Kirche + Diktatur

Vielleicht kommt mit dem neuen Papst das Thema des Umgangs der Kirche mit der Diktatur auf. Und diese Frage ist äußerst schwer zu beantworten. (a) Es gibt freilich immer Menschen – auch der Kirche – die mitschwimmen. (b) Dann gibt es Menschen, die nach außen hin mitschwimmen, um nach Innen hin Menschen helfen zu können. (c) Dann gibt es Menschen, die heldenhaft deutlich machen, auf wessen Seite sie stehen – und in diesem Zusammenhang dann auch Nachteile in Kauf nehmen.

Freilich nehmen die Menschen von (b) eben auch Nachteile, Verfolgung, Tod in Kauf – in dem Fall, in dem sie entdeckt werden. Geht eine Diktatur in Brüche, dann werden die von (b) jedoch nicht selten von den Helden (c) negativ beurteilt, weil sie nicht eindeutig genug gegen die Diktatur gekämpft haben. Dabei ist gleichzeitig möglich, dass die Menschen von (b) mehr Verfolgten haben helfen können als die Helden (c). Darüber hinaus kommen die von (b) auch durch die von (a) unter Druck. Denn die Mitschwimmer zeigen nicht auf (c), denn da können sie nicht mithalten, aber sie zeigen mit den Fingern auf (b), um sich selbst zu entlasten und um ihr Gewissen freizusprechen.

Wie dem auch sei: Mein Herz schlägt für keinen Zeitgeist-Mitschwimmer, auch wenn ich diese Menschen verstehen kann. Mein Herz schlägt für die Helden – aber es schlägt doppelt für diejenigen, die alles aufs Spiel setzen, selbst ihre nach außen hin scheinende Integrität, um anderen helfen zu können. Und aus christlicher Perspektive gesehen muss jeder vor Gott die Verantwortung tragen – und er muss in der Nachfolge Jesu Christi sehen, wie er sich in den jeweiligen Situationen verantwortlich verhält.

Verantwortung zu tragen kann aber nie bedeuten: Mit den Fingern auf andere und ihr Versagen zu zeigen. Aufdecken ja, verurteilen: nein.

Wir haben in Deutschland zwei Diktaturen hinter uns: die Nationalsozialistische und die Sozialistisch/Kommunistische. Von daher kennen wir einige Zwischentöne, die uns vorschnelles Kreischen verbieten. Aber – vorschnelle Kreischer gibt es immer und überall. Warum? Das ist der typische Reflex der Adams-Sünde bis heute: Ich wars nicht, Eva wars!

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Eine Antwort auf „Kirche + Diktatur“

  1. Nach allem was ich über Papst Franziskus und seine „Verbindung“ zur Argentinischen Militärdiktatur hörte, las oder erfuhr, rechne ich ihn zu den Mutigen, die widerstanden. Auch hat er wohl vielen Seminaristen – und wer weiß wem noch alles – geholfen, und Schutz vor Verfolgung organisiert. Vielleicht konnte er den beiden Seminaristen, die ihn später bezichtigten, nur deshalb nur wenig helfen, weil sie den Weg zum Priester aufgegeben haben, weggegangen sind. Weil sie „aufsässig“ waren, zu viel kommunistischen Geist in sich aufgenommen haben.

    Das wird meines Erachtens unsere linkslastigen Medien aber keineswegs hindern, hier – in altbewährter Manier – so lange zu schnüffeln, so lange unbewiesene Verleumdungen und Anklagen auf die Tagesordnung zu setzen, bis die große Mehrheit – selbst der Katholiken – anfängt, diese Lügen zu glauben.

    Noch sind die Medien „gnädig“ – er ist ja auch erst den dritten Tag im Amt. Ich schätze aber, daß die Verleumderei „bald“ losgeht. Wetten daß das ZDF wieder „führend“ sein wird ? Dazu „selbstverständlich“ die anderen „bewährten Verleumder der Kirche“, SPIEGEL, SZ, ARD-MAGAZINE, TAZ, usw usf

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