Mimöschen

Im folgenden Beitrag geht es um Erfahrungen ganz allgemein: Warum gibt es in der christlichen Gemeinde eigentlich solche Mimöschen?

Da komponiert einer zu einem Text eine Melodie – ein anderer macht das auch. Dann gibt es unter Experten fast Glaubenskriege darüber, welche dieser Melodien besser ist. Da hat einer Erfolg bei Studenten. Statt dass sich die anderen mitfreuen, versucht man mit allen Mitteln, ihm diese Studenten abspenstig zu machen. Da arbeiten Christen zusammen – und auf einmal gibt es Spannungen, weil einer meint, ein anderer würde in seinem Revier wildern. Christliche Gruppen sprechen unterschiedliche Menschen an – statt sich darüber zu freuen, legt man sich gegenseitig Steine in den Weg. Da packen Christen Päckchen für Kinder – und andere Christen fahren diesen in die Kandare: Man muss die Päckchen aber nachhaltig packen! Da kümmern sich Menschen hervorragend um Menschenrechte – aber wehe, eine andere Gruppe will das auch!

Konkurrenz unter Christen ist gut – aber eben nicht, indem man den anderen als Gegner ansieht, sondern ihn als Herausforderung, es selber besser zu machen. Freilich handelt es sich vielfach nicht einmal um Konkurrenz, sondern es geht nur um ganz banale Eifersüchteleien, vermeintlichen Ansehensverlust. Jeder hat seine Gaben, die er für das Ganze einsetzen soll – nicht für sich selbst. Ansehen verliert man nur, wenn man sich wie ein Mimöschen verhält. Übrigens: Nichts gegen Mimosen. Sie gehören zu meinen angenehmen Kindheitserinnerungen.

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