Buddha 17

Ich habe vom Buddhismus – ich spreche so allgemein, weil es ja „den“ Buddhismus nicht gibt – manches lernen können. Einmal zeigt er mir, was alles an Techniken entwickelt wurde, damit der Mensch – zumindest im Zenbuddhismus – den Buddha in sich selbst entdeckt, sagen wir europäisiert, auch wenn es nicht ganz trifft: seinen Kern, sein Zentrum, sich selbst entdeckt. Er zeigt mir in seiner vielfachen Form, wie sehr der Mensch auf der Suche ist und auch versucht, sich als scheinbar Selbstbestimmter dem Leiden, dem Gefühl für Leiden zu entziehen. Er zeigt mir die liebende Hingabe zu Buddha, indem eine Buddha-Figur gewaschen, geschmückt, mit Weihrauch und Gold verehrt wird. Im Buddhismus finden wir ein großes und großartiges Spektrum an religiöser Sehnsucht des Menschen und gleichzeitig den Versuch, diesem zu entkommen (Diamantene Wagen/Weg). Und zu vielen dieser Wege führt die Auslotung aller Möglichkeiten, die dem Menschen eigen sind: vom Verstand, von Distanzierung, von Hingabe, von Magie und Geisterglauben bis ins Extrem – zum Teil nur noch übertroffen von Religionen, die dem Hinduismus zuzuordnen sind. Und was mich am Buddhismus so fasziniert ist, dass Europäer unserer Jahrzehnte sich zu ihm hingezogen fühlen, obwohl er andere Schwerpunkte setzt. Unsere Zeit liebt Selbstdarstellungen – Buddhismus im eigentlichen Sinn sucht Selbstzurücknahme. Und wer allen signalisiert, ich nehme mich selbst zurück, weil ich Anhänger des Buddhismus bin, stellt sich im Grunde wieder selbst dar. Wir Menschen sind und bleiben Menschen. Traurig und tröstlich.  

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Buddha 16

Buddhismus hat eine gewisse Anziehungskraft für manchen Mitteleuropäer. Schon die ersten übersetzten Schriften haben das Ihre dazu beigetragen. Überhaupt hat „Indisches“ Personen angezogen, die, wie soll man es – ohne deren Jünger zu verletzen – sagen, recht eigen sind: Helena Petrovna Blavatsky, Rudolf Steiner… Und so mancher Anhänger des Nationalsozialismus sah sich stärker zum Buddhismus hingezogen als zum jüdischen Christentum. So der Rassekundler Heinrich Ackermann (H.F.K. Günther): Jesu Lehre sei den Indiogermanen nicht nur schlicht, sondern auch ungenügend und dürftig. Zu nennen ist auch Himmler. Dazu s. http://www.markus-hieber.de/Religion/Buddhismus/buddhismus.html und die schon einmal angegebene Seite von www.trimondi.de. Dabei muss freilich beachtet werden, dass es noch zahlreichere Versuche gegeben hat, das Christentum zu ideologisieren – aber die das versuchten, hatten bei den ganz strammen Nazis schlechte Karten: Christentum lässt sich nun mal nicht vom jüdischen Volk und dem im Alten Testament bekannten Gott lösen. Aber das ist ein anderes Thema (s. Fenske: Wie Jesus zum >Arier< wurde, WBG 2005). Zu dieser Buddhismus-Rezeption beigetragen hat auch die Suche nach Ariern in Asien (Indien/Tibet) – so konnte man dann in Buddha einen blutechten Volksgenossen erkennen, der als Erleuchteter mit den minderen Wüstenreligionen nichts zu tun hatte. Zum anderen lehrt der übliche Profan-Buddhismus (außer: Amitabha): Selbst ist der Mann … – und das liegt so manchem Helden eher im Blut als die Freude an der Liebe und Gnade Gottes.

