Sexualmoral: Russell – und Elisabeth Ascombe

Bertrand Russell, wie Blaise Pascal ein Mathematiker und Philosoph, allerdings anders als Pascal massiv antichristlich eingestellt – und eine Ikone des Atheismus. Seine Tochter Katharine Tait (My Father Bertrand Russell) beschreibt ihn als humorvoll usw. Aber mit seinem Buch über Sexualmoral habe er seiner Familie massiv vor den Kopf gestoßen. Man kann es verstehen, dass seine Frau und seine Tochter darüber nicht besonders erbaut waren. Laut wikipedia

Russell argumentierte dabei, dass die Gesetze und Vorstellungen über Sexualität ein Gemisch verschiedener Quellen seien, die seit dem Aufkommen der Empfängnisverhütung keine Gültigkeit mehr hätten, da die sexuellen Akte nunmehr von der Empfängnis zu trennen seien. Er argumentierte ferner, dass die Familie das Wichtigste im Wohlergehen der Kinder sei und ein Mann und eine Frau daher nur nach ihrer ersten Schwangerschaft als aneinander gebunden betrachtet werden sollten.

Eine kleine Apologie und Darstellung des Verhältnisses von Russell und Frauen wird hier vorgestellt: https://cdn.aerzteblatt.de/pdf/82/9/a557.pdf

Interessant ist, dass das Verhältnis von Russel zu den Frauen in dem Beitrag als philosophisches Interesse dargestellt wird. Nun denn, als Mann, der er war, kann man das entsprechend interpretieren – oder auch nicht: Sondern er war einfach ein Mann, der sexuelle Eskapaden irgendwie auf seine Art klug begründen wollte, indem er andere aufgrund der Begründung zu eine entsprechende Verhaltensweise animierte.

Die Argumentation, die Wikipedia wiedergibt, ist interessant, weil sie einfach eine modernisierende Form traditioneller männlicher Verhaltensweisen ist. Männer vor ihm hatten das Thema Empfängnisverhütung nicht im Blick und haben sich genauso verhalten. Eigentlich ist es egal, wie man es begründet – wenn man in seinem sexualisierten Egotrip tun will, was man tun will, auch wenn es anderen das Herz brechen sollte, dann macht man es eben. Aber die Frauen waren, soweit ich das erkennen kann, eben wohl vielfach auf dem Trip: Sich im fittesten und angesehendsten Männchen sonnen, von seinem Ruhm sexuell etwas abhaben…

In dem genannten Artikel findet man die Aussage von König George, als er Russell einen Preis übergeben musste:

„Sie haben sich manchmal in einer Weise aufgeführt, die nicht erträglich wäre, wenn sie sich jeder zu eigen machte.“

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Ein Gegenbild ist die in unserem Land (soweit ich sehe) unbeachtete Philosophin – und des Philosophen Wittgenstein Schülerin – Elisabeth Ascombe https://de.wikipedia.org/wiki/Elizabeth_Anscombe

Eine Beschäftigung mit ihrer Biographie lohnt. Man kann sich allerdings vorstellen, warum die Darlegungen von Russell in unserer Zeit (nur bei Männern?) eher goutiert werden.

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Nicht über Christentum lästern

Das ist ja schön, dass sich ein Atheist vorgenommen hat, nicht mehr über das Christentum zu lästern: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2020/04/15/warum-ein-atheist-nicht-mehr-ueber-christen-laestern-will/

Interessant finde ich die Aussage, dass er das früher gemacht habe, weil das Christentum ein leichter Gegner ist.

Ist das Christentum nicht fies? Hintenherum überwältigt es sogar harte Atheisten:

„Ich nehme mir also vor, mich als entschiedener Gegner Gottes einiger christlicher Tugenden zu befleissigen.“

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Am 7.3. schrieb ich im Blog https://blog.wolfgangfenske.de/2020/03/07/werte-und-moral/:

Wer Werte und Moral verhöhnt, muss sich nicht wundern, wenn diese durch Amoral, Un-Werte und somit auch Unmenschlichkeiten ersetzt werden.

