God be with You

Am Ende wird ein Bibelvers eingeblendet: 1 Thess 4,18. Dort heißt es: Und so werden wir beim Herrn sein allezeit. So tröstet euch mit diesen Worten untereinander.

Wir leben in der Passionszeit, der Zeit, in der wir uns an das Leiden Jesu erinnern. In diesem Stück steht aber schon das im Blick, was dem Leiden Jesu folgte: die Auferstehung.

Weil Jesus Christus auferstanden ist, wissen Glaubende, dass auch sie im Leben auferstehen und nach dem Sterben zum Leben auferstehen.

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Vom Tod verschlungen

Individuen wie die gesamte Geschichte werden vom Tod verschlungen.

Alles Glück – vom Tod verschlungen.

Alles Schöne – vom Tod verschlungen.

Alles Gute – vom Tod verschlungen.

Der Mensch ist wie Gras – Menschengeschichte ist wie Gras:
Heute blühen sie schön – morgen verdorrt und vergessen.

Verblasste Namen und Fotos sind noch da – aber nicht das Leben;
Zusammenhanglose Daten sind noch da – aber nicht Lebendigkeit.

Alles Leben – vom Tod verschlungen.

Gott spricht anders durch die Auferstehung Jesu:

Der Tod wurde überwunden vom Leben.

Leben!

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Theodizee 12: Hans Leipelt

Am Beispiel der Mitglieder der Weißen Rose und deren Umfeldes wird in diesen „Theodizee“ Abschnitten dargestellt, dass es nicht die eine Antwort auf die Theodizee-Frage gibt. Es gibt die Antwort, die sich der jeweilige Mensch in einer Situation der Not bzw. seines Lebens erkämpft hat. Der Mensch ist vielfältig – und so gibt Gott auch auf vielfältige Weise Trost und Hilfe, wenn der Mensch für sie offen ist. Diese Hilfe, dieser Trost ist allerdings vielfach nur durch ein Ringen mit Gott zu erlangen, weil der Mensch auch gegen sein Gottesbild kämpft und die Spannung zwischen seinen Wünschen und den realen Grenzen ausfechten muss. Die Abschnitte des Blogs zum Thema wurden hier zusammengeführt: http://evangelische-religion.de/theodizee-sophie-scholl.html

*

Hans Leipelt (*21.7.1921) hat in München studiert als er an das 6. Flugblatt der Weißen Rose gelangt war. Er hat es dann mit Marie-Luise Jahn nach der Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl und Christoph Probst mit der Überschrift versehen: „… und ihr Geist lebt trotzdem weiter!“ Sie brachten es nach Hamburg, vervielfältigten und verteilten es dort. Er sammelte zudem mit anderen Geld für die Witwe von Kurt Huber, wurde denunziert, am 8.10.1943 verhaftet, verurteilt und am 29. Januar 1945 hingerichtet. Seine Mutter, Katharina Leipelt, war Jüdin und wandte sich laut Alt dem Christentum zu und war „tiefgläubig“. Auch sie wurde verhaftet und nahm sich – zumindest lautet das offiziell so – das Leben (9.12.1943), nachdem sie erfahren hatte, dass sie nach Auschwitz deportiert werden sollte. Was Hans Leipelt mitgeteilt worden war.
Während seines Gefängnisaufenthaltes hat er sich intensiv dem christlichen Glauben zugewendet. Wie er selbst sah, gab ihm der Gefängnisaufenthalt die Möglichkeit, mit Gott allein zu sein. Das habe er gebraucht. Zu seinem letzten Abendmahl wählte er aus Lukas 21 den Text aus, in dem Jesus spricht:
Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und erhebet eure Häupter, darum daß sich eure Erlösung naht. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume: wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihr’s an ihnen und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr: wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.

Als Lieblingslied betete er: Die auf der Erde wallen,/die Sterblichen sind Staub… Ich habe es im Internet nicht gefunden. In dem Gesangbuch der Landeskirche Hessen von 1924 wird es noch genannt. Ich werde es hier nicht hineinsetzen – aber nur ein paar Aspekte daraus zum Thema Theodizee nennen: Menschen sterben. Gottes Kinder gehen getrost den Weg in den Tod: „Herr über Tod und Leben, / o dann verlaß mich nicht.“ Die letzten drei Strophen:

Hilf, Todesüberwinder
hilf mir in dieser Angst,
der du zum Heil der Sünder
selbst mit dem Tode rangst;
und wenn des Kampfes Ende
gewaltiger mich faßt,
nimm mich in deine Hände,
den du erlöset hast.

