Tod

Dietrich Bonhoeffer, Londoner Predigten, Totensonntag 1933 zu Weisheit 3,3:

>Der Tod ist die Hölle und die Nacht und die Kälte, wenn ihn unser Glaube nicht verwandelt. Aber das ist das Wun­derbare, daß wir den Tod verwandeln können. Wenn ihn unser Glaube an Gott berührt, dann wird aus dem wilden Knochenmann, der Angst macht, der Freund und Bote Got­tes; dann wird aus dem Tod Christus selbst. Ja, das sind sehr verborgene Dinge. Aber wir dürfen sie wissen. Unser Leben hängt daran. Die Glaubenden werden Frieden haben und der Tod wird sie nicht schrecken; er kann sie nicht mehr an­rühren, denn sie sind in der Hand Gottes und keine Qual rührt sie an.

Es hat mancher versucht, sich den Tod zum Freund zu ma­chen; und er ist ihm doch in letzter Stunde untreu gewor­den, er wurde sein Feind. Es gibt nur einen Weg, den Tod zum Freund zu haben, und der heißt Glaube. Dann wird der Tod der beste Freund. Dann wird auch einmal über unserem Sterbebett Gottes Wort erklingen: Sie sind im Frieden, und unsere Augen werden übergehen vor Freude, wenn sie das Reich und diesen Frieden sehen.

Vielleicht kommt es euch kindlich vor, daß wir so reden. Aber können wir angesichts solcher Dinge anders als kindlich re­den? Sind wir angesichts solcher Dinge anderes als Kinder, ahnungslose Kinder? Und wollen wir denn wirklich etwas anderes sein? Wollen wir etwas anderes sein, wenn wir in sein Reich kommen und den Freudentag sehen dürfen? Seht euch die Kinder an, wenn sie sich freuen; sagt selbst, ob ihr etwas Besseres sein wollt; und ob wir uns dessen zu schämen hätten? „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter trö­stet."

Kinder der Auferstehung hat uns Christus genannt. Kinder, die Heimweh haben, das sind wir, wenn es recht mit uns steht.<

jalous Heim kommen