Trauer um Afghanistan + Ältere und Falschmeldungen + EKD und Bibel und Umwelt + Stephen Weinberg †

Trauer um Afghanistan

Wir müssen um Afghanistan trauern: https://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan-opfer-un-101.html Bald wird die Taliban die Friedhofsruhe hergestellt haben – allerdings wird die IS wahrscheinlich erst einmal diese Friedhofsruhe durch weiteren Terror stören.

Ältere und Falschmeldungen

Das ist mal wieder eine Studie, die meinen Erfahrungen vollkommen widerspricht. Ich habe beobachtet, dass Jugendliche vieles von dem glauben, was ihnen von etwa Gleichaltrigen in Medien vorgesagt wird. Erklärt habe ich mir das damit, dass die gesamte Einordnung von Aussagen noch nicht so möglich ist: https://www.spiegel.de/netzwelt/web/studie-zu-desinformation-aeltere-menschen-sind-empfaenglicher-fuer-falschmeldungen Mal sehen, wann die Studie kommt, die meine Beobachtungen bestätigen.

EKD und Bibel

Interessant, was hier über den EKD-Text zur Bibel zu finden ist: https://www.pro-medienmagazin.de/wie-die-kirche-mit-der-bibel-in-der-hand-leiten-will/ Wer den Text lesen möchte: https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/bedeutung_bibel_EVA_2021.pdf

Nur eine kleine Anmerkung: Interessant finde ich, dass zum Thema Umwelt manches aus der Bibel thematisiert wird, aber im Rahmen der Diskussion nach messianischem oder apokalyptischen Verständnisses eher der Ausweg: Bonhoeffer und Pseudo-Luther, statt Jesus in den Blick rücken. Denn Jesus handelt konkret gerade von seiner Zukunftserwartung her. Das ist ein anderer Ansatz als das Trotzige: Ich pflanze heute einen Apfelbaum, auch wenn morgen die Welt untergeht, oder: heute handle ich – ich lass mir erst das Handeln nehmen, wenn es soweit ist. Jesus: Was erwarten wir von Gottes Herrschaft? Nur Gutes – also tut es.

Das mag sein, dass die Theologie das Thema Umwelt nicht so sehr beachtet hat. Aber Christen außerhalb der Theologie haben es. Man muss nur einmal die Texte wahrnehmen, die nicht der hohen Theologie zugehören (gedichte.wolfgangfenske.de – obgleich ich nur hier und da das Thema berücksichtigt habe). Oder um nur einen der bekannten zu nennen, einzelne Personen wie Wilberforce und ihre Kreise schon im 19./20. Jahrhundert, oder der Pfarrer und Dichter Albert Knapp im 19. Jahrhundert, der den ersten Tierschutzverein in Deutschland gegründet hat.

Stephen Weinberg †

Der Hardcore-Atheist und Physiker Weinberg ist gestorben. Eine Ikone des Atheismus. John Lennox kannte ihn, Weinberg hatte ihn eingeladen und verlangt, dass er als Wissenschaftler „diesen kindlichen Glauben an Gott ablegen“ solle. „Wenn sie das nicht tun, werden Sie zum intellektuellen Krüppel werden und im Vergleich zu ihren Kommilitonen schlechter abschneiden. Sie werden es einfach nicht schaffen.“ Nun denn John Lennox ist bekannter Mathematiker geworden und streitbarer und wacher Christ geblieben. Der Druck von Weinberg hat also nicht geholfen. Im Gegenteil. Von daher dürfen Christen Atheisten dankbar sein, sie helfen, die Argumentation zu schärfen. Wie heißt es in dem Beitrag der SZ: https://www.sueddeutsche.de/wissen/physik-weinberg-nachruf-1.5363854 : „Er war ein leidenschaftlicher Kämpfer für das wissenschaftliche Weltbild“.