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Buddha 15

Auch der Westen hat Buddhismus hervorgebracht, so in Ole Nydal (Lama Ole; * 1941) und seiner Frau Hannah. Nydal hat den Diamantweg westlichen Bedürfnissen angepasst. Freilich hat auch er seinen buddhistischen Lehrer, den 16. Karmapa aus Tibet, der im Westen Zentren gründete. Der 1981 Verstorbene beauftragte ihn, so Nydal, Zentren zu gründen, und so hat er inzwischen hunderte von Zentren überall auf der Welt eröffnet. Er hält sich auf seinen Vortragsreisen mit politischen Äußerungen und auch Äußerungen gegen den Islam nicht zurück – diese und das immense – sagen wir: Selbstbewusstsein – brachten ihm Ärger mit der Deutschen Buddhistischen Union ein. Und ich, als einer, der sich intensiv mit der Idiologie der National-Sozialisten auseinandesetzte, muss vorsichtig sagen: Nicht wenig kommt mir nicht so ganz geheuer vor. Nun: Hauptsache er weiß, was wirklicher Buddhismus ist. Aber auch die Deutsche Buddhistische Union (www.dharma.de) ist sehr rege. Ihr – ich sage mal: – Glaubensbekenntnis beginnt mit: „Ich bekenne mich zu Buddha als meinem unübertroffenen Lehrer. Er hat die Vollkommenheit verwirklicht und ist aus eigener Kraft den Weg zur Befreiung und Erleuchtung gegangen …“. Was für ein Glaube angesichts der Fragwürdigkeit der Überlieferung – und anders als Jesus Christus, der als der Lebendige durch seinen Geist Wissen vermittelt, ist Buddha ja für Menschen nicht mehr erreichbar und kann somit auch nichts von sich als Vorbild übermitteln. Oder handelt es sich um den Buddha in jedem Menschen? Nein, es muss Siddharta das Vorbild sein. Man kommt da so ins grübeln – meditieren …

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Buddha 14

Damit erschöpft sich der Buddhismus nicht, da er sehr anpassungsfähig ist. So ist neben dem Dalai Lama der Buddhist Thich Nhat Hanh aus Vietnam in Europa wohl der Bekannteste. Er gründete dort eine Art buddhistische Kirche, die vom Staat verboten wurde – und er wurde des Landes verwiesen. Bei Paris ließ er sich nieder und zahlreiche Menschen pilgern zu ihm – auch schrieb er zahlreiche Bücher. Er integriert den Dienst am Menschen in seine buddhistische Weltsicht. Er wirbt auch um Christen – und ist manchmal nicht wenig erregt über die Christen, die doch noch an ihren spezifischen Traditionen hängen bleiben und nicht bereit sind, diese zu modifizieren.

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Buddha 13

Der bekannteste buddhistische Zweig Japans ist bei uns der Zen-Buddhismus. Auch dieser kommt ursprünglich aus China (Chan-Buddhismus). Zen = Meditation sagt, dass in jedem Wesen ein unerweckter Buddha lebt, der durch Erwachung erkannt werden kann. Dazu braucht man Buddha-Siddharta nicht, nicht seine Worte, nicht seine Schriften: Man muss nur zusehen, dass man den Buddha in sich selbst schaut. Nun, dieser Gang zum Buddha in sich ist kein Zuckerschlecken und führt bei so manchem zu geistiger Umnachtung. Zucht, Disziplin ist das Zauberworte. Harte Zucht, härteste Disziplin. Und nur wenige schaffen es. Bei Kriegern war der Zenbuddhismus beliebt, weil er Bogenschießen und Fechten perfektionierte. Wie Buddha auch, ist der Zen-Buddhismus nicht sehr bescheiden: Er sieht sich als das Wesentliche, als den Kern aller Religionen an. In unseren Landen hat er namhafte Fans – bis in die Professorenschaft. Besonders beeindruckend ist der schöne Zen-Garten, der uns nicht zuletzt aus den Frauenzeitschriften bekannt geworden ist.     

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Buddha 12

Im Laufe des 12.-14. Jahrhunderts hat der Amida-Buddhismus in Japan Fuß gefasst. Diese buddhistische Strömung betont die Gnade des Buddha Amitabha = Amida. Menschen sind von der Gnade des Amida abhängig, sie benötigen nur ein reines Herz, unbedingten Glauben und unermüdliche Anrufung des Buddha Amida. Ein Zweig davon lehnt jegliche Magie ab und betont rechtschaffenes Handeln. Nicht nur uns kommt das irgendwie bekannt vor. Auch die ersten katholischen Missionare sollen sich gewundert haben, dass der Protestantismus schon soweit vorgedrungen war. Da im 7.-11. Jahrhundert das Christentum bis nach China vorgedrungen war, ist der Gedanke, dass hier Einflüsse erkennbar werden, nicht ganz abwegig. Ein großer Unterschied besteht aber darin, dass Buddha Amitabha es Menschen in dieser verkommenen Zeit, in der ein Übergang ins Nirvana nicht möglich ist, die dem Buddha vertrauenden Menschen in einem reinen Land sammelt – und in diesem paradiesischen Zustand können sie die Erwachung erreichen. 