Menschen suchen sich Verhaltensmaßstäbe – wenn man ihnen von der Gesellschaft her aus verschiedensten Gründen keine verbindlich anbietet, greifen sie nach dem, was ihnen plausibel erscheint – auch wenn es unter aller Menschlichkeit ist.

Interessant ist es, dass Menschen, die feste Werte ablehnen, nicht selten dann aggressiv rege werden, wenn manche dem widersprechen, was sie als Werte dann doch verinnerlicht haben.

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Goslar-Dom + Notre Dame

Es war einmal ein Dom in Goslar
https://de.wikipedia.org/wiki/Goslarer_Dom . Der wurde vor ca. 200 Jahren abgerissen, und wie ich erfahren habe: Aus den Steinen wurden Militärkasernen gebaut. Da dürfte doch das Herz so manches Antikirchler höher hüpfen. Jede Zeit hat so ihre Prioritäten.

Hoffen wir, dass die Kathedrale Notre Dame wieder erbaut wird, wie sie war und nicht ein neuer Tempel der Vernunft oder ein Tempel des Kapitals oder ein Tempel der Verehrung von welchem Zeitgeist – zum Beispiel der zur Göttin erhobenen Europa – auch immer errichtet wird.

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Bewegungen + SPD: säkular-humanistisch

Bewegungen, die locker sind, in die sich jeder einmischen kann, haben ein großes Problem: Idioten (= negativ konnotierte „Eigensinnige“), die versuchen, die Bewegungen zu unterwandern. Das gilt, wie ich das sehe, für die Identitären, gilt für die Gelbwesten – wird wohl auch den Schüler*innen-Umweltdemos so gehen.

Dagegen hilft nur eine strenge Hierarchie innerhalb der Gruppen – aber wer will die schon?

Dieses Problem haben übrigens auch große hierarchisch strukturierte Organisationen/Institutionen: Kirchen, Parteien, Gewerkschaften… – es gibt immer irgendwelche Leute, die unangenehm bis kriminell idiotisch (im oben genannten Sinn) aktiv sind. Aber in diesen fallen sie nicht so sehr auf, weil sie eher Minderheiten sind. Es sei denn, man hat ein mediales Interesse an ihnen.

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Interessant, dass es innerhalb der SPD keinen säkularen Arbeitskreis geben darf: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/atheisten-duerfen-keinen-arbeitskreis-in-der-spd-gruenden-16096047.html

Dass er sich nicht humanistisch nennen darf, kann ich ja noch verstehen, weil das die Usurpation eines neutralen Begriffs bedeutet, denn viele gehören Humanisten an, ohne atheistisch/säkular zu sein (Erasmus, Herder…). Eine Usurpation, die viele säkulare und atheistische Gruppen für sich in Anspruch nehmen, aber dennoch ein propagandistisches Geschmäckle hat: Man schmückt sich mit fremden Federn.

Leider gibt der oben genannte Artikel nichts her, was die Begründung betrifft, außer, dass es juristisch nicht geht. Warum nicht?

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Kopftuch + Antisemitismus + Diskussion: Atheist/Christ

Zum Hijab-Tag neulich eine kritische Stimme: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/02/01/das-kopftuch-verhindert-die-integration-unserer-muslimischen-kinder/

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Antisemitismus in den Schulen – wird vielfach nur im Kontext mit dem Nationalsozialismus angesprochen: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/02/01/forscher-besorgt-ueber-antisemitismus-an-deutschen-schulen/

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Ein Atheist und ein Christ diskutierten: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/02/01/dietz-und-kahl-diskutieren-ueber-plausibilitaet-des-glaubens/

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Gefährliche Religion

Christliche Religion ist gefährlich, denken manche Menschen, die das Befreiende des christlichen Glaubens nicht kennen.

