Papst + Religionen

Was der Papst hätte sagen müssen – aber nicht gesagt hat: http://pius.info/streitende-kirche/974-irrlehren-nachkonziliarer-theologie/7781-quo-vadis-francisce

Der Papst übertrumpft Jesus – in seiner Liebe zu allen Menschen? Jesus hat seinen Jüngern die Füße gewaschen – welche Auswahlkriterien gab es bei dem Papst-Füße-Waschen? http://www.spiegel.de/politik/ausland/papst-franziskus-streit-um-die-fusswaschung-beim-abendmahl-a-891723.html – Er wollte einfach eine Botschaft der Liebe an eine Gruppe – Häftlinge – senden. In diesem Rahmen ist das nichts. Er kann so vielen Leuten die Füße waschen wie er will – aber im Rahmen der Erinnerung an Jesu Handeln an seinen Jüngern, hat das nichts zu suchen – es sei denn die Häftlinge haben zu Jesus Christus als ihren Herrn gefunden.

Es war etwas ganz besonderes, wenn Christen einander als Brüder und Schwestern bezeichnet haben. Sie wussten sich als Kinder Gottes, den sie Vater nannten. Jesus legte dafür den Grundstein mit dem Wort, das wir im Markusevangelium finden: Wer Gottes Willen tut, der ist kein Bruder und meine Schwester und meine Mutter. Nun spricht der Papst in einer besonderen Situation von muslimischen Brüdern: http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_62779224/papst-franziskus-betont-freundschaft-zu-muslimischen-bruedern-.html

Ich würde gerne wissen, wie der Papst das alles theologisch begründet. Man kann natürlich die Hand ausstrecken zu allen Muslimen guten Willens – Männer und (!) Frauen – aber es kommt auf die Situation an, in der man das sagt. Man kann außerhalb eines intensiven theologischen Kontextes auch von muslimischen Brüdern und Schwestern reden – aber eben in einem Kontext außerhalb des für Christen besonderen Rahmens. Wird das so ausgesprochen wie der Papst das tut, dann bleibt es im Oberflächlichen, weil es theologisch nicht begründet ist, dann bleibt es Geschwurbel, etwas, das mit Worten überhöhen möchte, was so gar nicht existiert, nach dem Motto: Alle Menschen werden Brüder. Klingt gut. Aber wenn die Basis der Bruder- und Schwesternschaft fehlt, dann ist das nur Wortgeklingel. So könnte der Papst die Scientologen als Brüder anreden, die Zeugen Jehovas, die Sikhs, die Schiwa-Anhänger, die Animisten und die Satanisten, die Atheisten, Brights, die Nationalsozialisten und Kommunisten und wie sie alle heißen. Irgendwie sind wir doch alle Brüder und Schwestern. Klar. Aber nicht in Jesus Christus. Und darum gehört das nicht in diesen Karfreitags-Kontext.

Ich wüsste gerne, was dieser Papst für eine theologische Basis hat. Nun kann man natürlich sagen: Ach, diese bösen Europäer, die wollen alle über den Kamm ihrer Elite-Theologie scheren. Wenn man das sagt, dann steht der Katholischen Kirche ein massiver Bruch vor. Denn bestimmte theologische Aussagen sind die Basis des gemeinsamen Glaubens. Und zur Basis gehört eben nicht: Was alle irgendwie richtig finden, das ist christlich, was alles verbindlich klingt, möglichst alle mit offenen Armen umärmeln – das hat mit Jesus Christus nicht mehr viel zu tun. Tut Buße – ist eine wesentliche Voraussetzung christlicher Gemeinschaft. Seit Alters. Das Bekenntnis zu Jesus Christus als Sohn Gottes, als derjenige, der mit Gott Vater und Gott Geist eine Einheit bildet ist die Grundlage des Glaubens der Brüder und Schwestern in Jesus Christus, die Einheit im Glauben, ist zentral. Dass es manche nicht verstehen – das macht nichts – aber ein Papst sollte das nicht einfach unbedacht aufs Spiel setzen. Und Christen leben – das weiß inzwischen auch kaum noch einer, nicht nur als gegenwärtige Generation ihren Glauben, sondern in der Gemeinschaft mit den vorangegangenen Generationen. Und da kann nicht einfach einer den Glauben neu erfinden. Manche tun es, aber die gehören ja dann auch den Sondergruppen bzw. Sekten an.

Muslimische Freundinnen und Freunde – das wäre die richtige Formulierung. Und ich empfinde auch zu manchen muslimischen Bekannten eine große Nähe, einfach, weil man als Mensch auf einer Wellenlänge liegt, weil man einander sympathisch ist, Gemeinsamkeiten – auch in der religiösen Sprache – wiedererkennt, alles richtig und gut. Das sollte von den Kirchen und muss von den einzelnen Christen gepflegt werden – das ist schlicht und ergreifend menschlich. Und ich könnte, wie Jesus im Gleichnis vom Barmherzigen Samariter im Vergleich zu Menschen seines eigenen Volkes auch den Muslim als Vorbild gegen manchen Christen einsetzen. Denn es gibt Menschen, die sich Christen nennen und menschlich unter aller Kritik sind. Und von daher liegt der Papst richtig, wenn er auf Muslime zugeht. Aber der Ton macht die Musik.

Nachtrag: „Durch die Taufe seien die Menschen zu Kindern Gottes geworden, so der Papst. Die Eucharistie vereine mit Christus. So müssten diese Sakramente Leben werden und sich in Haltungen, Verhalten, gesten und Entscheidungen umsetzen…“ http://www.kath.net/news/40745 Weiter: „Freude, sich als Werkzeuge der Gnade Christi zu fühlen…“

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