Extremismus-Angst

Wir sind einmal mit einem Schiff gefahren, in dem man unter Deck gehen konnte und dann tief hinunter ins Meer schaute. Eine Frau sagte erst leise: Das macht mir Angst – dann rannte sie weg: ich will gar nicht wissen, wie es unter dem Schiff aussieht!

Menschen in unserem Land bekommen komische Gefühle, wenn es darum geht, Extremisten in der Gesellschaft kenntlich zu machen, ihre Machwerke ans Tageslicht zu holen. Nicht die Extremisten sind die Bösen, sondern diejenigen, die diesen Blick auf den Extremismus erlauben, weil sie das bewusst machen, was andere lieber gar nicht wissen wollen.

Ich will nichts wissen von denen, die am Boden unserer Gesellschaft Herumwirken und sie zum Wackeln bringen, das macht mir Angst, das macht komische Gefühle. Dass diese Leute aber – wie überall auf der Welt – eine gute funktionierende Gesellschaft umstürzen können, wenn ihre Machwerke nicht ans Tageslicht gezerrt werden, das wollen sie nicht wissen. Nach dem Motto: Nach mir die Sintflut. Und wie geht es dann den Kindern und Enkeln, wenn diese Extremisten die Gesellschaft unter ihre Kontrolle bringen? Ist mir doch egal – ich habe keine.

Und um diese Extremisten unterm Staatsschiff halten zu können, werden dann diejenigen, die auf die Extremisten hinweisen, selbst als Extremisten bezeichnet, denn der normale ängstliche, Ruhe und Scheinfrieden liebende Mensch kann sich auf diese Weise weiter selbst beruhigen und belügen.

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