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Buddha 11

Im 6. Jahrhundert kamen Buddhismus-Schulen über China nach Japan und trafen auf den Shintoismus. Das bedeutet, sie trafen einen Kult an, der Natur verehrte: Flüsse, Berge usw. und die Ahnen. Im 8.-9. Jahrhundert verbanden sich beide Traditionen. Es bildete sich zum Beispiel die Tendai-Schule, die Soldatenmönche ausbildete – was zu Auseinandersetzungen mit dem Herrschaftsapparat führte. Das ging bis ins 20. Jahrhundert. So mancher Mord, so manche Bedrohung verhalf diesen buddhistisch geprägten Gruppen zu „Anhängern“. Im Westen hat die Soka Gakkai International = Nichiren Shoshu Einfluss bekommen. Zum sanfteren Amida-Buddhismus und disziplinierenden Zen-Buddhismus werden Beiträge folgen. 

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Buddha 10

(Fortsetzung) Der Dalai Lama, den wir heute kennen, ist also die Wiedergeburt der voran gegangenen Dalai Lamas. Er floh aus dem Tibet, man sagt, mit Hilfe der USA – man bedenke: 1959. Was war mit China 1959: Kommunismus pur. Die Flucht war auch politisches Ereignis und die politische Hofierung des Dalai Lamas ebenso. Da versteht man, dass die Chinesen nicht besonders amused sind, wenn der Dalai Lama als politischer Mönch von Regierungen eingeladen wird. Und man wundert sich, dass mal eine Tat der USA von den Aufgeklärten akzeptiert wird – äh – oder wussten sie davon nichts. Egal: Seitdem findet der Dalai Lama zahlreiche Menschen im Westen, die ihm wohlgesonnen sind, die von seinem Charme und seiner Weisheit bis in professorale Höhen umgarnt werden. Nur selten gibt es Skeptiker wie www.trimondi.de. Solche Stimmen mag man nicht gerne hören, weil der Westen gerne „edle Wilde“ mag, Exoten, die lachen und weise Worte sagen. Lachen ist ein Kennzeichen dieses Dalai Lama – lachen als Antwort auf Fragen, das ist auch eine Idee, auf die man erst kommen muss. — Wenn es zeitlich klappt, werfen wir in dieser Woche noch einen Blick auf den Zenbuddhismus. 

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Buddha 9

(Fortsetzung vom 27.11.) Nun leben auch tibetanische Mönche nicht meditierend zurückgezogen, sondern haben eine immense gesellschaftliche und politische Funktion. Wichtig wurde der Gelug(pa) Orden. Der Abt bekam im 16. Jh. vom Mongolenherrscher den Titel „Dalai Lama“ – der bedeutet: Weltmeerlehrer, Lama = Guru = der Erhabene. Als Lama wird jeder Mönch angeredet – vergleichbar mit unserem „Hochwürden“. Dieser oberste Abt sah sich als Glied einer Wiedergeburtskette an – wie kann man das? Indem man diesen Titel posthum zwei Vorfahren zuordnet – und schon hat man eine Traditionsreihe. Nun begann man weitere zu suchen, damit die Kette nicht abreißt. Es entstand eine Theokratie – eine witzige Bezeichnung für eine Gruppe, die eben diesen einen Gott nicht so kennt. Aber seis drum, man nennt die Herrschaft so. Während der Dalai Lama die politische Herrschaft inne hatte, hatte der Panchen Lama (Panchen Rinpoche = großes Gelehrtenjuwel – das sind Titel! Da können wir uns als Kirche und Uni-Lehrer noch viel abschauen!) die theologische Herrschaft. Und wie es allen Gruppen geht: der 9.-12. Dalai Lama wurde aufgrund innerreligiöser Auseinandersetzungen umgebracht. Zurzeit lebt der 14. Dalai Lama, der sich als letzten Dalai Lama ansieht – als „kundun“, das heißt: als konkrete irdische Gegenwart eines Boddhisattvas. Und was ist mit dem gegenwärtigen Panchen Lama? Man weiß es nicht, weil die Chinesen ihn entführt haben. Aber nicht faul, ernannten sie einen anderen. Und da dieser beim Ableben des Dalai Lamas dafür sorgt die Reinkarnation des Dalai Lama im neuen Dalai Lama festzustellen, hat der eine große Macht. Doch die Tibeter haben den chinesischen Panchen Lama nicht anerkannt. Auch unsere mittelalterliche Tradition kennt zwei Päpste nebeneinander. Wenn Politik und Macht mitmischen, dann gibt es solche historischen Scherze. Sagt der Dalai Lama deswegen, dass er der letzte sei? Weiß jemand mehr?     

