Trauer um Afghanistan + Ältere und Falschmeldungen + EKD und Bibel und Umwelt + Stephen Weinberg †

Trauer um Afghanistan

Wir müssen um Afghanistan trauern: https://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan-opfer-un-101.html Bald wird die Taliban die Friedhofsruhe hergestellt haben – allerdings wird die IS wahrscheinlich erst einmal diese Friedhofsruhe durch weiteren Terror stören.

Ältere und Falschmeldungen

Das ist mal wieder eine Studie, die meinen Erfahrungen vollkommen widerspricht. Ich habe beobachtet, dass Jugendliche vieles von dem glauben, was ihnen von etwa Gleichaltrigen in Medien vorgesagt wird. Erklärt habe ich mir das damit, dass die gesamte Einordnung von Aussagen noch nicht so möglich ist: https://www.spiegel.de/netzwelt/web/studie-zu-desinformation-aeltere-menschen-sind-empfaenglicher-fuer-falschmeldungen Mal sehen, wann die Studie kommt, die meine Beobachtungen bestätigen.

EKD und Bibel

Interessant, was hier über den EKD-Text zur Bibel zu finden ist: https://www.pro-medienmagazin.de/wie-die-kirche-mit-der-bibel-in-der-hand-leiten-will/ Wer den Text lesen möchte: https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/bedeutung_bibel_EVA_2021.pdf

Nur eine kleine Anmerkung: Interessant finde ich, dass zum Thema Umwelt manches aus der Bibel thematisiert wird, aber im Rahmen der Diskussion nach messianischem oder apokalyptischen Verständnisses eher der Ausweg: Bonhoeffer und Pseudo-Luther, statt Jesus in den Blick rücken. Denn Jesus handelt konkret gerade von seiner Zukunftserwartung her. Das ist ein anderer Ansatz als das Trotzige: Ich pflanze heute einen Apfelbaum, auch wenn morgen die Welt untergeht, oder: heute handle ich – ich lass mir erst das Handeln nehmen, wenn es soweit ist. Jesus: Was erwarten wir von Gottes Herrschaft? Nur Gutes – also tut es.

Das mag sein, dass die Theologie das Thema Umwelt nicht so sehr beachtet hat. Aber Christen außerhalb der Theologie haben es. Man muss nur einmal die Texte wahrnehmen, die nicht der hohen Theologie zugehören (gedichte.wolfgangfenske.de – obgleich ich nur hier und da das Thema berücksichtigt habe). Oder um nur einen der bekannten zu nennen, einzelne Personen wie Wilberforce und ihre Kreise schon im 19./20. Jahrhundert, oder der Pfarrer und Dichter Albert Knapp im 19. Jahrhundert, der den ersten Tierschutzverein in Deutschland gegründet hat.

Stephen Weinberg †

Der Hardcore-Atheist und Physiker Weinberg ist gestorben. Eine Ikone des Atheismus. John Lennox kannte ihn, Weinberg hatte ihn eingeladen und verlangt, dass er als Wissenschaftler „diesen kindlichen Glauben an Gott ablegen“ solle. „Wenn sie das nicht tun, werden Sie zum intellektuellen Krüppel werden und im Vergleich zu ihren Kommilitonen schlechter abschneiden. Sie werden es einfach nicht schaffen.“ Nun denn John Lennox ist bekannter Mathematiker geworden und streitbarer und wacher Christ geblieben. Der Druck von Weinberg hat also nicht geholfen. Im Gegenteil. Von daher dürfen Christen Atheisten dankbar sein, sie helfen, die Argumentation zu schärfen. Wie heißt es in dem Beitrag der SZ: https://www.sueddeutsche.de/wissen/physik-weinberg-nachruf-1.5363854 : „Er war ein leidenschaftlicher Kämpfer für das wissenschaftliche Weltbild“.

In seinem Buch, in dem Lennox das erzählt, fragt er sich, was wäre, wenn er als Christ so mit einem Studenten umgegangen wäre. Darf man dem Herrn Weinberg R.I.P. wünschen? Ein Kürzel, das dem Psalm 4,9 entnommen wurde?: resquiat in pace .

