Die Religion-Bestimmerin + Krankenhäuser ohne Strom + Spartipp + Billige Berlin Tickets + Grundsteuer – Vater/Mutterlandsliebe + Otto senkt die Heizung + AKW-Ausstieg + Uganda: Sudan-Ebola + Christlicher Nationalismus + Extremer als die Vorsprecher*innen + mRNA in Muttermilch

Die Religion-Bestimmerin

Sie weiß, was Religion ist, was nicht Religion ist. Als Außenministerin ist man dazu in der Lage, es deutlich zu bestimmen – und wenn die Religion es anders sieht? Pech gehabt! Als Außenministerin muss und will sie es einfach interpretieren. Irgendwelche gleichgesinnte und unwissende Leute werden dem dann schon folgen. Wie gesagt: Als Außenministerin weiß sie es besser: https://www.cicero.de/aussenpolitik/annalena-baerbock-proteste-iran-islamismus-rede-amini

Soweit ich sehe gibt es im Koran folgende Stellen, die das Thema Bedeckung der Frau ansprechen: Suren 24,31 (32) und 33,55 (56).59 (60). Und überwiegend wird sie in muslimischer Tradition so interpretiert, dass die Frau sich und ihren Schmuck bedecken soll: die Frage ist, wenn von Schmuck die Rede ist, ob damit ihr Haar gemeint sei – was vielfach so interpretiert worden ist. Das nächste Gebot spricht über die Frauen des Propheten: sie sollen nur durch einen Schleier hindurch angesprochen werden, was einen Vorhang meinen könnte, wobei allerdings die Frage gestellt wird: Was ist mit dem Vorhang, wenn sie sich außerhalb des Hauses bewegen (Kleidungsstück?) – oder gehen sie nie hinaus? Oder: Warum wird gesagt, dass die Frauen diesen „Vorhang“ weglassen können, wenn Vater, Söhne, Brüder, Freundinnen, Sklavinnen kommen. Die letztgenannte Stelle (59/60) weist darauf hin, dass Frauen der Gläubigen – als ehrbare Frauen – etwas von ihrem Tuch herunterziehen sollen, damit sie nicht belästigt werden. Die ehrbaren Frauen sollen, so eindeutig Hadithe, ihre Blöße bedecken, was so interpretiert wird: alles, außer Gesicht und Hände. Allerdings gilt das nicht für Sklavinnen. Sie waren nicht ehrbar und durften entsprechend auch nicht die Kleidung wie ehrbare Frauen tragen.

Nun stellt sich die Frage: Ist das Religion oder nicht? Als historisch-kritische Menschen der Aufklärung sagt man: Pustekuchen. Das sind damalige Sitten gewesen, sie gelten heute nicht mehr. Nur: Viele, die den Koran und die Worte ernst nehmen, verstehen das eben wörtlich und zwar nicht als menschliche Worte, sondern eben als Worte Allahs. Und nicht nur die Islamisten verstehen sie so. Darum gibt es auch ein Ringen um die Interpretationen. Und dieses Ringen um die Interpretation findet nur darum statt, weil die nicht säkularen Muslime wissen wollen: Wie hat Allah das gemeint? Und wenn die schiitischen religiösen Führer das so und so interpretieren, nicht nur sie, sondern auch viele sunnitische, dann aus religiösen Gründen: Es ist Gesetz Allahs. Das Ringen um die richtige Interpretation der Gesetze Allahs geht weiter.

Also einfach zu sagen, es sei nicht Religion – ist Unsinn von Menschen, die sich für säkular-aufgeklärt ansehen. Aber das ist typisch: Wenn einer nicht weiß, was die String Theorie ist, sagt er, um sich vor Wissenden nicht lächerlich zu machen: Ich weiß nicht, was die String-Theorie ist. Wenn es aber um Religion geht, denken alle Säkulare, sie wissen es besser als die Religiösen. Durch ihre apodiktische Sprache signalisieren sie – aus Sicht der Religiösen – dass sie sich an die Stelle Gottes setzen wollen. Nicht das, was euer Gott sagt ist richtig – richtig ist das, was ich als rechthabender Mensch sagt. Und das ist aus Sicht der Religiösen Anmaßung, Überheblichkeit.

Krankenhäuser ohne Strom

Ich hatte es schon im Blog, dass sehr leichtfertig herumschwadroniert wurde, nach dem Motto: Ein gezielter Stromausfall ist ja nicht schlimm. Meine Frage ist über das, was ich da geschrieben habe hinaus: Was ist eigentlich mit unseren Krankenhäusern? Können die ohne Strom die Sicherheit der Patientinnen und Patienten gewährleisten – und: wie lange? Bezahlen eigentlich die dafür Verantwortlichen – also die, die sagen, es gäbe kein Stromproblem – alle Folgekosten, bis hin zu den aufgetauten Lebensmitteln in den Gefriertruhen?