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Buddha 8

Im Tibet entwickelte sich ein Buddhismus in tantrischer Tradition. Was das bedeutet – kommt später. Die Mönche verbreiteten tantrische Praktiken, Meditationstechniken und Weltbilder. Ein eigener Schriftenkanon wurde entwickelt (Kanjur) – und eine Klosterhierarchie. Daneben gibt es eine unabhängige Tradition, die ihren Hauptmissionar als zweiten Buddha ansieht, der seine Schriften in Höhlen verborgen hat – eine dieser Schriften ist das tibetanische Totenbuch mit seinen Tipps, dem Rad der Wiedergeburt zu entkommen. Allen Richtungen ähnlich ist, dass sie einen Buddha-Keim im Menschen erkennen, der entwickelt werden muss, durch Yoga, Mandalas, Mantras, Kultmusik – unter der Führung eines Lamas. Auf diesen spirituellen Meister muss sich der Schüler konzentrieren, damit er lernt, sein Selbst auszulöschen: Auch wenn der Meister abwesend ist – verlässt man sein Selbst auf ihn hin.  (Fortsetzung folgt.)

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Buddha 7

(Fortsetzung vom 25.11.) Im 8.-9. Jahrhundert setzte sich der Buddhismus in Tibet durch. Aber nicht der alte Wagen, sondern der neue. Das heißt hier: Buddhistische Ansätze, wie sie in Pakistan entwickelt worden sind (der Diamantene Wagen), wurden mit der schamanistischen Religion, das Bön, verbunden. Geister spielten für diese alte Religion eine große Rolle. Freilich haben buddhistische Dämonenbekämpfer die tibetischen Dämonen bekämpft und besiegt – jetzt spielen sie nur noch als Besiegte eine große Rolle. Hinzu kommen Totenrituale – bekannt geworden ist das tibetanische Totenbuch: Es enthält Tipps, wie man ins Nirwana kommt ohne die Wiedergeburten erleiden zu müssen. Und wie es zum Lama kam – das kommt, wenn ich es schaffe, morgen dran.

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Buddha 6

(Fortsetzung vom 24.11.) Mit dem Hinweis auf das Christentum habe ich schon vorgegriffen – obwohl: Das weiß keiner so genau. Das Christentum war wohl schon recht früh in Afghanistan und – so wird vermutet – hat dann auch buddhistische Lehren beeinflusst. So die des Boddhisatva. Das heißt, der Boddhisattva war eine Figur, die als Anwärter auf die Erwachung gilt. Dann wurde er eine Figur, die darauf verzichtet, ins Nirwana einzugehen, um andere Menschen zur Erwachung zu führen (vgl. Jesus: Gott – wurde Mensch [Philipperbrief]). Manche sagen, dass auch der Vegetarismus dieser christlichen Gruppe auf buddhistische Gruppen Einfluss hatte – aber soweit ich sehe, kann man aus dieser Zeit nicht viel genaues sagen. Der Buddhismus wurde vom Hinduismus und später vom Islam aus Indien vertrieben. Buddhismus wie Christentum kamen nach China (aber das Christentum in China ist ein anderes Thema). Dort hatte der Buddhismus Fuß fassen können, hatte Klöster gebaut – bis – ja bis diese aufgelöst worden sind – und damit 150.000 Sklaven befreit worden sein sollen. Aber im Tibet spielte er eine große Rolle. (Fortsetzung folgt.)