Des Himmels Wonn und Freuden
ermißt kein sterblich Herz;
o Trost für kurzes Leiden,
für kurzen Todesschmerz!
Dem Todesüberwinder,
sei ewig Preis und Dank;
Preist ihm, der für uns Sünder
den Kelch des Todes trank!

Heil denen, die auf Erden
sich schon dem Himmel weihn,
die aufgelöst zu werden,
mit heilger Furcht sich freun!
Bereit, es Gott zu geben,
wenn er, ihr Herr, gebeut,
gehn sie getrost durchs Leben
hin zur Unsterblichkeit.

In dem Buch von Alt finden wir auch den Abschiedsbrief, den Hans Leipelt seiner Schwester Maria (die am 9.11.1943 verhaftet worden war, aber am 14. April 1945 in Bayreuth von der US Armee befreit wurde) geschrieben hat. Daraus folgender Auszug:
Und doch, Liebes, bleibst Du nicht allein zurück. Abgesehen  davon, daß ich gute Menschen weiß, die nach dem Kriege ihr  Möglichstes tun werden, Dich zu finden und Deine Existenz zu  sichern, bleibst Du in der Hand Gottes zurück, in der ich Dich  getrost lasse – hält er uns doch alle in seiner Hand, schützt und  erhält uns, und wo er uns diesen Schutz, diese Erhaltung zu  versagen scheint, muß uns doch auch das, und gerade das, zum  Besten dienen. Dieses Zutrauen zu ihm dürfen, ja müssen wir  haben, auch wenn wir seine Wege einmal nicht verstehen und  vielleicht sogar hart finden. Ich bitte Dich, und werde in diesen  letzten Stunden für Dich darum beten, daß Du Dir dieses Vertrauen zu Gott Dein ganzes Leben lang erhalten möchtest. Sei  meinetwegen nicht traurig, wenn Du kannst, und jedenfalls unbesorgt. Ich fühle im wahrsten Sinne des Wortes göttliche Ruhe  in mir und sterbe ohne Angst in der Hoffnung auf Gottes Vergebung, die mir freilich bitter notwendig ist, bedenke ich, in wie  schwerer Weise ich mich an ihm  versündigt habe.

Literatur:

Marie-Luise Schultze-Jahn: „… und ihr Geist lebt trotzdem weiter!“ Widerstand im Zeichen der Weißen Rose, Metropol Verlag 2003 (Bibliothek der Erinnerung, Hg.v. Wolfgang Benz 10)

Karl Alt: Überschreiten von Grenzen. Strafgefängnis von München-Stadelheim zwischen 1934-1945, Verlag Ökologie&Pädagogik 1994 (Überarbeitete Neuauflage von Karl Alt: Todeskandidaten, 1946)

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Deutsche und Christen + Auferstehung oder nicht

Solche Umfragen sind interessant – aber sagen nicht viel aus. Denn entscheidet sich, ob einer Christ ist daran, ob er am Sonntag in die Kirche geht? Wie dem auch sei: Statt zu sagen, dass immer weniger an die Auferstehung glauben, würde ich lieber einmal wissen:
Was glauben sie denn zum Thema:

  1. Leben nach dem Tod?
  2. Wiedergeburt?
  3. Vergehen ins Nichts?
  4. Eingang in den Kreislauf der Natur?
  5. Leben auf einem „Stern“?
  6. Leben im Paradies oder in der Hölle?
  7. Hauptsache jetzt leben – danach ist alles aus?
  8. Jetzt leben – was danach kommen wird an Leben, weiß man sowieso nicht?
  9. Haben sie nicht darüber nachgedacht, weil das zum Tabu Thema gehört?
  10. Ist der Gedanke an eine Seele verschwunden – aufgelöst in den Äther der Welt?
  11. Glauben sie noch, dass der Mensch eine Seele hat – wenn ja: Was passiert mit ihr nach dem Tod?
  12. Weiterleben in den Nachkommen – spielt das noch eine Rolle?
  13. Weiterleben in guten Taten – die die Menschheit weiterbringt?
  14. Alles macht keinen Sinn – was ich jetzt tue, endet im Nichts?
  15. Vielfach hat die Vorstellung: Der Mensch lebt in der Erinnerung anderer sich massiv durchgesetzt. Aber was bedeutet das nun wirklich für mich – wenn ich gestorben bin? Was bedeutet das für die Konkretionen im jetzigen Leben?

