Gott + Mensch

Gott hat den Menschen erschaffen. Er wollte ein Gegenüber, das er damit beauftragt hat, seine Schöpfung zu verwalten. Der Mensch nahm die Verantwortung nicht wahr, wollte sein wie Gott, wollte seine hohe Stellung selbstmächtig erhöhen. Er benutzte seine Freiheit zur Verantwortung dazu, sich in den Mittelpunkt zu stellen, über Gottes Vorgaben zu erheben. Das Gegenüber Gottes musste durch Gott in die Schranken gewiesen werden – sein Gegenüber brachte Gott dazu, alles neu zu “durchdenken”.

Der Mensch wurde aus dem Paradies entfernt – und es begannen Mord und Totschlag – Gott warnte den Kain, aber er nahm die Warnung nicht ernst. Und die Menschen vermehrten sich – die Bosheit ebenso. Gott wurde wieder neu herausgefordert: Er will seinen ursprünglichen Plan aufgeben. In der Sintflut soll alles vernichtet werden – bis auf ein paar auserwählte Menschen. Nachdem er fast alles vernichtet hatte, bereute er es gewissermaßen, dass er so drastisch vorgegangen ist und versprach, eine solche mörderische Flut nicht mehr kommen zu lassen.

Und der Mensch? Der Mensch war weiterhin Sklave seiner Bosheit. Später berief Gott ein Volk, er machte es zu seinem auserwählten Volk und gab ihm Gebote, damit es sich auch gott-gemäß sozial verhält. Doch das Volk missachtete diese Weisungen – und nahm sie zum Teil selbst als Grundlage für neue Unmenschlichkeiten. Gott dachte wieder um und sandte Propheten, die das Volk warnen sollten – die Warnungen wurden in den Wind geschlagen, das Unheil nahm seinen Lauf.

Zuletzt schickte Gott seinen lieben Sohn, um den Menschen den Weg zu zeigen, den sie gehen sollen, um Gottes Willen entsprechend zu leben. Doch ihn ermordeten sie am Kreuz. Gott lässt sich nicht aus der Fassung bringen und erweckte ihn, er lässt sich vom Menschen einfach nicht klein kriegen, er versucht immer neue Wege zu gehen – nun in den Nachfolgern seines Sohnes Jesus Christus. Doch auch die Nachfolger sind so stolz Nachfolger zu sein, dass sie sich selbst als Herren aufspielen und so dem großen Werk Gottes immer wieder Schaden zufügen.

Was will ich damit sagen? Mit dem Gleichnis Jesu aus Markusevangelium 12  (http://www.bibleserver.com/#/text/LUT/Markus12) wird deutlich, dass Gott kein starrer Gott ist, sondern dass er mit dem Menschen mitgeht, sich Neues “überlegt” – überlegt, wie er den Menschen wieder auf die Spur bringen kann – ohne dessen Freiheit und Verantwortung zu beschneiden. Manche sagen, dass die Religion einer Evolution unterworfen ist, dass es darum keinen Gott geben könne, weil der Mensch sich seine ihm angemessene Religion zu jeder Zeit zusammenbastle. Religion verändert sich. Manche sehen das als vollkommen negativ an, weil damit angeblich das Christentum der Gegenwart nicht mehr das alte Christentum ist.

Gott ist lebendig, er ist mit den Menschen auf dem Weg. Gott lässt sich vom Menschen verändern – aber immer in dem von ihm gesetzten Rahmen. Derjenige, der den Menschen erschaffen hat, ihm Freiheit gegeben und Verantwortung zu tragen zugemutet hat – er hat äußerst schwer am Menschen zu tragen (Kreuzestod Jesu) – vor allem als der große Liebende. Wie weh muss die Lieblosigkeit des Menschen diesem liebenden Gott tun?

Und nun? Nun stellt sich uns die Frage: Versuchen wir in seinen Spuren die Welt zum Guten hin zu verändern oder versuchen wir, uns gegen ihn zu stellen – und auch dadurch die Welt zu verändern – zum Guten? Wirklich zum Guten?

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