Kabarett

Vorgestern ein bisschen Priol geschaut. Das Lachen kommt den Menschen nicht mehr so leicht über die Lippen, wenn über die Regierung Witze gemacht wird. An den Scherzen lag es nicht. Die waren wie immer. 😉 Ich fand das schon interessant. Oder täusche ich mich?

Ich muss sagen: Kabarett oder Satire – das trifft auf unterschiedliche Satire-Sendungen zu – , die auf das äußere Aussehen von Politikern negativ anspielen, finde ich ätzend, zum Abschalten der Sendung. Das ist kein politischer Witz, das ist der krampfhafte Versuch, witzig sein zu wollen auf Kosten eines anderen Menschen. Sicher, als Politiker muss man das vielleicht einstecken können – aber es zeigt nicht gerade intellektuelle Brillanz des Satirikers, sondern dessen geringes Niveau. Darf man eigentlich auch Satiriker und Kabarettisten kritisieren? Oder ist das ein Privileg, dass sie Menschen durch den Kakao ziehen dürfen, selbst aber Immunität genießen?

Kabarett-reif war einer der Tagesschau-Interviewten zur GEZ: Er sagte, dass diejenigen, die kein Radio und Fernsehen hätten, eben einen Solidarbeitrag leisten. Ist das nicht ein übler Witz? Da werden Leute dazu gezwungen Geld für Dinge auszugeben, die sie nicht in Anspruch nehmen und dann sagt man: Habt euch nicht so, ist ein Solidarbeitrag! Und Schönenborn? Er spricht von Demokratie-Abgabe – und meint damit sicher nicht, dass wir nun mit dieser Vorgehensweise die Demokratie abgeben: http://www.welt.de/politik/deutschland/article112310172/Weihnachtlicher-Shitstorm-gegen-WDR-Chefredakteur.html Oh Mann. Die Verteidiger der GEZ Zwangsabgabe tun sich auch nicht gerade leicht. Inzwischen wird jede Massenreaktion als Shitstorm bezeichnet. Ich denke, das ist undemokratisch. Shitstorm iost doch, wenn Leute über einen anderen herfallen und ihn mit verbalen Schmutz bewerfen und nicht, wenn sie gegen seine Aussage argumentieren.

Und dass die Kanzlerin zu wenig verdient, meinte Steinbrück, ein Sparkassendirektor verdiene mehr. Nun: Vielleicht sollte man Sparkassendirektoren und Fernsehintendanten und ähnliche Leute, die wohl zu viel verdienen, dazu bringen, angemesseneren Lohn zu bekommen, statt überhöhten. Aber das ist wahrscheinlich schwerer durchzusetzen als die Lohnspirale immer höher zu drehen.

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