://www.spiegel.de/kultur/tv/uwe-steimle-aeussert-sich-zum-rauswurf-beim-mdr

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Ich habe mich zu wenig mit dem Thema beschäftigt. Aber das klingt übel: Da helfen Medizinstudentinnen und -studenten und werden dann hängen gelassen: https://www.spiegel.de/karriere/corona-krise-medizinstudentin-arbeitet-jetzt-ohne-staatsexamen-im-krankenhaus

Helferinnen und Helfer, die von außen in Krankenhäuser kommen, um zu helfen, dürfen von den Krankenhäusern nicht überfordert werden. Kommen alle der Pflicht nach, die arbeitenden Hilfskräfte zu schützen? Nicht vor Corona – das hoffe ich – aber auch vor Ausbeutung.

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Smart City – Digital City – Normal City

Interessant – die Google/Alphabet-Leute hätten so beginnen sollen wie in Indien: Eine ganz neue Stadt bauen – in der die Regeln des Bauherrn gelten: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/keine-smart-city-in-toronto-google-stadt-ist-abgebrannt-16763217.html

Manche mögen so ein Leben.

Ich meine, schon einmal von einer Charter City / Intelligenten Stadt in Indien gehört zu haben: Lavasa. Sind nicht auch die neu errichteten Städte in China eine Art Erfahrungs-Vorbild? Indonesien will ja auch eine neue Hauptstadt bauen. Ich werfe hier ein paar Dinge durcheinander. Aber sind die Interessen nicht ähnlich? Letztlich werden sie wahrscheinlich alle so enden wie Brasilia bzw. unsere europäischen Trabantenstädte, wenn nicht rigoros und undemokratisch vorgegangen wird.

Sehnsucht nach einer Clean-Stadt, alles sauber, der Mensch wunderbar angepasst, technisch tipptopp immer auf dem neuesten Stand, regiert nicht von plumpen Politikern sondern von Technokraten und ihren technischen Geräten, erwählt nicht von Gott oder dem Volk, sondern von Firmen, die sich mehr Macht versprechen. Aber – man darf es nicht vergessen: Alles zum Wohl der Menschen. Welches Menschen? Dem angepassten Menschen, der treu zur Arbeit geht, nichts im Blick hat, außer seiner Karriere und einem kleinen Drink nach der Arbeit vielleicht… – Flirts wären schon gefährlich – vielleicht geht es diesen Menschen wirklich besser als den Menschen in den Massenunterkünften in asiatischen Staaten, in denen sie sich die Betten je nach Arbeitsschicht teilen müssen. Die schöne neue Welt – gegen die hässliche alte Welt.

Aber mein Herz schlägt doch irgendwie für Städte zwischen den Extremen. Normal gewachsen im Laufe der langen Geschichte, chaotisch vielleicht, aber mit Menschen, die sie zum Positiven prägen. Typisch mitteleuropäisches Denken beherrscht mich. Eine Stadt bzw. Stadtteile bekommen den Charakter der sie bewohnenden Menschen. Mögen sich viele Mühe um ihr Wohnumfeld geben, damit er ein menschlicher bleibt/wird. Das wird wohl leider immer mehr abnehmen. Jeder kümmert sich um seine Wohnung – die Menschen, mit denen man zu tun hat, mit denen man befreundet ist, für die man Zeit investiert, wohnen zum Teil woanders. Man wohnt zufällig an dem jeweiligen Ort, weil man woanders nichts Adäquates gefunden hat. Von daher ist das Engagement für das städtische Umfeld nicht unbedingt nahe liegend. Wäre aber nicht schlecht, würde die Wohnqualität bessern.

Den Moloch Stadt disziplinieren – ein Traum von Mensch. Aber menschlich?

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Arbeit

Durch Christen wurde Arbeit geadelt, geheiligt – vorher war sie Sklavensache. Interessante Anmerkung: https://jobosblog.wordpress.com/2020/05/10/einige-bischoefe-verbreiten-verschwoerungstheorien-aber-teil-2/

Heute muss man darauf achten, dass der Mensch nicht durch Arbeit definiert wird, sondern seinen Wert auch unabhängig davon hat, dass er arbeiten kann.

Alle Übertreibungen sind vom Teufel – modern gesagt: gehören zur Psyche des Menschen.

