Realpolitik

Menschen, die nicht einer Beschneidungs-Religion zugehören, können Beschneidung von Jungen nicht verstehen – und wollen sie verbieten. Veganer können Tierzucht zur Schlachtung nicht verstehen, weil Lebewesen nicht für andere Lebewesen leiden sollen – und wollen sie verbieten. Viele können Abtreibungen nicht verstehen, weil der Mensch mit dem Zusammentreffen von Samen- und Eizelle beginnt – und wollen sie einschränken. Es gibt weitere Beispiele, in denen unterschiedliche Ansichten von Menschen fundamental aufeinandertreffen. Hier heißt es dann vom Gesetzgeber, jeweils einen Weg zu finden, den möglichst viele mitgehen können – auch wenn er vielen unlogisch erscheint. Man muss mit diesem Weg nicht einverstanden sein, wie ich mit der augenblicklichen Praktizierung der Abtreibungen und PID. Aber man kann versuchen, Mehrheiten für seine Sicht zu finden – und das eben in dem Rahmen, den die Gesellschaftsordnung, Recht, Gesetz vorgeben. Das ist mühsam und vielleicht erfolglos. Aber der Preis für extremes Vorgehen, das in der Missachtung anderer liegt und in Gewalttaten unterschiedlichster Art einmünden kann, ist zu hoch für eine Gesellschaft.

Deutschland – Anzeichen für einen Kulturkampf zwischen religiös sensiblen und unsensiblen menschen: http://www.kath.net/detail.php?id=38554

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