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Der Atheist Onfray und der Papst + Prechts Tierethik

Der Atheist Onfray und der Papst

Interessant, was man hier zu lesen bekommt: https://www.kath.net/news/75805 Onfray verteidigt Benedikt XVI., gegen Franziskus, seine Sicht über die lateinische Messe und wie er sich selbst in der christlichen Kultur sieht.

Nachtrag 23.7.: Wer treibt den Papst? https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/aktuell/franzoesischer-historiker-kritisiert-traditionis-custodes;art4874,219761

Prechts Tierethik

„Völlig lausige Begründungen“ heißt sein Beitrag zur Tierethik: https://www.spiegel.de/kultur/richard-david-precht-ueber-tierethik-voellig-lausige-begruendungen

Die Frage ist, ob seine eigenen Begründungen auch mit gemeint sind. Sagen wir es einmal vorsichtig so: Es fehlt in seinen Begründungen eine gewisse Stringenz – damit macht er das, was er anderen vorwirft.

Er als Vertreter der Künstlichkeit – damit steht er ganz in der Linie unserer Zeit: Wir lieben künstliche Welten. Die reale Welt muss durch unsere Künstlichkeit ersetzt werden. Mit Düften fing es an, über Plastikblumen ging es weiter, künstliches Vogelgezwitscher aus einem Tonvogel, dann ganze Welten der Künstlichkeit in Filmen; Wälder und Flüsse werden unserer Künstlichkeit ausgesetzt, dann natürlich das Fleisch durch irgendwelche chemische Kunst ersetzt. Nun denn, man ist ja schon dabei, auch den Menschen durch künstliches Irgendwas zu verbessern. Natur ist nicht. Künstlichkeit ist des Menschen Ding. Er will Schöpfer sein. Er macht alles besser. Künstlich.

Um nicht missverstanden zu werden: Nichts gegen Tierethik. Wir sind auf dem Weg. Diskutierend. Meine Sicht: https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/verhalten-ethik/tier-ethik/

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Sexualmoral: Russell – und Elisabeth Ascombe

Bertrand Russell, wie Blaise Pascal ein Mathematiker und Philosoph, allerdings anders als Pascal massiv antichristlich eingestellt – und eine Ikone des Atheismus. Seine Tochter Katharine Tait (My Father Bertrand Russell) beschreibt ihn als humorvoll usw. Aber mit seinem Buch über Sexualmoral habe er seiner Familie massiv vor den Kopf gestoßen. Man kann es verstehen, dass seine Frau und seine Tochter darüber nicht besonders erbaut waren. Laut wikipedia

Russell argumentierte dabei, dass die Gesetze und Vorstellungen über Sexualität ein Gemisch verschiedener Quellen seien, die seit dem Aufkommen der Empfängnisverhütung keine Gültigkeit mehr hätten, da die sexuellen Akte nunmehr von der Empfängnis zu trennen seien. Er argumentierte ferner, dass die Familie das Wichtigste im Wohlergehen der Kinder sei und ein Mann und eine Frau daher nur nach ihrer ersten Schwangerschaft als aneinander gebunden betrachtet werden sollten.

Eine kleine Apologie und Darstellung des Verhältnisses von Russell und Frauen wird hier vorgestellt: https://cdn.aerzteblatt.de/pdf/82/9/a557.pdf

Interessant ist, dass das Verhältnis von Russel zu den Frauen in dem Beitrag als philosophisches Interesse dargestellt wird. Nun denn, als Mann, der er war, kann man das entsprechend interpretieren – oder auch nicht: Sondern er war einfach ein Mann, der sexuelle Eskapaden irgendwie auf seine Art klug begründen wollte, indem er andere aufgrund der Begründung zu eine entsprechende Verhaltensweise animierte.

