Stürzenberger + Theveßen

Das Interview ist lesenswert, denn es zeigt die Taktik von Theveßen. Er versucht Bibel und Christentum zur Relativierung der islamischen Terroristen heranzuziehen http://www.pi-news.net/2012/11/pi-interview-mit-elmar-thevesen-zdf/#more-293574. In der Bibel (Altes Testament) gibt es auch schlimme Texte. Sicher. Nur gehen wir mit der Bibel anders um als Muslime mit dem Koran. Oder: Auch Christen wie Breivik haben gemordet. Sicher. Nur: Verrückte wie Breivik gibt es immer – und diese werden von Christen nicht bejubelt. Im Gegenteil. Kriege haben auch christliche Länder geführt. Aber waren das Religionskriege? Kreuzzüge waren auf den ersten Blick Religionskriege – aber damals war eben alles Religion und mit Hilfe von Religion waren die Entlastungen der byzantinischen Grenzen vor den muslimischen Heeren eben leichter zu bewerkstelligen. Und im ersten Weltkrieg glaubte nicht nur Deutschland, dass Gott auf seiner Seite ist. Das ist alte religiöse (auch heidnische) Rhetorik, um Menschen zum Kampf zu motivieren. Dass Pfarrer da mitgemacht haben, zeigt ihren Nationalismus – aber nicht ihren Glauben in der Nachfolge Jesu. Auch gibt es christliche Soldaten. Alles richtig. Und Soldaten waren es auch, die mit anderen ihren Glauben nach Nordeuropa brachten. Auch richtig. Aber sie brachten ihn nicht als christliche Krieger mit ihren Heeren, sondern als normale Menschen als Teil ihres Heeres. Schuld haben Christen auf sich geladen – eben als einzelne Christen in den Kreuzzügen, im Rahmen der Eroberungen Amerikas… – und das muss man zugeben, das gehört zur Schuld der Menschen, die sich Christen nannten und Christen waren. Aber das wird als Schuld angesehen und nicht als heldenhafte Taten für die Ausbreitung der Religion. Und davon ist die Mehrheit der Muslime himmelweit entfernt. Allein wenn man wieder die osmanische Propagandamaschinerie der Gegenwart sieht und hört, wenn man hört, wie Imame ihre Fatwas gegen andere Religionen und Nicht-Glaubende erlassen. Wenn man das sieht und hört, dann erkennt man einen großen Unterschied zwischen diesen beiden Religionen.

Diese Leute mögen sehen, dass der Islam sich vom Christentum massiv unterscheidet – doch ziehen sie das Christentum immer wieder heran, um beide Religionen gleichzustellen – oder umgekehrt: Sie ziehen den Islam heran, um ihn mit dem Christentum gleichzustellen. Damit machen sie etwas, was atheistisch wunderbar passt: Die Religionen sind alle gleich übel. Aber das ist Propaganda. Nur macht Theveßen hier einen Unterschied: Er sieht eher den Missbrauch der Religionen durch die Terroristen aus sozialen und wirtschaftlichen Gründen. Aber auch das ist zu einfach. Mohammed war schlicht und ergreifend kein Jesus Christus. Und das schlägt sich auch im Koran nieder. Dass das Neue Testament Kriege im Blick hat, da weiß ich nicht, was er anspricht. Wenn es der Krieg der Endzeit ist, dann sind es nicht die Christen, die ihn kämpfen, sondern Gott ist es mit den Engelmächten, der die Ungerechten, die Menschenschlächter, die Menschenverächter bestraft. Und das macht einen riesen Unterschied, ob der Mensch legitimiert wird, diese Kämpfe zu führen oder ob er dazu nicht autorisiert ist. Christen führen in der Nachfolge Jesu Christi ihre Kriege seit jeher anders – es sei denn, sie sind schuldig geworden. Nicht mit Waffen. Sie führen es mit ihrem Wort und mit liebender Tat. Dass Staaten anders handeln (müssen) das steht auf einem anderen Blatt und hat hier keinen Platz. http://www.evangelische-religion.de/d-kirche-gewalt.html

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Eine Antwort auf „Stürzenberger + Theveßen“

  1. Herr Thevesen argumentiert übel. Verlogen ist beispielsweise seinen Nennung von „christlichen Gewalttätern“ bzw „Terroristen“. Der eine „christliche(r) Täter wie Timothy McVeigh“ ist lt WIKI ein überzeugter LIBERTÄRER gewesen. Das ist eine glatte Absage an seine ursprüngliche katholische Kindheit ! Der andere „christliche(r) Täter wie … Anders Breivig“ hat in seinem 1800-Seiten-Manifest sehr deutlich und klar ausgeführt, daß es Christen gibt, die eine „persönliche Beziehung zu Jesus Christus“ haben – und daß ER NICHT dazugehört (sondern das Christentum als Kulturleistung sieht)
    Weiß Herr Thevesen all das schlicht nicht – oder ist er ein verschlagener Demagoge, der – typisch ZDF – Kirche und Glauben gerne „runtermacht“ ?

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