Weil christliche Religion gefährlich ist, muss sie aus der Öffentlichkeit möglichst raus gehalten werden.

Damit wird die wichtige religiöse Neutralität des Staates – der religiös neutral zu sein hat – zu einem säkular-gesellschaftlichen Zwang umgeprägt, der mit dem freien demokratischen Staat nichts zu tun hat.

Das säkulare Umfeld verbreitet Angst und lehrt manche Christen das Fürchten. Es verhindert damit nicht nur die Freiheit der Religion, sondern auch das Befreiende des christlichen Glaubens wahrzunehmen.

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Christen in Deutschland

Interessante Zahlen – vor allem die Unterscheidung zwischen praktizierenden und nicht praktizierenden Christen: https://www.welt.de/politik/deutschland/article176794385/Studie-zu-religioeser-Einstellung-Christen-lehnen-Muslime-eher-ab-als-Nichtglaeubige.html

Ca. 71% identifizieren sich in unserem Land mit dem „Christentum“ – 49% üben den Glauben nicht aus, 22% ja. Knapp 25% sehen sich als nicht religiös an. Ich finde diese Zahlen insofern auch sehr interessant, weil es hier nicht nur um Westdeutschland geht, sondern um Deutschland. Die bisherige Frage nach der konfessionellen Bindung, die ich neulich im Blog hatte, zeigt somit ein falsches Bild. Richtiger ist nicht die Frage nach der Konfession, sondern die nach dem religiösen Zugehörigkeitsgefühl. Allerdings werden diejenigen, die sich nicht dem Christentum zugehörig fühlen, als Konfessionslose bezeichnet – was irreführend ist. (Wobei auch hier gesagt werden muss: Es handelt sich um eine Studie.)

Übrigens entspricht das auch meiner Erfahrung, ich habe das wiederholt geschrieben, dass etwa 70% derer, die aus der Kirche ausgetreten sind, bei Beerdigungen religiöse Bezüge haben wollen (in einem westlichen Bundesland).

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Faktencheck als Meinungsmache + Gerichte überlasten

Interessant finde ich das, was hier passiert: Früher wurde die Meinung eines anderen mit einer Gegenmeinung pariert. Heute nennt man die Gegenmeinung nicht mehr Meinung, sondern: Faktencheck. Man tut nicht einmal mehr so, als sei man neutral – man kaschiert Subjektivität durch Vorspiegelung einer Art Objektivität. Wie lange fallen die Leute darauf rein? Diese Gedanken kamen mir im Kontext dieses Themas, wobei es mir nicht um das Thema geht, sondern um die Beobachtung, Faktenchecks politisch einzusetzen: https://www.focus.de/politik/deutschland/alexander-dobrindt-csu-mann-wirft-abschiebe-gegnern-kampf-gegen-rechtsstaat-vor_id_8918350.html

Recht ist Recht – auch für Zugereiste. Die Politik hat die Aufgabe, die Verhältnisse zu schaffen, damit Recht auch durchgesetzt werden kann. Das nicht dadurch, dass man Recht beugt. Aber:

War nicht vor ein paar Wochen einmal in den Medien, dass gezielt versucht wird, die Gerichte zu überrennen, damit sie sozusagen nicht mehr in der Lage sind, Recht zu sprechen, somit gesagt wird: Schaffen wir dies und jenes ab, da es sowieso nur die Gerichte verstopft? Dobrindt wird das noch im Kopf haben: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-05/abschiebung-alexander-dobrindt-csu-rechtsstaat-asyl-fluechtling-saboteur

Ähnliche Argumentation gibt es zum Thema Schwarzfahren, Legalisierung von Drogen, auch Ladendiebstahl? usw. Von daher weiß ich nicht so recht, ob die Verteidiger der Verteidiger sich über den Tisch ziehen lassen oder selbst involviert sind. Wenn es selbständige Journalisten und Redaktionsstuben gibt, wird das Thema sicher auch einmal aus verschiedenen Blickwinkeln recherchiert werden.

