Buddha 2

(Fortsetzung vom 19.11.: ) Nun, die Isolierung des Ich von dem, was auf es eindringt, ist bekanntlich nicht so ohne weiteres zu bewerkstelligen. Damit das Außen nicht mehr am Ich anhaften kann, lehrte Buddha den achtfachen Pfad: rechte Erkenntnis: erkennen, was karmisch heilsam und unheilsam ist; rechte Gesinnung: Gewalt, Hass, Gier können mich nicht mehr reizen; rechtes Reden: nicht lügen, schwätzen; rechtes Handeln: nicht töten und stehlen, Sex ist tabu; rechtes Leben: keine schlechten Berufe ausüben, sich nicht dem Rausch ergeben (was wohl Drogenrausch meint – denn wie wir heute wissen, kann der Asket auch in einen Rauschzustand verfallen); rechtes Streben: üblen Gedanken keinen Raum lassen; rechte Achtsamkeit: den Körper erfahren, das Atmen beachten, seinen Bewusstseinszustand erkennen; rechtes Sichversenken: sich ganz auf etwas konzentrieren. Das Ziel dieses Strebens: Das Ich vom Außen zu trennen, um auf diese Weise das Leid aufzuheben, besser: nicht mehr zu empfinden. Gelingt das vollkommen, dann ist das Ich vollkommen erwacht.

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Buddha 1

Buddha muss eine imposante Persönlichkeit gewesen sein. So imposant, dass sich schon in seinem langen Leben, das er genießen durfte, zahlreiche Schüler um ihn sammelten. Und nach seinem Tod ein ansehnlicher Kult um seine sterblichen Überreste beginnen konnte. Was lehrte Buddha? Erst einmal: Was lebte Buddha? Nachdem er merkte, dass Askese nicht wirklich hilft, hatte er die Erwachung. Erleuchtung klingt zu christlich religiös. Und das passt nicht auf Buddha, der für Götter nicht so besonders viel übrig hatte. Er lehrte, wie man vom Leiden nicht besiegt wird: Man besiegt das Leiden. Wie? Indem man sich von allen Anhaftungen lossagt. Der Mensch leidet, weil er Ereignisse von Außen in sein Innerstes dringen lässt. Wenn der Mensch diese nicht mehr ins Innere dringen lässt, dann kann sich das alles auch nicht mehr an das Ich anhaften – und er ist vom Leiden befreit. (Fortsetzung folgt.)

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