Politisierte Verbrechen

Es ist schlimm, wenn Verbrechen politisiert werden. In Hamburg wurde ein Jugendlicher mutmaßlich von einem Zugereisten umgebracht. Es wurde medial kaum beachtet. Die AfD kümmerte sich um das Thema und es kam zu einer Mahnwache. Und die Antifa nahm das zum Anlass, wieder nach aggressiver Manier die Menschen zu bedrohen. https://philosophia-perennis.com/2016/10/24/mahnwache-hamburg/

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In Demmin brachten sich 1945 ca. 900 Menschen aus Angst vor den Rotarmisten um. Auch das wird politisch ausgeschlachtet: http://www.focus.de/politik/videos/nach-einmarsch-der-roten-armee-in-dieser-deutschen-stadt-brachten-sich-900-menschen-um-kaum-jemand-weiss-davon_id_6109749.html

Kann eine Erinnerung, kann eine Trauer nicht auch einfach unpolitisch der Opfer gedenken?

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Helmut Schmidt +

Was soll ich noch sagen, angesichts all der guten Worte über Helmut Schmidt? Seit ich politisch wach denke, ist er für unsere Gesellschaft eine nicht zu überhörende und wesentliche Person gewesen, für mich einer der großen Politiker schlechthin. Er hat aus meiner Sicht seine Sache als Politiker „anständig gemacht“. Möge er im Frieden Gottes ruhen.  http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/helmut-schmidt-und-die-religion-ich-nenne-mich-einen-christen-1636014.html

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Erinnerungen 15

Ich hatte in meinen letzten Erinnerungen überwiegend Schriftsteller. Aber es gibt weitere Menschen, die unser Leben massiv beeinflusst haben, zum Beispiel Mediziner. Da ist Rudolf Virchow zu nennen (+ 5.9.1902). Ein vielseitiger Gelehrter, der Einiges zum Wohl der Menschen beigetragen hat, das kann hier alles nicht beschrieben werden, darum möchte ich nur auf http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Virchow hinweisen.

Am 9.9.1976 starb Mao. Er hat die Menschheit ziemlich durcheinander gewirbelt. Zwischen 44 bis 72 Millionen Menschen kamen durch den langen Marsch der kommunistischen Heuschrecken in China ums Leben. Sie fraßen ratzeputz alles kahl, was nicht in ihr kommunistisches Schema passte. http://de.wikipedia.org/wiki/Mao_Zedong Seine Maobibel begeisterte selbst europäische Zeitgenossen, die Toten verdrängten sie oder sahen sie als Kollateralschäden auf dem Weg zur besseren Welt an. Da lernte ich, mich über Menschen zu wundern. Wer die Maobibel nicht kennt, kann das Weltwunder ideologischer Rotschnäbel hier herunterladen und staunen über den genialen Marxisten-Leninisten: http://www.infopartisan.net/archive/maobibel/maobibel.html Ein anderer, der auf andere Weise die Menschheit das Fürchten lehrte: Edward Teller (+9.9.2003), der an der Entwicklung von Nuklearwaffen beteiligt war.

Am 11.9.1816 wurde Carl Zeiss geboren – er hat die Mikroskope weiter gebracht. Als Junge bekam ich mal ein ganz einfaches Mikroskop geschenkt – wohl kaum von Zeiss, weiß es aber nicht mehr – und war fasziniert von den Schmetterlingsflügeln – an die kann ich mich zumindest noch erinnern. Und heute! Da stöpselt man sich eines an den PC und staunt über das, was man zu sehen bekommt.

