Pendeln 2

(Fortsetzung vom 24.1.) Pendeln ist also Ausdruck der Einsamkeit des Menschen. Natürlich kann Pendeln auch aus Jux betrieben werden – nur steht der Mensch dann in Gefahr, langsam aber sicher zum Pendler zu werden, weil es anstrengend ist, Entscheidungen zu treffen, weil es anstrengend ist, auf sein Unterbewusstsein zu hören, herauszufinden, was es sagt. Es ist anstrengend, Verantwortung zu übernehmen – und weil alles so anstrengend ist, pendelt man lieber – aus Jux, der immer ernster wird. Es wäre schön, wenn Menschen, die es schwer haben, sich zu entscheiden, andere finden würden, die ihnen helfen, die einfach zuhören – denn im Reden wird so manches klarer. Es gibt aber auch einfache Tipps, deren Darstellung in einem Blog zu weit führen würden. Nur Folgendes: ruhig laut mit sich reden und Für und Wider abwägen, die Argumente übersichtlich aufschreiben, eine Nacht darüber schlafen (ohne weiter darüber nachdenken zu wollen) – sie überprüfen, ergänzen, streichen – und dann einen Zeitpunkt setzen, an dem man diese Sache geklärt haben will. (Fortsetzung folgt.)

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Kirchenmoschee

Darf aus einer Kirche eine Moschee werden? Da wagt es jemand: Nein, zu sagen – zumindest mit Rücksicht auf die Gemeindeglieder. Und dreimal darf man raten, wer nun wieder beleidigt ist, oder sich brüskiert fühl oder sonstwas. Das wird lächerlich. Sobald Glaubende öffentlich etwas sagen, was ihnen wichtig ist – fühlen sich einzelne Muslime beleidigt. Die müssen wirklich noch lernen, dass auch andere das Recht haben, das auszusprechen, was ihnen wichtig ist. Seis drum: Doch wenn es den Menschen in einer Stadt gleichgültig ist, was dann? Dann darf die Moschee über die Kirche, Allah über den Gott der Juden und Christen siegen. Denn soweit ich mitbekommen habe, ist die Moschee eine Art Siegessinnbild, da sie häufig die Namen von Eroberern tragen, und das Land, das für Allah erobert wurde, soll nicht wieder hergegeben werden. Darum sind große Moscheen nicht nur Prestigeobjekt, sondern auch Landnahmen für Allah. Wie sehen Christen das mit der Kirche? Aus neutestamentlicher Perspektive her gesehen, ist Kirche nicht ein Gebäude, sondern die Versammlung der Glaubenden. Und die kann überall stattfinden – Kirche kann überall sein. Und das ist auch der immense Vorteil: Werden Kirchengebäude zerstört, die Kirche Jesu Christi kann nicht zerstört werden, weil sie die Gemeinschaft der Glaubenden ist. Wenn zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, dann bin ich mitten unter ihnen – so sagt Jesus laut Matthäusevangelium -: hier ist Kirche. Freilich soll diese kurze Anmerkung nicht bedeuten, dass die Kirche als Gebäude unwichtig ist. Das Wesentliche ist: Gemeinsam mit anderen Jesus Christus im Herzen zu tragen.

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Nicht lesen

Es gibt Nachrichten, die mag man gar nicht lesen, so widerwärtig – aber leider ein Teil unseres Menschseins: http://www.factum-magazin.ch/wFactum_de/aktuell/2009_01_22_Uganda_Rituale.php. Und da ich denke, dass auch bei uns die Menschlichkeit nur sehr dünnhäutig ist, können solche Nachrichten auch warnen: Gesellschaften können so verfallen, dass keine Grausamkeit mehr ausgelassen wird. Auch bei uns ist es ja auch noch gar nicht so lange her, dass eigentlich Undenkbares von manchen getan wurde: die Verbrechen an Juden – aber auch schon vorher, in den zwanzigern, als in Städten vieles drunter und drüber ging: die persönlichen Bereicherungen, aufs eigene Vorteil bedacht sein, Raub und Prügeleien. Oder denken wir an die Grausamkeiten im ehemaligen Jugoslawien – bis heute im Kosovo und auch auf anderer Ebene in Albanien und in Moldawien. Denken wir an die grausamsten Länder: Somalia, Teile Sudans und Kongos … ich höre auf. Seien wir nicht hochmütig: All das steckt auch in uns bzw. in unserer Gesellschaft. Was kann ich dazu beitragen, sie zu stabilisieren? Oder trage ich dazu bei, sie zu destabilisieren? Wo wird sie destabilisiert? Wo Gutes böse und Böses gut genannt wird – wo Unrecht zu Recht wird und Recht zu Unrecht – wo einfach nur zerstört wird, auch gutmeinend zerstört wird – wo alles maßlos verlächerlicht wird, ohne dass manche Dinge heilig gehalten werden – wo …  