In seinem Buch, in dem Lennox das erzählt, fragt er sich, was wäre, wenn er als Christ so mit einem Studenten umgegangen wäre. Darf man dem Herrn Weinberg R.I.P. wünschen? Ein Kürzel, das dem Psalm 4,9 entnommen wurde?: resquiat in pace .

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Illegales Schächten + Impfstoff und fötales Gewebe + Entschuldigung + 704 + TrumpBiden 3 + Friedensnobelpreis-Krieg

Illegales Schächten

Ein Betrieb wurde geschlossen – es wurde, so der Vorwurf, illegal geschächtet. Wäre gut, wenn sie auch die Abnehmer ermitteln könnten: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/fleischbetrieb-in-nrw-soll-tiere-ohne-betaeubung-getoeten-haben-17260812.html

Impfstoff und fötales Gewebe

Der Impfstoff von Johnson und Johnson soll mit Hilfe von Zelllinien von fötalem bzw. fetalem Gewebe stammen – kurz: mit Hilfe von abgetriebenen Kindern: https://www.domradio.de/themen/corona/2021-03-04/moralisch-kompromittiert-us-bischoefe-raten-von-johnson-johnson-impfstoff-ab Dazu auch mit Blick auf andere Impfstoffe: https://aerzte-fuer-das-leben.de/neues/aktuell-2021/24-03-21-corona-impfstoffe-in-deutschland-aus-ethischer-sicht/

Zu diesem Thema grundsätzlich: https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/Fetalzellpdf.pdf

Entschuldigung

Ich hatte erwartet, dass mit der Bitte um Verzeihung auch weitere politische Fehlentscheidungen verbunden und danach korrigiert worden wären. Aber leider ist dem nicht so. Zu dem Thema: https://vera-lengsfeld.de/2021/03/25/die-entschuldigung-als-ablenkungsmanoever/

704

Die Bibel liegt nun in 704 Sprachen komplett übersetzt vor: https://www.idea.de/spektrum/die-vollstaendige-bibel-liegt-in-704-sprachen-vor

TrumpBiden 3

Sag ich doch – TrumpBiden zum 3.: https://www.spiegel.de/politik/ausland/deutschland-streitet-mit-den-usa-joe-biden-ist-wie-donald-trump-nur-etwas-netter-im-ton-a-b828697c-0002-0001-0000-000176746227

Was Biden für Hoffnungen ausgelöst hat! Unverantwortlich: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/mexiko-grenze-usa-103.html

Friedensnobelpreisträger-Krieg

Man sollte keinen Politikern vor Ablauf seiner politischen Tätigkeiten den Friedensnobelpreis überreichen. Es war in der Vergangenheit immer wieder äußerst riskant – und zeigt sich wieder an Äthiopien. Was für Katastrophen wurden angerichtet: https://www.spiegel.de/politik/ausland/tigray-in-aethiopien-uno-meldet-vollstaendige-zerstoerung-zweier-fluechtlingslager-a-c17de039-1018-42fa-802d-0dc398d515e3

Es sollten nur Menschen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet werden, die schon lange Zeit für den Frieden arbeiten und nicht solche, die punktuell gewählte politische Hoffnungsträger sind.

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Jesus – Jesa – Tier + Anti-Israel – irrlichternde Zombies + God or Not + Glauben in Corona-Zeit entdeckt + Nano-Bibel

Jesus – Jesa – Tier

Aus Jesus wird ein Jesus* – aber ich würde ihn/sie statt dessen: Jesus*a nennen. Klingt doch klasse – oder? Offener geht es nicht.

Es gibt nur ein Problem. Ganz fortschrittliche unter uns sehen, dass Gott in Jesus nicht nur Mensch geworden ist, sondern ein Lebewesen überhaupt. Wie können wir das wiedergeben? Jesus*a*nimal – wenn wir statt der lateinischen Tradition die griechische nehmen: Jesus*a*zoe. Warum zwei Sternchen? Auch unter Tieren wird es mehrere Geschlechter geben https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/du-lieber-himmel-jetzt-auch-genderstern-fuer-gott-und-jesus-74423634.bild.html

In der Nachfolge Jesu gibt es so viel zu tun. Jede Zeit muss wohl ihre eigenen selbstgemachten Probleme haben.

