Fisch und Fleisch

Ich mag Fisch – nur sollte er nicht nach Fisch riechen und schmecken.
Ich mag Fleisch – nur sollte es nicht von Tieren kommen.
Ich mag Holz – nur sollte es nicht von Bäumen stammen.
Ich mag Licht, ich mags warm – nur sollten sie nicht…
Ich mag Menschen – nur sollten sie nicht so sein wie sie sind.

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Anstrengend

Es gibt Menschen, die in einer Tour reden, reden, reden. Und wenn sie mal eine Pause machen, dann kann es passieren, dass man benebelt ist und gar nicht mehr weiß, was man selbst sagen wollte. Wenn einem das dann doch wieder ganz schnell eingefallen ist, weil der andere eben nur sehr kurz Atem holt, dann spricht man ein Wort – und dieses Wort führt das Gegenüber wieder zu ganz anderem pausenlosen Reden … Und zu dem Vorwurf, man habe für seine eigene Position ja keine Argumente. Neulich ritt mich mal der Schalk. Ich habe nicht zugehört, sondern immer überlegt: Was für ein Wort zu welchem Thema wirfst du schnell ein, wenn der andere Atem holt, und lässt ihn darüber referieren? Das macht auch solche Monologe interessant. Natürlich muss man da innerlich bereit sein, den anderen allen möglichen Blödsinn erzählen zu lassen, ohne ihn korrigieren zu wollen.  Impressum auf  www.wolfgangfenske.de

Amseln

Ich sagte: Ist doch schön, wenn morgens die Amseln singen. Es kam die Antwort: Die stören. Was Amseln betrifft: Wenn wir Erdbeeren oder Salat in ihr kleines Reich pflanzen, müssen wir uns nicht wundern, wenn sie sich darüber freuen. Von uns bekommen sie immer ihren Anteil. — Als wir mal in Wiesloch gewohnt haben, hat Mitten in der Nacht eine Nachtigall zu singen begonnen. Das war erst schön – und als sie nicht aufgehört hatte, störend, arg störend. Überall wurden Fenster zugeknallt, Rolläden runtergelassen, in die Hände geklatscht … Nichts half. Später las ich mal, dass Nachtigallen in einer Nacht singen – und zwar dann, wenn der Weibchenschwarm nachkommt und da will das Männchen ja schließlich gefunden werden. Ist schon faszinierend.

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Termin

Heute (Mittwoch) findet um 19:00 die „Dichterlesung in der Kreisstadt“ statt. Vielleicht sehen wir uns da: Groß-Gerauer Volksbank, Am Sandböhl 5-15, Eingang Schulstr. Ute Ehrenfels und ich lesen Gedichte von mir vor, danach liest der bekannte Schriftsteller Guntram Vesper. Vielleicht sehen wir uns! Bis dann!

Anselm von C.

Am 21.4.1109 starb er: Anselm von Canterbury – geboren 1033. Ein großer Denker, der versuchte, den christlichen Glauben philosophisch zu durchdringen. Weil der Verstand Geschenk Gottes ist, ist er auch zu gebrauchen: Ich glaube, um zu erkennen. Bekannt sind vor allem sein ontologischer Gottesbeweis und seine Sühnetheologie. Was an ihm noch fasziniert, das ist sein Interesse an Bildung und Erziehung: Bildung dient der sittlichen Erziehung und der Erzieher habe geduldig und interessiert zu sein. Reform des Klerus war ebenfalls sein Anliegen. Und politisch eckte er überall an. Wer mehr wissen will (mal nicht wikipedia): http://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Anselm_von_Canterbury.htm

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Biographien

Es ist doch schade, dass aus Biographien gerade das herausgelassen wird, was spannend ist. Natürlich zeigt gerade das auch die Verletzungen, die Scham über vergangene Taten, vielleicht auch Freude an Geheimnistuerei, die dann zu Spekulationen herausfordern. Welche Verdrängungsprozesse stattfinden! Nun als einer, der sich sehr viel mit Biographien anderer Menschen beschäftigt, merkt man sehr schnell, anhand eines kleinen Wortes, einer Geste, eines Blicks: da steckt mehr hinter. Andererseits: Warum sollen nur die Braven Biographien schreiben – oder die provozierenden Braven in ihren Biographien mit vielleicht nie erlebten dunklen Seiten prahlen? Nun denn: Biographien gerade auch öffentlicher Personen sind spannend. Und vor allem dann, wenn die Personen mit Gold bepustet werden – kratzt man doch gerne und schaut nach: Was ist darunter?: http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2009-16/artikel-2009-16-literatur-pakt-mit-dem-teufel.html und http://www.ef-magazin.de/2009/04/15/1113-biographie-die-wahre-geschichte-des-marcel-reich-ranicki (gefunden über Kewil).