Spartipp

Ich habe von Radio Duisburg einen Wasser-Spartipp gelesen:

Wer beim Duschen pinkelt, spart 2200 Liter Wasser im Jahr.

Billige Berlin Tickets

Tja, man kann doch als Berliner nicht an alles denken! https://www.spiegel.de/netzwelt/web/berlin-patzt-bei-einfuehrung-des-29-euro-tickets-fahrausweis-zum-selbstausdrucken-a-8adaa68e-f927-44e9-a995-8222ef62647f

Grundsteuer – Vaterlandsliebe

Das nennt man doch Vaterlands- oder Mutterlandsliebe: Man opfert Stunde um Stunde seines Lebens um dem Vater- / Mutterland die Möglichkeit zu geben, einem mehr Geld abzuknöpfen.

Otto senkt die Heizung

Otto senkt die Heizung – und will, dass Leute im Homeoffice arbeiten: https://www.n-tv.de/wirtschaft/Otto-dreht-Heizung-ab-und-verweist-auf-Homeoffice-article23624262.html Dass das allerdings umweltschädlich ist, weil ja dadurch viel mehr Energie aufgewendet werden muss, weil jede/r zu Hause arbeitet, kommt denen nicht in den Sinn. Oder doch? Wollen sie also nur die Kosten auf die Mitarbeiter abschieben? Genauso wie die Universitäten, die zumindest als Gedankenspiel, die Studierenden nach Hause schicken möchten.

AKW-Ausstieg

Dass nicht erst die Grünen für den Ausstieg aus dem AKW sind, erfahren wir hier, 2011. Merkel wollte bis 2022 den Ausstieg, weil sie dachte, dass das CDU mit den Grünen zusammenführt: https://www.sueddeutsche.de/politik/atomwende-der-cdu-merkels-schwarz-gruenes-coming-out-1.1103224 Nur eine Info für diejenigen, die sowas schnell vergessen. Dafür, weitere Meiler ans Netz anzuschließen, ist der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags: https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/dihk-praesident-peter-adrian-in-bild-wir-muessen-den-bau-neuer-akw-pruefen-81487356.bild.html Natürlich wird das von Grünen kritisiert. Aber sie träumen noch von ganz schnell errichteter Windrad-Energie usw. Denn darauf kommt es doch im Augenblick an: Es muss schnell gehen. Wenn alles am Boden liegt, kommt man kaum noch auf die Beine. Bzw. es bedarf immens viel Kraft, wirtschaftlich wieder vorne mitspielen zu können.

Uganda: Sudan-Ebola

In Uganda ist Ebola ausgebrochen: https://www.mnnonline.org/news/sudan-ebola-strain-emerges-in-uganda/

Christlicher Nationalismus

Überall lässt sich christlicher Nationalismus (und Tribalismus) erkennen: https://www.mnnonline.org/news/ethiopian-prophets-stoke-violence/ Ebenso lässt sich die Anlehnung vieler Christen an politische Ideologien und Parteien erkennen. Nicht nur, dass sich Evangelikale oft an autoritäre sondern auch liberale Christen an Linken Parteien anschließen, ist zu beklagen. Das schmerzt, dass wir Christen auch in anderen Fragestellungen so wenig von Nachfolge Jesu Christi halten. Wie nötig wäre eine globale Buße – aber eben: Christen versagen unterschiedlich – entsprechend muss Buße vielfältig sein. Eine Buße und das Wissen: Wir sind Christen und nicht Anhängsel irgendwelcher politischen Ideologien und Herrscher.

Extremer als die Vorsprecher*innen

Päpstlicher als der Papst – so sagte man früher. Wie kann man das heute angemessen aussprechen? Vielleicht so: Extremer als die Vorsprecher*innen? Und zwar sind manche Journalisten extremer als die politischen Grünen. Während Politiker versuchen, doch irgendwie noch auf die Bürger Rücksicht zu nehmen, krähen die Extremeren lauter – und versuchen so ihre Vorsprecher*innen zu zwingen, extremer zu werden: https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/gaspreisbremse-tagesthemen-will-heizen-am-besten-noch-teurer-machen-81480342.bild.html

mRNA in Muttermilch

Der Beitrag zeigt, was von Verharmlosern zu halten ist, die herumverharmlosen, obgleich etwas nicht sicher ist. Es wird dann medial nur herumverharmlost, um politische Vorgaben zu verstärken oder sie erst – so würde ich manche Zeitungsartikel beurteilen – zu provozieren. Kritischer müssten mir die Medien sein! https://www.achgut.com/artikel/amtliche_irrtuemer_bei_der_impfstoff_mrna_in_muttermilch

Datenschutzerklärung: https://www.wolfgangfenske.de/; https://predigten.wolfgangfenske.de/

Trauer um Afghanistan + Ältere und Falschmeldungen + EKD und Bibel und Umwelt + Stephen Weinberg †

Trauer um Afghanistan

Wir müssen um Afghanistan trauern: https://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan-opfer-un-101.html Bald wird die Taliban die Friedhofsruhe hergestellt haben – allerdings wird die IS wahrscheinlich erst einmal diese Friedhofsruhe durch weiteren Terror stören.