Anti-Israel – irrlichternde Zombies

Auf schlimmen Abwegen befinden sich manche Institutionen unseres Landes: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article222375126/Linker-Antisemitismus-Diese-Repraesentanten-braucht-Deutschland-nicht.html

Warum? Gefüttert vom Staat scheinen sich manche zu wohl zu fühlen. Man möchte ihnen zurufen: Schuster, bleibt bei euren Leisten! Geistert nicht als irrlichternde Zombies durch die Menschheitsgeschichte. Man muss nicht gegen Israel sein, wenn man für Palästinenser ist. Dieses Schwarz-Weiß-Denken sollte in solchen Institutionen verpönt sein.

God or Not

Ein Projekt: Junge Männer, denen der Glaube fremd ist leben ein paar Monaten in einem Priesterseminar: https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2020/12/13/webserie-schickt-medienstudenten-ins-priesterseminar/

Glauben in Corona-Zeit entdeckt

Eine Spiegel-online Autorin hat den Glauben in Corona-Zeit neu entdeckt: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2020/12/13/dank-kinderbibel-vorlesen-spiegel-autorin-entdeckt-glauben-neu/

Nano-Bibel

Nano-Bibel – das kleinste Alte Testament / die kleinste hebräische Bibel: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2020/12/11/schmuck-mit-bibeln-im-nano-format/

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Bibel

Weil die Bibel ein Buch ist, in dem sehr viele Menschen von ihren Erfahrungen mit Gott sprechen, kann sie auch viele Menschen berühren, kann sie im Auftrag Gottes die Herzen und Hirne vieler Menschen erreichen. Wer sich auf einen offenen Dialog mit diesen Menschen und ihren Sichtweisen einlässt – das heißt, sich nicht von vorne herein arrogant über sie erhebt, sie als dumm und dämlich disqualifiziert – kann einen großen Reichtum, einen großen Erfahrungsschatz, der dem Glauben und damit dem Leben dient, erkennen.

Man muss sich allerdings erst einlesen. Sie ist kein Roman, der von Anfang an darauf aus ist, den Leser zu fesseln. Sie ist eine besondere Sammlung, deren Lektüre Konzentration erfordern kann. Für Fortgeschrittene ist die Lektüre mit einem festen Zeitrahmen verbunden – auch mit Gebet. Der Schatz fällt nicht unbedingt einfach so vom Himmel vor die Füße, er will  entdeckt und geborgen werden, mühsam zuweilen. Wenn man sich eingelesen hat, die Bedeutung als Wort Gottes erkannt hat, dann entfaltet sie ihren Wert besonders – Mühe ist dann nicht mehr unbedingt damit verbunden, sondern Freude, Dankbarkeit, Erhebung.

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Noah

Ich wies schon darauf hin, dass die Noah-Geschichte in alten nichtjüdischen Traditionen ihren Ursprung hat. Interessant ist – das vergaß ich zu erwähnen – dass die ursprüngliche „Noah-Geschichte“ einen Kampf zwischen Göttern darstellt. Dieser Kampf zwischen verschiedenen Personen wurde nun dem Ein-Gott-Glauben zugeordnet. Die Bibel nennt keine Kämpfe zwischen den Göttern, die bis in den griechischen Bereich bekannt sind. Und hier liegt vielleicht auch das Spannungsreiche mancher alttestamentlichen Erzählung, die versucht, die Mythen des Götterglaubens mit dem Eingott-Glauben neu zu erzählen.

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Gott in Jesus Christus – Bibelauslegung

So manche biblische Geschichte atmet nicht den Geist Jesu.