Nun ganz möchte ich nicht auf die Kunst verzichten: Clara Schumann ist am 20.9.1886 gestorben. Die Komponistin und Pianistin hat uns so manches Stück hintelassen, so die vertonte Loreley: http://www.youtube.com/watch?v=xxAipBbMzDw Ihr Mann Robert Schumann hat schwer am Erfolg seiner Frau getragen. Wer lieber ein schönes Stück hören möchte: http://www.youtube.com/watch?v=JJ-RkjbXDlY Manche stehen eher auf Jonny Cash (+ 12.9.2003): http://www.youtube.com/watch?v=gRlj5vjp3Ko (Ring of fire)  andere auf Arnold Schönberg (*13.9.1874): http://www.youtube.com/watch?v=oarPobOc-js  oder auf Richard Strauß (+ 8.9.1949): Amor http://www.youtube.com/watch?v=Vt72BFNeKWY&feature=related Ich selbst bin kein Strauß-Fan und auch kein Schönberg-Fan. Und von Clara Schumann finde ich das eine oder andere ganz angenehm zu hören.

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Erinnerungen 14

Aufgrund von Nachfragen setze ich diese Reihe fort – habe nach einer Pause vor einigen Tagen wieder damit begonnen. Da es eine sehr arbeitsintensive Reihe ist, kann ich leider nicht versprechen, sie regelmäßig fortzuführen. Lange Rede kurzer Sinn: Jetzt denke ich erst einmal an folgende Menschen:

Am 8.9.1804 ist Eduard Mörike geboren worden: „Frühling lässt sein blaues Band… “ – wer kennt nicht dieses Gedicht? Und dann das: „Gelassen stieg die Nacht ans Land, / Lehnt träumend an der Berge Wand…“ „Die Lieb, die Lieb hat alle Stund / Neu wunderlich Gelüsten…“ – Mörike hat so manche Zeile gefunden, die schlicht und ergreifend Gedanken und Sinne anregt. Am 9.9.1829 wurde Leo Tolstoi geboren. Ich muss gestehen, dass ich es nie geschafft habe, seine Romane fertig zu lesen. Was ich freilich sehr gerne gelesen habe, das sind seine kurzen Geschichten. Aber nicht allein sie prägen mein Bild von ihm: Er war Menschenrechtler, predigte und lebte Einfachheit, suchte die Einfachheit Jesu in der christlichen Religion, lebte unter Verfolgung durch die traditionelle russisch-orthodoxe Kirche – und wurde exkommuniziert. Er lehnte die kommunistische Revolution ab. Was ihm auch Ärger einbrachte. „Wieviel Erde braucht der Mensch?“ So viel, wie sein Leichnam benötigt, um bestattet zu werden. Und: „Das Himmelreich in euch“ – beeinflusste auch Gandhi. Franz Werfel (* 10.9.1890) schilderte in „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ den grausamen Umgang der Türken mit den Armeniern. In den Jahren der Diktatur des Nationalsozialismus emigrierte er, bekam 1941 die amerikanisch Staatsbürgerschaft. Nach Werfel wurde vom Zentrum gegen Vertreibung ein Menschenrechtspreis benannt. Er hatte sich geschworen „immer und überall durch meine Schriften zu verherrlichen das göttliche Geheimnis und die menschliche Heiligkeit – des Zeitalters ungeachtet, das sich mit Spott, Ingrimm und Gleichgültigkeit abkehrt von diesen letzten Werten unseres Lebens.“ (Lied von Bernadette) Was für ein Lebensmotto: Angesichts all der Grausamkeiten und Dummheiten, des Unverständlichen: das göttliche Geheimnis und die menschliche Heiligkeit zu verherrlichen. Manfred Hausmann ist heute wohl nicht mehr so bekannt. Er hatte ein spannendes Leben als Landstreicher und Journalist, sammelte Menschen während der Zeit der Diktatur des Nationalsozialismus um sich (Querdenker / Innere Emigration) und schrieb Texte für Zeitungen des Nazi-Mainstreams. Er mochte Grass´ Blechtrommel nicht – und kämpfte als Christ zwischen seinem Wunsch, nicht religiös zu dichten und verkündigend zu wirken. „Blühender Zweig. / Der Pfirsichbaum hat sich mit Duft und Licht geschmückt. / Ein jeder Zweig ist atemlos in sich beglückt. // Zehntausend Blüten schimmern weit und breit im Land. / Und mich von allen wählst du mit gelinder Hand.“ (Tau-Yä/ Hinter dem Perlenvorhang) Die Gruppe 47. Sie wurde am 10.9.1947 gegründet. Unter anderem: eine Gruppe von Schriftstellern las sich – unter (ich sags mal so) der Leitung von Hans Werner Richter – Manuskripte vor und besprach sie heftigst. Wolfdietrich Schnurre – ich habe Texte von ihm verschlungen – las als erster. Später wurde ein Preis verliehen: Und Günther Eich bekam einen. Auch seine Texte haben mich in ihren Bann gezogen – was für absurde Texte! „Die Stunde des Huflattich!“ – zum Bespiel. Heinrich Böll, Paul Celan – sein Gedicht Todesfuge wurde abgelehnt – war nur kurz da, Grass aber auch Namen wie Ingeborg Bachmann, Ilse Aichinger sind zu nennen. Ich gerate ins Schwärmen – auch wenn ich einflussreichen Gruppen im Rahmen von Kultur skeptisch gegenüber stehe.