Ältere und Falschmeldungen

Das ist mal wieder eine Studie, die meinen Erfahrungen vollkommen widerspricht. Ich habe beobachtet, dass Jugendliche vieles von dem glauben, was ihnen von etwa Gleichaltrigen in Medien vorgesagt wird. Erklärt habe ich mir das damit, dass die gesamte Einordnung von Aussagen noch nicht so möglich ist: https://www.spiegel.de/netzwelt/web/studie-zu-desinformation-aeltere-menschen-sind-empfaenglicher-fuer-falschmeldungen Mal sehen, wann die Studie kommt, die meine Beobachtungen bestätigen.

EKD und Bibel

Interessant, was hier über den EKD-Text zur Bibel zu finden ist: https://www.pro-medienmagazin.de/wie-die-kirche-mit-der-bibel-in-der-hand-leiten-will/ Wer den Text lesen möchte: https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/bedeutung_bibel_EVA_2021.pdf

Nur eine kleine Anmerkung: Interessant finde ich, dass zum Thema Umwelt manches aus der Bibel thematisiert wird, aber im Rahmen der Diskussion nach messianischem oder apokalyptischen Verständnisses eher der Ausweg: Bonhoeffer und Pseudo-Luther, statt Jesus in den Blick rücken. Denn Jesus handelt konkret gerade von seiner Zukunftserwartung her. Das ist ein anderer Ansatz als das Trotzige: Ich pflanze heute einen Apfelbaum, auch wenn morgen die Welt untergeht, oder: heute handle ich – ich lass mir erst das Handeln nehmen, wenn es soweit ist. Jesus: Was erwarten wir von Gottes Herrschaft? Nur Gutes – also tut es.

Das mag sein, dass die Theologie das Thema Umwelt nicht so sehr beachtet hat. Aber Christen außerhalb der Theologie haben es. Man muss nur einmal die Texte wahrnehmen, die nicht der hohen Theologie zugehören (gedichte.wolfgangfenske.de – obgleich ich nur hier und da das Thema berücksichtigt habe). Oder um nur einen der bekannten zu nennen, einzelne Personen wie Wilberforce und ihre Kreise schon im 19./20. Jahrhundert, oder der Pfarrer und Dichter Albert Knapp im 19. Jahrhundert, der den ersten Tierschutzverein in Deutschland gegründet hat.

Stephen Weinberg †

Der Hardcore-Atheist und Physiker Weinberg ist gestorben. Eine Ikone des Atheismus. John Lennox kannte ihn, Weinberg hatte ihn eingeladen und verlangt, dass er als Wissenschaftler „diesen kindlichen Glauben an Gott ablegen“ solle. „Wenn sie das nicht tun, werden Sie zum intellektuellen Krüppel werden und im Vergleich zu ihren Kommilitonen schlechter abschneiden. Sie werden es einfach nicht schaffen.“ Nun denn John Lennox ist bekannter Mathematiker geworden und streitbarer und wacher Christ geblieben. Der Druck von Weinberg hat also nicht geholfen. Im Gegenteil. Von daher dürfen Christen Atheisten dankbar sein, sie helfen, die Argumentation zu schärfen. Wie heißt es in dem Beitrag der SZ: https://www.sueddeutsche.de/wissen/physik-weinberg-nachruf-1.5363854 : „Er war ein leidenschaftlicher Kämpfer für das wissenschaftliche Weltbild“.

In seinem Buch, in dem Lennox das erzählt, fragt er sich, was wäre, wenn er als Christ so mit einem Studenten umgegangen wäre. Darf man dem Herrn Weinberg R.I.P. wünschen? Ein Kürzel, das dem Psalm 4,9 entnommen wurde?: resquiat in pace .

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Der Atheist Onfray und der Papst + Prechts Tierethik

Der Atheist Onfray und der Papst

Interessant, was man hier zu lesen bekommt: https://www.kath.net/news/75805 Onfray verteidigt Benedikt XVI., gegen Franziskus, seine Sicht über die lateinische Messe und wie er sich selbst in der christlichen Kultur sieht.

Nachtrag 23.7.: Wer treibt den Papst? https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/aktuell/franzoesischer-historiker-kritisiert-traditionis-custodes;art4874,219761

Prechts Tierethik

„Völlig lausige Begründungen“ heißt sein Beitrag zur Tierethik: https://www.spiegel.de/kultur/richard-david-precht-ueber-tierethik-voellig-lausige-begruendungen

Die Frage ist, ob seine eigenen Begründungen auch mit gemeint sind. Sagen wir es einmal vorsichtig so: Es fehlt in seinen Begründungen eine gewisse Stringenz – damit macht er das, was er anderen vorwirft.