Diese im Volk gängigen Vorstellungen – neben der christlichen Intention, dass man bei Gott leben wird – diese sollten einmal befragt werden, diese Untersuchungen fände ich spannend.

Interessanter als das, was nicht ist, wäre also: Was ist?

Denn das würde zeigen, wie die Menschen unserer Zeit wirklich gestrickt sind, welche Religion/Weltanschauung sich durchsetzt bzw. dominant ist/wird. Dann könnte man überlegen: Warum gerade diese, denn jede Religion/auch Nichtreligion hat Folgen für das Zusammenleben in der Gesellschaft.

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Aber die Umfrage ist an sich auch spannend: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/christentum-wird-den-deutschen-immer-wichtiger-15350350.html

Glaube an Wunder, Engel ist gestiegen, auch die Sicht, dass das Christentum für das Land bedeutsam ist… – aber dennoch: christliche Grundlagen werden vielfach nicht angenommen. Heißt das: Das Christentum wird zu einem nationalen Identifikationspunkt – aber eben unreflektiert?

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Ewigkeitssonntag/Totensonntag

Der Ewigkeitssonntag im November, auch Totensonntag genannt, ist dem Andenken an Verstorbene gewidmet. Neben dem Totengedenken wird in vielen Gottesdiensten auch zu einem bewussteren Umgang mit der Lebenszeit ermutigt.

so heißt es hier: https://www.ekd.de/Ewigkeitssonntag-10838.htm

An solchen Kleinigkeiten wird deutlich, wie sehr die Kirche den jeweiligen Zeitgeist wahrnimmt. Es geht vielen Menschen nicht mehr um die Toten – sondern darum, wie gehe ich mit meiner Trauer um. Es geht nicht mehr um die Verstorbenen, sondern darum: Was mache ich aus meinem Leben. Das ist alles schön und gut. Doch wer die Toten ausklammert, das Leben nach dem Tod ausklammert, der fixiert seinen Blick auf das Diesseits und verbreitet Hoffnungslosigkeit mit Blick auf das Jenseits. Wenn selbst die Kirche die Toten und das Leben nach dem Tod aus dem Blick lässt, wer soll dann noch die Auferstehung erwarten? Karl Marx und seine Fixierung auf das Diesseits in Ehren, die Fixierung des Egoisten auf das Diesseits, auf sein Leben in Ehren. Aber wie schon Dietrich Bonhoeffer erkannte: Die Fixierung auf das Diesseits ist genauso übel wie die mittelalterliche Fixierung auf das Jenseits. Denn die Letztgenannte fördert den Egoismus, Hedonismus, Utilitarismus.

Die Benennung des Ewigkeitssonntages als Totensonntag – darüber sollte auch jeder Christ sich so seine Gedanken machen, ob er das übernehmen möchte, auch wenn es Tradition ist. Man gedenkt als Christ der Toten, die man in Gottes Hand gelegt hat – und das wird mit dem Namen Ewigkeitssonntag besser ausgesprochen.

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Auferstehungsglaube als Prozess

Schauen wir die Geschichte von den Emmaus-Jüngern an: Der Glaube an den Auferstandenen ist ein Prozess. Nach einem Dialog, nach Belehrung ist ein Zeitpunkt gekommen, in dem die Jünger den Auferstandenen an einem ganz bestimmten Erlebnis, in einer ganz bestimmten Situation erkennen.

Ein minilanger Prozess wird im Johannesevangelium beschrieben: Maria sieht, aber erkennt nicht, macht sich ihre Gedanken, spricht viel – und auf einmal aufgrund der Anrede Jesu: Erkennen!

Auch Paulus ist in diese Reihe einzuordnen: Er verfolgt Christen, hat sicher mit zahlreichen von ihnen gesprochen, darüber nachgedacht, hat alles abgelehnt und für dumm und gefährlich angesehen – und dann vor Damaskus das Erkennen!