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So finde ich zum Beispiel interessant, dass in Zeit-online so ein Beitrag erscheint: https://www.zeit.de/gesellschaft/2018-05/islam-kopftuch-verbot-schulen-frauen-maedchen

Was viele – so wie Dilara – am Anfang aber nicht sehen: Das Tragen eines Kopftuchs ist eine weitreichende Entscheidung, gerade in einer so polarisiertenGesellschaft wie der unseren. Frauen, die sich für ein Kopftuch entscheiden, sind Diskriminierungen und Aggressionen ausgesetzt. Ein Kopftuch anzulegen ist nicht leicht. Doch es wieder abzulegen ist fast unmöglich…. Dilara legt das Kopftuch ab. Der Ehemann lässt sich nicht scheiden. Dafür kritisiert Dilaras Umfeld sie: Sie habe eine große Sünde begangen. Sie sei ihrem nefs erlegen. Heute sagt Dilara, es sei in der muslimischen Community viel schlimmer, das Kopftuch abzulegen, als nie eins getragen zu haben.

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Hier finden wir das übliche Schema: Wenn schon Verbot, dann müssen alle religiösen Aspekte verboten werden. https://www.zeit.de/gesellschaft/2018-04/kopftuchdebatte-frankreich-schulen-religioese-symbole/komplettansicht

Diese Diskussion finde ich im Grunde spannender, weil sozusagen Zugereiste dazu verwendet werden, von antireligiösen Gruppen oder Individuen verwendet werden, um ihren Kampf gegen das Religiöse zu begründen. Hier wird das Beispiel Frankreich herangezogen. https://www.zeit.de/gesellschaft/2018-04/kopftuchdebatte-frankreich-schulen-religioese-symbole/komplettansicht

Sonderbarerweise wird in dem Beitrag das Kopftuchverbot mit dem Christentum begründet – um dann zu sagen: Aber in der Grenzsicherung ist man dann wieder nicht christlich. Begründet man allgemein das Kopftuchverbot christlich? Hier sind ganz andere Kräfte am Wirken – eben: Gleichberechtigung der Frau…; und Realpolitik, die auf die Bevölkerung Rücksicht nimmt – ist nur christlich begründet? In dem Beitrag werden unzulässig einfach alle möglichen Dinge miteinander vermischt. Gehört zur Taktik.

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Kreuz oder Nichtkreuz

Diskussion um die Frage, ob ein Richter das Kreuz abhängen soll, wenn Migranten angeklagt wurden: https://www.idea.de/gesellschaft/detail/das-kreuz-gehoert-zu-deutschland-wie-loecher-zum-schweizer-kaese-104024.html

Der muslimische Angeklagte sagte: Es sei ihm egal, ob Kreuz oder nicht. Das entspricht auch meinen Beobachtungen: Es sind nicht Muslime, die sich am Kreuz stoßen. Die streng Gläubigen nicht, weil sie wissen, dass sie in einem Land voller Ungläubiger leben müssen und die freieren Muslime nicht, weil es ihnen egal ist bzw. meinen, dass Christen zu ihrem Glauben stehen sollten wie sie es auch selbst tun. Vielleicht gibt es ein paar Muslime, die sich – warum auch immer – provoziert fühlen, aber allgemein ist das, soweit ich das beobachte, nicht.

Muslime können vorgeschoben werden, damit man als Nichtgläubiger eine Begründung hat, christliche Glaubenssymbole zu entfernen. Das hingegen habe ich schon häufiger beobachtet und auch im Blog benannt. Das ist heftig abzulehnen, weil das auf Muslime ein schlechtes Licht wirft, also manche sich auf Kosten von Muslimen weltanschaulich profilieren wollen.

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