Verhältnismäßigkeit

Ist das wirklich verhältnismäßig, Kinder vorübergehend in einem Heim unterzubringen, nur weil die Eltern Homeschooling betreiben wollen? Es gäbe so viele Möglichkeiten, an dieser Stelle angemessen vorzugehen. Denn die Kinder verwahrlosen ja nicht. http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/homeschooling-gericht-haelt-kurzzeitigen-kindsentzug-fuer-legitim-a-1247310.html

Übrigens gibt es auch Privatschulen, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/privatschueler-zahl-der-privatschulen-steigt-weiter-a-1246918.htmlDFreilich: Je mehr Leute in die Privatschule wollen, desto mehr wird es geben, die sie angreifen, weil sie sie ablehnen. So mancher propagiert Vielfalt – will sie aber nur begrenzt.

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2 Replies to “Verhältnismäßigkeit”

  1. Denn die Kinder verwahrlosen ja nicht.
    Zumindest im intellektuellen Sinne tun sie es doch. Da die Familie aus religiösen Gründen den Schulbesuch ihrer Kinder verweigert, ist davon auszugehen, dass sie verhindern wollen, dass ihre Kinder auch nur Kontakt zu säkularen Ansichten bekommen. Über deren eigene Inhalte will ich gar nicht spekulieren.

    Die Eltern versuchen, ihre Kinder in einer intellektuellen Quarantäne zu halten, weil sie selber Angst vor der Wahrheit haben. Die Behörden argumentieren ja zu Recht, dass die Kinder außerhalb des Unterricht von den Eltern religiös unterwiesen werden können. Aber die Eltern wissen wohl instinktiv, dass sie mit ihren eigenen Verzerrungen den objektiven Informationen, die die Kinder in der Schule erfahren, nicht das Wasser reichen können und dass ihre Kinder – falls sie intellektuell nicht total unterbelichtet sind – früher oder später die offensichtlichen Widersprüche zwischen religiösen Dogmen und objektiven wissenschaftlichen Aussagen hinterfragen werden. Dabei können die Dogmen nur verlieren. Es sei denn, die Kinder verwahrlosen (=verlieren die Wahheit) intellektuell.

    1. Schule ist kein Ort säkularer Indoktrination. Sie ist ein Ort, zumindest sehe ich das so, in der Menschen lernen sollen, selbständig zu denken. Grundlagen dafür, werden gelegt, wenn es gut läuft. Um Denken zu lernen, muss die Schule die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln – sie darf nicht in eine Richtung getrimmt werden. Damit wären wir wieder bei den Ideologen, die Schule als Ort der Indoktrination ansehen.
      Aus meiner Perspektive gibt es Möglichkeiten, einzelne Menschen diese Freiheiten zu lassen, wie schon gehabt: Wenn die Prüfer von außerhalb kommen, die gemäß des Lehrplanes prüfen. Es gibt Möglichkeiten. Man muss nur wollen.

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