Islam

Soeben in der Tagesschau gehört, wie der Außenminister von Mali in Frankreich von Muselmanen spricht – eben weil es die französische Bezeichnung für Muslime ist. Warum ist eigentlich das Wort bei uns verpönt? Ist das einfach wieder nur so eine Festlegung von irgendwelchen Gruppen, die sich als besonders politisch korrekt ansehen, oder kann das wirklich argumentativ begründet werden? Peter Scholl-Latour verwendet – so meine ich mich zu erinnern – auch noch dieses Wort.

Ebenso ergeht es mir mit dem Wort „Mohammedaner“. Die einzige Begründung dagegen, die ich gehört habe, war, dass Muslime nicht Mohammed anbeten. Nun, wer sagt denn, dass die Bezeichnung bedeutet, dass sie Mohammed anbeten würden. Aber wenn sie diese Bezeichnung eben nicht mögen, dann lassen wir das.

Der Begriff Muslime/Islam ist aggressiver als „Mohammedaner“: Unterwerfung/Hingabe an Gott. Wenn sich eine Gruppe so bezeichnet, dann schließt sie andere Religionen als solche, die sich Gott unterwerfen, aus. Wenn ich als Christ sage: Muslime, das sind die, die sich Gott unterwerfen, die ihm hingegeben sind – was bin ich dann? Keiner, der sich Gott unterwirft, sich ihm hingibt? Korrekter wäre also: Das sind die, die sich Allah unterwerfen, die ihm hingegeben sind – das würde zumindest auch ein malaysischer muslimischer Mainstream so sehen. Nun, wie dem auch sei, wir Christen brechen uns keinen Zacken aus der Krone, wenn wir sie so nennen, wie sie genannt werden wollen, auch wenn wir das nicht so ganz rational nachvollziehen können.

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