Die Argumentation, die Wikipedia wiedergibt, ist interessant, weil sie einfach eine modernisierende Form traditioneller männlicher Verhaltensweisen ist. Männer vor ihm hatten das Thema Empfängnisverhütung nicht im Blick und haben sich genauso verhalten. Eigentlich ist es egal, wie man es begründet – wenn man in seinem sexualisierten Egotrip tun will, was man tun will, auch wenn es anderen das Herz brechen sollte, dann macht man es eben. Aber die Frauen waren, soweit ich das erkennen kann, eben wohl vielfach auf dem Trip: Sich im fittesten und angesehendsten Männchen sonnen, von seinem Ruhm sexuell etwas abhaben…

In dem genannten Artikel findet man die Aussage von König George, als er Russell einen Preis übergeben musste:

„Sie haben sich manchmal in einer Weise aufgeführt, die nicht erträglich wäre, wenn sie sich jeder zu eigen machte.“

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Ein Gegenbild ist die in unserem Land (soweit ich sehe) unbeachtete Philosophin – und des Philosophen Wittgenstein Schülerin – Elisabeth Ascombe https://de.wikipedia.org/wiki/Elizabeth_Anscombe

Eine Beschäftigung mit ihrer Biographie lohnt. Man kann sich allerdings vorstellen, warum die Darlegungen von Russell in unserer Zeit (nur bei Männern?) eher goutiert werden.

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Nicht über Christentum lästern

Das ist ja schön, dass sich ein Atheist vorgenommen hat, nicht mehr über das Christentum zu lästern: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2020/04/15/warum-ein-atheist-nicht-mehr-ueber-christen-laestern-will/

Interessant finde ich die Aussage, dass er das früher gemacht habe, weil das Christentum ein leichter Gegner ist.

Ist das Christentum nicht fies? Hintenherum überwältigt es sogar harte Atheisten:

„Ich nehme mir also vor, mich als entschiedener Gegner Gottes einiger christlicher Tugenden zu befleissigen.“

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Am 7.3. schrieb ich im Blog https://blog.wolfgangfenske.de/2020/03/07/werte-und-moral/:

Wer Werte und Moral verhöhnt, muss sich nicht wundern, wenn diese durch Amoral, Un-Werte und somit auch Unmenschlichkeiten ersetzt werden.

Menschen suchen sich Verhaltensmaßstäbe – wenn man ihnen von der Gesellschaft her aus verschiedensten Gründen keine verbindlich anbietet, greifen sie nach dem, was ihnen plausibel erscheint – auch wenn es unter aller Menschlichkeit ist.

Interessant ist es, dass Menschen, die feste Werte ablehnen, nicht selten dann aggressiv rege werden, wenn manche dem widersprechen, was sie als Werte dann doch verinnerlicht haben.

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Goslar-Dom + Notre Dame

Es war einmal ein Dom in Goslar
https://de.wikipedia.org/wiki/Goslarer_Dom . Der wurde vor ca. 200 Jahren abgerissen, und wie ich erfahren habe: Aus den Steinen wurden Militärkasernen gebaut. Da dürfte doch das Herz so manches Antikirchler höher hüpfen. Jede Zeit hat so ihre Prioritäten.

Hoffen wir, dass die Kathedrale Notre Dame wieder erbaut wird, wie sie war und nicht ein neuer Tempel der Vernunft oder ein Tempel des Kapitals oder ein Tempel der Verehrung von welchem Zeitgeist – zum Beispiel der zur Göttin erhobenen Europa – auch immer errichtet wird.

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Bewegungen + SPD: säkular-humanistisch

Bewegungen, die locker sind, in die sich jeder einmischen kann, haben ein großes Problem: Idioten (= negativ konnotierte „Eigensinnige“), die versuchen, die Bewegungen zu unterwandern. Das gilt, wie ich das sehe, für die Identitären, gilt für die Gelbwesten – wird wohl auch den Schüler*innen-Umweltdemos so gehen.

Dagegen hilft nur eine strenge Hierarchie innerhalb der Gruppen – aber wer will die schon?