Nach all diesen Künstlern der schreibenden Zunft möchte ich noch kurz auf Toulouse-Lautrec hinweisen (+ 9.9.1901): Das Bild ist faszinierend – es sieht aus, als sei es einfach so hingemalt – und ausdrucksstark: http://www.tate.org.uk/britain/exhibitions/degas/images/artworks/womancurlingherhair_512.jpg 

Und zum Abschluss Vergnügliches: Peter Sellers (* 8.9.1925): http://www.youtube.com/watch?v=ZPyDY5aZyXs  

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Erinnerungen 13

Seit dem 23.7. habe ich aus Zeitgründen die Reihe nicht mehr fortgeführt. Darum klafft nun eine August-Lücke. Mit dem September versuche ich die Reihe fortzusetzen. Zunächst bis zum 5.9.

Engelbert Humperdinck (* 1.9.1854) hat mich seit meiner Kindheit beeinflusst – vor allem mit dem Stück aus Hänsel und Gretel: Abends wenn ich schlafen geh… http://www.youtube.com/watch?v=e64mZN6EYY4&feature=related. Ehrlich gesagt, kannte ich nur das Lied – von Humperdinck hörte ich erst viel später. Und dann kam der Romantiker Edvard Grieg (* 15.6.1843 und + 4.9.1907) irgendwann in mein Leben: Seine Morgenstimmung (aus Peer Gynt) hätte ich sehr vermisst: http://www.youtube.com/watch?v=GUKRBeG-sGQ Ich muss gestehen – das Stück zu nennen ist nicht sehr originell – aber darum geht es bei diesen Erinnerungen ja auch nicht. Es geht vielfach um Menschen, die mir in meinem Leben irgendwann mal wichtig geworden sind.

Mit den Jahren kam ein anderer Vollblut-Romantiker zu den genannten hinzu: Caspar David Friedrich (* 5.9.1774). Viele seiner Bilder wurden hier zusammengestellt: http://www.philipphauer.de/galerie/caspar-david-friedrich-werke/ Vier Jahre nach dem Tod Caspar David Friedrichs wurde Henri Rousseau (21.5.1844-2.9.1910) geboren. In diesem Jahr jährte sich sein Todestag zum 100. Mal. Wurde eigentlich an den Großvater der Naiven Malerei und des Surrealismus, wie er genannt wird, gedacht?  http://www.zeno.org/Kunstwerke/A/Rousseau,+Henri 