Er als Vertreter der Künstlichkeit – damit steht er ganz in der Linie unserer Zeit: Wir lieben künstliche Welten. Die reale Welt muss durch unsere Künstlichkeit ersetzt werden. Mit Düften fing es an, über Plastikblumen ging es weiter, künstliches Vogelgezwitscher aus einem Tonvogel, dann ganze Welten der Künstlichkeit in Filmen; Wälder und Flüsse werden unserer Künstlichkeit ausgesetzt, dann natürlich das Fleisch durch irgendwelche chemische Kunst ersetzt. Nun denn, man ist ja schon dabei, auch den Menschen durch künstliches Irgendwas zu verbessern. Natur ist nicht. Künstlichkeit ist des Menschen Ding. Er will Schöpfer sein. Er macht alles besser. Künstlich.

Um nicht missverstanden zu werden: Nichts gegen Tierethik. Wir sind auf dem Weg. Diskutierend. Meine Sicht: https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/verhalten-ethik/tier-ethik/

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Sexualmoral: Russell – und Elisabeth Ascombe

Bertrand Russell, wie Blaise Pascal ein Mathematiker und Philosoph, allerdings anders als Pascal massiv antichristlich eingestellt – und eine Ikone des Atheismus. Seine Tochter Katharine Tait (My Father Bertrand Russell) beschreibt ihn als humorvoll usw. Aber mit seinem Buch über Sexualmoral habe er seiner Familie massiv vor den Kopf gestoßen. Man kann es verstehen, dass seine Frau und seine Tochter darüber nicht besonders erbaut waren. Laut wikipedia

Russell argumentierte dabei, dass die Gesetze und Vorstellungen über Sexualität ein Gemisch verschiedener Quellen seien, die seit dem Aufkommen der Empfängnisverhütung keine Gültigkeit mehr hätten, da die sexuellen Akte nunmehr von der Empfängnis zu trennen seien. Er argumentierte ferner, dass die Familie das Wichtigste im Wohlergehen der Kinder sei und ein Mann und eine Frau daher nur nach ihrer ersten Schwangerschaft als aneinander gebunden betrachtet werden sollten.

Eine kleine Apologie und Darstellung des Verhältnisses von Russell und Frauen wird hier vorgestellt: https://cdn.aerzteblatt.de/pdf/82/9/a557.pdf

Interessant ist, dass das Verhältnis von Russel zu den Frauen in dem Beitrag als philosophisches Interesse dargestellt wird. Nun denn, als Mann, der er war, kann man das entsprechend interpretieren – oder auch nicht: Sondern er war einfach ein Mann, der sexuelle Eskapaden irgendwie auf seine Art klug begründen wollte, indem er andere aufgrund der Begründung zu eine entsprechende Verhaltensweise animierte.

Die Argumentation, die Wikipedia wiedergibt, ist interessant, weil sie einfach eine modernisierende Form traditioneller männlicher Verhaltensweisen ist. Männer vor ihm hatten das Thema Empfängnisverhütung nicht im Blick und haben sich genauso verhalten. Eigentlich ist es egal, wie man es begründet – wenn man in seinem sexualisierten Egotrip tun will, was man tun will, auch wenn es anderen das Herz brechen sollte, dann macht man es eben. Aber die Frauen waren, soweit ich das erkennen kann, eben wohl vielfach auf dem Trip: Sich im fittesten und angesehendsten Männchen sonnen, von seinem Ruhm sexuell etwas abhaben…

In dem genannten Artikel findet man die Aussage von König George, als er Russell einen Preis übergeben musste:

„Sie haben sich manchmal in einer Weise aufgeführt, die nicht erträglich wäre, wenn sie sich jeder zu eigen machte.“

*

Ein Gegenbild ist die in unserem Land (soweit ich sehe) unbeachtete Philosophin – und des Philosophen Wittgenstein Schülerin – Elisabeth Ascombe https://de.wikipedia.org/wiki/Elizabeth_Anscombe

Eine Beschäftigung mit ihrer Biographie lohnt. Man kann sich allerdings vorstellen, warum die Darlegungen von Russell in unserer Zeit (nur bei Männern?) eher goutiert werden.

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Nicht über Christentum lästern

Das ist ja schön, dass sich ein Atheist vorgenommen hat, nicht mehr über das Christentum zu lästern: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2020/04/15/warum-ein-atheist-nicht-mehr-ueber-christen-laestern-will/

Interessant finde ich die Aussage, dass er das früher gemacht habe, weil das Christentum ein leichter Gegner ist.

Ist das Christentum nicht fies? Hintenherum überwältigt es sogar harte Atheisten:

„Ich nehme mir also vor, mich als entschiedener Gegner Gottes einiger christlicher Tugenden zu befleissigen.“

*

Am 7.3. schrieb ich im Blog https://blog.wolfgangfenske.de/2020/03/07/werte-und-moral/:

Wer Werte und Moral verhöhnt, muss sich nicht wundern, wenn diese durch Amoral, Un-Werte und somit auch Unmenschlichkeiten ersetzt werden.

