Historie + Glaube

Da arbeiten manche und arbeiten, um zu zeigen, dass das, was die Bibel sagt, aus historischer Sicht anders zu beurteilen ist. Und das wird dann in vielen Büchern und Aufsätzen verbreitet. Doch die Bibel bleibt die Bibel. Wie ein Fels in der stürmischen Brandung. Es gab keine drei Weisen aus dem Morgenland erschallt es hier und dort, es gab keine Krippe in Bethlehem mit diesem Jesuskind… – doch die Bibel hält tapfer dagegen. Soll man die Bibel umschreiben, damit sie dem jeweiligen historischen Ergebnis der Zeit und des jeweiligen Landstrichs angepasst wird? Es ist gut, dass das nicht gemacht wird. So muss sich jede Zeit erneut an dem Text aus ihrer eigenen Perspektive reiben. Und als Historiker lernt man: Es gibt mehr Zugangsweisen zu dem Text als die historische Zugangsweise. Man lernt: Was in deinem Landstrich wichtig ist, ist weltweit noch lange nicht relevant. Man lernt: Der Text ist großartig, auch wenn er mit deinem historischen Blickwinkel nicht übereinstimmt. Man lernt: Deine historische Lesart hilft Menschen im Grunde im Leben nicht weiter. Es gibt zwar intellektuelle Aha-Erlebnisse – aber die verblassen angesichts der Größe des Textes und seiner eigentlichen Dimension.

IMG_3433 - Kopie

Impressum auf www.wolfgangfenske.de

Eine Antwort auf „Historie + Glaube“

  1. Ja, unser Bibeltext ist wahrlich groß, großartig. Interessant ist es, die verschiedenen Bibelübersetzungen zu betrachten. Unsere Heilige Schrift darf ja übersetzt werden, im Gegensatz zum Koran.

    Nun gibt es „Mäkeleien“ über die eine oder andere Übersetzung. Wir dürfen erkennen: JEDE Übersetzung ist schon eine (kleine) Interpretation, enthält eine kleine Auslegung. Für mich überraschend war die mir irgendwann „gedämmerte“ Erkenntnis: diese Unterschiede sind keine Schwäche, keine Widersprüchlichkeiten, sondern selbst sie sind eine positive, begrüßenswerte Entfaltung des REICHTUMS DES URTEXTES. Liest man viele Übersetzungen nebeneinander, erkannt man immer mehr und tiefer, was alles „mitschwingt“.

    Natürlich sind dabei die „Willkürübersetzungen“ (Comic-Sprache, Gender-Bibel usw) strikt abzulehnen.

Kommentare sind geschlossen.