Aber man muss sie aus dem Geist Jesu lesen lernen.

*

Christen sehen Gott in Jesus Christus. Darum werden alttestamentliche Gottesbilder von Jesus Christus her beurteilt. Sie sind dann manchmal religions-psychologisch zu verstehen, sie sind manchmal als Zerrbild Gottes zu erkennen, auch als Kampf gegen Gott. Gott wird in das Licht der jeweiligen Zeit getaucht – er wird wie die Götter der Völker beschrieben, er wird so dargestellt als einer, der mit den siegreichen Göttern der Völker mithalten muss. Es gibt einen Prozess der Gotteserkenntnis. Gott schält sich immer stärker aus den Verzerrbildern heraus, die der Mensch in seiner beschränkten Erkenntnis von Gott gemacht hat. Und so gibt es wunderbare Lichtblicke in den alttestamentlichen Texten, Lichtblicke, in denen Gottes Geist sichtbar und strahlend wird. Aber das kann man erst dann erkennen, wenn Jesus Christus der Maßstab ist. Eines dieser Lichtblicke ist das Wort des Propheten Jeremia, indem er den Geist Gottes ankündigt, der Gotteserkenntnis wahr werden lässt.

Ich weiß nicht – gab es je eine Zeit im Judentum und auch im Christentum, in der die alttestamentlichen Texte einfach so ohne Kritik, ohne Maßstäbe rezipiert wurden? Wie hart der Talmud zum Teil mit biblischen Texten umgeht! Oder man versuchte die Texte auf unterschiedlichen Ebenen zu verstehen (in der Tradition der Griechen – ich denke da an Philo, an Origenes, an die Auslegung früher Christen…). Kritik an biblischen Texten ist nichts, das Religionskritikern vorbehalten ist – sie ist Teil unserer religiösen Kultur. Der Unterschied ist nur: Glaubende kritisieren mit Gott im Hintergrund – säkulare Religionskritiker tun es ohne Gott. Von daher gibt es eben auch unterschiedliche Folgen – Folgen hermeneutischer Art.

Alle alttestamentlichen und neutestamentlichen Texte sind relevant. Sie sind äußerst relevant. Aber haben eben auch die Funktion zu zeigen, dass der Mensch Sünder ist, dass er sich gegen Gott und Menschen wendet (was nicht zuletzt Luther so gesehen hat). Der Mensch wird nicht glorifiziert – im Gegenteil: das gesamte AT stellt das Volk Gottes als eines dar, das sich gegen Gott sperrt, das seinen Alltag ohne Gott und gegen Gott leben möchte – und das geht dann ja auch im NT und massivst auch im Laufe der Kirchengeschichte weiter. Das geschieht selbst in Texten, in denen Menschen aus ihrer Zeit heraus meinten, Gott einen Gefallen zu tun – und Gott mit ihren eigenen frommen und unfrommen Ansichten identifizierten. Gott bringt sich gegen diesen bewussten und unbewussten Kampf gegen Gott immer wieder ein, korrigierend, fordernd, klärend.

Zuletzt eben durch Jesus Christus. In Jesus Christus.

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Der Blog kann leider erst am Mittwoch wieder weiter bestückt werden.