Menschen suchen sich Verhaltensmaßstäbe – wenn man ihnen von der Gesellschaft her aus verschiedensten Gründen keine verbindlich anbietet, greifen sie nach dem, was ihnen plausibel erscheint – auch wenn es unter aller Menschlichkeit ist.

Interessant ist es, dass Menschen, die feste Werte ablehnen, nicht selten dann aggressiv rege werden, wenn manche dem widersprechen, was sie als Werte dann doch verinnerlicht haben.

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Goslar-Dom + Notre Dame

Es war einmal ein Dom in Goslar
https://de.wikipedia.org/wiki/Goslarer_Dom . Der wurde vor ca. 200 Jahren abgerissen, und wie ich erfahren habe: Aus den Steinen wurden Militärkasernen gebaut. Da dürfte doch das Herz so manches Antikirchler höher hüpfen. Jede Zeit hat so ihre Prioritäten.

Hoffen wir, dass die Kathedrale Notre Dame wieder erbaut wird, wie sie war und nicht ein neuer Tempel der Vernunft oder ein Tempel des Kapitals oder ein Tempel der Verehrung von welchem Zeitgeist – zum Beispiel der zur Göttin erhobenen Europa – auch immer errichtet wird.

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Bewegungen + SPD: säkular-humanistisch

Bewegungen, die locker sind, in die sich jeder einmischen kann, haben ein großes Problem: Idioten (= negativ konnotierte „Eigensinnige“), die versuchen, die Bewegungen zu unterwandern. Das gilt, wie ich das sehe, für die Identitären, gilt für die Gelbwesten – wird wohl auch den Schüler*innen-Umweltdemos so gehen.

Dagegen hilft nur eine strenge Hierarchie innerhalb der Gruppen – aber wer will die schon?

Dieses Problem haben übrigens auch große hierarchisch strukturierte Organisationen/Institutionen: Kirchen, Parteien, Gewerkschaften… – es gibt immer irgendwelche Leute, die unangenehm bis kriminell idiotisch (im oben genannten Sinn) aktiv sind. Aber in diesen fallen sie nicht so sehr auf, weil sie eher Minderheiten sind. Es sei denn, man hat ein mediales Interesse an ihnen.

*

Interessant, dass es innerhalb der SPD keinen säkularen Arbeitskreis geben darf: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/atheisten-duerfen-keinen-arbeitskreis-in-der-spd-gruenden-16096047.html

Dass er sich nicht humanistisch nennen darf, kann ich ja noch verstehen, weil das die Usurpation eines neutralen Begriffs bedeutet, denn viele gehören Humanisten an, ohne atheistisch/säkular zu sein (Erasmus, Herder…). Eine Usurpation, die viele säkulare und atheistische Gruppen für sich in Anspruch nehmen, aber dennoch ein propagandistisches Geschmäckle hat: Man schmückt sich mit fremden Federn.

Leider gibt der oben genannte Artikel nichts her, was die Begründung betrifft, außer, dass es juristisch nicht geht. Warum nicht?

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Kopftuch + Antisemitismus + Diskussion: Atheist/Christ

Zum Hijab-Tag neulich eine kritische Stimme: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/02/01/das-kopftuch-verhindert-die-integration-unserer-muslimischen-kinder/

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Antisemitismus in den Schulen – wird vielfach nur im Kontext mit dem Nationalsozialismus angesprochen: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/02/01/forscher-besorgt-ueber-antisemitismus-an-deutschen-schulen/

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Ein Atheist und ein Christ diskutierten: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/02/01/dietz-und-kahl-diskutieren-ueber-plausibilitaet-des-glaubens/

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Gefährliche Religion

Christliche Religion ist gefährlich, denken manche Menschen, die das Befreiende des christlichen Glaubens nicht kennen.

Weil christliche Religion gefährlich ist, muss sie aus der Öffentlichkeit möglichst raus gehalten werden.

Damit wird die wichtige religiöse Neutralität des Staates – der religiös neutral zu sein hat – zu einem säkular-gesellschaftlichen Zwang umgeprägt, der mit dem freien demokratischen Staat nichts zu tun hat.

Das säkulare Umfeld verbreitet Angst und lehrt manche Christen das Fürchten. Es verhindert damit nicht nur die Freiheit der Religion, sondern auch das Befreiende des christlichen Glaubens wahrzunehmen.

