Andere Ansichten über Sex

Es gibt nun einmal andere Ansichten und Weltbilder. Da kann man dagegen ätzen so viel man will – man muss sie tolerieren. Das gilt nicht allein für den Vatikan, sondern in der Gegenwart vor allem auch für die, die sich auf der Seite des Mainstreams wähnen. Die sich für so tolerant halten, dass sie anderen Intoleranz vorwerfen, weil diese andere Ansichten vertreten – sie sich selbst somit auch als intolerant erweisen. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/vatikan-bekraeftigt-ablehnung-gleichgeschlechtlicher-ehen-a-866539.html

Wer am Ende Recht haben wird? Die Geschichte wird es zeigen. Mainstream-Ansichten sind Modeerscheinungen. Irgendwann wird eine Gesellschaft merken, ob es wirklich so gut war, bestimmte wohlgemeinte Neuerungen durchzusetzen. Wenn sie merkt, das war wohl nichts, weil damit die Gesellschaft vor die Hunde geht, dann wird sie die Weichen wieder radikal umwerfen – es hat bis dahin zwar eine Menge menschlicher Opfer gekostet, aber ganz cool und abgeklärt gesagt: Das ist der Lauf der Dinge.

Was die Sexualität betrifft, sieht man inzwischen ja auch, dass Pädophilie nicht das Allheilmittel gegen Krieg war, sondern dass das nur vordergründiges Argument von Menschen gewesen ist, die andere ihren eigenen Lüsten dienstbar machen wollten. Heute lacht man über das Argument, aber damals hat es so manchen in seinen Bann gezogen: Make love not war. Dass das ein Schlagwort lustvoller Männer war, die damit Frauen ideologisch rumkriegen wollten, hat sich wohl auch unter Frauen herumgesprochen – allerdings wie man immer wieder mal lesen und hören kann, ihren Verdacht damals nicht zu äußern wagten, weil sie nicht als verklemmt denunziert werden wollten. Da machten sie halt mit und dienten der männlichen Lust – ideologisch wunderbar untermauert. Wie Feministinnen erkannt haben: Männer sind Schwanzgesteuert – nicht nur beim Sex, sondern auch im Erfinden von entsprechenden Ideologien, Weltbildern und Religionen. Und da darf man sich dann heute auch fragen: Welche Ideologien herrschen eigentlich heute, um Männer ans Ziel ihrer sexuellen Träume zu bringen?

Übrigens: Ich bin ein Mann – nur am Rande, falls das jemanden in diesem Zusammenhang interessieren sollte. Ist das alles nun sexistisch, weil ich Frauen unterstelle anders zu sein als Männer? Das mögen andere beurteilen. Ausnahmen bestätigen immer die Regeln. Die Pornoindustrie gibt sich so viel Mühe, auch Frauen als Abnehmer ihrer Machwerke zu gewinnen und jubelt über jede Frau, die ein Softpornofilmchen mehr kauft. Zumindest in dieser Hinsicht ist ein kleiner Unterschied nachweisbar, denn Männer sind da in gewisser Weise anders drauf. Gibt es eigentlich irgendwo ein größeres Volk, in dem Frauen einen Männerharem haben? Ich denke, da sind wir Menschen dem Rotwild doch ähnlicher, dass jetzt wieder brünstig durch die Wälder röhrt: Ein Mann – viele Frauen. Natürlich sagen Frauen: wenn ein Mann viele Frauen haben darf, dann sollte eine Frau auch viele Männer haben dürfen. Klaro. Nur welche will das schon? Öffentlich gefragt würden wahrscheinlich viele „Ich“ schreien, man will ja nicht als verklemmt gelten. Im Stillen aber denken sie: Der Eine soll es sein, der bei mir bleibt. Halle Berry fühlte sich süpiert, als sie bei Wetten dass… Oliver Welke küssen sollte. Ich hoffe nur, sie ist standhaft geblieben. (Meine Frau sagte mir soeben, dass sie nicht küssen musste, weil sie den Wetteinsatz aufgrund ihrer richtigen Wahl nicht einlösen musste.) Denn das ist das, was Schade ist, dass Frauen sich in dieser Hinsicht vielfach von anderen dazu drängen lassen, etwas zu tun, was sie gar nicht wollen. Sie wäre damit ein gutes Vorbild gewesen.

Man merkt an diesem Statement sicher, dass für mich Moral wichtiger ist als Evolution.

Impressum auf www.wolfgangfenske.de