Unschuld der Muslime

Das Dilemma wird hier aufgezeigt: http://www.youtube.com/watch?v=AdK3dbAWCTE Beachtet auch die Kommentare.

Barino mag ja Recht haben, dass die Fakten, die im Mohammed-Film genannt werden, stimmen: http://www.youtube.com/watch?v=yPVvAounVmU&feature=player_embedded – ich denke, das Problem ist der Kontext, ist die Aufbereitung dieser Fakten. Denn Muslime lesen das ja alles im Koran und in der Sunna, so sie diese Schriften in einer Sprache lesen, die sie wirklich kennen. Vielleicht machen sie sich auch über die genannten Texte Gedanken. Aber die Einbettung durch die Tradition, die Interpretation dieser Texte, die in langer Tradition herausgebildet wurde, lässt diese in einem anderen Licht erscheinen. Und hiermit stehen wir vor einem neuen Dilemma: Welche Interpretation ist richtig? Ist die knallharte historische Einordnung richtiger? Wer bestimmt das? Vor allem: Ist eine historische Einordnung tatsächlich wirklich möglich? Lässt sich die Interpretation so verändern, dass auch die Leser andere Menschen werden?

Wir Christen haben durch die historisch-kritische Exegese inzwischen Einiges zu dieser Fragestellung gelernt, haben über die unterschiedlichen Formen der Exegese, der Textinterpretation usw. nachgedacht, geforscht, gestritten. Ist das im Islam – abgesehen von ein paar kleineren Gruppen – auch schon geschehen? Nein. Vielleicht kommt es noch – und sie lernen Aussagen erkennen, die ihnen bislang verschlossen geblieben sind. Auch wir verstehen ja neutestamentliche Aussagen im Licht historisch-kritischer Exegese vielfach besser. Freilich kann sie auch verdunkeln – mit ihr richtig umgehen zu lernen ist die Kunst.

http://www.kath.net/detail.php?id=38449: „Die Anhänger einer anderen Religion sollten nicht als mögliche Feinde angesehen werden, sondern als `Pilger der Wahrheit´“ – so Kardinal Tauran. Und: „Christen müssen… ihren eigenen Glauben gut kennen, um in Dialog mit anderen Religionen zu treten“.

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