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Christen in Deutschland

Interessante Zahlen – vor allem die Unterscheidung zwischen praktizierenden und nicht praktizierenden Christen: https://www.welt.de/politik/deutschland/article176794385/Studie-zu-religioeser-Einstellung-Christen-lehnen-Muslime-eher-ab-als-Nichtglaeubige.html

Ca. 71% identifizieren sich in unserem Land mit dem „Christentum“ – 49% üben den Glauben nicht aus, 22% ja. Knapp 25% sehen sich als nicht religiös an. Ich finde diese Zahlen insofern auch sehr interessant, weil es hier nicht nur um Westdeutschland geht, sondern um Deutschland. Die bisherige Frage nach der konfessionellen Bindung, die ich neulich im Blog hatte, zeigt somit ein falsches Bild. Richtiger ist nicht die Frage nach der Konfession, sondern die nach dem religiösen Zugehörigkeitsgefühl. Allerdings werden diejenigen, die sich nicht dem Christentum zugehörig fühlen, als Konfessionslose bezeichnet – was irreführend ist. (Wobei auch hier gesagt werden muss: Es handelt sich um eine Studie.)

Übrigens entspricht das auch meiner Erfahrung, ich habe das wiederholt geschrieben, dass etwa 70% derer, die aus der Kirche ausgetreten sind, bei Beerdigungen religiöse Bezüge haben wollen (in einem westlichen Bundesland).

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Faktencheck als Meinungsmache + Gerichte überlasten

Interessant finde ich das, was hier passiert: Früher wurde die Meinung eines anderen mit einer Gegenmeinung pariert. Heute nennt man die Gegenmeinung nicht mehr Meinung, sondern: Faktencheck. Man tut nicht einmal mehr so, als sei man neutral – man kaschiert Subjektivität durch Vorspiegelung einer Art Objektivität. Wie lange fallen die Leute darauf rein? Diese Gedanken kamen mir im Kontext dieses Themas, wobei es mir nicht um das Thema geht, sondern um die Beobachtung, Faktenchecks politisch einzusetzen: https://www.focus.de/politik/deutschland/alexander-dobrindt-csu-mann-wirft-abschiebe-gegnern-kampf-gegen-rechtsstaat-vor_id_8918350.html

Recht ist Recht – auch für Zugereiste. Die Politik hat die Aufgabe, die Verhältnisse zu schaffen, damit Recht auch durchgesetzt werden kann. Das nicht dadurch, dass man Recht beugt. Aber:

War nicht vor ein paar Wochen einmal in den Medien, dass gezielt versucht wird, die Gerichte zu überrennen, damit sie sozusagen nicht mehr in der Lage sind, Recht zu sprechen, somit gesagt wird: Schaffen wir dies und jenes ab, da es sowieso nur die Gerichte verstopft? Dobrindt wird das noch im Kopf haben: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-05/abschiebung-alexander-dobrindt-csu-rechtsstaat-asyl-fluechtling-saboteur

Ähnliche Argumentation gibt es zum Thema Schwarzfahren, Legalisierung von Drogen, auch Ladendiebstahl? usw. Von daher weiß ich nicht so recht, ob die Verteidiger der Verteidiger sich über den Tisch ziehen lassen oder selbst involviert sind. Wenn es selbständige Journalisten und Redaktionsstuben gibt, wird das Thema sicher auch einmal aus verschiedenen Blickwinkeln recherchiert werden.

*

So finde ich zum Beispiel interessant, dass in Zeit-online so ein Beitrag erscheint: https://www.zeit.de/gesellschaft/2018-05/islam-kopftuch-verbot-schulen-frauen-maedchen

Was viele – so wie Dilara – am Anfang aber nicht sehen: Das Tragen eines Kopftuchs ist eine weitreichende Entscheidung, gerade in einer so polarisiertenGesellschaft wie der unseren. Frauen, die sich für ein Kopftuch entscheiden, sind Diskriminierungen und Aggressionen ausgesetzt. Ein Kopftuch anzulegen ist nicht leicht. Doch es wieder abzulegen ist fast unmöglich…. Dilara legt das Kopftuch ab. Der Ehemann lässt sich nicht scheiden. Dafür kritisiert Dilaras Umfeld sie: Sie habe eine große Sünde begangen. Sie sei ihrem nefs erlegen. Heute sagt Dilara, es sei in der muslimischen Community viel schlimmer, das Kopftuch abzulegen, als nie eins getragen zu haben.

*

Hier finden wir das übliche Schema: Wenn schon Verbot, dann müssen alle religiösen Aspekte verboten werden. https://www.zeit.de/gesellschaft/2018-04/kopftuchdebatte-frankreich-schulen-religioese-symbole/komplettansicht

Diese Diskussion finde ich im Grunde spannender, weil sozusagen Zugereiste dazu verwendet werden, von antireligiösen Gruppen oder Individuen verwendet werden, um ihren Kampf gegen das Religiöse zu begründen. Hier wird das Beispiel Frankreich herangezogen. https://www.zeit.de/gesellschaft/2018-04/kopftuchdebatte-frankreich-schulen-religioese-symbole/komplettansicht

Sonderbarerweise wird in dem Beitrag das Kopftuchverbot mit dem Christentum begründet – um dann zu sagen: Aber in der Grenzsicherung ist man dann wieder nicht christlich. Begründet man allgemein das Kopftuchverbot christlich? Hier sind ganz andere Kräfte am Wirken – eben: Gleichberechtigung der Frau…; und Realpolitik, die auf die Bevölkerung Rücksicht nimmt – ist nur christlich begründet? In dem Beitrag werden unzulässig einfach alle möglichen Dinge miteinander vermischt. Gehört zur Taktik.