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Römer

Ich habe übrigens nichts gegen Römer. Im Gegenteil: Ich mag besonders Horaz und Cicero. Ich bewundere auch einen Cato – und seine Gegenteile: Ovid und Catull. Dass ich von Martial so manches gelernt habe, ist vielleicht hier und da zu spüren. Ich muss freilich gestehen, dass ich zu Vergil ein etwas distanzierteres Verhältnis habe – das liegt wahrscheinlich an den großen Griechen, an die er meiner Meinung nach nicht herankommt. Warum sage ich das? Ich sprach ja neulich das Thema „Mythen“ an. Aber da ging es mir nicht darum, die alten Römer zu disqualifizieren. Wer ein Fünkchen Verstand und historische Kenntnis hat, der kann das nicht. Die großen römischen Geschichtsschreiber – ich muss sagen, ich habe sie verschlungen. Während die römischen Komödiendichter an Aristophanes nicht herankommen. Dass die großen Römer die alten Griechen bewundert und so gut es ging nachgeahmt haben – und unser Nordeuropäisches Mittelalter wieder Griechen und Römer, das zeigt die Wurzeln unserer Kultur. Übrigens: Vieles von dem, was wir von diesen Geistesgrößen noch haben, findet Ihr in den kleinen Reclambändchen – mal ein Lesetipp.

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Traurigkeit

An manchen Tagen ist es so, dass man Zeitungen liest oder politische Blogs – und man vor lauter negativen Nachrichten wie erschlagen ist. Ich kann in meinen Blog leider immer nur ein wenig aufnehmen, an manchen Tagen könnte man sich die Finger wund schreiben. Es bleibt eine Traurigkeit, weil man nichts ändern kann. Und dann denke ich doch: Man kann zumindest ein wenig ändern: Andere informieren, damit sie nicht in die zahlreichen politischen Fallen laufen, damit sie nicht aus Unwissenheit Gutes schlecht und Schlimmes gut nennen. Kleine Beiträge zur Gerechtigkeit gewiss – aber besser als Nichtstun.     

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Buch

In eigener Sache: Soeben ist bei Books on Demand mein Gedichtband erschienen:

Augenblicks-Gedichte, Norderstedt 2009, Seiten: 108; 9,90€;  ISBN 9783837020502

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Christ

Als ich mein Theologiestudium begann, fragte mich ein Kommilitone: Bist du Lutheraner oder Reformierter? Ich sagte in meiner Naivität: Ich bin Christ. Und das sage ich auch noch heute – auch wenn ich weiß, in welche Schublade man mich stecken könnte. Ich grüßte in diesem Block katholische und orthodoxe Brüder und Schwestern, hallo auch Baptisten und Pfingstler und Evangelikale! Auch mit „Heiden“ habe ich als freier Trauerredner zu tun – was so mancher Amtsfromme nicht einsehen kann: die sollten eher für ihr unsolidarisches Verhalten … – nun ja, hören wir nicht auf diese Stimme. Und Atheisten kann ich sehr gut verstehen, darum versuche ich Antworten zu geben, soweit es geht, weil ich selbst diese Fragen habe. Als wissenschaftlicher Exeget versuche ich auch die Sprache von Laien zu sprechen – ist das noch ein Exeget? Wer das tut, ist nie richtiger Exeget gewesen, bleibt immer Laie! Seis drum. Ich gebe mich mit Rechten und Konservativen ab, nicht nur mit konservativen Homepages – weil ich konservativ bin -, und dann sieht man auch meine Sympathien für soziale Linke hegen und einige Anliegen auch vertreten – weil ich links bin. Ich schimpfe manchmal gegen den Islam – bedauere Moslems, sehe sie aber als Menschen an, mit denen ich am liebsten Freundschaft schließen würde. Natürlich nicht mit allen – wie auch nicht mit allen Christen. Mit manchen stimmt die Chemie halt besser – mit anderen nicht. Ob Unternehmer oder Arbeiter, ob „Bruder der Landstraße“, ob Kind ob Kegel – Leute, das ist fürs menschliche Zusammenleben unwichtig. Manche sagen: Oh, ein Titel – doch dann sehe ich mich als Mensch und denke: Es gibt Wichtigeres.       

Wer so lebt, ist vielleicht nicht normal – oder nach meiner Vorstellung: Christ. Nun ja, Fremdbeurteilungen können von Selbstbeurteilungen massiv abweichen. Kümmert es mich? Es rumort höchstens eine Weile lang – und dann ist das Zentrum des Christen wieder gefunden.

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