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Erdogan der Ehrliche

Ich schrieb am 21.1. im Blog über Erdogan den Ehrlichen, der sagt, was er denkt und plant – und keiner nimmt ihn ernst. Er will nicht, dass Türken sich in Deutschland assimilieren – sie tun es ganz so, wie ihr Übervater will, auch nicht: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,603294,00.html. Da kann man dann wohl noch soviel türkische Lehrer einstellen, damit sie die Lernunwilligen integrieren helfen: http://de.news.yahoo.com/17/20090123/tde-minister-will-verstaerkt-lehrer-tuer-9f2594e.html (Fundort: pi-news). Oder sollen sie nicht integriert – sondern in ihrem Unwillen bestärkt werden? (Siehe unten: Nachtrag) Naja, dieser BW-Minister wird es in seiner Weisheit und mit seinem Stab Experten wohl wissen und alles genau ausgerechnet haben (Vorsicht: Ironie!). Und Kybeline ehrt  den großen Propheten Schäuble für seine Sprüche mit einem Preis: dem Kopftuch-Preis – nennen wir ihn einfachheithalber mal so: http://www.kybeline.com/2009/01/24/prophet-schauble-prophezeiht-den-turkischen-integrationszyklus-404/#more-2240.

Nachtrag: Wer ist Schuld, dass sich türkische Mitbürger nicht integrieren? Natürlich: Das deutsche Schulsystem. Wer hätte das gedacht, dass die Schuld mal wieder wo anders gesucht wird: http://www.welt.de/politik/article3090937/Islamwissenschaftler-kritisiert-Integrationsstudie.html

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Zum Sonntag 26

Ich wünsche Segen allen, die immer wieder erschrecken, wenn sie sehen: die Welt ist nicht so, wie ich sie mir erhoffe – dass sie Wege finden, sie im Kleinen und Großen zu verändern.

Ich wünsche Segen allen, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, den Barmherzigen, den Friedfertigen, den Menschen, die reinen Herzen sind – dass sie den finden, der sie selig gepriesen hat (Matthäusevangelium 5).

Ich wünsche Segen denen, die angesichts der Nöte wie gelähmt sind – dass sie den finden, der sagt: Du bist geheilt, geh hin! (vgl. Markusevangelium 2)

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Pendeln

Pendeln ist nicht identisch mit Pendeln. Auch Pendeln muss man mit Hilfe von Büchern – die was kosten – lernen. Man muss lernen, den richtigen Pendel zu nehmen (Bergkristall, Kupfer, usw. – und alle kosten was). Pendeln zeigt eine ganze Menge: Welcher Körperteil krank ist, welches Homöopathische Mittel herangezogen werden soll und vieles mehr. Pendel zeigen aber auch, welche der zahlreichen Angebote zur Meditation usw. in Anspruch genommen werden müssen (Tai Chi, Reiki, Zen-Meditation …), um das innere Gleichgewicht zu finden – und damit erweist es sich als eine Art Meta-Esoterisches Mittel: Das Pendel weiß alles. Alle anderen Handlungen (Meditationen, Massagen, Wellnessangebote …) sind von ihm abhängig – die dazu notwendigen Karten kosten was. Nun weiß derjenige, der seinen Verstand einsetzt, schon, dass der Körper die Pendelbewegungen vorgibt: Was man selbst irgendwie will, das erpendelt man auch (wie ein Kind, das nicht in den Bach radeln will – auf den Bach starrt und darin landet) (Carpenter-Effekt). Aber auch das wurde von cleveren Menschen aufgegriffen: Wie erpendele ich das, was mein Unterbewusstsein wirklich will? Dazu gibt es auch Ratgeber. Oder: Wie kann ich vermeiden, dass ich das erpendele, was mir das Unterbewusstsein vorgibt? Nun: Dazu muss man dann zur erfahrenen Pendlerin gehen, die es den Geistern ermöglicht, wirklich von dem Pendel Besitz zu ergreifen. Der Soziologe Beck hat mal eindrucksvoll dargestellt, dass der heutige Mensch eine Unmenge an Entscheidungen zu treffen hat, Entscheidungen, die in Generationen vorher die Familie getroffen hat bzw. die Tradition vorgegeben hat. Manche Menschen sind mit dieser Entscheidungsflut überfordert. Da ist das Pendeln dann recht hilfreich: (a) ich erkenne das, was ich wirklich will – (b) ich habe eine Autorität, die mein Handeln legitimiert – (c) und eine, die mir die Verantwortung abnimmt. Verantwortung abnimmt?  (Fortsetzung folgt.) 

