Gesellschaftszerfall

Eine sehr interessante Diskussion wird hier wiedergegeben, polemisch allemal, über die unterschiedliche Einstellung zu der Frage: Warum krankt unsere Gesellschaft? http://www.sezession.de/34132/weismann-sturzenberger-und-das-elend-der-islamkritik.html/2 Lichtmesz meint: „Die `Islamisierung´ ist nur die Sekundärinfektion eines Systems, das seine eigenen Grundlagen aushöhlt und zerstört.“ Der Beitrag schließt: „Erst wenn wir erkennen, daß wir als Deutsche, Europäer und Christen mehr sind als `Grundgesetz´, `Demokratie´, `Toleranz´ und ähnliches Papier, das die Machtinteressen seiner Ausleger kaschiert, werden wir etwas finden, das wert ist, geliebt und verteidigt zu werden, und nur dadurch wird uns Kraft zuwachsen.“ Das „Mehr“ ist „die Seele“ und der „Boden des Eigenen“.

Doch was verbirgt sich hinter dieser Formulierung? Das erfahren wir leider nicht, sondern es wird dazu auf eine Schrift von Lichtmesz verwiesen. – Und so stellt sich der Leser dieses Abschnitts die Frage: Gibt es das „die Seele“ der „Boden des Eigenen“ der Deutschen, der Europäer? Wie alle im Blog wissen, bin ich einer, der von einem gewissen Grundton europäischer Kultur ausgeht – aber sich weigern würde, in dieser Hinsicht von der Seele zu sprechen, vom Boden des Eigenen. Denn es ist auch Kennzeichen unserer Kultur, dass sie ein ganzes Spektrum an Melodien, an Farben beinhaltet, an Vielfalt, an Spannungsreichtum, … Eine Konzentration auf die Seele usw. halte ich – wie gesagt, ohne die Definition zu kennen – grundsätzlich für sehr fragwürdig. Es klingt mir zu sehr nach dem Völkischen Ansatz Ende des 19. und Beginn des 20.Jahrhunderts.

Ihr habt gemerkt, dass ich das Wort „Christen“ ausgenommen habe. Warum? Da gibt es tatsächlich ein Zentrum: Jesus Christus selbst, der in seinem Heiligen Geist in den Seinen wirkt – aber eben auf vielfältige Art wirkt. Nicht, dass alles richtig ist, was in seinem Namen gewirkt wird und darum akzeptiert werden muss, das ist Stuss – aber auch hier: was uns glaubende Menschen betrifft, gibt es auch ein breites Spektrum an Melodien, Farben, Vielfalt und auch Spannungsreichtum. Solange die Farben, die Vielfalt um die Eine Mitte kreisen, ist es gut, dann erkennt man im anderen Menschen den Bruder, die Schwester in Jesus Christus. Doch diese eine Mitte gibt es mit Blick auf Deutsche und Europäer nicht.

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