Was Dichter betrifft: Nicht der Film Bambi hat mich als Kind berührt, sondern das Buch von Felix Salten (* 5.9.1869): „Bambi. Eine Lebensgeschichte aus dem Walde.“ Ich denke, dass es auch meine Liebe zur Natur mitgeprägt hat – ich weiß auch noch, wie mir die Tränen kamen – bei der Treibjagd. Apropos Treibjagd – Werner Bergengruen wurde 1937 aus der Reichschrifttumskammer ausgeschlossen, „er sei durch schriftstellerische Veröffentlichungen nicht geeignet, am Aufbau der deutschen Kultur mitzuarbeiten“ http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Bergengruen Was mich an diesem Satz so fasziniert ist, dass das Bestreben der nationalsozialistischen Diktatur deutlich wird, auch „deutsche Kultur“ zu usurpieren. Nun, Bergengruen hat nach 1945 gesagt: „Niemand darf sagen, er habe von den Greueln nichts gewusst…“. Dass Bergengruen dennoch bei den Nachgeborenen harter Kritik unterworfen wird, kann man sich schon denken. Denn wer zum Katholizismus konvertiert statt zum Kommunismus wie Brecht – an dem kann ja nichts Gutes sein. Es ist auch die Arroganz der Kritiker erkennbar, die sich über diejenigen erhebt, die der Welt etwas in ihre Zeit hinein zu sagen haben, gegen diejenigen, die Menschen ermutigen, sie stärken – was dann den Nachgeborenen nicht passt. Ich möchte aus dem Gedicht „Wandlung“ zitieren: „Löse dich von Haus und Hast, / Eh der Herd verglimmt, / denn zu Gottes Wanderschaft / Bist du vorbestimmt. // Raste stumm am falben Rain. / Laub ist braun gehäuft, / Da der graue Bitterwein / Aus der Wolke träuft. // Hufschlag hart am Straßenbord, / Wagenspur und Tritt / Löscht der blasse Regen fort / Und dich selber mit. // Namenloses Zeitenkind / Baum im Wanderschuh! / Was am Prellstein hockt und sinnt, / Das bist nicht mehr du. // Gib dich der verborgnen Hand, / Die dich angerührt. / Hebe dich vom Grabenrand. / Geh. Du bist geführt.“ – Freilich, es ist eine andere Sprache, eine andere Zeit, ein anderes Ziel (als es z.B. Benn hatte) die hier zum Vorschein kommen – die im Grunde unbekannten, die geschichtlich unbedeutenden Kritiker richten sich selbst. (Aus: der Glaube kann nicht schweigen. Christliche Lyrik der Gegenwart, hg.v. Anna Paulsen, 1948, 26)

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Erinnerungen 12

Jacques Derrida ist am 15.7.1930 geboren worden. Ihm ging es in seiner Dekonstruktion nicht um das eindeutige Verstehen der Texte, sondern um die Bedingungen des Verstehens und die Geltung von Texten. Und so gibt es auch keine absolute Wahrheit in der Auslegung von Texten, sondern nur unterschiedliche Deutungen. Das heißt: es gibt nicht wahr und falsch bzw. besser gesagt: Man weiß nicht, was wahr und falsch ist, da die Bedingungen für diese Aussagen abhängig sind vom jeweiligen Verstehen. Nun hat sich der Philosoph da gehörig in die Nesseln vieler seiner Kollegen gesetzt, denn es geht in der wissenschaftlichen Diskussion ja gerade darum: Wer hat recht? Nun: Ich frage mich: Welche Verstehensbedingungen gelten für Derrida? Denn auch das, was er sagt ist abhängig von bestimmten Bedingungen. Tja, so kommen wir als Menschen nicht drumherum, was wir schon in der Bibel finden: Der Kreter sagt: Alle Kreter lügen. Lügt er damit? Wenn er lügt, dann lügen alle Kreter nicht – aber er lügt dann ja. Folge? Wir müssen den Satz zu verstehen suchen… Ich selbst habe – was diese paar Zeilen natürlich nicht so richtig verraten – einiges Nachdenkenswerte von Derrida gelernt. Nun dazu: der 3. und 4. Vers dieses berühmten Textes, gelesen von Elisabeth Flickenschildt: http://www.youtube.com/watch?v=EVltBqQYfdA&feature=related (Der Mond ist aufgegangen)