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Kreuz oder Nichtkreuz

Diskussion um die Frage, ob ein Richter das Kreuz abhängen soll, wenn Migranten angeklagt wurden: https://www.idea.de/gesellschaft/detail/das-kreuz-gehoert-zu-deutschland-wie-loecher-zum-schweizer-kaese-104024.html

Der muslimische Angeklagte sagte: Es sei ihm egal, ob Kreuz oder nicht. Das entspricht auch meinen Beobachtungen: Es sind nicht Muslime, die sich am Kreuz stoßen. Die streng Gläubigen nicht, weil sie wissen, dass sie in einem Land voller Ungläubiger leben müssen und die freieren Muslime nicht, weil es ihnen egal ist bzw. meinen, dass Christen zu ihrem Glauben stehen sollten wie sie es auch selbst tun. Vielleicht gibt es ein paar Muslime, die sich – warum auch immer – provoziert fühlen, aber allgemein ist das, soweit ich das beobachte, nicht.

Muslime können vorgeschoben werden, damit man als Nichtgläubiger eine Begründung hat, christliche Glaubenssymbole zu entfernen. Das hingegen habe ich schon häufiger beobachtet und auch im Blog benannt. Das ist heftig abzulehnen, weil das auf Muslime ein schlechtes Licht wirft, also manche sich auf Kosten von Muslimen weltanschaulich profilieren wollen.

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Fragen an Atheisten

Ein paar Fragen. Aus christlicher Sicht nicht ganz korrekt – interessiert mich als normaler, wacher Bürger:

A

Religionen gibt es wohl, seit man den Menschen irgendwie beobachten kann. Man schließt daraus, dass sich Religion durchgesetzt hat, weil es dem Menschen evolutionäre Vorteile bot: Er konnte sich besser in der Welt verorten, wurde psychisch stabiler und bekam soziale Hilfen – Gemeinschaft stabilisierend… Religionen wandelten sich mit der Menschheit, mit den Bedürfnissen der Menschheit: Religionen passten sich der Weiterentwicklung an – Menschen passten sich den Religionen an. Nun kommt innerhalb kurzer Zeit – menschheitsgeschichtlich gesehen – eine kleine Gruppe und sagt: Man benötige keine Religionen mehr, weil der Mensch nur noch seinen Verstand gebrauchen solle. Was das bedeutet, wird dann zeitgemäß definiert. Damit zusammen hängt der Versuch, den „Feind“ verbal zu destruieren: Religionen seien schlecht, würden nur schaden, würden zu Kriegen führen, sind Zeitverschwendung… – bei alten Atheisten (denen des 20. Jahrhunderts – nicht den großen des 19. Jahrhunderts) ist der Spott, den sie über Religionen ausgießen, groß. Man könnte ja auch einfach nur sagen, wie man seit einigen Jahrhunderten sagt: Religion hört sowieso bald auf. Und dann wie Jona gemütlich unter dem Baum warten, bis sie sich aufgelöst haben.

Aber: Der Mensch ist im Grunde der gleiche geblieben. Er ist aggressiv – und demütig, er liebt und hasst, er strebt nach Macht und Unterwerfung, er leidet und erlebt Glück… Woher nehmen die Atheisten, die ich soeben geschildert habe, die Zuversicht, dass ihre Forderungen überhaupt einen Schimmer realistischen Denkens an sich haben? Die wissenschaftlichen und technischen Erfolge können es nicht sein, die sie von der religiösen Tradition zu lösen versuchen, denn der Mensch ist mehr als Technik und Wissenschaft. Ist dieser atheistische Versuch der Moderne einfach nur ein großes Experiment: Folgen offen?

B

Die frommen Atheisten sind schon weiter: Der Mensch hat (mit Feuerbach und Marx) Religion erschaffen. Religionen haben gute und schlechte Seiten. Also der Mensch schafft die guten und schlechten Seiten der Religionen. Deren Forderung: der Mensch müsse die guten Aspekte der Religionen übernehmen, ohne allerdings selbst religiös zu werden. Zum Beispiel Gebet gerichtet an eine nicht existente höhere Macht stabilisiert die Psyche, pseudoreligiöse – auch liturgische Zusammenkünfte fördern das Zusammenleben… Diese haben aus meiner Sicht mehr Realismus als diejenigen, die Religion vollkommen ablehnen, weil sie Wissenschaft und Technik mit den sozialen Realitäten verbinden. (Zum Beispiel auch die alten Freireligiösen – die sich zwar immer wieder zerstritten und gespalten haben – und auch nie so wirklich die Herzen und Köpfe der Menschen erobern konnten.)

