Soldaten+Gott+Nazi

Nein, Soldaten in ihrem Leben zu stärken, das hat mit Nationalsozialismus nichts zu tun. Da könnte man auch den Pfarrern hinter den Kampflinien dafür verantwortlich machen, dass sie das Nazi-Regime dadurch gestärkt hätten, dass sie den Menschen in den Bombennächten Kraft gegeben haben.  http://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article114837208/Die-deutsche-Toetungs-Theologie-an-der-Ostfront.html Dass es aber Pfarrer gab, die Ideologie gepredigt haben, das ist nicht neu (s. auch mein Buch: Arisierung Jesu) – das müssen wir beschämt eingestehen, dass Pfarrer häufig national denken – auch in vielen anderen Kriegen und anderen Ländern. Das hat damit zu tun, dass man auch als Pfarrer in seiner Zeit lebt – und nur wenigen vergönnt ist, den Durchblick zu behalten und auch der Mut gegen die Menge zu schwimmen, ist nicht jedem gegeben. Das merken wir ja auch heute ständig, dass sich Kirche anpasst – obgleich hier Jesu Worte massiv dem entgegenstehen – nicht weil es ihr Spaß macht, sondern weil viele dem Druck von außen nachgeben. Religion ist Stärkung des Individuums, bedeutet Stärkung der Gesellschaft, sonst gäbe es ja auch keine Unterstützung des Staates für Kirchen – auch durch Religionsunterricht. Gesellschaften benötigen diese. Nur ist vor allem das Christentum eben eine Religion, die aufpassen muss, dass sie nicht in die nationalen Fahrwasser geraten, dass sie nicht Wellness-Blasen in die Welt setzt. Jesus predigte kein Wohlleben. Er sprach von Verfolgung – und die Seinen können in Verfolgung und Not Ruhe bei ihm finden. Aber keine Wellness. Das ist ein schmaler Grad, der zu gehen ist: Stärkung des Individuums und des Staates – gleichzeitig Kritik an Missständen durch das Individuum und dem Staat.

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