Beleidigung

Ich muss sagen, ich weiß nicht, was vorgefallen ist. http://www.welt.de/debatte/kommentare/article111799898/Julia-Probst-lassen-Sie-sich-nicht-entmutigen.html Aber es scheint mir wieder einfach einmal notwendig zu sein, darauf hinzuweisen, dass nicht die Menschen ausgegrenzt werden, die anders sind als Otto Normalmaß, sondern dass die in die Schranken zu weisen sind, die andere Menschen – warum auch immer – für Handicaps missachten, erniedrigen. Es sollte deutlich gemacht werden, dass es kein Grund ist, auch noch mit solchen Unmenschlichkeiten herumzuprahlen, sondern im Gegenteil: Es ist Grund dafür genug vorhanden, dass diese Menschen aufgrund von Scham in Grund und Boden versinken. Es muss deutlich werden, dass nicht nur diejenigen, die sich auf Kosten anderer erheben unter aller Kritik sind, sondern auch diejenigen, die sie bestätigen, die mitlachen, die durch ihr Verhalten zeigen, dass sie kein Rückgrat haben, um üble Taten zu widerstehen.

Es ist leicht, sich über solche Sätze wie: Edel sei der Mensch hilfreich und gut – lustig zu machen. Aber wer sich über sie lustig macht, sollte sich bewusst sein, dass es in einer Gesellschaft, in der solche Sätze nicht beherzigt werden, nicht lebenswert ist.

Ich vermute, ich selbst habe das Wort Gutmensch sicher nicht nur einmal negativ verwendet – und bedaure es, es negativ konnotiert zu haben. Denn ohne Menschen, die gut sind, die das Gute im Menschen suchen, die sich einsetzen, auch unter Selbstaufopferung und im Bewusstsein, auch ausgenutzt zu werden, ist eben eine Gesellschaft unmenschlich. Man sollte ein anderes Wort zur Charakterisierung solcher bislang als „Gutmensch“ titulierter Menschen finden, vielleicht Naivling, Biedermann… – aber nicht Gutmensch.

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