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Leben ist einiges wert + Generationen im Glashaus

Das ist eine perfide Formulierung https://www.spiegel.de/psychologie/schuetzt-das-grundgesetz-nicht-alle-gleich-a-c03c5d93-8198-4955-831f-83a237593b36 :

Auch Menschen über 90 ist ihr Leben noch einiges wert. Und das ist auch ihr gutes und schützenswertes Recht…

Der Beitrag ist gut – aber diese Formulierung eines Journalisten ist es nicht. Das Leben ist nicht „einiges“ wert – das Leben ist als solches wert.

Aber das wird dann im Beitrag dankenswerter Weise richtig dargelegt.

Wenn wir nämlich dahin kommen zu sagen: es ist einiges wert, dann macht man das Leben wertlos. Nicht allein das der über 90jährigen, das Leben schwer Erkrankter, das Leben, von denen Gesunde meinen, es müsse weniger Wert sein. Es entwertet das Leben aller.

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Wolfgang Huber zu dem Thema: Das Leben ist nicht das einzige Grundrecht https://www.nzz.ch/meinung/wolfgang-huber-das-leben-ist-nicht-das-einzige-grundrecht-ld.1555310

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Er hat recht, wenn es darum geht, leichtfertig den Stab über vergangene Generationen zu brechen: https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/aktuell/wort-zum-2-weltkrieg-kardinal-brandmueller-kritisiert-deutsche-bischoefe;

Jede Generation hat Dreck am Stecken – wir sehen schon, dass unsere Generation auch massiv falsch agiert. Das werden uns die kommenden Generationen vorwerfen.

Aber bedeutet das, dass man nicht sagen darf, an diesen und jenen Punkten habt ihr Vorfahren versagt? Unabhängig von dem Thema Nationalsozialismus, sondern allgemein gesprochen: Auch die Vorwürfe, an die vorangegangene Generation ist eine, die der jeweiligen Zeit entspricht und kann gerade auch aus diesem Grund von anderen Generationen kritisiert werden.

Beispiel Abtreibung: Jetzige Generation wirft voran gegangenen Generationen vor, Abtreibungen nicht zugelassen zu haben. Kommende Generationen können, weil sie ein anderes Weltbild haben, der jetzigen vorwerfen, Abtreibungen zugelassen zu haben.

Die Vorwürfe von Generationen an voran gegangenen Generationen sind genauso Zeit bedingt wie das Handeln voran gegangener Generationen.

Es gibt außerhalb des christlichen bzw. religiösen Glaubens keine Maßstäbe. Von daher kann immer jeder jeden irgendwie irgendwann aus welchen Gründen und Weltanschauungen kritisieren. Und das wird auch immer so sein, weil die Kritisierenden aus dem Bewusstsein kritisieren:

Wir sind heute besser als ihr. Wir sind fortschrittlicher, wir retten die Welt usw. usw. usw. – auch wenn das Gegenteil der Fall ist. Aber man glaubt es halt, man sei besser.

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Medien und Laschet + Immunitätsausweis + Leichtfertiger Umgang mit desinfektionsmitteln

Erst hat, soweit ich das beobachten konnte, die Tagesschau gegen Laschet geschrieben. Ich hatte es im Blog. Dann hat Welt-online etwas gegen Laschet zu mosern, nun kommt der Spiegel. FAZ und Deutschlandfunk bringen Laschet und Söder ins Spiel. Wobei der DLF für Söder eine Lanze bricht.

So wird der Schneeball immer größer und größer. Medien sind ganz unschuldig. Wollte ich nur mal sagen. Sind ja Qualitätsmedien.

Der Maßstab für alle Politiker sollte sein:

  • Was ist an Vorschriften (noch) nachvollziehbar
  • Lassen sich Vorschriften wirklich sinnvoll umsetzen.

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Das ist nicht nachvollziehbar: https://www.spiegel.de/panorama/ausgangsbeschraenkung-golfplatz-betreiber-widersetzt-sich-verbot-

Wenn die Bevölkerung bei Absurditäten aussteigt, muss sich die Politik nicht wundern, wenn sie die Verantwortung selbst in die Hand nehmen – auch wenn paternalistische Leute dem Staat mehr Verantwortlichkeit zutrauen als dem Bürger.

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Immunitätsausweis: https://www.tagesschau.de/inland/immunitaetsausweis-coronavirus-101.html

Man sucht nach rettenden Ankern – und alles wird dann in die Richtung getrimmt: Alles muss zu hause bleiben, alles muss schließen, alle müssen Masken tragen, wenn doch bloß alle getestet werden könnten, wenn doch bloß alle geimpft werden könnten, Apps für alle, Ausweise für alle – und was nicht alles noch in letzter Zeit als Rettungsanker im Gespräch war.

