Europa

Europa. Ein kleines Anhängsel an Asien. Rein geographisch gesehen. 10.180.000 km2. 1/5 Eurasiens, vielleicht. Denn die Grenze Europas ist unbekannt, so dass man Europa nicht als geographisch Größe bezeichnen mag, sondern als Idee (Lévy).

Europa ist also nicht. Doch irgendwie ist es etwas. Zumindest politisch, geistesgeschichtlich, kulturell. Es hat die Welt in Erschrecken versetzt (Kriege, Waffen), und der Welt wirtschaftliche, künstlerische, philosophische, religiöse Impulse gegeben (die Reihenfolge ist willkürlich). Im Grunde sind das heutige Nord- und Südamerika in dieser Hinsicht Kinder Europas.

Was hat Europa zu diesem einzigartigen Etwas gemacht? An der Wiege stehen die großen Griechen – mit ihrer Philosophie – das heißt hier: weltbeobachtungswissenschaft, ebenso die großen Römer, die diese Philosophie vermittelt und mit Recht verbunden haben. Hinzu kamen die europäischen Völker, Stämme mit ihren jeweiligen Menschenbildern, ihrem Stammesdenken – das bis in die Reformation hinein wirkte. Und dann kam das Christentum, das jüdischen Glauben verbunden hat mit griechischer Philosophie, römischem Recht, germanischen / slawischen… Lebens. Es hat zwei unterschiedliche Europas herausgebildet: das westliche römisch-katholische Europa und das östliche orthodoxe Europa. Natürlich dürfen wir dann auch den Islam nicht vergessen. Er hat sein Teil zu Europa dazu beigetragen, dass er die kleinen in sich zerstrittenen Herrschaftsgebiete im Abwehrkampf vereinte. Der Islam hat durch seine weltweiten Expansionen Kulturgüter anderer Völker aufgesogen – und diese kamen dann auch im Zuge der Abwehrkämpfe und des Handels nach Europa – sie wurden aber immer durch den Filter des griechisch-römischen-Christentums aufgenommen. Bevor allerdings der Islam einte, gab es große Herrscher, die die einzelnen Stämme zusammenzuführen suchten – aber überwiegend eben waren Osteuropa und Westeuropa voneinander getrennt (Karl der Große, Otto der Große…, die Päpste). Und aus dieser westlich-katholischen Kultur erwuchs der Protestantismus als Lösung von dem alten mitteleuropäischen Weltbild und die Betonung des Individuums. Und aus diesen heraus erwuchs die philosophische Aufklärung – die ein großer Teil Osteuropas wiederum nicht mitmachte. Protestantische Länder haben wiederum ein anderes Klima als katholische bzw. orthodoxe – aber alle diese durchzieht ein rotes Band: der Glaube an Gott in Jesus Christus. Dieses Konglomerat führte zur wissenschaftlichen Durchdringung und Veränderung der Welt, zur Industrialisierung und natürlich zu der einzigartigen Herausarbeitung der Menschenrechte. Diese wurden mehr oder weniger zum Exportschlager Europas: Christentum, Wissenschaft, Industrie, Menschenrechte, Umweltschutz. Europa war in ständigem Wandel begriffen, durch die Jahrhunderte hindurch wohl stärker als viele andere Völker, Stämme, Gruppen  – und hat diese Wandlungsfähigkeit seinen amerikanischen Ablegern mitgegeben und auch anderen Völkern aufgedrängt – bzw. sie haben es munter aufgegriffen: das Christentum ist inzwischen überall angekommen, mehr oder weniger inkulturiert – wenn auch von traditionell orientierten Hindus, Muslimen und Schamanen abgelehnt, hat es sie dennoch selbst ein wenig geprägt; Wissenschaft und Kultur wird aufgegriffen – wenn auch als Kulturimperialismus von manchen Gruppen abgelehnt; Industrie von allen aufgegriffen, mehr oder weniger freiwillig. Europäisch-amerikanisch geprägte Menschenrechte haben hingegen einen schweren Stand in China und islamischen Staaten.

Europa ist weiter im Wandel begriffen. Das gehört zu uns dazu, das ist Teil unserer Identität. Stagnation ist kein Teil. Welchen Wandel wollen wir fördern? Welche Richtung wäre für Europa gut? Ein Europa, das sich abschließt und verschließt, wäre nicht Europa. Ein Europa, das sich unreflektiert von der Welt herumtreiben lässt, wäre auch nicht Europa. Ein Europa, das seine Tradition und Traditionen leugnet, wäre auch nicht Europa, sondern Spielball irgendwelcher moderner Ideologien. Klugheit, Offenheit und Tradition(en) gehören zu dem gewachsenen Europa. Europa ist mehr als Wirtschaft, Wissenschaft. Es ist auch das Konglomerat von Aufklärung, Menschenrecht, Kunst/Kultur – durchzogen und zusammengehalten von dem roten Band des christlichen Glaubens. Europa ist seit der Reformation – mit einigen Rückfällen – auch keinem Herrscher und keiner Clique hörig. Europas Bürger müssen immer gemeinsam um ihre Freiheit und um Europa ringen. Und in Krisen – welcher Art auch immer – dürfen sie sich nicht durch irgendwelche Wahlkämpfer und Krisengewinnler auseinanderdividieren lassen.

(Die Europakommission hat nun das Jahr 2013 zum “Jahr der Bürgerinnen und Bürger” erklärt  http://futurezone.at/netzpolitik/13236-eu-2013-wird-europaeisches-jahr-der-buerger.php Ist das nicht nett und gnädig?)

Ich finde das Lied mit diesem Hintergrundbild als Teil der Gegenwart (!) so faszinierend. Europa: ein Konglomerat:     

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Eine Antwort auf „Europa“

  1. Europa ist – nach Israel im Alten Bund – im Neuen Bund durch Jesus Christus zunächst Gottes größeres Auserwähltes Volk.

    Den Beweis hierzu liefert meines Erachtens die Sendung des Paulus nach Europa.

    „Und Paulus erschien ein Gesicht bei der Nacht; das war ein Mann aus Mazedonien, der stand und bat ihn und sprach: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns!“ Apostelgeschichte 16.9

    Sodann die Gemeinde in Rom, von der es heißt:

    „Aufs erste danke ich meinem Gott durch Jesum Christum euer aller halben, daß man von eurem Glauben in aller Welt sagt.“ Römer 1.8

    Wenn man die Geschichte der letzten 2000 Jahre „locker“ betrachtet, erkennt man, wie sehr Gott die Bekehrung Europas will und durchsetzt – und VON DORT ausgehend die Lehre in alle Welt getragen wird.

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