Christen-Gegner

Dass Christen Gegner haben, das wird schon im Neuen Testament von Jesus angekündigt, das wissen Christen seit jeher. Das gehört zur Verkündigung der frohen Botschaft dazu. Auch Jesus wurde angefeindet und hingerichtet – warum sollte es anderen, die im seinen Geist leben, anders ergehen. Aber: Dass Christen einander in der Verfolgung im Stich lassen und mit denen paktieren, die Christen verfolgen, das ist unverständlich und eine große Schuld. Freilich haben die unwissenden Christen einfach nicht daran gedacht, dass es Christenverfolgung gibt. Doch darüber hinaus gab und gibt es Strömungen innerhalb der Kirchen, die eine Beschäftigung mit der Christenverfolgung unter das Verdikt „Fundamentalismus“ stellen. Wer sich um verfolgte Christen kümmert, ist Fundamentalist, Evangelikal und sonst was. Und das ist das, was für mich bitter ist: Menschen werden davon abgehalten, sich für Brüder und Schwestern einzusetzen, weil sie Angst haben, von Christen aus den genannten Gründen ausgegrenzt zu werden. Hier haben so manche in der Vergangenheit große Schuld auf sich geladen. Nicht, weil sie einfach unwissend waren, sondern weil sie andere, die sich für Notleidende einsetzen wollten, stigmatisierten.

Mein erster Gedanke war wiederum bei diesem Artikel: Die Journalistin der Süddeutschen Zeitung weiß, was richtiges Christentum ist. Alle anderen sind extrem: http://www.medrum.de/content/wo-finden-sich-extreme-ansichten-im-schoepfungswerk-oder-der-redaktion-der-sueddeutschen-zeitung Nun, man kann sie beruhigen, sie hat Recht: Christen sind ein unberechenbarer konservativer Haufen, der Meinungen vertritt, die sie als aufgeklärte Journalistin niemals haben wird – auch wenn sie damit Unrecht haben sollte. Aber das ist ja gerade das, was wir normalerweise unter Toleranz verstehen: Die Ansichten anderer tolerieren, wenn sie meiner eigenen Ansicht widersprechen. Toleranz nur gegenüber Ansichten, die meiner entsprechen, ist keine Toleranz, das ist Narrentanz.

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