Wenn es dann so einen Ausweis geben sollte, bei dem alle braven Bürger sich haben entsprechend testen lassen, dann kann man ja noch andere Ausweise für brave Bürger in den Blick nehmen: gegen Grippe zum Beispiel… Aber das passt zu Spahn – solche Rigorositäten des Staates. Das habe ich in der Vor-Corona-Zeit immer wieder mal kritisiert. Da gab es auch diese utilitaristischen Ansätze.

Ein durchorganisierter Staat wie der unsre muss gut organisiert sein. Man muss aber aufpassen, dass der Staat nicht auf einmal Lust bekommt, sich zu verselbständigen. Natürlich um des Guten Willen. So ist das immer. Um des Guten Willen. Darum gib es immer auch Leute, die mitlaufen. Um des Guten Willen.

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Jetzt wird das RKI kritisiert. Aber das gehört zum Spiel. Erst machen sie alle mit, unkritische Mitläufer, dann fängt man leise an zu kritisieren, die Kritik wird immer lauter – sie lässt sich gut verkaufen – und dann müssen irgendwelche Köpfe rollen oder sie rollen von selber, weil es ihnen zu stressig und aggressiv wird. Apropos Laschet – oder man sucht Buhmänner.

Von daher bleibt es spannend zu sehen, wie es sich medial und bevölkerungspolitisch weiter entwickeln wird. Vorhersehbar. Von daher: Die politisch Verantwortlichen müssen nachvollziehbare Regelungen aufstellen. Alles andere ist kontraproduktiv. Weil es zu sehr in die individuellen Biographien eingreift.

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Ich hoffe auch, die menschen gehen nicht zu leichtfertig mit Desinfektionsmitteln um. Schadet der Haut – kann es nicht auch dem Hirn schaden (Demenz – oder was weiß ich)?

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Gerichte legalisieren Tötung + Was ist unerträgliches Leiden

Wenn man das liest, hat man den Eindruck, dass Gerichte der Niederlande Mord legalisieren. Eine Frau hatte in einer Patientenverfügung geschrieben dass sie im Falle unerträglichen Leidens sterben wolle. Dann wurde sie krank, wollte aber nicht sterben. Sie wurde aber getötet – obwohl sie geschrieben hatte: „Wenn ich denke, dass die Zeit dafür reif ist“. Was lernen wir daraus? Leute, schreibt nicht, dass Ihr im Falle eines unerträglichen Leidens sterben wollt, denn Gesunde (Ehepartner, Familie wie Ärzte) interpretieren unerträgliches Leiden anders als Kranke – wenn man ihnen nicht Bösartigkeit unterstellen will. https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/niederlande-gericht-gestattet-aktive-sterbehilfe-von-demenzkranken-16735260.html

Wir sehen, was auch in unserer Gesellschaft auf uns zukommt. So ist es immer: Wenn man den Damm der Menschlichkeit an einer Stelle aufsticht, dauert es nicht lange, bis er ganz zusammenbricht.

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Ausgangssperre + Gottesdienstverbote / Fernsehgottesdienste + Gottes Strafe

Ausgangssperren, wie sie in manchen Ländern ausgesprochen wurden, halte ich für vollkommen überzogen. Psycho-soziologisch interessant: Was ist höher: Die Sterberate an Covid oder durch häusliche Gewalt?

Menschen müssen raus. Man kann sich schützen – aber Menschen von der Natur abzuriegeln, ist eine Form, die ich nicht verstehe. Menschen werden ja im Augenblick nicht durch Naturereignisse, die draußen herrschen, getötet. Wenn so etwas je nach lokaler Lage verboten wird, ist es nachvollziehbar, nicht aber in dieser Pauschalität.

Man kann Menschen, die in einer solchen Lage sind, nur raten: Kauft euch einen Hund. Dann dürft ihr wenigstens kurz Gassi gehen. Bei großen Hunden verkümmern zwar die Muskeln – wie auch bei Menschen – aber seis drum… (Sarkasmus.)

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Verbot von Gottesdiensten – dürfte der Staat das einfach so? Kirchen haben – ich weiß nicht, ob alle – aber schon vielfach darauf hingewirkt, dass Gottesdienste ausfallen, und ich weiß nicht, was im Hintergrund für Gespräche laufen. Aber vom Gottesdienst aus gesehen – ihn vom Staat aus zu verbieten, ist ein äußerst zweischneidiges Schwert, denn Gottesdienste sind auch aus Perspektive des Staates in Notzeiten ein wichtiges Ventil. Was sagt eigentlich der Staatskirchenvertrag dazu?

