Aufgehelltes Mittelalter

Nun sieht man das Mittelalter gar nicht mehr so dunkel. Sehr schön. Denn das dunkle Mittelalter war nur ein Konstrukt der  ach so hellen Aufklärung, um sich als tolle Bewegung von der Tradition absetzen zu können. Inzwischen weiß man, dass das 19./ 20. Jahrhundert aufgrund des Nationalsozialismus, des Kommunismus, aufgrund Napoleons und anderer mehr Opfer gefordert hat als die Taten der Menschen des Mittelalters. Wenn man die Brutalitäten der Neuzeit erst richtig erkennt, auch die des Kapitalismus (darin eingeschlossen den Sklavenhandel), dann wird man noch weniger überheblich. Und auch das Bild, dass man alles Übel des Mittelalters der christlichen Religion in die Schuhe schieben will, ist inzwischen einem realistischeren Bild gewichen, zumidnest bei denen, die die Geschichte nicht dazu benötigen, ihre Ideologie zu untermauern. Wir wissen also mehr – jedoch lässt sich hier noch nicht so gut behaupten, dass unsere Atheisten da ein wenig vorsichtiger sind mit den Schuldzuweisungen an die Religion und der eigenen Reinwaschung. Aber das wird auch noch kommen, dass diese atheistischen Gruppen merken, dass sie einfach Menschen sind – mitunter auch unbarmherzige Menschen sind. http://www.welt.de/debatte/kommentare/article111711198/Duesteres-Mittelalter-kommt-jetzt-sympathisch-daher.html

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2 Antworten auf „Aufgehelltes Mittelalter“

  1. EIN Beispiel für heutige schlimme Geschichtsfälschung haben wir beispielsweise in der ZDF-Verfilmung „Die Borgias“. Wohl wissend, daß man eine „schwarze Legende“ mit ihren maximalen Verleumdungen und Lügen bebildert und (raffiniert professionell) zeigt, setzt man dem ganzen die Spitze auf, indem man „Experten“ rund um die einzelnen Filmteile aufbietet, die mehr oder weniger so tun, als sei das alles genau so gewesen (auch wenn ihre „differenzierten“ Erklärungen – für den Laien nicht nachvollziehbar – genau die Möglichkeit offenlassen, daß es auch anders gewesen sein konnte).
    Beim einfachen Volk bleibt eine (auch vorher schon von Kirchenfeinden „verbrochene“) Lügenerzählung ALS HISTORISCHE TATSACHE fest in den Köpfen.
    Weniger anspruchsvolle Kirchenverleumder als das ZDF tendieren dann – im persönlichen Gespräch oft genug erlebt – dazu, dem ein „ja so waren die Päpste meistens gewesen“ hinterherzuschicken.

  2. Der Artikel „Aufgehelltes Mittelalter“ beschreibt ein MEGATHEMA, eine systematische Geschichtsfälschung höchsten Ranges.
    Nicht nur die „Aufklärung“ hat hemmungslos und ungerecht „das Alte“ kritisiert – und selber neue, schlimmere Ungerechtigkeiten geistig vorbereitet, sondern alle „Modernisierer“ hatten und haben diese Eigenschaft. Und noch etwas ist ihnen eigen: wenn sie sich erst einmal durchgesetzt haben, an der Macht sind, die „Alten“ ausgemerzt oder mundtot gemacht haben, dann gehört ihnen auch die Geschichtsschreibung !!!
    Und so verstehe ich die von Protestanten, Aufklärern, Humanisten, Atheisten, Kommunisten usw durchgesetzte Geschichtsschreibung als Propaganda, die davon lebt, das „Alte“ jeweils zu einem negativen Popanz zu machen.
    Gottseidank ist speziell die kommunistische Geschichtsschreibung wieder untergegangen. Hätten sie die Weltherrschaft erobert im 20JH sähe „Geschichte“ jetzt anders aus !!!
    WANN werden die anderen unguten Mächte (mit ihren Verleumdungen) einmal enttarnt werden, und die „wirkliche geschichtliche Wahrheit“ aufgezeigt werden ?
    Sicher einst im himmlischen Jerusalem !
    Vielleicht aber auch bereits in unserem Diesseits ???
    – DEIN REICH KOMME, HERR JESUS !!! –

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