Sexualkultur + Ehe

1. Unser traditionelles mitteleuropäisches Bild sieht im Idealfall so aus: Ein Mädchen und ein Junge wachsen unter unterschiedlichen, nicht miteinander verwandten Elternpaaren auf, sie finden sich als Partner, heiraten einander mit Zustimmung der Eltern aus Liebe, sie bleiben ein Leben lang zusammen (bis dass der Tod uns scheidet), bekommen Kinder, denen sie gemeinsam ein liebevolles Zuhause bieten… Die Partner nehmen sich einander aus Gottes Hand an und achten darauf, dass die Regeln für ein gelingendes Zusammenleben möglichst eingehalten werden (einander lieben und ehren, nach Gottes Gebot und Verheißung). Trennungen sind nur dann möglich, wenn es gar nicht anders geht.

2. Diese Tradition hat zum Teil Veränderungen erfahren: Kinder wachsen unter Alleinerziehenden auf, weil ein Partner meint, ohne den anderen ein besseres Leben zu haben, Jugendliche entscheiden ohne Einwilligung der Eltern, wen sie heiraten wollen, ob hetero oder homo, sie heiraten wann sie wollen, wenn sie überhaupt heiraten oder mit wechselnden Sexualbeziehungen meinen glücklich zu werden. Kommen unerwünschte Kinder, dann wird abgetrieben, nach einer Beratung, versteht sich. Wesentlich ist: Jeder muss sein Leben selbst bestimmen können. 

3. Andere Kulturen bei uns haben andere Sitten: Eltern bestimmen, wen die Kinder heiraten, Mädchen werden zum Teil ganz jung verheiratet, der Abstand zwischen dem Alter von Mann und Mädchen kann gravierend sein, Männer können mehr als eine Frau haben, Verwandte können einander heiraten, Frauen können verstoßen werden, die gesamte Familie achtet auf Einhaltung der Regeln, Frauen werden mehr oder weniger der männlich dominierten Gesellschaft entzogen.

4. In wieder anderen Kulturen bzw. auch in Teilen unserer Kultur kann es Formen sexueller Verwahrlosungen geben: Schwache sind Starken sexuell ausgeliefert, Vergewaltigungen herrschen vor, von Mädchen und Frauen, von Jungen, Männer missbrauchen Männer, Entführungen, Versklavungen. Es gibt Verantwortungslosigkeiten unterschiedlichster Art: man kümmert sich nicht um die gezeugten Kinder, die Frauen werden mit den Kindern allein gelassen und müssen zusehen, wie sie sich durchs Leben schlagen – oder sie treiben ab, weil man dann eben abtreibt -, verbale oder körperliche Erniedrigungen sind an der Tagesordnung, Mädchen bekommen schon in sehr jungen Jahren Kinder – der Vater ist unbekannt oder einer der Familie. Seelische und körperliche Verletzungen werden in Kauf genommen. Das ist leider keine Phantasie von mir, sondern in manchen Gegenden unserer Welt die Regel.

5. Natürlich kommen diese Verhaltensweisen in Kulturen selten in Reinformen vor, aber die Grundzüge sind damit gegeben.

6. Welche der oben genannten Vorstellungen kommen den Verhaltensweisen von Christen nahe?

7. Welche dieser Verhaltensweisen erträumen Menschen wohl für ihr Leben?

8. Für welche sollte man sich in einer Gesellschaft – vielleicht mit Modifikationen – einsetzen?

9. Jeder soll nach seiner Facon glücklich werden! Geht das? Es ist eine große Errungenschaft mancher Kultur, dass sie die negativen Seiten der Sexualität, ihren Hang zur Gewalttätigkeit (s. 4.) einzugrenzen versucht.

Ich vermute, dass die Mehrheit in unserem Land eine Mischung zwischen 1. und 2. und 9. bevorzugt. Tut sie das aus einem gewissen Realitätssinn heraus oder weil sie diese wirklich besser findet? Geht das überhaupt, die Erstgenannte Version zu modifizieren? Kann der Mensch das, was er als Ordnung Gottes erkannt hat, von sich aus ändern – ohne damit die eigentliche Grundlage zu zerstören – und somit auf längere Sicht in 4. abzustürzen?

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