Hugo von Hoffmansthals Todestag gedachten wir am 15.7. (1929). Am 25.7. beginnen die Salzburger Festspiele: Jedermann. Den Text kann man hier auffrischen: http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=1239&kapitel=2&cHash=282b3c60ea2#gb_found Mitten in die Orgie hinein kommt der Tod – nicht unter 2:33 und öfter vor dem Tod – äh, dem lauten, tödlichen Ton erschrecken!!!: http://www.youtube.com/watch?v=vXrNklmenaw

Am 23.7. denken wir an Birgitta von Schweden. Ihr Leben war sehr nachhaltig. Sie sagte: „Die Sonne ist nicht verschwunden, weil die Blinden sie nicht sehen“. http://www.heiligenlexikon.de/BiographienB/Birgitta_Brigitta_von_Schweden.html

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Erinnerung 11

Am 20.7.1847 wurde Max Liebermann geboren. Max Liebermann – ich bewundere viele seiner Bilder, weil er es auch wagte, soziale Themen aufzugreifen – Kunst und Alltag, Alltag in der Kunst – ein schwieriges Unterfangen. Übrigens: Wer versteht heute noch den Kampf um das Bild: Der zwölfjährige Jesus im Tempel? http://www.gottesdienst-werkstatt.de/gdw_lk_2_liebermann.htm Ikonographische Jesusbilder wurden durchbrochen – vor allem aber: Er als Jude malt Jesusbilder! Das konnten die Antisemiten nicht auf sich beruhen lassen. Die Schulbiographie Liebermanns kann so manchem Schüler ein Trost sein.  Ein weiterer Maler hatte dieser Tage Geburtstag: Lyonel Feininger (17.7.1871). Als Maler begegnete er mir zuerst auf dem Flur im Gebäude der Praktischen Theologie in Heidelberg. Ich sah das interessante Bild und wollte wissen, wer das gemalt hat. Und da beschäftigte ich mich ein wenig mit Feininger. Auch an eine Dichterin möchte ich erinnern, Ricarda Huch, geboren am 18.7.1864. Auch sie hatte eine spannende Vita: http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/frauenarchiv/ausstellungen/europa/huch/ Warum finde ich bloß keine Seite im Internet, mit deren Hilfe ich Euch die Vielfalt der Gedichte von Ricarda Huch zeigen kann? Gibt es etwas, dass es im Internet nicht gibt? Auch ein Indiz dafür, dass sie fast vergessen ist? Eine nachdenkenswerte Rede: http://www.rhs-hagen.de/festakt.html Es lohnt sich, sich mit dieser Frau zu beschäftigen, die auch ein Gedenkbuch über den deutschen Widerstand begonnen hatte. — Auch ein Buch erschien im Juli 1925, Hitlers „Mein Kampf“ – ich habe es zum Teil gelesen, zum großen Teil überflogen und empfand es als ein endloses Sammelsurium von Aussagen eines ideologisch erstarrten Weltbildes. Eigentlich gehört es der Vergangenheit an – wenn, ja wenn es seit 2004 nicht in der Türkei wieder eine sehr große Leserschaft bekommen hätte. http://de.wikipedia.org/wiki/Mein_Kampf Kleingeister kaufen es – und sind vielleicht stolz, wenn sie so ein Werk im nicht vorhandenen Bücherschrank stehen haben. Außerdem bietet es Kleingeistern Welterklärung – nun versteht man alles, was auf der Welt passiert, alles passt zusammen. Und das stimmt ja auch: Wenn man Puzzleteilchen zurechtschneidet, dann passen sie auch. — Aber kommen wir noch auf ein anderes Geburtstagskind zu sprechen: Georg Kreisler (18.7.1922) und lauschen andächtig dem Lied – oder schmettern es mit: http://www.youtube.com/watch?v=OOqsfPrsFRU 

