Thomas Fischer und das taz-Interview – unterschiedliche Bildungssphären

Der Beitrag ist köstlich. Auch wenn ich im Blog häufig mit Thomas Fischer nicht einverstanden bin, so ist doch dieser Beitrag sehr interessant, weil er ein gewisses Bildungsgefälle wiedergibt. Menschen unterschiedlicher Bildung sprechen unterschiedliche Sprachen. daran dachte ich, als ich das las: http://meedia.de/2017/03/21/fischer-frauen-und-die-taz-thomas-fischer-zur-geschichte-eines-gescheiterten-interviews/

Menschen mit Bildung haben ihre Schwierigkeiten mit den Menschen, die eine anders geprägte Bildung besitzen, die mit anders geprägter Bildung haben Schwierigkeiten mit denen, die eine weitere Bildung haben. Wobei die Formulierung „anders geprägte Bildung“ nicht diskriminierend sein soll, denn die meisten Menschen haben vielleicht ein anderes Interesse als Bildung oder ihre Bildung konzentriert sich auf andere Themengebiete… Wie dem auch sei: Das Verhältnis ist ein wenig angespannt. Wenn der Gebildete auf den mit anders geprägter Bildung stößt, kann er leicht arrogant werden – oder auch nur wirken, was den anders Gebildeten aggressiv macht  bzw. machen kann.

Wie können wir zueinander finden? Mit viel Geduld auf beiden Seiten, viel Wohlwollen auf beiden Seiten, keine Drohungen und kein Dominanzgebaren von beiden Seiten, kein von oben herab bzw. beleidigt sein von beiden Seiten… Vielleicht sollte man die Regeln des interreligiösen Dialogs auch auf diejenigen anwenden, die unterschiedlichen Bildungssphären angehören und stolz darauf sind.

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Von 0 bis 14 Jahre+Sehen

Der Mensch im seienden Werden – im werdenden Sein:

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In Indien hat ein Vater nicht Ruhe gegeben: Seine Tochter wurde durch ein Insekt am Auge verletzt. Die Apotheke gab ihm ein falsches Mittel. Das Auge entzündete sich. Und er suchte Menschen, die helfen konnten. Leider erblindete das Mädchen auf einem Auge. Er suchte und suchte Hilfe. In einem Krankenhaus, das auf Augenkrankheiten spezialisiert ist und von der Christoffel-Blindenmission gegründet wurde und unterstützt wird, fand er dann Hilfe, die seiner Tochter das Leiden minderte. Das schmerzende und zerstörte Auge musste entfernt werden und sie bekam ein künstliches Auge – ein Leben ohne Schmerzen kann sie nun führen. Das erfährt man in dem Magazin der Christoffel-Blindenmission: Blickkontakt, April 2014. Hier ist diese Geschichte leider nicht zu finden – aber viele andere https://www.cbm.de/

Menschen helfen, sehen zu können – leider gelingt das nicht immer – aber ihnen helfen, ihr Leben zu bewältigen, eine große Aufgabe.

Es tut auch einmal gut, aus Indien solche Geschichten zu hören. Auch in Indien ist es nicht immer und überall schlimm. Gott sei Dank.

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Beerdigung

Ein alter Herr sagte mir: Bei kirchlichen Beerdigungen wird immer über Jesus Christus geredet – dabei kennen wir den doch gar nicht – und kaum über den Verstorbenen.

So viel zum Thema, das neulich wieder die Runde machte: Beerdigungen missionarisch nutzen.

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Kultur des Willkommenseins

Laschet fordert von Deutschen eine Kultur des Willkommenseins: http://www.migazin.de/2009/07/29/laschet-fordert-%e2%80%9ekultur-des-wilkommenseins%e2%80%9c/ In diesem Artikel ist von einer Studie des Zentrums für Türkeistudien die Rede, laut der gleichlautende Bewerbungen mit deutschen Namen zehnmal häufiger positiv beschieden wurden als mit türkischem Namen. Haben sie auch zum Beispiel japanische, iranische, spanische Namen zur Kontrolle versendet? Oder handelt es sich nur um eine „Naja-wollen-wir-doch-mal-sehen-Studie“? — Grundsätzlich: Es ist schlimm, wenn alle Menschen einer Gruppe in einen Topf geworfen werden, weil andere Gruppenmitglieder meinen, sich als Missetäter profilieren zu müssen. Es ist schlimm, wenn die Fehler nur bei den anderen gesucht werden, statt zu fragen, wo der Fehler in der eigenen Gruppe liegt. Es ist schlimm, wenn nur von den anderen gefordert und gefordert wird. Auf diese Weise kommen beide Gruppen nicht zueinander. Die meisten Deutschen werden wissen, dass das Garen im Nationalmief träge und verbittert macht. Man sollte ihnen freilich die Freude an der Internationalität, dem Fremden, dem Anderen nicht ständig vermiesen.    

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Habermas

Jürgen Habermas, der große Philosoph, wird heute 80 Jahre alt. Gestern Abend war ich anlässlich der Eröffnung seiner Werkschau in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt: „Die Lava des Gedankens im Fluss…“. Es waren sehr viele Menschen anwesend, die den recht guten Reden lauschten: http://www.d-nb.de/. Wer von Habermas nicht so viel weiß: lese einführend Wikipedia und: http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Juergen-Habermas-oder-Das-Versprechen-der-Vernunft/story/18167338.
Nur eine Anmerkung: Wir Menschen können nur wenig beweisen – und haben viel Meinungen. Wie gehen wir damit um? Wir können einander beschimpfen, ablehnen, ausgrenzen, beschweigen, anschweigen, körperlich aggressiv werden… – doch letztlich bleibt und nur eines übrig: argumentieren, argumentieren, argumentieren. Aber dazu gehören viele Voraussetzungen, unter anderem: Man nimmt den anderen ernst, man weiß selbst über das, was man sagen will, Bescheid (man hat seinen Standpunkt reflektiert – was ja auch nicht selbstverständlich ist), man hört dem anderen zu, man achtet darauf, dass man auch zu Wort kommt, man ist bereit, vom anderen zu lernen und versucht diese Bereitschaft auch im anderen zu erkennen… usw. Dazu gibt es natürlich mehr zu sagen, als diese paar Sätze – aber ums Argumentieren geht es …

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Begegnung

Neulich im Einkaufsladen – eine Familie. Sie Inländerin, ein Kleinkind. Sie nahm ein Gebetbuch vom Bücherstapel und meinte, das könnten wir mal kaufen und las beiden daraus vor. Als der Mann das realisierte, nahm er den Einkaufswagen mit dem Kind und rief: Nichts wie weg hier! Mit einem eigenartigen, lauten, aufgedrehten Gelächter warf die Frau das Buch wieder auf den Stapel. — Arme Frau. Sie hat Hunger, wagte es, ihn zu äußern … und bleibt hungriger als zuvor.

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