Dieses Problem haben übrigens auch große hierarchisch strukturierte Organisationen/Institutionen: Kirchen, Parteien, Gewerkschaften… – es gibt immer irgendwelche Leute, die unangenehm bis kriminell idiotisch (im oben genannten Sinn) aktiv sind. Aber in diesen fallen sie nicht so sehr auf, weil sie eher Minderheiten sind. Es sei denn, man hat ein mediales Interesse an ihnen.

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Interessant, dass es innerhalb der SPD keinen säkularen Arbeitskreis geben darf: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/atheisten-duerfen-keinen-arbeitskreis-in-der-spd-gruenden-16096047.html

Dass er sich nicht humanistisch nennen darf, kann ich ja noch verstehen, weil das die Usurpation eines neutralen Begriffs bedeutet, denn viele gehören Humanisten an, ohne atheistisch/säkular zu sein (Erasmus, Herder…). Eine Usurpation, die viele säkulare und atheistische Gruppen für sich in Anspruch nehmen, aber dennoch ein propagandistisches Geschmäckle hat: Man schmückt sich mit fremden Federn.

Leider gibt der oben genannte Artikel nichts her, was die Begründung betrifft, außer, dass es juristisch nicht geht. Warum nicht?

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Kopftuch + Antisemitismus + Diskussion: Atheist/Christ

Zum Hijab-Tag neulich eine kritische Stimme: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/02/01/das-kopftuch-verhindert-die-integration-unserer-muslimischen-kinder/

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Antisemitismus in den Schulen – wird vielfach nur im Kontext mit dem Nationalsozialismus angesprochen: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/02/01/forscher-besorgt-ueber-antisemitismus-an-deutschen-schulen/

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Ein Atheist und ein Christ diskutierten: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/02/01/dietz-und-kahl-diskutieren-ueber-plausibilitaet-des-glaubens/

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Gefährliche Religion

Christliche Religion ist gefährlich, denken manche Menschen, die das Befreiende des christlichen Glaubens nicht kennen.

Weil christliche Religion gefährlich ist, muss sie aus der Öffentlichkeit möglichst raus gehalten werden.

Damit wird die wichtige religiöse Neutralität des Staates – der religiös neutral zu sein hat – zu einem säkular-gesellschaftlichen Zwang umgeprägt, der mit dem freien demokratischen Staat nichts zu tun hat.

Das säkulare Umfeld verbreitet Angst und lehrt manche Christen das Fürchten. Es verhindert damit nicht nur die Freiheit der Religion, sondern auch das Befreiende des christlichen Glaubens wahrzunehmen.

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Christen in Deutschland

Interessante Zahlen – vor allem die Unterscheidung zwischen praktizierenden und nicht praktizierenden Christen: https://www.welt.de/politik/deutschland/article176794385/Studie-zu-religioeser-Einstellung-Christen-lehnen-Muslime-eher-ab-als-Nichtglaeubige.html

Ca. 71% identifizieren sich in unserem Land mit dem „Christentum“ – 49% üben den Glauben nicht aus, 22% ja. Knapp 25% sehen sich als nicht religiös an. Ich finde diese Zahlen insofern auch sehr interessant, weil es hier nicht nur um Westdeutschland geht, sondern um Deutschland. Die bisherige Frage nach der konfessionellen Bindung, die ich neulich im Blog hatte, zeigt somit ein falsches Bild. Richtiger ist nicht die Frage nach der Konfession, sondern die nach dem religiösen Zugehörigkeitsgefühl. Allerdings werden diejenigen, die sich nicht dem Christentum zugehörig fühlen, als Konfessionslose bezeichnet – was irreführend ist. (Wobei auch hier gesagt werden muss: Es handelt sich um eine Studie.)

Übrigens entspricht das auch meiner Erfahrung, ich habe das wiederholt geschrieben, dass etwa 70% derer, die aus der Kirche ausgetreten sind, bei Beerdigungen religiöse Bezüge haben wollen (in einem westlichen Bundesland).

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