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Erinnerungen 10

Am 1.7.1646 wurde Gottfried Wilhelm Leibniz geboren. Leibniz, Leibniz – genau, ein Keks heißt so. Das zu wissen, gehört auch zur Bildung. Aber der Keks heißt nicht Gottfried Wilhelm mit Vornamen, hat von ihm nur den Nachnamen. Dieser Leibniz war ein Tausendsassa Mathematiker und Philosoph, Diplomat und Historiker, Physiker und Jurist – kurz: ein Universalgelehrter. Es ist hier nicht der Raum, all das schreiben zu können, was ihn bedeutend macht: http://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_Wilhelm_Leibniz Nur: Was macht ihn für mich bedeutend? Sein ungeheurer Optimismus, alles verstehen und durchdringen zu können. Selbst die Theodizee-Frage, die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Gottes Gerechtigkeit und dem Leiden der Menschen. Nun – die Lösung hielt nicht lange vor: Das Erdbeben von Lissabon 1755, bei dem vermutlich bis zu 100.000 Menschen starben, ließ auch die beste aller Welten erschüttern.

Am 2.7.1724 wurde Friedrich Gottlieb Klopstock geboren: Bewundert von vielen seiner Zeitgenossen – doch ich tue mich sehr schwer mit ihm. Ich gebs zu: Es liegt sicher an mir. Am folgenden Herrn bewundere ich vor allem seine Biographie: Jean-Jacques Rousseau, der am 2.7.1778 gestorben ist. Der Mensch ist nicht zur Gemeinschaft geschaffen – gut ist er nur, wenn er allein ist, seiner edlen, wilden Natur gehorchend. http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Jacques_Rousseau

Doch mit ihm tu ich mich leichter: Hermann Hesse, der am 2.7.1877 geboren ist. Was habe ich den Steppenwolf verschlungen. Was hat er meine Gedanken angeregt! Hesse war schon als Schüler sehr schwer zu haben – ich dagegen war eher ruhig, angepasst, tat keinem Weh (oder?) – aber dieser Bursche hatte so seinen Dickkopf. — Ich schweige nun: Selber lesen! http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Hesse es gibt auch Inhaltsangaben zum Steppenwolf – aber das Buch sollte man doch unbedingt selber lesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Steppenwolf Wer mag, kann ja mal Rousseaus Wilden und Hesses Steppenwolf zusammenführen.

Und dann noch der nächste „Halbsteppenwolf“ Ernest Hemingway. Er ist am 2.7.1961 gestorben. Er hat – ich darf das ja unter uns vollkommen unarrogant sagen – mein Schreiben ein wenig beeinflusst: Kurz und knapp – das Wesentliche zu erfassen suchen. Ich meine seine Nick-Stories. Die Naturbeobachtungen, die Doppelbödigkeit der Natur… – ich hatte darüber meine Abi-Arbeit geschrieben. Ich habe dabei wahrscheinlich mehr mich selbst entdeckt als Hemingway. Aber das macht ja nichts. Leider kann ich sie nicht mehr nachlesen – damals konnte man noch nicht so einfach kopieren. 

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Erinnerungen 9

Seit meinen letzten Erinnerungen vom 8.4. sind etliche Tage vorbeigerauscht. Ich kann leider nicht alles nachholen – darum möchte ich nun an ein paar Menschen erinnern, an deren Geburt oder Todestag in diesen Tagen gedacht wird: 

Vor einem Jahr starb Pina Bausch: http://www.youtube.com/watch?v=CDDbudx5OHA&feature=related

Am 29.6.1940 starb Paul Klee: Ein kleiner Eindruck von seinen Bildern ist hier zu bekommen: http://www.picsearch.de/bilder/stars/k%C3%BCnstler/k%C3%BCnstler%203/paul%20klee.html In München begegnete ich einigen seiner Bilder. Die Größe im Unscheinbaren… 

Am 29.6.1922 ist Paul Flora geboren: Man kann seine Zeichnungen hier besuchen: http://www.paulfloramuseum.org/index.php?page=liftfoyer Er ist mir zuerst in der Zeitschrift „Bild der Zeit“ begegnet. Das war ein sehr schönes Heft, mit guten Fotos, und eben auch Zeichnungen. Flora war eindrücklich, weil er so eine ganz eigene Handschrift hatte.