Man kann nur dazu einladen: Leute, schaut Fernsehgottesdienste. Sie bieten zwar keine Gemeinschaft, aber sie bieten, wenn sie gelungen sind, gute Anregungen für das Leben. https://www.zdf.fernsehgottesdienst.de/jahresplaene

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In manchen Beiträgen konnte man ein Grausen vor der Sicht spüren, dass die Pandemie als „Strafe Gottes“ bezeichnet wird. Man mag dazu stehen, wie man will, aber wenn Säkulare den Glaubenden etwas vorschreiben oder madig machen wollen, ist das schon kurios.

Der Glaube, dass Gott straft, ist älter als wir denken können und eng damit verknüpft, ein neues Verhalten zu fordern. So werden Kriege als Strafe Gottes angesehen, weil die Menschen asozial und aggressiv geworden sind. Folge: Wenn Du keine Kriege willst, sei sozial und friedlich… Kennen wir ja inzwischen auch als säkulares Motiv: Natur bestraft den Menschen, also darf der Mensch kein Umweltschwein sein und Plastikgabeln benutzen oder muss ein E-Auto kaufen.

Die Sicht, dass schlimme Ereignisse eine Gottesstrafe sind, ist Teil von Leidbewältigung. Sie ist nicht die einzige: https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/gott/theodizee-3-zusammenfassung/ Aber sie ist ethisch weitreichend.

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Was mich die Zeiten des Nationalsozialismus und Kommunismus lehren: Kirchen müssen mit dazu beitragen, dass sie frei bleiben müssen von Entscheidungen des Staates, soweit es ihre Belange betrifft. Auf die Freiheit muss man pochen. Wenn man sie schon in einem liberalen Staat nicht achtet – achtet man sie dann in tyrannischen Staaten welcher Couleur auch immer? Nein, weil man gelernt hat zu kuschen, kuscht man auch dann aus Angst.

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Woody Allen

Woody Allen hat eine Autobiographie geschrieben, die möglicherweise in den USA nicht gedruckt werden wird, weil die ungeklärte Beschuldigung im Raum steht, er habe seine Adoptivtochter sexuell missbraucht. https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/verlag-verzichtet-auf-woody-allen-biografie-16667895.html

Verlage dürfen sich nicht einschüchtern lassen. Wenn Verlage sich einschüchtern lassen, dann sind sie Spielball aller möglichen Gruppen.

Die Diskussion um den Regisseur Polanski: Kann ein Film dieses Regisseurs einen Preis bekommen, wenn er wegen Vergewaltigung(en) beschuldigt wird? https://www.welt.de/kultur/kino/article206228091/Cesars-Empoerung-als-Polanski-den-Preis-gewinnt.html

Diese Diskussion betrifft in der Vergangenheit zum Beispiel Heidegger: Ist er als Philosoph noch zitierbar, wenn er den Nationalsozialisten nahe stand? Sie betraf Nietzsche: Ist er zitierbar, weil Nationalsozialisten sich auf ihn beriefen? (Heute nähert man sich ihm wieder bewundernd und apologetisch, wie ich meine, an.) Man bedenke auch das Hin-und-her von Anerkennung – Missachtung – Anerkennung von Ernst Jünger. Manche müssen – soweit ich mich erinnern kann – dieses nicht durchlaufen, wie Bert Brecht und seine zeitweise Nähe zum Sowjet-Kommunismus – betrifft auch andere Linke, wie z.B. Jean-Paul Sartre. (Kritik schon – aber nicht diese harte disqualifizierende Ablehnung bis dahin, dass sie mundtot gemacht werden sollten.) Hieran sieht man eben die zeitbedingtheit der jeweiligen Ablehnungen und Beachtungen. Wen ich auch in die Diskussion einwerfen möchte, einen anderen sehr berühmten Menschen: Ernst Moritz Arndt. Der aus nationaler Gesinnung massiv gegen die Franzosen agitierte – in einer Zeit, in der Napoleon Europa mit Krieg überzog – und E.M.A. das zum Vorwurf gemacht wird, dass er gegen Fremdherrschaft eintrat. Darf eine Universität heute noch nach ihm benannt werden – obwohl er auch gegen die Leibeigenschaft gekämpft hatte? Und so wurde aus der Ernst-Moritz-Arndt-Universität eine Universität ohne Ernst-Moritz-Arndt. Kommunisten haben unliebsame Personen gebannt, Nationalsozialisten haben unliebsame Personen gebannt – und so bannen auch wir demokratisch Gesinnten unliebsame Personen. Ist natürlich was anderes, wenn wir es tun.