Anklagen

In Österreich wurde Susanne Winter (noch nicht rechtskräftig) verurteilt, weil sie gesagt hat, dass Mohammed nach heutiger Rechtsauffassung als Kinderschänder bezeichnet werden müsse. Es ist mir nicht bekannt, dass die entsprechenden Hinweise in den Hadithen – mit dem Koran grundlegende Schriften des Islam – ebenso verboten worden sind. Was diese sagen? Bitte im folgenden Link nachlesen, dem man nicht gerade Parteilichkeit gegen den Islam vorwerfen kann: z.B.: http://www.eslam.de/begriffe/a/aischa_bint_abu_bakr.htm. Freilich gibt es bis heute zahlreiche nicht unwesentliche islamische Traditionen, die auch die Heirat Mohammeds mit der 6/9-Jährigen Aischa verteidigen – eben unter Berufung auf die Texte, die in dem genannten Link nur peinlich berührt werden.

Angeklagt wurde – in den Niederlanden – auch Geert Wilders, der einen Film (Fitna) gedreht hat, in dem unter anderem Taten von Islamisten mit dem Islam verbunden wurden bzw. unangenehme Anhänger des Islam nicht mit einem weißen Verschweigensmäntelchen gezeigt werden. (Weil man ja gerne Islam und Islamismus bzw. Moslems und Islamisten trennt.) Wer nichts darüber weiß: s. die Auseinandersetzung darüber: http://fact-fiction.net/?p=335.

Im vergangenen Jahr wurde eine Islamkritikerin aus der Schweiz verurteilt, weil sie den Ankläger unter anderem als „Kettenhund Allahs“ bezeichnet hat.

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FDP

FDP wie sie leibt und lebt: Hessens FDP wünscht sich Religionskunde statt christlichen Religionsunterricht. Naja, ein altbekannter Wunsch aus der Irgendwaskiste der letzten FDP-Jahrzehnte. Ein Wunsch, der freilich moderater ist als das Kirchenpapier von 1974. Hier ein kleiner Ausschnitt zur neueren Diskussion zum so genannten Kirchenpapier. Siehe auch Bischof Hubers Antworten zum Kontext der Frage nach dem Ethik-Unterricht in Berlin.  Übrigens: Wo wird so intensiv über andere Religionen und Konfessionen gesprochen wie im Religionsunterricht – zum Teil auch mit deren Vertretern?

Nun: Wir sind das Volk – das Volk ist Souverän des Staates – und Christen gehören (zum Bedauern nicht weniger noch immer zur religiösen Mehrheit) auch zum Volk – und sie dürfen auch mitreden und die Gesellschaft mitgestalten. Jetzt darf aber nicht kommen: Viele sind in der Kirche – aber wollen mit ihr nichts zu tun haben. Sicher, stimmt. Aber sie sind nun mal in den Kirchen. Und einfach so Menschen für seine eigene Anti-Kirchen/Christen/christliche Tradition-Weltanschauung zu vereinnahmen, ist nicht sonderlich geistreich. Da kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Viele sind nicht in den Kirchen, sehen sich aber dennoch als Christen.   Impressum auf  www.wolfgangfenske.de        

Esoterik 2

Ying-Yang-Prinzip: Ein Kreis mit einem schwarzen Tropfen und einem weißen Tropfen. Der schwarze Tropfen symbolisiert das Weibliche, die Nacht, Kälte – der weiße Tropfen das Männliche, den Tag, die Wärme. Der Kreis umfängt beide. Beide gehören zusammen, beide sind Teil der Ganzheit. Und „wissenschaftlich“ sichtbar in Tag und Nacht, Ebbe und Flut, Berg und Tal, Sommer und Winter usw. Diese Erfahrung wird „wissenschaftlich“ überhöht – aber sie ist von allen nachvollziehbar. Dort, wo nur das Schwarz regiert, ist es nicht gut, dort, wo nur das Weiß regiert, ist es nicht gut. Beides muss in Ausgewogenheit gebracht werden – erst dann ist es optimal. Dieses Grundprinzip durchdringt die gesamte Esoterik – die freilich in vielen Erscheinungsformen auftritt. Da haben Steine ihren Ort, wie Farben, Blumen und Bäume, Sternbilder und Metalle, Räume und sonstiges aus der Natur. Jedes dieser Elemente hat als Teil der Gesamtenergie bestimmte Energien. Und diese Energien müssen vom Menschen zunutze gemacht werden, um in dem genannten Gleichgewicht zu bleiben. Was welche Wirkung hat, das findet nicht der Einzelne heraus, sondern das ist eine eigene Art esoterische „Wissenschaft“ geworden. Wer weiß schon, dass er als einer, der im Sternbild Widder geboren wurde, aggressiver ist, seine Farbe das Rot ist, mit Eisen, Zypressen und Fichten zu verbinden ist. Um nun zum Ausgleich zu kommen, muss er Kupfer suchen oder Ulmen und Eichen. Das heißt: Das wissen nur die Hohenpriester der Esoterik – und darum auch der Boom an Literatur: Jeder muss das finden, was sein Leben wieder ins Gleichgewicht bringt. (Fortsetzung folgt.)

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