Am 29.6. 1900 wurde Antoine de Saint-Exupery geboren: Ein paar Zitate aus dem reichen Schatz seiner Worte: http://www.momo-lyrik.de/dichter/sainte.htm Wann ist Saint-Exupery zum ersten Mal in mein Leben getreten? Ich weiß es nicht mehr, wann der kleine Prinz auftauchte. Mit der Muttermilch wahrscheinlich aufgesogen… Er wird mich ein wenig mitgeprägt haben – zumindest die Zeichnungen.

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Erinnerungen 8

An zahlreiche Menschen, die Spuren in meinem Leben hinterlassen haben, möchte ich wieder erinnern – nicht nur in meinem Leben, es geht um öffentlich bekannte Menschen. So die Schauspieler Spencer Tracy (*5.4.1900) und Gregory Peck (ebenso * am 5.4.1916) oder Doris Day (* 3.4.1924). Jeder sieht wohl eigene Film-Szenen vor seinen Augen aufziehen. Zunächst sei die Schriftstellerin Bettina von Arnim (*4.4.1785) angesprochen: Die Frau, die versuchte, den Armen eine Stimme zu geben, und die ihren Salon auch für politische Erneuerer öffnete http://www.uni-ulm.de/LiLL/3.0/D/frauen/biografien/Jh19/arnim.htm. Genannt seien die Schriftsteller Peter Huchel (* 3.4.1903) und Max Frisch (+ 4.4.1991). Meine erste Bekanntschaft mit Max Frisch: in der Schule. Peter Huchel musste ich mir selbst nahe bringen – durch meine Liebe zu Gedichten. Er selbst eckte in der DDR politisch an, wurde politisch gemobbt, durfte zunächst nicht ausreisen – aber dann endlich doch… – all die Schikanen, die das politische System kannte, musste er über sich ergehen lassen. Ich muss sagen, dass Huchel-Gedichte mir viel bedeutet haben. Eines seiner bekannten: „Chausseen// Erwürgte Abendröte / Stürzender Zeit! / Chausseen. Chausseen. / Kreuzwege der Flucht. / Wagenspuren über den Acker, / Der mit den Augen / Erschlagner Pferde / Den brennenden Himmel sah. // Nächte mit Lungen voll Rauch, / Mit hartem Atem der Fliehenden, / Wenn Schüsse / Auf die Dämmerung schlugen. / Aus zerbrochenem Tor / Trat lautlos Asche und Wind, / Ein Feuer, / Das mürrisch das Dunkel kaute. // Tote, / Über die Gleise geschleudert, / Den erstickten Schrei / Wie einen Stein am Gaumen. / Ein schwarzes / Summendes Tuch aus Fliegen / Schloß ihre Wunden.“ Kriegserlebnisse. Der Todestag von Picasso war am 8.4.1973. Guernica: http://www.lena-gieseke.com/guernica/movie.html E.O. Plauen beging suizid, bevor sein Prozess vor Freislers Volksgerichtshof stattfinden sollte – denunziert von einem Nachbarn. Vater und Sohn: http://www.vaterundsohn.de/presse_jubilaeum_75Jahre_Bildmaterial.asp?WKorbUID=163683355 1934 ermordet vom Nazi-Schergen: Erich Mühsam (der am 6.4.1878 geboren worden war). Seine Frau Zenzl erlebte unter dem Kommunismus, auf den sie ihre Hoffnung gesetzt hatte, auch schlimmste Zeiten http://de.wikipedia.org/wiki/Zenzl_M%C3%BChsam. Da wir bei diesen schlimmen Taten sind, die Menschen einander antun: am 4.4.1968 wurde Martin Luther King ermordet. Kleinkarierte Kikifaxe suchen in jeder Biographie wahrhaft großer Menschen, Menschen, derentwegen man die Hoffnung nicht aufgibt dunkle Seiten. Aber diese tun der Größe keinen Abbruch. Schon in jungen  Jahren habe ich viel von und über King verschlungen.

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