Grundsätzlich: Wieweit sind Werke von Taten oder Gesinnungen zu trennen? Diese Diskussionen wird es wahrscheinlich geben, so lange es Menschen gibt, je nach Zeit und den Fragestellungen, die ihr wichtig sind. Manche achten auf die Werke und die damit verbundenen Innovationen, die Weiterführungen in der Geistesgeschichte, die Kunstfertigkeit und preisen sie. Andere achten auf die richtige Gesinnung – und sehen von den Werken ab. Was der Wikipedia-Beitrag zu Ernst Jünger schön in der Äußerung von Grünen wiedergibt:

 „Uns ist es relativ gleichgültig, ob Ernst Jünger ein guter oder schlechter Schriftsteller ist. Er war unbestritten ein ideologischer Wegbereiter des Faschismus und ein Träger des Nationalsozialismus von Kopf bis Fuß. Ein Kriegsverherrlicher und erklärter Feind der Demokratie. Er war und ist ein durch und durch unmoralischer Mensch.“

Uns ist es relativ gleichgültig… – anderen eben nicht. Und darum muss man sich sachlich miteinander auseinandersetzen. Aber wie wir Menschen so sind, unsere Emotionen brennen mit uns manchmal durch – vor allem dann, wenn man nicht Recht bekommt in der Rettung der Gesellschaft vor den anderen Übeltätern. Und dann noch: Mit ein paar Gleichgesinnten meint, man sei die Mehrheit, die die Welt retten müsste. Dann kommt es zu Kurzschlüssen – und dann: rien ne va plus, außer verbales, physisches und psychisches Gekloppe.

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Vor allem Deutsche haben Angst + Volk von Feiglingen? + Coronavirus (Covid-19)

Im Hotel auf Teneriffa, das wegen Corona isoliert wurde, sollen laut Nachrichten (HR Info) vor allem deutsche Angst haben. Sind wir ein Volk der Feiglinge geworden? Haben wir, weil es uns seit Jahren gut geht, verlernt, tapfer und mutig zu sein, sachlich und überlegt zu handeln?

Ich habe gehört, dass auf einem isolierten Schiff auch die Nerven blank liegen. Die Crew wird bedroht, angespuckt usw. usw. usw. Vorstufen von dem, was man sich von Menschen vorstellen kann, die ihre zivilisatorische dünne Hülle durchbrochen haben.

Es wird deutlich, in unseren so zivilisierten Breiten, dass Menschen vor allem dann zivilisiert sind, wenn es ihnen gut geht. Ich hoffe, dass das Einzelne sind, nicht die Menge, die ausflippt.

Die Verantwortung von Politik und Medien in unserem Land ist groß. Nach einer sachlichen Phase beginnen sie wieder überzudramatisieren. Vorsicht soll man fördern – nicht aber Panik. Es ist ein schmaler Grad.

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Fachsprache – Alltagssprache

Jedes Fach hat seine eigene Sprache. Juristen haben ihre Sprache, Mediziner haben ihre Sprache. Physiker, Biologen, Handwerker, Militärs, Verwaltungsmenschen, Menschen von der Straße, Menschen in den Kneipen, Philosophen und Theologen. Das ist normal so.

Kann man nun als ein Experte in seinem Fach verlangen, dass die Laien-Mitmenschen so sprechen, wie es das jeweilige Fach, die jeweilige Gruppe verlangt? Das wird im Grunde hier gefordert: https://www.spiegel.de/panorama/justiz/hanau-wahn-und-tat-die-unscharfen-flecken-zwischen-den-zeilen-

Von Fachleuten muss man Toleranz erwarten und Bescheidenheit. Denn sie kennen sich auch selbst nicht in allen Gruppensprachen aus. Je gebildeter ein Mensch ist, desto differenzierter kann er sprechen, desto mehr Gruppensprachen beherrscht er.

Der normale Mensch hat jedoch schon einmal genug zu tun, seinen Alltag zu bewältigen – und hat vielleicht auch gar nicht das Interesse, sich um die Sprachen anderer Gruppen zu bemühen.

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