Hiob und Noah

Es handelt sich mit dem Buch Hiob um ein literarisches Werk. Das Gottesbild, das der Autor zeigt, ist aus gegenwärtiger Perspektive kurios: Er und der Satan (der Verwirrer) wetten – ein Mann muss leiden, viele junge Menschen und andere kommen um. Es ist nicht einmal Zorn im Spiel, wie im babylonischen Hiob. Hier wird aufgegriffen, dass Menschen das Gefühl haben: Gott macht, was er will, der Mensch ist ihm ausgeliefert, aber eben dadurch abgeschwächt (aber letztlich doch verstärkend) verbunden mit dem Satan, der der eigentliche Verwirrer ist. Aber im Buch Hiob selbst ist von diesem kaum mehr die Rede – Gott wird zu recht angesprochen. Aber Gott schweigt – er schweigt unerträglich. Dieses Gefühl des Menschen, Gott bzw. den Göttern ausgeliefert zu sein, wird durch die Wette auf die Spitze getrieben. Gott ist im Grunde auch abhängig vom Satan, er ist abhängig davon, dass ein Mensch trotz des Leidens sich weiter zu ihm bekennt. Am Ende zeigt dieser Gott dann seine Macht, er kann alles – außer eben: Hiob, um ihn in seiner Arroganz unmenschlich zu prüfen, in Ruhe lassen. Dieses Werk ist im Grunde eine Gottes-Kritik, die schärfer ist als jegliche atheistische Kritik, die in der Ablehnung Gottes mündet – und dieses Werk, das eine Art Gegen-Gott-Werk ist, steht in der Bibel. Warum? Der Protagonist hält an Gott fest – gegen diesen undurchsichtig finsteren Wett- und Arroganz-Gott. Dieser Gott spiegelt die Herrscher damaliger Zeit wider – wie es die Thronszene zeigt. Diesem abgehobenen Herrscher wird der an ihm leidende Mensch gegenüber gestellt. Menschen solidarisieren sich mit dem leidenden Menschen – nicht mit diesem Gott, auch wenn der dem Hiob letztlich märchenhaft als Belohnung alles Mögliche wieder schenkt. Das Hiob-Buch rechnet mit einem solchen Gottesbild ab – wagt es aber nicht ganz, da es ein solches dann doch wieder installiert.

Elie Wiesel, der in Ausschwitz leiden musste und Auschwitz überlebt hat, hielt auch an Gott fest. Er schrieb: Selbst wenn Du mich vergisst, mein Gott, wirst Du mich nicht so weit bringen, dass ich Dich vergesse. Wiesel hat eindeutige Gotteserfahrungen gemacht, die er angesichts der folgenden Leiden nicht ignorieren konnte.

Christen halten sich an dem Satz fest, der im Hiob-Buch steht: Ich aber weiß, dass mein Erlöser lebt, diesen sehen sie in Jesus Christus. Hier bleibt ein Nicht-Verstehen Gottes, aber man schaut nicht auf das Nicht-Verstehen, sondern auf den, der in Jesus Christus selbst gelitten hat und anwesend ist. Das erklärt das Leiden nicht. Das hilft im Leiden.

*

Ein kurioses Gottesbild liefern auch die Noah-Kapitel: Die Menschen sind böse, Gott will sie bestrafen, erwählt sich den gerechten Noah. Dieser baut ein Schiff. Alles, was darin aufgenommen wird, überlebt – alles andere wird dem Tod durch Ertrinken preisgegeben und dann, als die Flut vorbei ist, bereut Gott sein Tun, sagt, es solle nie wieder geschehen, ebenso darf keiner andere umbringen (Genesis 7-9). Auch diese Geschichte findet ihre Vorlage in einem Babylonischen Werk, dem Gilgamesch Epos. https://de.wikipedia.org/wiki/Arche_Noah

Noah ist ein Gegenbild zu Hiob: Er macht alles klaglos mit, was Gott mit ihm und der Menschheit vorhat. Leiden der Menschen spielt keine Rolle. Anders als zum Beispiel Abraham oder Moses, die sich gegen Gottes Zorn wenden und gegen die Vernichtung der jeweiligen Objekte des Zorns angehen. Gott lässt sich ein wenig besänftigen – aber Noah wendet sich nicht dagegen. Er tut, was ihm gesagt wird. Er ist nicht solidarisch mit den Menschen. Während die Abraham und Mose-Geschichte zeigen: Der solidarische Mensch ist im Grunde besser als der zornige Gott. Auch ein sonderbares Gottesbild.