Und so erging und ergeht es zahlreichen Menschen durch die Jahrhunderte und in aller Welt. Gott erhebt auch sie aus dem Staub – in den sie sich hinein erniedrigt haben. Sie verstehen nichts – und verstehen doch alles.

Manche sagen: Ich glaube nicht an die Auferstehung. Macht nichts. Der Glaube kann nicht erzwungen werden. Was vielleicht Voraussetzung ist: In Ablehnung oder Wohlwollen – die Beschäftigung mit Gott in Jesus Christus. In der Ablehnung und in der Beschäftigung ist man mit dem Auferstandenen schon auf dem Weg. Und dann? Irgendwann macht es mehr oder weniger deutlich: Klick. Und man sagt: Nicht verendet der Mensch – der Mensch wird vollendet! Gott sei Dank.

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Glaube an Auferstehung – eine Umfrage

Ein eigenartiges Ergebnis der Umfrage: Glauben Sie an die Auferstehung?

36% ja – 32% nein, 32% (!) keine Angabe.

15% der Konfessionslosen glauben daran.

52% der CDU-Wähler, 38% FDP, 37% SPD, 33% AfD, Grüne/Linke 28%

40% mit Uni-Abschluss, 36% mit Lehre…

Weitere Daten: http://www.focus.de/politik/deutschland/insa-meinungstrend-glauben-sie-an-die-auferstehung-jesu-so-antworten-die-deutschen_id_5384573.html

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Organspende

Mir flatterte wieder ein AOK-Organspender-Ausweis ins Haus. Es ist immer schwer zu entscheiden – Ja, Nein, Ja, Nein, Ja…

Es gibt wichtige Stimmen, die gegen die Organspende argumentieren – aus christlicher Sicht. Es ist eben, wie hier dargestellt wird, nicht nur die Frage: ist man tot, wenn man hirntot ist? Sondern es spielen eine Menge anderer Themen mit hinein: http://www.pro-medienmagazin.de/politik/detailansicht/aktuell/organspende-herz-um-herz-92692/

Unsere Gesellschaft ist auf das Hirn fixiert. Wenn das nicht mehr funktioniert – dann kann man den Körper vergessen. Aber, so zeigt auch der Artikel, dem ist nicht so. Aus christlicher Tradition sind Körper, Hirn, Seele eine Einheit. Man darf sie nicht zugunsten des Hirns aufgeben.

Auch meine Sicht ist, dass wir bereit sein sollen, unser Leben bewusst zu leben, nach dem Wort: Gott, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir klug leben. Sterben einüben, mit dem Tod umgehen lernen, das sollten wir einüben und nicht nur das medizinisch-technische Know-How für das Wahre halten. Das ist das Primäre. Sterben lernen, lernen, sich in die Hand Gottes fallen zu lassen.

Und Menschen, denen man ein Organ in Aussicht stellt, kreisen um das Thema Organ, statt darum, dieses Sterben zu lernen (was man freilich nur in christlicher und buddhistischer Tradition kann, bzw. in der Tradition des Islam den Inschallah-Gedanken forcieren). Atheisten tun sich da schwerer. Aber dieses sich Gott im Leben und Sterben Anvertrauen – das sollte Priorität haben.

Das soll aber die Bereitschaft, Organe zu spenden, nicht schmälern. Sicher: Gott liebt den Menschen auch dann weiter, wenn sein Hirn tot ist. Er liebt den Menschen aber nicht, weil er Hirn hat oder Körper hat, sondern er liebt ihn über die Existenz von Körper und Hirn hinaus. Das Wesen des Menschen – wie Gott ihn sieht – wie Gott ihn neu erschafft für sein Reich – ist etwas Neues. Paulus verwendet das Bild vom Samenkorn, das stirbt und danach nicht mehr aussieht wie es aussah, sondern zu einer Pflanze wird (1Korintherbrief 15).

Dass eine Organspende sozial ist – daran zweifle ich nicht. Ich selbst täte mich leichter mit der Bereitschaft, meine Organe zu spenden, wenn ich wüsste, dass man mich – wie es in der Schweiz der Fall sein sollte – vorher betäubt. Natürlich ist man nach heutiger Vorstellung tot, wenn das Hirn tot ist. Aber ich traue in dieser Hinsicht unserer heutigen Vorstellung nicht, weil es sehr stark hirnig ist.

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