Bedeutung des Islam

Die Bedeutung des Islam wurde von einem pakistanischen Wissenschaftler, Hoodbhoy, nicht gerade bewundert. Er sagte: Der Islam habe nichts weltgeschichtlich Bedeutsames zustande gebracht. Das wird natürlich nicht von allen Muslimen so gesehen, so von einem Journalisten aus der Türkei: http://www.idea.de/detail/gesellschaft/detail/kritik-am-islam-stoesst-auf-widerspruch.html :

Der erste Schritt seiner Argumentation: Im Islam gibt es verschiedene Richtungen – wie auch in anderen Religionen: fortschrittliche und weniger fortschrittliche. Gut. Nur sagt das nichts zum Thema.

Weiter: Er führt Arithmetik und Chemie im Mittelalter an, dann das gegenwärtige Solidarsystem und Wohltätigkeitsnetzwerk „in vielen Teilen der christlichen Welt gibt es das in dieser Form nicht“ – Besseres konnte ihm nicht einfallen? Das berühmte Solidarsystem des Islam – das vielen, vielen Christen und Atheisten, die sich vom Islam abgewendet haben, zur Hölle wird… Wem gilt die Wohltätigkeit? Konvertiten eingeschlossen? Usw. usw.

Doch, ihm kommt freilich Besseres in den Sinn, der Führer der islamischen Nahda-Bewegung habe gesagt: „durch das Fehlen einer kirchlichen Organisation im Islam seien Muslime sehr viel freier, unterschiedliche religiöse, philosophische und politische Richtungen zu verfolgen.“ „Der höchste Wert im Islam sei … die Freiheit.“ Dazu sage ich: Prima, das zu hören!

Und er schließt seinen Artikel mit den Vorwürfen: Der Muslim Hoodbhoy der anderes gesagt hatte, würde Panikmache betreiben, Vorurteile gegen eine Religion fördern und den schweren Fehler begehen, „Islam und Islamismus als identisch zu betrachten“.

Sind wir schlauer geworden – oder beschleicht uns das böse Gefühl, dass Hoodbhoy doch Recht hat, wenn ihm besser nicht gekontert werden kann? Ich selbst sehe das so: Die weltgeschichtliche Bedeutung des Islam liegt darin, dass er durch seinen Expansionsdrang sämtliche Völker und Kulturen durcheinander gewirbelt hat und auf diese Weise die kulturellen Errungenschaften auch anderen – so den Europäern – bekannt gemacht hat. Das gilt auch für die oben genannte Arithmetik mit ihren indischen Wurzeln, wenn ich mich recht erinnere. Und ich möchte noch sagen: Zuckerplantagen!

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