C

Die nächste Frage in diesem Zusammenhang: Religiöse Menschen haben mehr Kinder. Zumindest ist das der Stand meines Wissens. (Ich lasse mich gerne von neueren Untersuchungen, wenn es die denn gibt, vom Gegenteil überzeugen.) Werden allein von daher nicht schon immer die religiösen Menschen die nicht religiösen Menschen dominieren? Was die Kinder betrifft: Das heißt: Deutsche haben zum Beispiel weniger Kinder, weil sie weniger religiös sind. Sie nehmen ab. Aber damit das Land nicht bevölkerungsmäßig ausstirbt, müssen Menschen aus religiösen Gemeinschaften aufgenommen werden. Wer wird auf längere Sicht dominieren? Oder will man in Zukunft immer fragen: Religiös – Nichtreligiös? Und die Nichtreligiösen werden ins Land gelassen? Nur ein Tipp für die Gesellschaftsplaner.

D

Soweit ich vernommen habe, zeigen Untersuchungen, dass Kinder eher religiös denken als nichtreligiös. Kurz gesagt: animistisch – nicht christlich. Man muss also aus dem Menschen eher die Religion austreiben als sie in die Menschen hineintreiben. Darum soll Bildung verwendet werden, dass man dem Menschen sagt: Was du denkst und fühlst ist falsch – Religiöses ist Unsinn. Und so ist man ja auch stolz darauf, dass manche gebildete Menschen eben nicht religiös sind. Wenn dann doch welche religiös sind, sind sie so eine Art Unfall – die Bildung hat nicht so ganz geklappt oder die Psyche… Wie dem auch sei: Je gebildeter Menschen sind, desto areligiöser werden sie, so die Hoffnung. Wird an dieser Stelle dann Bildung nicht ideologisch verwendet? Zumal das ja auch so nicht stimmt – womit wir beim nächsten Punkt sind.

E

Nur am Rande: der Mensch denkt sich irgendwas aus, das für ihn richtig ist. Und dann meint er, das müsse nun auf alle Menschen übertragen werden. Das ist für mich der Beginn der Ideologie. Und so denken sich ein paar Menschen  aus, dass der Mensch areligiös zu sein hat. Damit das aber durchgesetzt werden soll, muss man möglichst früh die Kinder den Religiösen bzw. allen wegnehmen, weil ja jeder traditionell orientierte Mensch [ideologisch unsicher] in Gefahr geraten kann, die Kinder nicht so erziehen zu können, wie es die ideologische Elite gerne hätte. Von daher sind Kinder das beliebte Ziel – das sah man am Nationalsozialismus wie am Kommunismus – ich denke an Dawkins. Dass auch Religionen ideologisch agieren können, ist klar. Aber inzwischen sind sie in unseren Gesellschaften so sehr differenziert, dass diese Gefahr kaum mehr – zumindest zurzeit – bestehen dürfte.

F

Der nächste Punkt:  Es ist ja in unserem Land nicht so, dass Menschen, die sich von den christlichen Konfessionen abwenden, sich dem Atheismus zukehren, sondern Individual-Religionen – das heißt: esoterischen Welterklärungen. In diesen finden sie dann die Stabilisierung, die sonst die Religionen gegeben haben. Zeigt unsere Gesellschaft nicht, dass die Abwendung von den christlichen Konfessionen nicht dazu führt, dass man nicht atheistisch denkt, sondern dass man esoterisch denkt – also nach esoterischer Eigendefinition kurz gesagt: Verstand und Kosmos usw. in Übereinstimmung bringt? Zeigt das nicht wiederum, dass diese esoterischen Pseudo-Religionen wie die Versuche der frommen Atheisten den Menschen gerechter werden als die der Ratio-Atheisten? Womit wir wieder bei der ersten Frage wären.

G

Christen haben eine lange Geschichte. Und da gibt es nichts zu beschönigen – aber man muss sich auch nicht verstecken. Salopp gesagt: Auch Christen sind Menschen. Die Diskussion wird uns noch begleiten. Aber auch Atheisten haben sich in der kurzen Geschichte nicht besonders menschenfreundlich eingeführt. Es sei denn, man weist die „bösen“ Atheisten den Christen zu, weil diese im christlichen Kulturraum aufgewachsen sind, und das Christentum seine bösen Einflüsse auf sie auswirken ließ, und die guten Atheisten sind im Grunde „vom Himmel gefallen“, ganz autark, selbständig, haben sich von den religiösen Kontaminationen gereinigt, rein gehalten.

Eine Frage, die sich daran auch anschließt: Gibt es eigentlich Untersuchungen darüber, wieweit auch Nichtglaubende im Christentum Macht hatten – allerdings eben Glauben vortäuschend? Das wird sich vermutlich kaum mehr erhellen lassen. Manchmal sagt man ja, dass Menschen, die sich als besonders gefährdet im Glauben sehen, diese Gefährdung dadurch auszugleichen suchen, dass sie besonders gegen Gegner vorgehen.

Au weia – ist der Mensch kompliziert!

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