All diese Geschichten sind jeweils  Ausdruck ihrer Zeit, Menschen erleiden die Bosheit anderer Menschen, Gott leidet an der Bosheit der Menschen – gleichzeitig sollen sie zeigen, dass sich Gott den gerechten Menschen zuwendet – eine Aufforderung, selbst gerecht zu sein. Zudem wird erklärt, warum Gott gegenwärtig nicht die bösen Menschen vernichtet, sie gewähren lässt. Er hatte es schon einmal gewollt, aber dann hat es ihn gereut. Entsprechend haben nun auch Menschen nicht das recht, die bösen Menschen zu vernichten, weil sie meinen, Gottes Stelle einnehmen zu müssen. Und der gerechte Noah? Nach all den schlimmen Erlebnissen baut er sich einen Weinberg, betrinkt sich – und das Schicksal der Bosheit nimmt erneut seinen Lauf. Dem setzt Gott – so das weitere Alte Testament – dann die Erwählung seines Volkes entgegen, das Gebote bekommt, damit es sich vom Bösen abwendet, dem er Propheten sendet, damit sie dem Volk verkünden, wie es sich richtig verhält.

Christen sehen in Jesus Christus Gott wirken: Er nimmt die Schuld auf sich, vergibt, wendet sich Menschen zu. (Aus: https://evangelische-religion.de/hiob.html)

(Fortsetzung folgt.)

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Sklaverei 3 : Weiterführung

Die Frage stellt sich nun mit Blick auf die Bibel. Sie ist Gottes Wort – und kämpft nicht gegen die äußere Sklaverei? Die Bibel hat wichtige Impulse durch innere Befreiung gegeben. Der Mensch ist nicht nur Sklave durch andere Menschen, sondern wird auch durch vieles andere abhängig: Krankheiten, Behinderungen, Ängste, soziale Verhältnisse…. Wie können abhängige Menschen – welcher Art auch immer – wirklich frei werden? Durch den Glauben an Jesus Christus, dadurch, dass man sich in den widrigsten Lebensumständen von Gott geliebt und frei wissen darf.

Aber hätten die Christen nicht intensiver auf die äußere Freiheit hinwirken können? Diese Frage ist schwer zu beantworten, weil die Menschen in all ihren Zeiten Teil der Zeiten sind. Es sind Barrieren in den Köpfen abzubauen, es ist erst einmal deutlich zu werden, dass ein Problem besteht. So denken wir zum Beispiel an uns heute: Warum gibt es noch immer Sklaverei? Warum schaffen wir sie nicht ab? Vor diesem Problem stand auch die kleine christliche Gemeinde, die ihrerseits ja kein Ansehen hatte, weil sie vielfach aus verachteten Sklaven bestanden hat. Wir können einfach nur erschüttert sehen, wie schwer es ist, menschliche/humane Verhältnisse durchzusetzen – bis heute. Vielleicht ein Verstehensversuch: Schaffen wir einmal alle hilfreichen Geräte ab – wie würden wir klar kommen?

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Die Rechts-Ordnung gibt vor, dass es Sklaven gibt. Die Natur gibt vor, dass es Sklaven gibt. Jeder denkende Mensch sieht also ein: Es muss Sklaven geben. Alle Völker, Stämme, die etwas auf sich halten, haben Sklaven. Ohne Sklaven gibt es nur Schwäche und Niedergang.  Sklavenbefreiung bringt Unordnung, Unfrieden, Krieg. (Pax = Vertrag/Ordnung.) Ziel ist Ordnung, also Frieden, das heißt: Es muss Sklaven geben. Jeder, der für die Sklavenbefreiung eintritt, ist gegen Frieden.

So dachte man in der Antike. Dieses Denken muss langsam aber sicher verändert werden. Das geschah durch die christliche Botschaft. Aus heutiger Perspektive zu langsam. Aber… – siehe unten.