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Buddha 5

(Fortsetzung vom 22.11.) Wie es nach seinem Tod weitergegangen ist, wurde schon erwähnt. Der Fürst Ashoka nahm seine Asche, errichtete überall Pilgerstätten für wahre Buddhisten, verkürzte die Lehre des Buddha auf ein paar wesentliche, für seine Herrschaft relevante Aussagen. Unmittelbare Schüler schlugen unterschiedlcihe Richtungen ein: Maudgalyayana verband die Lehre mit Okkultem, Shariputra vereinfachte die Lehre für Laien, Maha Kashyapa liebte Askese und Ordnung. Die Anhänger stritten sich, spalteten sich, prügelten sich und andere. Und damit kam es zum großen Fahrzeug – die Erneuerer – und zum kleinen Fahrzeug – die Alten. Die Alten waren strenger, die Neuen waren offener. Und sie waren so offen, dass sie auch die Religionen anderer Völker aufnehmen konnten. Unser Siddharta-Buddha selbst war wohl eher Philosoph, Götter wurden von ihm nicht besonders bevorzugt. Aber wie es so kommt: Er wurde selbst in den Pantheon erhoben. Und Anhänger lernten vom Christentum: So kann auch von „Lord Buddha“ gesprochen werden. Und dass durch die Jahrtausende „Buddha“ unterschiedlich interpretiert werden konnte, wundert einen nicht wirklich. (Fortsetzung folgt.)  

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Buddha 4

(Fortsetzung vom 21.11.) Buddha war ein Fürstensohn. Er hieß nicht Buddha. Buddha bedeutet „der Erwachte“ – ist somit ein Ehrentitel. Der Buddha, den wir meinen, hieß „Siddharta“ = der das Ziel erreicht hat; sein weiterer Name war: „Gautama“ – der Name eines Brahmanen. Dann wird er auch „Shakyamuni“ genannt, das heißt: aus dem Geschlecht der Shakya. Er lebte als Fürstensohn, war verheiratet, verließ seine Familie, als er gewahr wurde, dass außerhalb des Palastes so großes Leiden herrschte. Nun suchte er das Leiden zu überwinden. Nicht, indem er als das Leiden bekämpfte, sondern als besonders harter Asket. Er schloss sich nämlich dem Jainismus an. Er „erwachte“, wurde gewahr, dass Askese nicht hilft, das Leiden zu beenden, begann zu essen und zu baden. Was half gegen das Leiden? Sich versenken, um sich vom Negativen zu befreien. Diese Entdeckung verkündete er. Scharte Schüler um sich, gründete wohl Klöster. Mit 80 Jahren starb er an einer Lebensmittelvergiftung – wohl an Eberweich. Nur, was Eberweich ist, darüber streiten sich die Geister. Aß er Fleisch? War es ein Pilz? Auf jeden Fall – er starb. Und er war nur ein Buddha unter weiteren Buddhas – wir erinnern uns: Buddha war eine Ehrenbezeichnung, die auch anderen zuteil wurde.

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Buddha 3

(Fortsetzung vom 20.11.: ) Nun ist es recht schwer, wissenschaftlich herauszufinden, was Buddha wirklich gesagt und getan hat. Das ist wie mit allen Großen – nur bei Buddha ranken sich noch x-Legenden, x-Seiten mehr als um (zum Beispiel) Jesus. Das nicht allein, weil Buddha 45 Jahre gewirkt hat (Jesus ca. 3 Jahre), sondern auch darum, weil die Worte Buddhas im Gedächtnis geblieben sein sollen, bis sie irgendwann einmal aufgeschrieben wurden. Sein Vetter Ananda soll sich 84.000 Aussprüche Buddhas gemerkt haben. Wir wollen nicht unser kümmerliches Gedächtnis mit dem Gedächntnis solcher Genies vergleichen. Müssen wir auch nicht: Die Worte wurden aufgeschrieben – gingen aber verloren. Der für nachkommende Generationen von Buddhisten relevante Palikanon wurde wohl im 1. Jh.v.Chr. verfasst. Auch wenn man nicht so genau weiß, wann Buddha gelebt hat, 600 v.Chr. oder im 4.Jh.v.Chr. – bleibt doch ein langer Zeitraum zwischen Buddhas Leben und der Aufzeichnung seiner (?) Worte. Doch wenn Buddha wirklich Worte gesagt haben sollte, die im Reclam-Heftchen „Reden des Buddha“ genannt werden, dann kann man sagen: Bescheiden war der Mensch nicht. Nun: Bescheidenheit passt auch nicht so ganz zu einem Fürstensohn.

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