Mali

Es scheint deutlich zu werden, dass es gar nicht mehr um Mali geht, sondern um den Kampf gegen die Islamisten in Nordafrika überhaupt. Und die Islamisten sitzen eben schwer bewaffnet nicht nur in Mali, sondern im gesamten Sahara-Raum. Vielleicht merkt die Politik, dass sie etwas gegen diese Gewalttäter tun muss, damit Europa nicht in deren Strudel hineingezogen wird. Aber der Kampf wird äußerst hart. Denn sie geben erobertes Terrain nicht freiwillig auf. Und zuletzt werden sie auch ihre U-Boote in Europa zu aktivieren suchen. Denn Nordafrika ist deren Sprungbasis. Bislang haben Mubarak, Gaddaffi und wie sie alle hießen, um ihrer Macht willen diese Leute von Europa weitgehend ferngehalten. Nun haben sie fast freien Zugang. Wer bewusst in ein Wespennest sticht, muss wissen, wie man mit den Wespen umzugehen hat – und wie groß es ist. Alles andere ist Selbstmord. Manchen scheint es jetzt bewusst zu werden: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article112850260/Das-religioese-Feuer-ist-zum-Ernstfall-geworden.html

Ich bin immer noch nicht dafür, Truppen nach Mali zu schicken. Ließ sich das Problem nicht anders wirksam bekämpfen? Nun wird es auch nicht mehr möglich sein, ein paar Millionen rüberzuschieben zur Ausbildung von Soldaten in Mali und ein paar Flüge zu spendieren – man hätte schon vorher massiv die Staaten in ihrem Kampf gegen die Islamisten unterstützen müssen – vor allem auch Nigeria… Statt dessen diese weichgespülten Boko Haram Apologien: Ja, ob sie wirklich terroristisch sind? Da muss man mal überlegen! Nun, das sind vielleicht ganz arme Viehhirten, die die Christen dort morden. Man weiß es halt nicht so genau. Ja, das sind alles soziale Kämpfe. Hat nichts mit Islamisten zu tun. Nein… – So hieß es bislang vielfach (wer meinen Blog verfolgt, der weiß, dass ich ständig gegen diese Verharmlosungen dieser Terrorgruppen war). Inzwischen scheinen ein paar Staatschefs Muffensausen zu bekommen – auch wenn ich vermute, dass sie die Dimensionen eigenartiger Weise noch nicht zu durchschauen scheinen -, denn da wächst mit allen diesen Schattierungen von Islamisten, Salafisten, Muslimbrüdern, Al Qaida… eine Gefahr heran… – wem sage ich das, Ihr wisst es schon längst. Was ich mich freilich frage: Hat man eigentlich bei uns die U-Boote im Griff? Durch sie kann das ferne Wüstenmali – zu einem Problem werden, das einigen europäischen Städten äußerst nah kommt.

Spiegel-online: http://www.spiegel.de/politik/ausland/militante-islamisten-in-mali-algerien-mauretanien-und-niger-a-878226.html : „Die Tat der Entführer zeigt, wie brutal und entschlossen militante Islamisten vorgehen.“ (Militante Islamisten!) – Ja, was haben die sich denn gedacht? Dass sie nicht brutal und entschlossen sind? Übrigens, wenn man der Tagesschau glauben schenken soll, sind die algerischen Soldaten, die die Geiseln befreien sollten, mit Hubschrauber hingeflogen. Blöderes kann man sich kaum vorstellen. Hubschrauber sind ja auch äußerst leise, dass man sie nicht hören kann. Übrigens die Karte, die sie von Afrika im Kontext des Artikels zeigen, sparen aus: Nigeria, Tschad, Sudan… Da agieren sie ja auch. Warum zeigt man „nur“ dieses Gebiet? Ach ja, in Syrien kämpfen sie auch – allerdings mit dem Westen an ihrer Seite. Palästinenser sind ebenso als terroristische Gruppen einzuschätzen. Bekämpft Katar mit dem Westen auch die Islamisten wie es Gadaffi bekämpft hat? Ich vermute wohl kaum.

Impressum auf www.wolfgangfenske.de