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Ich denke, man sollte etwas anderes auch beachten: Vielleicht ist uns heute die körperliche Freiheit wichtiger als sie den Menschen damals war. Sie haben erkannt, dass die äußere Freiheit nicht gegen die Ordnung (von Natur aus…), gegen das Recht erreichbar war – aber die innere Freiheit. Und diese innere Freiheit zu der der christliche Glaube verhalf, vereinte eben Herren und Sklaven und führte dazu, dass wenn man wirklich Jesus Christus gehörte, ein humaner Umgang herrschte. Freiheit von Sünde, von Tod, sich in Widrigkeiten frei zu fühlen ist wichtiger als die äußere Freiheit. Ich weiß nicht, aber vielleicht sollten wir auch das berücksichtigen in der Diskussion – auch wenn es aus unserem Weltbild heraus nicht akzeptabel ist.

Und so dauerte es lange, bis Menschen die innere Freiheit und die äußere Freiheit gleichermaßen wichtig nahmen und durchzusetzen versuchen. Die äußere Freiheit – die war Jesus nicht unwichtig. Er hatte eine ganzheitliche Sicht im Blick.

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Interessant ist nun, dass die Gemeinde so eine Art Parallelwelt aufbauen wollte: In der Gemeinde zählt allein Gottes Wille, seine Vorstellung von einem guten Zusammenleben – außerhalb ist die Welt des Sündenfalls. Aber die Welt der Gemeinde kann in die Welt des Sündenfalls durch die Menschen, die zur Gemeinde gehören, hineinwirken und sie verändern.

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Friede: (a) Innerer Friede – (b) Friede mit Gott – (c) sozialer Friede – (d) Institutioneller Friede. Die Gemeinde bot den Sklaven (a) und (b) an, darüber hinaus (c) aber nur, soweit es das Leben in der Gemeinde betrifft. Außerhalb der Gemeinde gibt es Kampf und schweres Leben. Aber das betraf nicht nur die Sklaven, das betraf alle, die zur Gemeinde gehörten. Ausgrenzung, Verfolgung, körperliche Angriffe, Auseinandersetzungen, Überlebenskämpfe… (d) war niemandem im Blick, da der normale Mensch nichts zum Zusammenleben der Staaten tun konnte und kurzfristig wirklich Einfluss auf die Institutionen hatte.

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Mit Blick auf die Bibel als Gottes Wort im vielfach beschriebenen Sinn und mit Blick auf das Wirken des Heiligen Geistes: Glaube ist Prozess. In der Heiligen Schrift gibt es innovative Ansätze, die sich langsam aber sicher mit den Menschen, die diese erkennen, durchsetzen. Es gibt in ihr auch zeitbegrenzte Verdunkelungen (AT: Sklaven dürfen nur Menschen aus den Völkern sein) – aber gleichzeitig Fortschritte: humane Behandlung von Menschen. Es gibt zeitbegrenzte Einschränkungen, die sich aber über einen langen Zeitraum hinweg als wichtig erwiesen haben (Parallelwelt durchdringt die negative Welt). Heute setzen sich Gruppen für die Sklavenbefreiung ein. Das ist heute auch wichtig, weil in der Nachfolge Jesu (das, was man sich für das Reich Gottes erhofft, jetzt schon durchsetzen) diese Vorgehensweise möglich ist. Allerdings auch nur sehr beschränkt. Denn die Probleme: Wenn man Sklaven freikauft, werden neue gefangen genommen, wenn man sie befreit, muss man sie ernähren, medizinisch betreuen, beschulen, ausbilden – was aber vielfach kaum mehr möglich ist. Die Organisationen benötigen viel Geld, um ihrer wichtigen Arbeit nachzukommen. Und das heute in unserer reichen Zeit. Wie hätte das alles damals gehen sollen?

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Das ist keine Apologie. Das ist eine Aufforderung, sich mehr um diese Arbeit der Organisationen, die sich für die Befreiung von Sklaven einsetzen, zu kümmern.

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